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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2020

Bereue deine Sünden!

Die Sünde
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Kriminalhauptkommissar Nawrod wird von Stuttgart nach Heidelberg versetzt, er soll aus der Schusslinie gebracht werden. Zunächst ist er weder von seiner Versetzung, noch von seiner neuen Kollegin Nesrin ...

Kriminalhauptkommissar Nawrod wird von Stuttgart nach Heidelberg versetzt, er soll aus der Schusslinie gebracht werden. Zunächst ist er weder von seiner Versetzung, noch von seiner neuen Kollegin Nesrin begeistert. Doch bald hat Nawrod ganz anderes im Kopf - ihm werden Körperteile mit seltsamen lateinischen Botschaften ins Polizeipräsidium geschickt. Zunächst nur ein Finger oder ein Auge - doch als das nächste Päckchen ein menschliches Herz enthält, wissen die Ermittler, dass sie es mit einem Mord zu tun haben. Warum werden diese Botschaften ausgerechnet Nawrod übermittelt? Wer ist das Opfer? Und vor allen Dingen - wer der Täter?

Mit Nawrod und Nesrin hat Toni Feller ein ausgesprochen sympathisches Ermittlerduo geschaffen. Er ein wenig kaltschnäuzig, mit einigen Ecken und Kanten, aber dennoch herzensgut. Sie alles andere als auf den Mund gefallen und nicht bereit, sich Nawrods Spitzen einfach bieten zu lassen. Die kleinen Reibereien der beiden, die immer wieder eingestreut werden verleihen diesem Thriller immens viel Charakter und phasenweise sogar Humor. Ich hoffe auf Folgebände rund um dieses absolut gelungene Paar!

In diesem Thriller reihen sich die Opfer nicht wie Perlen an einer Kette aneinander und dennoch kommt beim Leser keine Sekunde Langeweile auf. Feller hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, der Leser ist mittendrin statt nur dabei.

Dieses Buch ist für alle, die gerne mitleiden, ab und an gerne mal eine Gänsehaut bekommen und vor allen Dingen für all die kleinen Hobbyermittler, die - so wie ich - ganz begierig darauf sind, gemeinsam mit den Protagonisten an den Fällen zu tüfteln.

Mehr als empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.05.2020

Von tapferen Männern, klugen Schachzügen und dem Weg eines Jungen zum Mann..

Das Schwert des Normannen
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Wir befinden uns im 11 Jahrhundert und dürfen die Familie Hauteville auf ihrem Weg begleiten - allen voran Robert Guiscard, das Schlitzohr. Als er aus seiner Heimat fliehen muss, beschließt er sein Glück ...

Wir befinden uns im 11 Jahrhundert und dürfen die Familie Hauteville auf ihrem Weg begleiten - allen voran Robert Guiscard, das Schlitzohr. Als er aus seiner Heimat fliehen muss, beschließt er sein Glück in Süditalien zu versuchen, wo sein Bruder Drogo bereits ein kleines Fürstentum besitzt. Gilbert, eigentlich nicht direkt mit den Hautevilles verwandt und nur ein einfacher Schweinehirt, von ihnen allerdings wie ein Sohn aufgenommen, begleitet Robert auf seinem langen, beschwerlichen Weg. Viele Hindernisse begegnen den beiden und ihren Gefährten auf ihrer Reise, viele Steine werden ihnen auch später noch in den Weg gelegt - doch Robert ist ehrgeizig und schlau und auch Gilbert wird mit jedem Tag weniger ein Jüngling und mehr ein Krieger..

Ich bin bekennender Freund von historischen Romanen, deshalb lese ich eigentlich jeden, den ich in die Finger bekommen kann. Normalerweise brauche ich allerdings einige Seiten, um in die Geschichte rein zu kommen - in welcher Epoche befinde ich mich? Wer bekriegt wen? Und um wen geht es nochmal zwei Seiten vorher? Hier war das nicht der Fall. Ich war sofort mitten im Geschehen, konnte mit allen Handelnden mitfühlen und war voll dabei. Zu Beginn lernt man einige Personen auf einmal kennen, doch auch ohne Personenregister konnte ich mich gut zurecht finden.

Ulf Schiewe hat es geschafft, seine Normannenhorde so realitätsnah und doch liebenswürdig darzustellen, dass ich für jeden von ihnen nur das Beste hoffte. Sicher, die Normannen waren alles andere als nett und kuschelig - aber so schreibt es die Geschichte nun einmal. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, sie würden grausam handeln. Schiewe lässt trotz wiederholter Kampfhandlungen die Brutalität nie in den Vordergrund treten, Gewaltakte werden eher nebenbei geschildert - für die Normannen war ein Mord keine große Sache, für den Leser wird er es also auch nicht.

Schiewe setzt in seinem Roman auf historisch fundiertes Wissen und verpackt es so gekonnt in eine wundervoll zu lesende Sprache, dass der Leser nicht anders kann, als mitgerissen zu werden.

In meinen Augen eines der besten Bücher, die ich 2013 gelesen habe!

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Veröffentlicht am 11.04.2020

Realitätsnah und fesseln!

Führers Vermächtnis
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Der junge Jurist Hendrik Römer bekommt einen Traumjob angeboten, einen Arbeitsplatz bei einer Umweltorganisation mit guter Bezahlung. Ohne lange darüber nachzudenken und ohne genau zu wissen, was ihn erwartet ...

Der junge Jurist Hendrik Römer bekommt einen Traumjob angeboten, einen Arbeitsplatz bei einer Umweltorganisation mit guter Bezahlung. Ohne lange darüber nachzudenken und ohne genau zu wissen, was ihn erwartet nimmt er den Job bei der Offensiven Natur an und lässt seine Freundin Lilliane in Berlin zurück. Doch alles kommt anders, als Hendrik sich das vorgestellt hatte - hinter der Offensiven Natur steckt die Naziorganisation ODESSA, dir kurz davor steht, ihr größtes Ziel zu verwirklichen: Die Errichtung des Vierten Reiches mitten in Deutschland. Auch sein alter Studienfreund Cornelius hat sich zu Hendriks Entsetzen den Nazis angeschlossen. Als dann auch noch seine Freundin Lilliane entführt wird, befindet sich Hendrik in einem Albtraum
Kann er Cornelius wieder auf den rechten Weg bringen und seine Freundin retten? Und vor allen Dingen - kann er die Errichtung des vierten Reiches noch verhindern?


Packend von der ersten Seite an - Kristina Herzog hat einen sehr angenehmen, leichten Schreibstil. Dieses Buch ist, trotz des etwas bedrückenden Themas, gut nebenbei zu lesen.

Alles wirkt erschreckend real - sicher hat man hier keine Dokumentation vor sich und ein paar kleine logische Schwachstellen lassen sich in jedem fiktiven Werk finden, aber das Grundgerüst ist schlüssig. Und man kommt nicht umhin, sich beim Lesen darüber Gedanken zu machen, wie einfach es doch wäre, Deutschland wieder mit dieser falschen Ideologie zu beseelen.

Sobald man als Leser in der Geschichte drin ist, bleibt der Spannungsbogen konstant aufrecht erhalten, man hat kaum Zeit durchzuatmen, und das, was man gerade miterlebt hat, zu verdauen, denn die Ereignisse reihen sich konstant aneinander. Ein paar Seiten mehr hätten in meinen Augen nicht geschadet, aber Lesen unter permanenter Hochspannung hat auch seinen ganz besonderen Reiz.

Alles in allem ein überaus gelungenes Buch, das ein paar Stunden Spannung und später vermutlich auch ein wenig Nachdenken garantiert.

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Veröffentlicht am 10.04.2020

Wisse um deine Stärke..

Wüsteneis Band 1
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Eben~Welt im Jahre 633 z. z. ZA: Im hohen Norden, dem Reich der Himmelsberge, gewinnt eine finstere Geistesmacht immer mehr an Kraft. Guloks, bereits vor langer Zeit aus dieser Gegend vertrieben, beginnen ...

Eben~Welt im Jahre 633 z. z. ZA: Im hohen Norden, dem Reich der Himmelsberge, gewinnt eine finstere Geistesmacht immer mehr an Kraft. Guloks, bereits vor langer Zeit aus dieser Gegend vertrieben, beginnen erneut zu plündern und zu morden. Doch ihr Raubzug ist von mehr als reiner Blutgier getrieben. Die Guloks begaben sich auf die Suche nach einem Buch und nach den Häuptern der Schamanen des Landes.
Noch kann sich niemand einen Reim auf diese Taten machen, sicher ist nur, dass sie mit einer alten Prophezeiung verbunden sind, der Prophezeiung der vier Rah Kawin, der vier Auserwählten..


Marko Z. Kristin schreibt auf eine sehr besondere Art und Weise. Der Leser wird einige Seiten brauchen, sich wirklich in diesen Stil einzufinden, danach befindet er sich allerdings in einer wunderbaren Welt, gemalt aus Worten.
Im Prolog wird die Entstehung Eben~Welts sehr liebevoll beschrieben, was mir den Zugang zu dieser völlig neuen Welt deutlich erleichtert hat. Die detaillierten Beschreibungen der Umgebung ziehen sich auch weiterhin durch das Ganze Buch - man fühlt sich, als könnte man gemeinsam mit den Charakteren diese Welt sehen. Auch diesen hat er sich mit ähnlicher Hingabe gewidmet. Selbst diejenigen, die nur kurz und am Rande erscheinen, wurden individuelle Züge verliehen, um sie zum Leben zu erwecken.

Der Autor hat ein perfektes Erzähltempo gefunden, man wird weder von einer Spannungsgeladenen Situation in die nächste geschmissen, sodass man das Geschehene kaum verarbeiten kann, noch beginnt man sich zu langweilen. Immer wenn ich mir dachte "nun könnte mal wieder.." hat Kristin wieder etwas eingebaut, dass mich vollständig an die Geschichte fesselte.

Dieses Buch ist etwas völlig neues, kein "Oh Moment, wo hab ich das schon mal gelesen?" und dennoch bietet es für jeden Fantasyliebhaber auch altbekanntes. Zwerge, Magie und große Schlachten, auch ein wenig Humor, hier und da gekonnt eingesetzt, jeder kommt auf seine Kosten.

Ich warte sehnsüchtig auf Teil zwei.

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Mittendrin eingestiegen und dennoch gefesselt!

Shadow Falls Camp - Verfolgt im Mondlicht
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In Shadow Falls leben einige Wesen die alles andere als normal sind - Hexen, Feen, Werwölfe, Vampire. Doch Kylie ist selbst in diesem bunten Haufen noch etwas besonderes - erst jetzt erfährt sie, welcher ...

In Shadow Falls leben einige Wesen die alles andere als normal sind - Hexen, Feen, Werwölfe, Vampire. Doch Kylie ist selbst in diesem bunten Haufen noch etwas besonderes - erst jetzt erfährt sie, welcher ungewöhnlichen Art sie wirklich angehört, lange war es ihr ein Rätsel. Doch damit werden leider nur noch mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Und dann ist da auch noch ein Geist, der genau so aussieht wie Holiday, die Campleiterin und eine von Kylies besten Freunden. Aber Holiday lebt - noch. Was hat das also alles zu bedeuten?

Ich kannte die Vorgängerteile nicht und hätte wohl auch nie von ihnen erfahren, wenn mir dieses Buch nicht in die Hände gefallen wäre. Zu Beginn war ich skeptisch - es ist selten leicht mit Band 4 in eine Reihe einzusteigen. So viel ist passiert und alles zu ordnen ist meistens eher anstrengend als spaßig. Hier fiel es mir allerdings erstaunlich leicht, mich in Kylies Welt zurecht zu finden. Nach den ersten paar Seiten war ich mittendrin.

Die Autorin hat eine angenehme, leicht zu lesende Art zu schreiben, die Seiten flogen beim umblättern regelrecht durch meine Finger. Anspruchsvolle Literatur ist also sicherlich etwas anderes, aber manchmal will man mit einem Fantasywerk ja auch "nur" in fremde Welten abtauchen und dem Alltag ein wenig entfliehen. Das gelingt hier wunderbar, und was ist an ein wenig Eskapismus denn so falsch?

Die Protagonisten sind alle wundervoll gezeichnet und authentisch gehalten. Den einzigen Stern Abzug gibt es dafür, dass mir Kylie stellenweise ein wenig auf den Senkel gegangen ist. Sicher, ihre Situation ist nicht leicht und die Probleme die sie hat sind wohl auch typisch für einen Teenager aber bitte - "Ich habe keine Freunde, ich gehöre nirgends hin" - du hast Holiday, Derek, Miranda, Lukas, Della die unerschütterlich an deiner Seite stehen. Eine Handvoll wirklich guter Freunde - ich finde, das ist genug um ein bisschen weniger zu jammern.

Ich werde mir vermutlich im Laufe der Zeit die anderen Bände auch noch zulegen. C.C. Hunter hat mich mit diesem Buch von ihrer Reihe überzeugt, das Werk hat mich zum träumen und oft zum lächeln gebracht, auch die Spannung kam nicht zu kurz. Definitiv lesenswert!

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