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Veröffentlicht am 24.08.2020

Auftakt einer tollen Hotel Reihe

Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals
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Obwohl das Cover recht blass erscheint, hatte es auf mich dennoch eine gewisse Anziehung. Dieses Hotel, davor eine Dame... ja, das sieht nach einer entspannten und unterhaltsamen Roman aus.
Gehen wir weiter, ...

Obwohl das Cover recht blass erscheint, hatte es auf mich dennoch eine gewisse Anziehung. Dieses Hotel, davor eine Dame... ja, das sieht nach einer entspannten und unterhaltsamen Roman aus.
Gehen wir weiter, dann erwartet den Leser ein Verzeichnis über die Protagonisten. Ich finde so eine Auflistung immer sehr hilfreich, da ich mich schneller auf die Mitwirkenden einstellen kann und auch ein bisschen im Vorfeld ihre Geschichte erfahre. Vorweg sei gesagt, dass sich im Anhang eine Auflistungen mit Begriffserklärungen befindet. So kann man das Gelesene noch einmal revuepassieren lassen und auch Begriffe klären, über die man beim Lesen gestolpert ist.
Aber kommen wir zum Inhalt. Der Roman zeigt anhand von zwei Handlungssträngen das Leben zweier Frauen auf. Da wäre zum Einen Anna. Sie kommt aus einer Familie, in der immer Geldmangel herrscht. Dort muss sehr hart gearbeitet werden, um über die Runden zu kommen. Klar ist nun, dass die Autorin auch einen Gegensatz eingearbeitet hat. Diesen Gegensatz findet man in Katharina. Sie kommt aus gutem Hause und lebt ein eher luxuriöses Leben. Aber auch dieses Leben birgt viele Tücken und verläuft nicht so glücklich, wie sie es sich vorstellt.
Beide Handlungsstränge harmonieren perfekt miteinander und vermitteln Wissen, sorgen aber gleichzeitig für gute und auch spannende Unterhaltung. Der bildhafte Schreibstil macht es einfach, der Geschichte der beiden Damen zu folgen und sich in das Leben der Beiden einzufühlen.
Gerade der Cliffhanger mit Michael und der Fertigstellung des Grandhotels lässt viel Spielraum für eigene Gedanken, macht aber auch auf die Fortsetzung neugierig. Da zum Ende dieses Bandes es bereits ein Nachkomme, also die zweite Generation gibt, ist der Fortbestand der Geschichte gesichert. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und werde diesen Reihenauftakt sehr gerne weiterempfehlen. Vielen Dank für die tollen Lesestunden!

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Veröffentlicht am 24.08.2020

Herzog Ulrich und sein Handeln

Der Getreue des Herzogs
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Endlich ist es soweit! Der neue Roman der Erfolgsautorin Johanna von Wild ist da.
Ich liebe historische Romane. Und besonders gut gefallen mir Romane, deren Handlung in Deutschland stattfindet. So fühle ...

Endlich ist es soweit! Der neue Roman der Erfolgsautorin Johanna von Wild ist da.
Ich liebe historische Romane. Und besonders gut gefallen mir Romane, deren Handlung in Deutschland stattfindet. So fühle ich mich den Örtlichkeiten näher und über so manch kleine Stadt erfährt man die Ursprünge. Regionale Geschichte, sozusagen.

Auch im vorliegenden Roman bleiben wir in Deutschland, und zwar in und um Stuttgart. Aber beginnen wir von vorn.

Das Cover wirkt anfangs etwas blass, passt aber hervorragend zum Genre und wirkt auch zur Geschichte recht stimmig. Dennoch fehlt mir der entscheidende Farbklecks, um das Buch zu Eyecatcher werden zu lassen.

Nach einigen, sehr interessanten, Zitaten befindet sich das Personenverzeichnis mit den wichtigsten Personen und Kennzeichnung belegter historischer Persönlichkeiten.

Wer nun denkt, dass dieser Roman so langsam und gemächlich beginnt, wird schnell eines besseren belehrt. Der Leser wird direkt mit den beiden Hauptprotagonisten konfrontiert. Ulrich, anfangs noch ein verzogener Bengel, reift schnell heran und entpuppt sich als großer Verschwender. Während im Land die Bauern hungern müssen, erhebt er immer mehr Steuern, um seinem Luxus weiterhin zu fröhnen. Klar, dass dieses Verhalten von der Bevölkerung nicht gerne gesehen wird und schnell auch Pläne geschmiedet werden, wie dem König von Württemberg Einhalt geboten werden kann.

Da wäre aber auch noch Johannes. Er ist seit Kindertagen ein Freund Ulrichs und auch sein Vertrauter. Allerdings gefällt Johannes Ulrichs Art immer weniger und auch er fast einen Entschluss.

Man sollte nicht denken, dass es in diesem Roman nur um Machtbesessenheit, Geltungsdrang, Neid und Missgunst geht, denn auch die Liebe spielt eine grosse Rolle. Sind es doch oft die Frauen, die die tatsächlichen Strippen ziehen. Zu damaliger Zeit war es nicht üblich, dass die Frauen Politik machten oder sogar den Ton angaben. Somit blieb den Frauen nur der Weg über das männliche Geschlecht. Teilweise auch im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Roman unterhält nicht nur, sondern zeigt sich äußerst lehrreich, so dass ich ihn ruhigen Gewissens weiter empfehlen kann und mich schon auf das nächste Werk der Autorin freue.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Das Leben und Lieben einer Winzerfrauenfamilie

Saale Premium - Stürme über dem Weinschloss (Die Weinschloss-Saga 1)
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Schon bei der Vorankündigung durch den Verlag, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ein sehr interessantes Thema, vor historisch belegtem Hintergrund … lernen durch lesen sozusagen. ...

Schon bei der Vorankündigung durch den Verlag, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ein sehr interessantes Thema, vor historisch belegtem Hintergrund … lernen durch lesen sozusagen. Was will man mehr?

So schön und einfallsreich das Cover ist, ebenso schön ist auch der Schreibstil der Autorin. Sehr eindrucksvoll, bildhaft und mitreißend, so dass man nahezu durch die Geschichte getragen wurde.

Kommen wir ein wenig zum Inhalt. "Eine kluge Frau schafft es immer, Ihren Mann dorthin zu kriegen, wo sie ihn hinhaben will." Dieser Satz zeigt bereits, dass es ein Kampf zwischen Mann und Frau geben wird. Egal ob bei Aenne oder ihrer Schwester Bettina, spielt dieser Satz eine große Rolle. Steckt doch soviel Kunst dahinter. Die beiden Schwestern lernen dieses Verhalten von ihrer Mutter, aber jede muss auf ihre Art und Weise erleben, dass es nicht immer einfach ist, Liebe und Besitz unter einen Hut zu bringen. Schnell mal auf den falschen Mann gesetzt und schwupps...schon hat man kein Geld mehr und das Schlößchen muss den Eigentümer wechseln.
Aber genau hier zeigt es sich, welches die starken Charakteren sind. Aenne stellt zwar ihre Liebe zu Clemens immer hinten an und entzieht sich seinen Heiratsanträgen, aber immer zum Wohle der Familie und des Besitztums. Und einfach nur des Geldes wegen heiraten? Nein, auf gar keinen Fall. Und das war auch der Unterschied zwischen den beiden Mädchen. Aber jede musste ihren Weg finden. Aenne sehr strebsam, Bettina eher abwartend und den Wohlstand genießend. Tja, und dann gerät Bettinas Leben durcheinander, jedoch hat sie eine starke Familie hinter sich. Dieses hat mich sehr beeindruckt. Jede der Damen hatte ihr eigenes Schicksal, aber alle hielten zusammen und zu retten was zu retten war. Klar, dass dieses auch gelingen würde. Jedoch waren die Umstände dorthin sehr unwegsam.
Für den Leser ist dieses Auf und Ab sehr interessant beschrieben, zudem auch noch überaus lehrreich. Man lernt fast so nebenbei einiges über den Weinanbau, die Entstehung von Sekt, und auch die Marke: "Monopole" bzw. "Rotkäppchen" finden ihren Platz im Reihenauftakt.

Der Roman ist in 4 Teile untergliedert, wobei zu jedem Anfang ein Sekt-Rezept abgedruckt ist, das zum Nachkochen anregt und Appetit macht.

Abschließend möchte ich sagen, dass mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen hat. Die Sicherheit und Geborgenheit in der Familie und auch der Zusammenhalt ist wirklich hervorragend beschrieben.
Und hier noch ein Zitat zum Schluß: "Ein Leben für den Champagner. Ein Leben für den Sekt." In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Fortsetzung und sage: Prost!

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Veröffentlicht am 10.07.2020

Aufgeben tun nur die Schwachen

Pfälzer Bausünden
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Hier ist er nun! Der 19. Fall mit dem charmanten, na ja, manchmal auf etwas schwerfälligen, Pfälzer Ermittler: Kommissar Reiner Palzki.

Aber waren charmant, schwerfällig wirklich schon alle Charaktereigenschaften ...

Hier ist er nun! Der 19. Fall mit dem charmanten, na ja, manchmal auf etwas schwerfälligen, Pfälzer Ermittler: Kommissar Reiner Palzki.

Aber waren charmant, schwerfällig wirklich schon alle Charaktereigenschaften des gemütlichen Pfälzers? Nein, bei weitem nicht. Er erscheint zwar im Hinblick auf seine Kleidung etwas desinteressiert, aber dennoch ist er sich für keine Drecksarbeit zu schade. Egal ob eine Verfolgungsjagd zu Fuß, oder ob es um ein Gespräch mit seinem Chef geht, Palzki ist sich einfach treu und ein Kämpfer. Palzki ist auch der Hauptakteur dieses Krimis. Er lässt den anderen Protagonisten kaum Raum, und das, obwohl sie doch alle namentlich extra im Personenglossar genannt wurden. Er hat einfach Charisma und spielt die anderen damit an die Wand. 

Gerade im Hinblick auf den guten Dienststellenleiter der Kriminalinspektion Schifferstadt (soviel Zeit muss sein) Klaus P. Diefenbach, kurz KPD, zeigt sich bei Palzki eine gewisse Menschlichkeit. Diefenbach ist ein Ekel in Persona, den niemand als Vorgesetzten haben möchte. Palzki ist hier schon etwas angestumpft und als Ausgleich für die starke Charaktere hervorragend in Szene gesetzt.

Der fleißige Palzki Leser wird übrigens beim Personenglossar feststellen, dass in diesem Band sehr viele bekannte Akteure ihren Auftritt haben. Mal mehr und mal weniger, denn Palzki führt ganz klar das Regiment. 

Sollte jemand die Vorgängerbände noch nicht kennen, wird er sich schnell mit Land und Leuten vertraut machen. Kenntnisse über die vorangehenden Fälle sind also nicht notwendig, helfen aber bei der kleinen Schwächen hinweg.

Durch den lockerleichten und flüssigen Schreibstil macht es der Autor dem Leser einfach, dem sogenannten roten Faden zu folgen. Und, was noch hinzukommt, der Dialekt schafft eine gewisse Nähe zu den Pfälzern, was sich durch den Humor noch bekräftigen lässt. Hier sei nur mal ein Beispiel zitiert: "Wissen Sie eigentlich, weshalb Pfälzer nie Durst haben? Weil ein Pfälzer vorher trinkt." Na, verstanden? grins *zwinker" 

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das Nachwort. Hierin plaudert der Autor nämlich so ein bisschen aus dem Nähkästchen. Wie die Idee für diesen Krimi zustande kam und seit wann die Gedanken dazu bereits in der Schublade reifen. 

Als Bonus erwarten den Leser dann noch Ratekrimis, die der Autor so ganz nebenbei für Zeitungen etc. schreibt und die es inzwischen gebündelt ebenfalls zu kaufen gibt. 


Zum Schluß möchte ich nochmal einen Satz zitieren: "Aufgeben tun nur die Schwachen". In diesem Sinne … bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Palzki ermittelt.


(Die Zitate wurden kursiv kenntlich gemacht und alle dem vorliegenden Buch entnommen)

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Veröffentlicht am 03.07.2020

Grias di God

Weißbier-Requiem
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"Der Mensch ist eine Sau," mit diesem Satz beginnt der fünfte Band der heiteren Bier-Krimi Reihe aus dem Land der deutschen Bierkunst.
Der 1975 in München geborene Autor, Andreas Schröfl, hat mit seiner ...

"Der Mensch ist eine Sau," mit diesem Satz beginnt der fünfte Band der heiteren Bier-Krimi Reihe aus dem Land der deutschen Bierkunst.
Der 1975 in München geborene Autor, Andreas Schröfl, hat mit seiner Figur des Alfred Sanktjohanser, genannt Sanktus, einen Charakter entwickelt, wie er bayerischer nicht sein könnte. Das Klischee des Biertrinkers und der bayrischen Geselligkeit, gepaart mir Neugier, ergibt einen Protagonisten, der dem Leser ein ständiges Grinsen ins Gesicht zaubert. Aber nicht nur durch die Entwicklung des Protagonisten und dessen Fetisch (mehr sei hierzu nicht verraten), sondern auch durch den Schreibstil, lässt der Autor die Geschichten um den "Urbayer" lebendig werden.
Auffällig ist, dass der Autori die Figur des Sanktus auch eine stete Weiterentwicklung zubilligt. War er im ersten Band noch freiheitsliebend und eher unorganisiert, so zeigt er sich nun als fürsorglicher Familienvater, dem seine Rolle als Bräu und Hausmann zusagt. Er hat sozusagen nun seinen Platz gefunden und die Suche nach Neuem und Veränderungen aufgegeben. Er ist also ein stückweit erwachsener geworden.
Der vorliegenden Krimihandlung wurde ein Personenverzeichnis vorangestellt. Wie man auch feststellen wird, ist dieses auch wirklich ratsam. Viele Protagonisten mit unterschiedlich wichtigem Auftreten, machen den Krimi lebhaft. Aber wo viele Protagonisten mitwirken, wird in der Regel auch viel gesprochen. Dazu gibt es im Anhang ein bayerisch-hochdeutsches Wörterbuch, in dem alle relevanten Begriffe erläutert werden.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat: WER IM GLASHAUS SITZT, DER MUSS IM KELLER SCHEISSEN. In diesem Sinne …. auf ein hoffentlich baldiges Wieder"lesen".

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