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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2020

Dare to fly?

Ace in Space
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Ace in Space geschrieben von Judith & Christian Vogt ist eine actionreiches Weltraumabenteuer für Erwachsene. Wie die Inhaltswarnungen schon verraten, darf sich der Leser auf viel Gewalt, explizite Sexszenen ...

Ace in Space geschrieben von Judith & Christian Vogt ist eine actionreiches Weltraumabenteuer für Erwachsene. Wie die Inhaltswarnungen schon verraten, darf sich der Leser auf viel Gewalt, explizite Sexszenen sowie Cybergliedmaßen und -sinnesorgane freuen. Den Autoren gelingt es von Beginn an eine völlig neues Universum zu kreieren. Als Leser fühlt man sich am Anfang dadurch erstmal überfordert. Nach einigen Kapiteln allerdings wurde ich völlig in die Welt von Kian, Danai und Neval gezogen.

Diese ist trotz Jockeyslang, Imponiergehabe und coolen Choppern auch für Frauen lesenswert. Von Rollenzuweisungen und Geschlechterklischees halten die Autoren zum Glück so gar nichts! Dafür machen sie sich stark für Diversität und Freiheit Beziehungen zu leben, wie auch immer man will.

Gleichzeitig dient die Geschichte, meiner Meinung nach, als warnendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Unternehmen zu viel Macht bekommen. Den Kampf für die Gerechtigkeit der unabhängigen Siedlung auf Valoun 2 habe ich mit Freude verfolgt. Vom restlichen Inhalt möchte ich sonst gar nicht viel verraten, außer: Er wird dich sicherlich überraschen!

Also sei mutig und greif zu diesem Buch. Erlebe Scifi neu, abseits von Genre-Klischees. Es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Traumhafte Lektüre

Willkommen im Flanagans (Das Hotel unserer Träume 1)
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Willkommen im Flanagans - Das Hotel unserer Träume

London, im Jahr 1960: Die Hotelbesitzerin Linda Lansing muss sich in einer vorallem von Männern dominierten Welt behaupten. Immer wieder gibt es auch ...

Willkommen im Flanagans - Das Hotel unserer Träume

London, im Jahr 1960: Die Hotelbesitzerin Linda Lansing muss sich in einer vorallem von Männern dominierten Welt behaupten. Immer wieder gibt es auch spannende Rückblicke (ins Jahr 1949), in die Zeit wo Linda das Hotel übernahm. Die Autorin Asa Hellberg schafft es dabei mit ihrem Roman den Leser in eine vergangene Zeit zu entführen.

Sehr authentisch wird beschrieben, welche Rolle den Frauen zugedacht war und mit welcher Anstrengung es verbunden war, sich aus den herrschenden Rollenklischees zu lösen. Auch das Thema Rassismus taucht immer wieder auf. Neben diesen zwei schwierigeren Themen (welche aber so wichtig zu thematisieren sind!) bekommt man als Leser aber auch sehr viele schöne Einblicke in die 60er Jahre. Mode, Londons Stadtbild, sowie das damalige Lebensgefühlt werden hierbei wunderbar beschrieben.

Durch den angenehmen Schreibstil lässt sich der Roman durchgängig leicht lesen. Am Ende nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf und man mag das Buch kaum noch aus der Hand legen. Bekommt Linda nach all den Entbehrungen ihr Happy End? Finden sie es heraus! Ich empfehle den Roman als schöne Urlaubslektüre oder einfach so um sich in einen andere Zeit zu träumen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Schwer einzuordnen

Alles ganz schlimm
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Der Roman „Alles ganz schlimm“ von Julia Pustet ist schon etwas eigentümlich und lässt mich auch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Thematisch geht es absolut in die Tiefe und auch überraschende Sprünge ...

Der Roman „Alles ganz schlimm“ von Julia Pustet ist schon etwas eigentümlich und lässt mich auch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Thematisch geht es absolut in die Tiefe und auch überraschende Sprünge findet man einige. Der Schreibstil ist allerdings durchgehend herausfordernd, mühsam zu lesen und gewollt verschachtelt. Einfach macht es einem auch Protagonistin Susanne nicht, die intensive Einblicke in ihre Psyche sind durchaus spannend, lassen sie aber nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Auch mit Lüge und Wahrheit spielt die Autorin geschickt, was mich beim lesen mitunter verwirrte und gelegentlich frustierte. Erst im letzten Drittel, welches etliche Erkenntnisse bereit hält, fand ich mich im Buch besser zurecht und kam deshalb auch schneller voran. Alles in allem ist „Alles ganz schlimm“ finde ich eine herausfordernde Lektüre. Der Titel passt perfekt und wer psychisch vielschichtige Geschichten, mit unbequemen Figuren und gesellschaftlich aktuellen Themen mag, liegt hier richtig. Insgesamt vergebe ich dafür 3 1/2 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Über den Wunsch zu Sterben und psychische Gesundheit in der Welt des Todesboten

Am Ende will doch einer sterben (Todesboten #3)
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Da ich die ersten beiden Bände uneingeschränkt geliebt habe, war die Freude groß als ich nun „Am Ende will doch einer sterben“ den dritten Band der Todesboten-Reihe von Adam Silvera in den Händen halten ...

Da ich die ersten beiden Bände uneingeschränkt geliebt habe, war die Freude groß als ich nun „Am Ende will doch einer sterben“ den dritten Band der Todesboten-Reihe von Adam Silvera in den Händen halten durfte. Schnell war aber klar, diese Geschichte wird anders. Zunächst einmal hebt sich der Roman deutlich durch seine Länge von den Vorgängern ab. Auf fast 800 Seiten entwickelt sich eine intensive, teils verstörende und mitunter äußerst deprimierende Geschichte. Erstmals verlässt Autor Adam Silvera auch seinen üblichen 24-Stunden-Erzählrahmen, was thematisch aber auch äußerst wichtig ist um authentisch die psychische Entwicklung vom suizidalen Paz beschreiben zu können. Insgesamt lässt mich das Buch am Ende mit gemischten Gefühlen zurück. Ein locker-leichtes Leseerlebnis sucht man hier vergeblich, es ist wirklich schwere Kost. Dabei finde ich es bewundernswert wie authentisch Silvera den Todeswunsch eines suizidalen Jugendlichen herausarbeitet und außerdem auch noch aufzeigt wie sich das Leben mit einer Borderline-Persönlichkeits-Störung anfühlen kann. Allerdings ist die Intensität und Detailliertheit mit welcher alles geschildert wird, sicher nicht für alle gut aushaltbar.

Eine Schwäche des Buches ist für mich darüber hinaus auf jeden Fall die Seitenanzahl. Die Handlung weist immer wieder Längen, Wiederholungen und Stillstand auf und meiner Meinung nach hätte man auch gut auf 300 Seiten verzichten können ohne etwas zu verpassen. Zudem war die Liebesgeschichte für mich diesmal absolut nicht „fühlbar“, im Gegensatz zu den vorherigen Bänden stellten sich keine Gänsehaut und Tränen ein. Allgemein blieben mir die beiden Protagonisten Alano und Paz aber auch eher fremd, so dass ich sie nicht immer als authentisch erlebte. Gerade aufgrund des so wichtigen Themas hätte ich mir mehr Emotionen erhofft. Was mich aber schlussendlich richtig ärgerte war das doch sehr offene Ende. Nur ein Bruchteil der im Roman aufgetauchten Fragen wird beantwortet und so bleibt der Lesende unbefriedigt zurück und wird mit einer wagen Hoffnung auf einen folgenden Band vertröstet. Auch deshalb gibt es von mir diesmal Sternabzug.

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Schmerzhafte Coming-of-Age-Geschichte

Chopin in Kentucky
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Eindrucksvoll erzählt Autorin Elizabeth Heichelbech in ihrem Roman „Chopin in Kentucky“ von den ersten Lebensjahren bis zur Jugend ihrer Protagonistin Marie. Deren Aufwachsen im Kentucky der 1970er Jahre ...

Eindrucksvoll erzählt Autorin Elizabeth Heichelbech in ihrem Roman „Chopin in Kentucky“ von den ersten Lebensjahren bis zur Jugend ihrer Protagonistin Marie. Deren Aufwachsen im Kentucky der 1970er Jahre ist geprägt von Armut, Vernachlässigung und Gewalt. Marie zeichnet allerdings ein enormer Überlebenswille aus und ihre Liebe zum Balletttanz rettet sie gewissermaßen. Dennoch ist die Stimmung der Geschichte hauptsächlich niederdrückend und depressiv. Viele Szenen waren für mich nur schwer auszuhalten und auch insgesamt war die Lektüre eher unbequem, was ich gar nicht negativ meine. Dabei schätzte ich die authentisch wirkende Lebensgeschichte durchaus und auch zeitgeschichtlich bietet das Buch interessante Einblicke. Der Schreibstil erschien mir hingegen sperrig und auch dadurch war mein Lesetempo eher langsam. Dennoch liest sich die Handlung interessant und durchaus originell. Wer schwierige Themen nicht scheut und erkennbare Entwicklung bei Charakteren mag, sollte auf jeden Fall einen Blick auf „Chopin in Kentucky“ riskieren. Aufgrund meiner Kritikpunkte und da mich andere Coming-of-Age-Geschichten schon mehr abgeholt haben, vergebe ich persönlich 3 1/2 Sterne.

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