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Veröffentlicht am 15.08.2020

Fans von Patrick Rothfuss aufgepasst !!

Das Lied des Blutes
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Vielleicht wollte er vor seinem Ende noch einmal jemanden
sein Herz ausschütten, ein Vermächtnis der Wahrheit hinterlassen, damit er
nicht nur als Hoffnungstöter in die Geschichte eingehen würde. Vielleicht ...

Vielleicht wollte er vor seinem Ende noch einmal jemanden
sein Herz ausschütten, ein Vermächtnis der Wahrheit hinterlassen, damit er
nicht nur als Hoffnungstöter in die Geschichte eingehen würde. Vielleicht war
es ein letzter Versuch, seine Seele und die seines Königs reinzuwaschen. (…)
„Also gut, erzählte mir Eure Geschichte.“ Seite 22

Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs
befindet sich auf dem Weg zu dem Ort, an dem er um sein Leben kämpfen soll.
Einst wurde er im Kloster des Sechsten Orden zum Krieger ausgebildet und jetzt
sind die Namen, die er sich im Kampf verdiente, überall im Land bekannt: Schwert
des Königs, Dunkelklinge, Rabenschatten und am gefürchtetsten: Hoffnungstöter.

Doch wie wurde aus einem einfachen Jungen eine Legende?


Vaelin Al Sorna ist der Sohn eines gefeierten Kriegshelden
und Vertrauten des Königs. Doch als seine Mutter stirbt, verändert sich das
ohnehin schon verschlossene Wesen seines Vaters und schließlich bringt er
Vaelin zu den Toren des sechsten Ordens. Hier werden Krieger ausgebildet, in
allen Künsten des Kampfes und für Vaelin beginnt eine Zeit voller blauer
Flecken, Training und Tod, in dem er einiges über sich selbst und auch über die
Welt, in der er lebt herausfindet.



Aber er findet auch Freunde, denn jeder Junge wird einer
Gruppe zugeteilt, die gemeinsam lernt, trainiert und die Prüfungen bestreitet.
Hier trifft er Dentos, Nortah, Caenis und Brakus, die ihm zu treuen Gefährten
werden. Später gesellt sich noch ein Straßenjunge dazu, der darum bittet einer
von ihnen werden zu dürfen. Doch schon bald stellt Vaelin fest, dass die Dinge
nicht so sind, wie er dachte. Er findet den wahren Grund heraus, warum er zum
Sechsten Orden gebracht wurde und außerdem, dass außerhalb der Tore jemand auf
ihn lauert.



Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Jungen, der zum
Krieger wird und sich selbst des Öfteren als Mörder bezeichnet. Vaelin ist sehr
selbstkritisch, aber nicht ichbezogen. Für seine Brüder würde er alles tun,
dennoch zweifelt er an dem, was aus ihm wird, denn sie werden dazu erzogen, zu
töten. Der König sieht in ihm eine mächtige Waffe und versucht seiner habhaft
zu werden, während der Anführer des Ordens seine eigenen Pläne hat.

Das Buch ist so aufgebaut, dass man Vaelin am Anfang als
verurteilten Helden auf dem Weg in den Tod trifft. Ein Schreiber, der ihn
begleitet hört sich seine Geschichte an und erfährt sie zusammen mit dem Leser,
mit vier oder Fünf Unterbrechungen, die die Geschehnisse im Jetzt kurz
erzählen. Es hat mich an die Patrick Rothfuss Bücher erinnert, die in einem
ähnlichen Still erzählt werden.



„Ich habe geglaubt schon so viel gelernt zu haben, dachte
er. Doch ich wusste nichts.“ Seite 331



Das Buch ist sehr dick und enthält eine Menge Stoff, es ist
aber keineswegs langatmig. Im Laufe der Geschichte sammeln sich viele Fragen,
sowohl für Vaelin, als auch für den Leser. Es ist eine einfache Sprache, nicht
blumig, der Autor hält sich nicht mit großen Beschreibungen auf, sondern es ist
recht nüchtern. Nichtsdestotrotz hat es mich absolut in seinen Bann gezogen.
Es gibt eine kleine Liebesgeschichte, doch die Freundschaft der Jungen/Männer
steht im Vordergrund. Es gibt Schlachten, Heldenmomente, Treue und Verrat.
Außerdem auch Magie, die im Allgemeinen als „das Dunkle“ bezeichnet wird.



„Vielleicht finden wir einen Ort, wo es keine Könige gibt und
keinen Krieg, keine Menschen, die einander aufgrund ihres Glaubens töten oder
für Geld.“ Seite 699



Ich mochte das Buch wirklich sehr gerne, aber hin und wieder
hatte ich Schwierigkeiten zu folgen und mir fehlte ein bisschen Farbe, was die
Figuren angeht. Ein bisschen was hat mir auch an der Geschichte gefehlt, die
Sprünge hätten vielleicht gekennzeichnet werden können, aber das ist
alles Jammern auf sehr sehr hohem Niveau. Die Sprache war toll und für ein High
Fantasy Buch war alles gut zu verstehen und nicht zu kompliziert. Das Ende war
absolut schockierend, damit hätte ich niemals gerechnet und ich bin super auf
den zweiten Band gespannt!
Alle Fans von Patrick Rothfuss werden sich in diesen
Geschichten wohlfühlen und wen die hohe Seitenanzahl nicht schreckt und noch
weniger der Gedanke, dass es bereits drei Bände in dieser Größe gibt, dem kann
ich Anthony Ryan sehr empfehlen.

In mein Regal werden auf jeden Fall seine anderen Bücher
auch noch einziehen.

Anthony Ryans „Das Lied des Blutes“ ist ein sehr sehr gutes High Fantasy Buch mit viel Stoff, einer spannenden Handlung über das Heranwachsen eines Helden, der sich selbst einen Mörder nennt. eine klare Leseempfehlung für High Fantasy Fans!

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein weiterer wunderbarer Voosen Roman

Nova und Avon 2: Avons Rückkehr
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Warum gab es eigentlich keine mathematische Formel, die einem dabei half, blöde Kühe zu verstehen? (Seite 8)

Inhalt:
Nova hat endlich eine beste Freundin und auch ihr Schwarm Fitz scheint nicht mehr ganz ...

Warum gab es eigentlich keine mathematische Formel, die einem dabei half, blöde Kühe zu verstehen? (Seite 8)

Inhalt:
Nova hat endlich eine beste Freundin und auch ihr Schwarm Fitz scheint nicht mehr ganz so schrecklich unerreichbar. Doch dann ist da diese Legende von einem Amulett, das Herzenswünsche erfüllt und plötzlich sind Novas Eltern spurlos verschwunden! Nova fasst einen gewagten Plan: sie will ihre böse Doppelgängerin Avon zurückhexen und um Hilfe bitten. Doch dafür braucht man nicht nur einige schwer zu bekommende Dinge, sondern auch eine Menge Mut und vor allem eine beste Freundin.


Meinung:
Der Einstieg war sehr leicht, ein gewohnt lockerer Schreibstil und hier und da ein paar Einflechtungen von den Geschehnissen aus Band 1 lassen den Leser schnell in Novas Welt eintauchen. Hier herrscht wie immer eine kleine Spur von magischem Chaos. Ihre Eltern sind super beschäftigt, worunter Nova leidet, besonders, weil sie doch so gerne die Unterschrift für das Freizeitwochenende hätte, zu dem auch Fitz geht.
Fitz, Novas heimlicher Schwarm, ist inzwischen offiziell mit Nova befreundet, ganz zum Ärger seiner Schwester, der Schulzicke Viola Alcott.

Wenn man gegen eine magisch-böse Doppelgängerin wie Avon ankam, dann auch gegen eine fiese Hexe wie Viola Alcott.
(Seite 37)

Aber nicht mal Viola kommt gegen Fee an, Novas beste Freundin, die das Übernatürliche ebenso liebt wie Novas Eltern, Nova aber trotzdem treu zur Seite steht. Gemeinsam besuchen die zwei einen Vortag von Novas Mum über ein magisches Amulett, das Herzenswünsche erfüllt. Fee ist natürlich sofort Feuer und Flamme, während Nova lieber über Fitz tagträumt. Außerdem hat Nova immer wieder Albträume von Avon, ihrem bösem Zwilling, in denen Avon zurück in Novas Welt kommt.

Und eines Morgens passiert dann, was der Klappentext schon andeutet: Novas Eltern sind verschwunden. Da hilft nur geballte Freundschaftspower, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen.

Wenn alles, was ich träume, wahr werden würde … dann hätte ich ein Regenbogenhuhn als Haustier und es gäbe jeden Tag Eiscreme zum Frühstück. – Fee
(Seite 64)

Fee ist einfach mein Lieblingscharakter. Sie geht voll in ihrem Hobby auf und lässt sich nicht unterkriegen, selbst wenn man sie wegen ihrer schrillen Outfits belächelt. Sie hat ein mega großes Wissen und ist Nova eine treue Freundin.
Violet ist eine herrliche Zicke und ein wahrer Schulfluralbtraum! Dass ausgerechnet sie Fitz Schwester sein muss, ist wirklich gemein. Er tut mir aber auch Leid, besonders als Avon mal wieder Unruhe stiftet und auch Nova hat es in diesem Buch wirklich nicht leicht.
Ich liebe es, dass die Freundschaft eher im Vordergrund steht, als die Schwärmerei für Fitz.

Wenn Viola ihren Job als Schuldiva aufgibt, kann sie als Sirene arbeiten und mit ihrem schrillen Lachen Schiffe im Meer versenken (Seite 29)

Urteil:
Ein weiterer wunderbarer Voosen Roman mit viel Herz, Magie, Humor und einer großartigen Freundschaft, die weder von bösen Zwillingen noch Schuldiven besiegt werden kann.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Abenteuer kann man nicht planen

Die Wilden Hühner 1
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„Abenteuer kann man doch nicht planen wie Ballett oder so was. Die warten um die Ecke und – zack! Plötzlich sind sie da!“
Seite 13

Inhalt:
Sprotte gründet eine Mädchenbande „Die wilden Hühner“ und ihr ...

„Abenteuer kann man doch nicht planen wie Ballett oder so was. Die warten um die Ecke und – zack! Plötzlich sind sie da!“
Seite 13

Inhalt:
Sprotte gründet eine Mädchenbande „Die wilden Hühner“ und ihr erstes Abenteuer lässt nicht lange auf sich warten. Was hat es mit dem geheimnisvollen Schlüssel von Oma Slättberg auf sich? Und dann lassen die fiesen Jungs der Pygmäen Bande auch noch Omas Hühner frei. Das ruft nach Rache!


Meinung:
Ich gestehe, dass ich die Wilden Hühner als Kind/Tennie nie gelesen habe. Deswegen hole ich das jetzt grad mal nach, weil es als schwere Bildungslücke bezeichnet wurde.
Band 1 der wilden Hühner wird aus Sprottes Sicht erzählt. Sprotte, deren Mutter Taxifahrerin und deshalb viel unterwegs ist. Und damit Sprotte, die eigentlich Charlotte heißt, nicht allein Zuhause ist, geht sie oft zu ihrer Oma. Doch das ist keine Oma, die einem Kekse zusteckt und den Kopf tätschelt, nein. Oma Slättberg findet, dass Kinder für ihr Essen arbeiten müssen. Also füttert Sprotte die Hühner, zupft Unkraut und putzt alles, was still hält. Gar nicht so leicht, aber irgendwie ist sie trotzdem gern bei ihrer Oma und die Hühner sind ja auch ganz süß.

Doch was Sprotte unbedingt will, ist eine Bande. So wie die Jungs aus ihrer Klasse, die sich zu den Pygmäen zusammengeschlossen haben. Nur natürlich wäre ihre Bande viel schlauer und cooler. Sprottes Freundinnen sind erst gar nicht so begeistert, aber dann lassen sie es doch auf einen Versuch ankommen. Ein Name ist schnell gefunden und auch die erste Mission, denn die Mädchen wollen unbedingt herausfinden, was es mit Omas geheimnisvollem schwarzen Schlüssel auf sich hat.

Doch dann kommen ihnen die Pygmäen in die Quere, eine Bande bestehend aus vier Jungs, die auch mit ihnen in eine Klasse gehen und die lassen einfach Oma Slättbergs Hühner frei! Großer Trouble, denn die Sache ist auch, dass Sprottes Oma gar keine Fremden mag und ihrer Enkelin eigentlich verboten hat jemanden mit ins Haus zu bringen. Aber jetzt, wo sie gerade ihre Schwester besuchen ist, wurde der Hof zum Hauptquatier der Wilden Hühner auserkoren und solange alle Spuren wieder beseitigt werden, kann die Oma ja nichts merken. Oder?

Ein wildes Versteckspiel, gemischt mit Rachefeldzüge und einer Schatzjagd, beginnt. Doch mit der Rache, ist das so ein Ding, denn wenn der eine sich erstmal rächt und dann der andere, hat man ganz schnell einen fiesen Kreis der meist mit einem Knall und Ärger für alle endet.

Aber die Autorin greift auch ernste Themen auf. So wird Willi der Würger, der größte Junge der Pygmäen zum Beispiel zuhause von seinem Vater geschlagen und Trude von den Wilden Hühnern bekommt schon mal das ein oder andere fiese Wort von ihrem Vater zu hören.

Urteil:
Mir hat das Buch richtig gut gefallen, es hatte Humor und Herz und trotzdem auch Tiefe. Ein superschönes Kinderbuch, Geschichten von Cornelia Funke sind einfach zauberhaft. Fünf Bücher von mir und eine klare Leseempfehlung für Mädels in jedem Alter.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Eine klare Leseempfehlung!

Mehr als nur ein Traum
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Das neue Buch von Elisabeth Büchle über ein weißes Mädchen, im tiefsten Süden der USA zu einer Zeit, in der die Schwarzen keine Rechte hatten.

Zitat:
„Hör einfach auf mich, ja? Ich möchte nicht auch ...

Das neue Buch von Elisabeth Büchle über ein weißes Mädchen, im tiefsten Süden der USA zu einer Zeit, in der die Schwarzen keine Rechte hatten.

Zitat:
„Hör einfach auf mich, ja? Ich möchte nicht auch noch für deine Beerdigung bezahlen müssen.“ „Okay, Steve. Ich bin ab sofort absolut vorsichtig und überlege mir jeden Schritt zweimal“, erwiderte Felicitas gerührt, machte einen Schritt seitlich und stieß den Wassereimer um.


Inhalt:
Anfang der 1960er Jahre. Felicitas hat die Nazis überlebt, doch die seelischen Verletzungen der jüdisch stämmigen jungen Frau sind tief. Wagemutig tritt sie das Erbe einer ihr unbekannten Verwandten an und reißt in die Vereinigen Staaten. Die kleine Stadt und die wilde Umgebung könnten ihr neues Zuhause werden, doch Felicitas spielt nicht nach den Regeln der Südstaatler und freundet sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. Doch damit gerät sie ins Fadenkreuz einer gefährlichen Organisation und plötzlich weiß Tess nicht mehr, wem sie noch trauen kann.

Meinung:
Von Elisabeth Büchle steht eigentlich jedes Buch auf meiner Wunschliste, ganz unabhängig von Klappentext und Cover. Das Cover ist dieses Mal wirklich wunderschön geworden. Dass die Protagonistin so heißt wie ich, nämlich Felicitas, hat mich beim Lesen immer mal wieder ein wenig stocken lassen, aber irgendwie war es auch lustig. Meistens wurde ihr Name ohnehin mit Tess abgekürzt, was ich als Spitzname noch gar nicht kannte, aber sehr mochte.

Das Buch startet dramatisch, Tess als Kind auf der Flucht vor den Nazis. Ich bin sehr froh, dass sich das Buch nur ganz am Rande mit dieser Thematik befasst, das Thema der Geschichte war allerdings nicht weniger schlimm und aufrüttelnd. Tess tritt das Erbe einer unbekannten Verwandten an. Sie zieht in den Süden der amerikanischen Staaten, in ein wunderschönes, ein wenig abgelegenes Haus. Die Stadt in der Nähe ist sehr klein, jeder kennt jeden und das meist schon von Kindesbeinen an. Tess wird mit Neugier und Freundlichkeit aufgenommen. Vorerst. Denn Tess begegnet den Schwarzen im angrenzenden Dorf mit Sympathie und Respekt, etwas, dass die Einwohner der Stadt absolut nicht verstehen. Die Grenzen sind klar gesteckt, die Abneigung auf beiden Seiten große. Getrennte Schulen, Kirchen, Toiletten sogar Preisschilder. Doch für Tess sind vor Gott alle Menschen gleich und sie weigert sich irgendjemanden aufgrund seiner Hautfarbe anders zu behandeln. Hinzu kommt, dass sie als Frau mit jüdischen Wurzeln in Deutschland selbst viel Leid ertragen musste. Tess versucht auf beiden Seiten Gutes zu tun und gerät damit zwischen die Fronten.

Das Buch und besonders die Problematik sind nicht reißerisch geschrieben. Es ist nüchtern, aber offen und schonungslos und hat mich total gefangen. Ich war wütend, hatte Gänsehaut und habe mit Tess mitgefiebert und gehofft, dass endlich irgendjemand kommt und diesem bescheuerten Streit ein Ende macht. Die Protagonisten waren toll, vielschichtig und ich konnte gut aus ihrer Sicht die Geschichte verfolgen. Tess erzählt den Hauptteil des Buches, aber auch Landon, der Deputy, erhält viele Kapitel und dann schwenkt die Sicht noch zwischen ein paar anderen Figuren. Landon versucht Tess zu helfen, kann/will sich aber nicht in die Schwarz/Weiß-Diskussion begeben.
Ich mochte das Buch wirklich unheimlich gern und bin dankbar, dass es Autoren gibt, die den Mut und die Gabe haben sich mit Themen wie Rassismus und Toleranz auseinander zu setzen.

Urteil:
Ein sehr gutes Buch über eine mutige Protagonistin in einer Welt aus Rassismus und Hass. Offen und schonungslos, aber nicht hetzerisch und wirklich sehr gut zu lesen. Eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.08.2020

wunderschön ♥

Bibliothek der Träume
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Eine junge Frau, die den Kopf in ihren Büchern hat und plötzlich mit der Realität konfrontiert wird. Eine Realität, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.


„Ich möchte etwas Wichtiges tun.“ „Auch kleine ...

Eine junge Frau, die den Kopf in ihren Büchern hat und plötzlich mit der Realität konfrontiert wird. Eine Realität, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.


„Ich möchte etwas Wichtiges tun.“ „Auch kleine Dinge bewirken etwas in der Welt. Die freundlichen Worte, die wir sagen, und die einfachen Sachen, die wir für andere tun.“
Seite 361

Inhalt:

Illinois 1936
Alice Ripley liebt Bücher. So sehr, dass der Rest ihres Lebens dahinter zurückbleibt. Doch dann macht ihr Freund mit ihr Schluss und sie verliert wegen der Wirtschaftskrise ihre Anstellung in der Stadtbibliothek. Frustriert und gedemütigt tritt sie die Flucht nach Kentucky an. Sie hat davon gehört, dass in dem kleinen Dorf Acorn, wo hauptsächlich Bergarbeiter leben, dringend Bücher benötigt werden. Doch ihre Ankunft dort verläuft ganz anders als geplant, sie wird keineswegs mit offenen Armen empfangen, weder von dem Bibliotheksleiter, noch von den „Bücherbotinnen“, die den Lesestoff zu Pferd verteilen. Doch vorerst sitzt Alice hier fest und muss sich mit der Lage arrangieren. Ein verhängnisvoller Schuss und eine geheimnisvolle Mitbewohnerin zeigen ihr dann jedoch, dass das Leben manchmal die schönsten Abenteuer schreibt.

Meinung:
Alice Ripley ist ein ziemlich Bücher-Nerd. Als sie an einem etwas unpassenden Zeitpunkt ihr Buch hervorholt reicht es ihrem Freund endgültig und er verlässt sie. Alice ist damit ziemlich überfordert. Als sie dann auch noch aufgrund von Einsparungen ihre Arbeit in der Bibliothek verliert ist sie am Boden zerstört. Was soll jetzt aus ihrem Sammelprojekt für die Menschen in Kentucky werden? Schon seit Wochen hat sie Bücher für diese Leute gesammelt.

Als ihre verrückte Tante zu einer Wasserkur aufbricht und Acorn, die Stadt die zum Spenden aufgerufen hat, auf der Route liegt, packt Alice kurzentschlossen ihren Koffer und reißt dorthin. Doch die nette Bibliothekarin, mit der sie sich Briefe geschrieben hat, ist alles andere als begeistert über ihre Ankunft. Sie ist nämlich ein Mann, mit einem unglücklich gewählten Vornamen und steckt bis zum Hals in Arbeit und Schwierigkeiten. Eine naive, verträumte Person wie Alice ist da völlig fehl am Platz. Doch die Kur der Tante geht noch zwei Wochen, erst danach wird Alice wieder abgeholt. Bis dahin müssen sie und das rückständische Acorn, das weder Strom noch fließend Wasser kennt wohl mit einander auskommen müssen. Als dann auch noch auf Leslie geschossen wird und auf seinem Dachboden eine hundertjährige Frau auftaucht, muss Alice die Ärmel hochkrempeln, denn diese Menschen brauchen ihre Hilfe.

Ich fand das Buch wirklich gut. Alice hat mir zwischendurch etwas Angst gemacht, mit ihrer Naivität und Unfähigkeit, aber vermutlich würde ich mich an einem Ort ohne Strom auch nicht gerade glorreich anstellen. Die Bücherei stelle ich mir total schön, ganz chaotisch und voller Schätze ♥ Und auch die Idee mit den Frauen, die zu den einzelnen Farmen reiten und die Leute mit Büchern versorgen fand ich neu und großartig und ich möchte das bitte auch. Außerdem war Lilie, die hundertjährige, dunkelhäutige Frau, die einst eine Sklavin war ein wirklich toller Charakter. Sie hatte eine gute Art die Dinge zu nehmen oder zu lenken und andere zu hinterfragen. Bei ihr war das geistliche sehr klar, was Alice glaubt, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Auch die Probleme innerhalb des Ortes und der Frau mit dem neugeborenen Baby, fand ich gut dargestellt und haben die Geschichte perfekt ergänzte und ausgefüllt.

Urteil: Ein wirklich gutes und liebevoll gestaltetes Buch zum Durchatmen und versinken, über eine verträumte Protagonistin, die plötzlich in den Ernst des Lebens stolpert.

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