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Veröffentlicht am 27.07.2020

Das Leben und Lieben einer Winzerfrauenfamilie

Saale Premium - Stürme über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 1)
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Schon bei der Vorankündigung durch den Verlag, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ein sehr interessantes Thema, vor historisch belegtem Hintergrund … lernen durch lesen sozusagen. ...

Schon bei der Vorankündigung durch den Verlag, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ein sehr interessantes Thema, vor historisch belegtem Hintergrund … lernen durch lesen sozusagen. Was will man mehr?

So schön und einfallsreich das Cover ist, ebenso schön ist auch der Schreibstil der Autorin. Sehr eindrucksvoll, bildhaft und mitreißend, so dass man nahezu durch die Geschichte getragen wurde.

Kommen wir ein wenig zum Inhalt. "Eine kluge Frau schafft es immer, Ihren Mann dorthin zu kriegen, wo sie ihn hinhaben will." Dieser Satz zeigt bereits, dass es ein Kampf zwischen Mann und Frau geben wird. Egal ob bei Aenne oder ihrer Schwester Bettina, spielt dieser Satz eine große Rolle. Steckt doch soviel Kunst dahinter. Die beiden Schwestern lernen dieses Verhalten von ihrer Mutter, aber jede muss auf ihre Art und Weise erleben, dass es nicht immer einfach ist, Liebe und Besitz unter einen Hut zu bringen. Schnell mal auf den falschen Mann gesetzt und schwupps...schon hat man kein Geld mehr und das Schlößchen muss den Eigentümer wechseln.
Aber genau hier zeigt es sich, welches die starken Charakteren sind. Aenne stellt zwar ihre Liebe zu Clemens immer hinten an und entzieht sich seinen Heiratsanträgen, aber immer zum Wohle der Familie und des Besitztums. Und einfach nur des Geldes wegen heiraten? Nein, auf gar keinen Fall. Und das war auch der Unterschied zwischen den beiden Mädchen. Aber jede musste ihren Weg finden. Aenne sehr strebsam, Bettina eher abwartend und den Wohlstand genießend. Tja, und dann gerät Bettinas Leben durcheinander, jedoch hat sie eine starke Familie hinter sich. Dieses hat mich sehr beeindruckt. Jede der Damen hatte ihr eigenes Schicksal, aber alle hielten zusammen und zu retten was zu retten war. Klar, dass dieses auch gelingen würde. Jedoch waren die Umstände dorthin sehr unwegsam.
Für den Leser ist dieses Auf und Ab sehr interessant beschrieben, zudem auch noch überaus lehrreich. Man lernt fast so nebenbei einiges über den Weinanbau, die Entstehung von Sekt, und auch die Marke: "Monopole" bzw. "Rotkäppchen" finden ihren Platz im Reihenauftakt.

Der Roman ist in 4 Teile untergliedert, wobei zu jedem Anfang ein Sekt-Rezept abgedruckt ist, das zum Nachkochen anregt und Appetit macht.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen hat. Die Sicherheit und Geborgenheit in der Familie und auch der Zusammenhalt ist wirklich hervorragend beschrieben.
Und hier noch ein Zitat zum Schluß: "Ein Leben für den Champagner. Ein Leben für den Sekt." In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Fortsetzung und sage: Prost!

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Veröffentlicht am 10.07.2020

Aufgeben tun nur die Schwachen

Pfälzer Bausünden
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Hier ist er nun! Der 19. Fall mit dem charmanten, na ja, manchmal auf etwas schwerfälligen, Pfälzer Ermittler: Kommissar Reiner Palzki.

Aber waren charmant, schwerfällig wirklich schon alle Charaktereigenschaften ...

Hier ist er nun! Der 19. Fall mit dem charmanten, na ja, manchmal auf etwas schwerfälligen, Pfälzer Ermittler: Kommissar Reiner Palzki.

Aber waren charmant, schwerfällig wirklich schon alle Charaktereigenschaften des gemütlichen Pfälzers? Nein, bei weitem nicht. Er erscheint zwar im Hinblick auf seine Kleidung etwas desinteressiert, aber dennoch ist er sich für keine Drecksarbeit zu schade. Egal ob eine Verfolgungsjagd zu Fuß, oder ob es um ein Gespräch mit seinem Chef geht, Palzki ist sich einfach treu und ein Kämpfer. Palzki ist auch der Hauptakteur dieses Krimis. Er lässt den anderen Protagonisten kaum Raum, und das, obwohl sie doch alle namentlich extra im Personenglossar genannt wurden. Er hat einfach Charisma und spielt die anderen damit an die Wand. 

Gerade im Hinblick auf den guten Dienststellenleiter der Kriminalinspektion Schifferstadt (soviel Zeit muss sein) Klaus P. Diefenbach, kurz KPD, zeigt sich bei Palzki eine gewisse Menschlichkeit. Diefenbach ist ein Ekel in Persona, den niemand als Vorgesetzten haben möchte. Palzki ist hier schon etwas angestumpft und als Ausgleich für die starke Charaktere hervorragend in Szene gesetzt.

Der fleißige Palzki Leser wird übrigens beim Personenglossar feststellen, dass in diesem Band sehr viele bekannte Akteure ihren Auftritt haben. Mal mehr und mal weniger, denn Palzki führt ganz klar das Regiment. 

Sollte jemand die Vorgängerbände noch nicht kennen, wird er sich schnell mit Land und Leuten vertraut machen. Kenntnisse über die vorangehenden Fälle sind also nicht notwendig, helfen aber bei der kleinen Schwächen hinweg.

Durch den lockerleichten und flüssigen Schreibstil macht es der Autor dem Leser einfach, dem sogenannten roten Faden zu folgen. Und, was noch hinzukommt, der Dialekt schafft eine gewisse Nähe zu den Pfälzern, was sich durch den Humor noch bekräftigen lässt. Hier sei nur mal ein Beispiel zitiert: "Wissen Sie eigentlich, weshalb Pfälzer nie Durst haben? Weil ein Pfälzer vorher trinkt." Na, verstanden? grins *zwinker" 

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das Nachwort. Hierin plaudert der Autor nämlich so ein bisschen aus dem Nähkästchen. Wie die Idee für diesen Krimi zustande kam und seit wann die Gedanken dazu bereits in der Schublade reifen. 

Als Bonus erwarten den Leser dann noch Ratekrimis, die der Autor so ganz nebenbei für Zeitungen etc. schreibt und die es inzwischen gebündelt ebenfalls zu kaufen gibt. 


Zum Schluß möchte ich nochmal einen Satz zitieren: "Aufgeben tun nur die Schwachen". In diesem Sinne … bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Palzki ermittelt.


(Die Zitate wurden kursiv kenntlich gemacht und alle dem vorliegenden Buch entnommen)

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Veröffentlicht am 03.07.2020

Grias di God

Weißbier-Requiem
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"Der Mensch ist eine Sau," mit diesem Satz beginnt der fünfte Band der heiteren Bier-Krimi Reihe aus dem Land der deutschen Bierkunst.
Der 1975 in München geborene Autor, Andreas Schröfl, hat mit seiner ...

"Der Mensch ist eine Sau," mit diesem Satz beginnt der fünfte Band der heiteren Bier-Krimi Reihe aus dem Land der deutschen Bierkunst.
Der 1975 in München geborene Autor, Andreas Schröfl, hat mit seiner Figur des Alfred Sanktjohanser, genannt Sanktus, einen Charakter entwickelt, wie er bayerischer nicht sein könnte. Das Klischee des Biertrinkers und der bayrischen Geselligkeit, gepaart mir Neugier, ergibt einen Protagonisten, der dem Leser ein ständiges Grinsen ins Gesicht zaubert. Aber nicht nur durch die Entwicklung des Protagonisten und dessen Fetisch (mehr sei hierzu nicht verraten), sondern auch durch den Schreibstil, lässt der Autor die Geschichten um den "Urbayer" lebendig werden.
Auffällig ist, dass der Autori die Figur des Sanktus auch eine stete Weiterentwicklung zubilligt. War er im ersten Band noch freiheitsliebend und eher unorganisiert, so zeigt er sich nun als fürsorglicher Familienvater, dem seine Rolle als Bräu und Hausmann zusagt. Er hat sozusagen nun seinen Platz gefunden und die Suche nach Neuem und Veränderungen aufgegeben. Er ist also ein stückweit erwachsener geworden.
Der vorliegenden Krimihandlung wurde ein Personenverzeichnis vorangestellt. Wie man auch feststellen wird, ist dieses auch wirklich ratsam. Viele Protagonisten mit unterschiedlich wichtigem Auftreten, machen den Krimi lebhaft. Aber wo viele Protagonisten mitwirken, wird in der Regel auch viel gesprochen. Dazu gibt es im Anhang ein bayerisch-hochdeutsches Wörterbuch, in dem alle relevanten Begriffe erläutert werden.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat: WER IM GLASHAUS SITZT, DER MUSS IM KELLER SCHEISSEN. In diesem Sinne …. auf ein hoffentlich baldiges Wieder"lesen".

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Veröffentlicht am 20.06.2020

Aus, Äpfel, Amen

Gevatter Tod in Altötting
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Wie der Titel bereits verrät, wird es in diesem dritten Band der Kommissar Max Kramer Reihe etwas düster, denn der Tod geht um. 

In gewohnt humorvoller Art, zeigt der Autor auch dieses Mal, wie Witz, ...

Wie der Titel bereits verrät, wird es in diesem dritten Band der Kommissar Max Kramer Reihe etwas düster, denn der Tod geht um. 

In gewohnt humorvoller Art, zeigt der Autor auch dieses Mal, wie Witz, Dialekt und Spannung harmonieren können. Ja, es passt alles perfekt. Da wäre z.B. meine Lieblingsprotagonistin Fräulein Schosi. Sie ist einfach, Achtung Zitat, ZUM SCHEISSE SCHREI'N komisch. Sie verkörpert zwar gewisse Klischees, ist aber stets wohlwollend mit Rat und Tat zur Seite und bringt der kriminalistischen Handlung etwas Pepp, aber auch Reife rein. Fräulein Schosi weiss einfach alles. Na ja, mal mehr, mal weniger. Aber was sie nicht weiss, das denkt sie sich einfach dazu und schon ist für sie alles passend und glasklar. 

Aber auch die beiden anderen Protagonisten Oberkommissar Max Kramer und seine ehemalige Freundin, die Ordensschwester Maria Evita finden ihren Platz in den beiden Handlungssträngen. Sehr deutlich wird diese Zerrissenheit, die Maria Evita nach dem Kuss mit Max plagt. Dennoch finde ich, dass diese Zerrissenheit so langsam mal zum Ende kommen könnte. 


Ich möchte nur kurz ein paar Worte zum Dialekt oder dem Schreibstil erwähnen. Für mich als Nichtbayer, ist es wirklich witzig, der dialektischen Rede, hauptsächlich hier von Fräulein Schosi verwendet, zu folgen. Es ist alles gut leserlich und verständlich. Und wie man an dem Namen Schosi (Josi) schon erkennen kann, wird manchen aus dem Sprachgebrauch einfach in Lautschrift geschrieben. Das bringt, meiner Meinung nach, den gewissen Witz, Pepp und Charme in den Krimi. Kurz, wer einen trockenen, steifen Krimi sucht, wird hier eher schlecht bedient sein. Wer jedoch die beiden Vorgängerbände bereits kennt, wird sich schnell in das Geschehen einfinden und dann genießen können. In diesem Sinne, möchte ich mit einem Zitat enden: WER MIT DEM SCHICKSAL GLÜCKSSPIEL BETREIBT, VERLIERT IMMER.

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Veröffentlicht am 08.06.2020

Ein Spiel gefällig (Zitat)

Altherrenjagd
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Auch das Cover des zweiten Bandes der Sanktus Reihe beamt den Leser in einen Biergarten, oder um genauer zu werden, nach München, in die Hauptstadt des Bieres. Das Foto wurde zum Inhalt passend gewählt.
Kommen ...

Auch das Cover des zweiten Bandes der Sanktus Reihe beamt den Leser in einen Biergarten, oder um genauer zu werden, nach München, in die Hauptstadt des Bieres. Das Foto wurde zum Inhalt passend gewählt.
Kommen wir aber zur Handlung. Dieser zweite Band knüpft vier Jahre nach "Brauerehre" an die Vorgänge an.
Sanktus, inzwischen fest mit Kathi zusammen, sieht Martina mittlerweile als seine Tochter an und trägt auch Verantwortung. Seinen Job als Bierbrauer hat er allerdings wieder an den Nagel gehängt und arbeitet nun als Hausmann und hat einen Nebenjob als Schankkellner. Tja, und eigentlich fühlt er sich in seiner Rolle auch ziemlich wohl. Aus dem einstig, freiheitsliebenden Bayer, ist nun ein häuslicher Typ geworden, der nackte Füße noch immer liebt.
Ich möchte nicht Zuviel über den Inhalt des Krimis verraten, jedoch steht bei diesem Bierkrimi auch wieder das edle Gebräu im Vordergrund. Ebenso wie eine Studentenverbindung, namens "Swapingia". Ähnlichkeiten zu einem Münchner Stadtteil sind beabsichtigt.
Bestimmt ist dieser zweite Band ohne Vorkenntnisse gut lesbar, jedoch ist es ratsam die Reihenfolge einzuhalten. Denn nur so kommt die komplette Vielfalt und das bayrische Flair besser zur Geltung. Auch gewisse Handlungen, die sich auf den Vorgängerband begründen, werden so eingängiger.
Abschließend möchte ich sagen, dass mich dieser Bierkrimi absolut überzeugt hat. Durch die dialektische Reden, die unterschwelligen Töne, und eine spannende Handlung, lässt sich der Krimi locker, leicht lesen.
n diesem Sinne: Hopfen und Malz, Gott erhalt's!

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