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Veröffentlicht am 27.08.2020

Thematisch teilweise echt heftig, aber ein richtig gutes Buch

Happy End in Virgin River
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Achtung: Band 3 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Das Thema Vergewaltigung wird behandelt!


Nichts wird jemals wieder so sein, wie es einmal war. Mike weiß das, er hat es am eigenen ...

Achtung: Band 3 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen!

Triggerwarnung: Das Thema Vergewaltigung wird behandelt!


Nichts wird jemals wieder so sein, wie es einmal war. Mike weiß das, er hat es am eigenen Leib erfahren. Nachdem er im Dienst angeschossen und schwer verletzt worden war, musste er den Dienst bei der Polizei aufgeben. Er fiel in ein tiefes Loch. Doch er hat sich wieder da durchgekämpft und sieht der Zukunft endlich wieder einigermaßen positiv entgegen. Aber dann schlägt das Schicksal erneut zu: Brie, die Schwester seines besten Freundes Jack und die Frau, für die er tiefe Gefühle empfindet, wird brutal vergewaltigt und zusammengeschlagen. Der Täter kann entkommen und Brie bleibt mit ihren Wunden zurück. Natürlich versuchen alle zu helfen, aber wie kann man das Vertrauen in sich selbst und die Welt reparieren? Brie war immer taff und mutig, jetzt hat sie vor so ziemlich allem Angst, allem, außer Mike.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, treibt auch noch ein Vergewaltiger im beschaulichen Virgin River sein Unwesen.


Dieses Buch ist teilweise emotional echt heftig. Brie leidet verständlicherweise sehr und man leidet mit ihr. Aber auch in Virgin River treibt scheinbar ein Serienvergewaltiger sein Unwesen unter den Teenagern der Gegend. Die Mädchen meinen selbst schuld zu sein und weigern sich zur Polizei zu gehen. Mel, die Ehefrau von Jack weiß, dass das ein häufiges Problem bei Vergewaltigungsopfern ist, aber dennoch ist es für sie frustrierend. Sie will den Täter hinter Gitter bringen und nicht immer neue traumatisierte und verletzte Opfer versorgen müssen.

Mike, der eigentlich schon mit dem Polizeidienst abgeschlossen hatte, ist bass erstaunt, als ihm Hope anbietet, für Virgin River als Polizist zu arbeiten. Nach einigem Hin und Her sagt er zu und ahnt nicht, dass er schon bald mit einer großen Ermittlung beschäftigt sein wird, denn Mike jagt bald einen Vergewaltiger, der im beschaulichen Virgin River sein Unwesen treibt.

Brie war immer eine starke, selbstbewusste Frau, doch von einem Tag auf den anderen ändert sich ihr Leben für immer und es scheint, als würde sie von Katastrophen heimgesucht. Zuerst teilt ihr ihr Ehemann mit, dass er seit über einem Jahr eine Affäre mit Bries bester Freundin hat und sie ihretwegen verlässt, dann verliert sie ihren bislang größten Fall vor Gericht gegen einen Serienvergewaltiger und als wäre das nicht schon schlimm genug, wird sie wenig später von genau diesem Täter zusammengeschlagen, brutal vergewaltigt und verhöhnt.
Brie ist am Boden und weiß nicht, ob sie jemals wieder aus diesem Loch herauskommen kann.

Das Buch ist härter, als die vorherigen Virgin River Bücher, aber trotz der sehr heftigen Themen geht es vor allem um eins: Liebe und Zusammenhalt. Obwohl einem schlecht wird, bei dem was Brie und diese Mädchen durchleiden, fand ich es unglaublich toll, wie der Kampf zurück ins Leben dargestellt wurde. Sehr einfühlsam und behutsam und keineswegs unrealistisch schnell oder mühelos folgt man Brie dabei, wie sie gegen ihr Trauma kämpft. Ich finde es so wichtig, dass das thematisiert wird, denn oftmals wird vergessen, dass die seelischen Wunden viel schlimmer sind als die körperlichen, wenn es um Vergewaltigung geht. Der Verlust des Vertrauens in die Umwelt, der Verlust des sexuellen Selbstvertrauens, die Angst, die allgegenwärtig ist.

Fazit: Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen. Es werden wichtige Themen behandelt, allerdings auch ziemlich heftige. Die Protagonisten waren super sympathisch und auch die Nebencharaktere – teilweise Protagonisten früherer Bände, teilweise Protagonisten zukünftiger Bände der Reihe – waren durch die Bank sympathisch.
Obwohl viele heftige Themen behandelt werden, gibt es auch genug witzige Szenen als Ausgleich. Und da man nicht nur den aktuellen, sondern auch den vorherigen und zukünftigen Protagonisten folgt, hat man beim Lesen irgendwie das Gefühl von „Familie“. Man kennt die Charaktere, man liebt sie und man kennt und liebt Virgin River.

Von mir gibt es wieder einmal 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.08.2020

Auf mich wirkte das Buch absolut realistisch - ich konnte es nicht aus der Hand legen!

Regenwaldgeflüster
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Vickys Leben ist alles andere als einfach, vor allem seit Lena, eine ehemalige Freundin, und ihre Clique sie auf dem Kieker haben. Vicky hat keine Ahnung warum, aber es scheint ihr liebstes Hobby zu sein, ...

Vickys Leben ist alles andere als einfach, vor allem seit Lena, eine ehemalige Freundin, und ihre Clique sie auf dem Kieker haben. Vicky hat keine Ahnung warum, aber es scheint ihr liebstes Hobby zu sein, sie zu mobben und zu quälen. Dabei kennen die Vier keine Grenzen. Natürlich sind es auch ausgerechnet die Vier, mit denen sie nach Argentinien fliegen muss, zu einem Auslandsjahr. Im Flugzeug lernt sie Drew kennen, ein bekannter Musiker, der sich irgendwie für sie zu interessieren scheint. Er sorgt auch dafür, dass Vicky und Lena den Flugzeugabsturz im Urwald überleben. Ja, richtig: Flugzeugabsturz, denn Vickys Pech nimmt einfach kein Ende. Sie fliegt zum allerersten Mal und das verdammte Ding stürzt mitten im Urwald ab.
Jetzt geht es darum zu überleben. Ganz allein, Gott weiß wo in einem Urwald nur Vicky, Drew und Lena, die keine Gelegenheit auslässt sich an Drew heranzumachen. Was, wenn er sich für Lena entscheidet? Und warum würde es Vicky so unglaublich verletzen, wenn er es täte, sie kennen sich doch kaum!


Wow. Das Buch beginnt schon heftig mit Mobbing auf höchstem Niveau. Da wäre ich am liebsten handgreiflich geworden! Aber es kommt noch schlimmer mit dem Flugzeugabsturz. Nur Vicky, Drew und ausgerechnet Lena überleben. Aber nicht einmal dieses schreckliche Erlebnis sorgt bei Lena für ein Umdenken, im Gegenteil. Sie ist ein grauenvoller Mensch.

Als Leser weiß man mehr, als Vicky, die einem echt nur leid tun kann. Nicht nur wegen des Mobbings sondern auch wegen dem Gefühlschaos. Sie ist hin und weg von Drew, aber Lena tut immer wieder so, als seien sie zusammen. Aber warum schaut Drew dann Vicky immer wieder so an? Aber wenn er an ihr interessiert ist, warum lässt er sich dann andauernd von Lena begrabschen?

Wer jetzt glaubt, es handle sich bei diesem Buch einfach um eine Teenie-Dreiecks-Geschichte oder so, liegt vollkommen falsch. Klar geht es um Gefühle und natürlich sind die Beteiligten jung, wobei Drew etwas älter ist, als die Mädels, aber trotzdem relativ jung, aber es geht vor allem um eins: Überleben!
Und das ist in diesem Buch auch gar nicht so leicht. Es gibt giftige und gefährliche Tiere, die drei brauchen Nahrung und Wasser und die müssen sie erstmal finden.

Das Buch ist wirklich alles andere als seicht. Es ist spannend und mitreißend und erschreckend. Allein schon der Flugzeugabsturz bzw. die Momente kurz danach sind extrem heftig. Zu dem Zeitpunkt sind noch mehr Menschen am Leben, aber schwerstverletzt. Ich verrate nicht, wie es dazu kommt, dass letztlich nur die drei sich durch den Urwald schlagen können bzw. müssen, aber es ist wirklich heftig und realistisch.
Allgemein wirkt das gesamte Buch auf mich sehr realistisch und „echt“. Auch die Charaktere wirken „echt“ auf mich. Vicky und Drew sind sehr sympathisch, Lena kann man von Herzen verabscheuen. Dabei gibt es keine plötzliche, unrealistische Kehrtwende, die Charaktere wachsen zwar teilweise an der Situation, aber bleiben sie selbst.

Die Wendung fand ich etwas schade und damit meine ich die Wendung vor der letzten großen Wendung am Ende. Aber die Erklärung ist einleuchtend und wirkt auf mich auch realistisch, obwohl ich mich trotzdem drüber aufgeregt habe.


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich wirklich von Anfang bis Ende gepackt und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Es war spannend, ergreifend, interessant und romantisch – was will man mehr? Dabei wirkten sowohl die Charaktere, als auch die Erlebnisse im Urwald auf mich realistisch.
Klar gibt es ab und an ein wenig Teenie-Drama, aber nicht zu viel, sondern nachvollziehbar. Es wird überhaupt nicht überreizt. Man fiebert mit, man drückt die Daumen und man merkt sehr schnell, dass der Urwald wirklich richtig gefährlich ist und es vor allem ums Überleben geht.

Ich bin echt froh, das Buch entdeckt zu haben, von mir gibt es 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein wirklich erschütterndes, aber so unglaublich wichtiges Buch!

Und auf einmal diese Stille
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Jeder ab einem gewissen Alter weiß noch ganz genau, was er am 11. September 2001 gemacht hat, als er oder sie von den Anschlägen erfuhr. Ich war damals vor gut einer Woche 11 Jahre alt geworden, genau ...

Jeder ab einem gewissen Alter weiß noch ganz genau, was er am 11. September 2001 gemacht hat, als er oder sie von den Anschlägen erfuhr. Ich war damals vor gut einer Woche 11 Jahre alt geworden, genau 1 Jahr zuvor war mein Vater in den USA, unter anderem auch im World Trade Center. Ich weiß noch, dass ich gerade von der Schule gekommen war, meine Mutter und meine Oma waren Zuhause, mein Vater, ein Bundeswehrsoldat im Büro. Das Telefon klingelte, meine Mutter ging ran und sagte dann, wir sollen den Fernseher anmachen. Das taten wir auch und sahen den Rauch aus dem ersten Turm. Wir rannten die Treppe hoch zu meiner Oma und sagten ihr, sie solle den Fernseher anschalten und in dem Moment sahen wir, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Turm flog. Wir waren alle geschockt. Aber ich war erst 11 Jahre alt und begriff nicht, was das bedeutete. Wir saßen im Wohnzimmer meiner Oma, auf ihrem unbequemen rosa Sofa, als die Türme einstürzten und die Welt sich für immer veränderte.
Wie gesagt, ich war erst 11 Jahre alt und verstand nicht, was da passiert war. Ich kann mich noch erinnern, dass ich genervt war, weil wochenlang im Fernsehen immer nur Berichte über die Anschläge liefen, erst mit mehreren Wochen Verzögerung verstand ich, was da passiert war. Wir hatten amerikanische Soldaten als Nachbarn und erst als ich sah, wie sie litten und trauerten, verstand ich, dass viele, viele Menschen gestorben waren und etwas wirklich Großes passiert war.
Dieser Tag setzte Ereignisse in Gang, die auch mein Leben für immer verändert haben, wenn auch erst mit einiger Verzögerung. Mein Vater wurde in einen Auslandseinsatz geschickt nach Kuweit, wegen Bushs „Krieg gegen den Terror“ davon hat sich unsere Familie nie erholt, seitdem ist alles anders.


Warum ich all das erzähle? Weil es genau darum in Garrett Graffs Buch geht. Um diesen Tag, der die Welt veränderte und wie die unterschiedlichsten Menschen diesen Tag wahrgenommen haben. Es geht um direkt Betroffene, Angehörige, Überlebende, Helfer und „Zuschauer“, um einfach jeden, dessen Leben von diesem Tag berührt wurde.

Ich hatte von Anfang bis Ende Gänsehaut. Es ist kein Buch, das man mal eben durchsuchtet, es ist schwere Kost, nicht durch den Schreibstil, sondern einfach auf Grund des Themas. Wie diese Menschen erzählen, sorgt dafür, dass man es mit ihnen erlebt. Und dann natürlich noch die eigenen Erinnerungen an den Tag.

Es geht auch nicht „nur“ um das World Trade Center, es geht genauso auch um das Pentagon und Flug 93.

Ich habe beim Lesen sehr viel geweint. Das Buch macht diesen Tag wieder lebendig. Es sorgt dafür, dass man ständig daran erinnert wird, dass über 2900 Menschen ihr Leben verloren und über 6000 verletzt wurden. Dazu kommen noch die vielen Helfer, die an den Folgen verstorben sind, viele davon an Lungenkrebs durch den im Gebäude verbauten Asbest. Und nicht zu vergessen die vielen Soldaten und Einheimischen die in Afghanistan und im Irak ihr Leben verloren haben. Macht man sich diese Zahlen bewusst, und dass es eben nicht nur Zahlen sind, sondern Menschenleben, dann kann man nur erschüttert sein.
Es gibt einen Film über den Anschlag auf das World Trade Center aus dem Jahr 2003 mit Nicholas Cage – man mag über den Film denken, was man will, aber was dieser Film mit zwei Szenen wirklich veranschaulicht ist, dass so viele Menschen einfach „weg“ sind, nach diesem Tag. Am Anfang des Films sieht man volle Autobahnen, volle Züge, volle Fähren, alles Menschen, die zur Arbeit fahren. Am Ende des Films sieht man die gleichen Orte, alle leer. Dadurch wird einem eindrucksvoll bewusst, wie viele Menschen danach einfach „weg“ waren. Und das finde ich so wichtig. Man spricht immer nur von den Anschlägen, aber nie von den Menschen. Dieses Buch ist genauso. Es zeigt uns die menschliche Seite hinter all dem.


Fazit: Dieses Buch ist eine Doktorarbeit in Geschichte, aber das „stört“ nicht beim Lesen. Das Buch ist einfach unglaublich. Es erschüttert, es rührt zu Tränen, es führt einem einfach wieder vor Augen, was damals passiert ist und wie groß das war. Es geht nicht darum eine genaue zeitliche Abfolge darzustellen oder Erklärungen für das „Wie“ zu finden. Es geht um Menschen und ihre Erinnerungen. Und es geht um einen Tag, den niemand, der ihn bewusst erlebt hat, jemals vergessen wird.

Von mir ganz klar 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 14.08.2020

Einfach ein spannender Rocker-Roman

Rocker Devil. Slide und Ellen
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Achtung: Band 2 einer Reihe – aber eigentlich Band 1 (spielt zeitlich vor Band 1)

Slide ist alles andere als ein guter Kerl. Das weiß er und er hat es auch schon längst aufgegeben einer sein zu wollen. ...

Achtung: Band 2 einer Reihe – aber eigentlich Band 1 (spielt zeitlich vor Band 1)

Slide ist alles andere als ein guter Kerl. Das weiß er und er hat es auch schon längst aufgegeben einer sein zu wollen. Das Monster in ihm verlangt immer wieder nach Blut und regelmäßig richtet er Gemetzel an. Doch dann passiert etwas, mit dem er niemals gerechnet hätte: seine Dämonen verstummen ganz plötzlich und der Grund dafür ist eine kleine Frau: Ellen. Sie haben Sex und Slide lässt sie einfach stehen und verletzt sie damit sehr. Doch was er nicht ahnt: Ellen ist die Tochter des Präsidenten eines befreundeten MCs und als er sie das nächste Mal sieht, schwebt sie in tödlicher Gefahr. Er versucht alles, um sie sich aus dem Kopf zu schlagen, aber ein Blick auf sie genügt und ihm ist klar, dass er verloren ist.


Ich mag ja die Reihe sehr gern, allerdings wird dieses Buch als Band 2 geführt, wobei er eigentlich Band 1 ist. Die Geschichte spielt vor Band 1 und im letzten Kapitel gibt es sogar noch eine erste Weichenstellung für Band 1. Also Achtung: dieses Buch unbedingt zuerst lesen!

Ellen ist kein Mäuschen, sie ist tough und weiß mit Waffen umzugehen. Immerhin ist sie die Tochter eines MC Präsidenten und hat ihr gesamtes Leben im Club verbracht. Sie hätte niemals erwartet, dass sie sich ausgerechnet von Slide, dem Vize Präsidenten eines anderen Clubs angezogen fühlen könnte, doch genau dazu kommt es. Sie kann ihm einfach nicht widerstehen. Und als alles um sie herum in Flammen aufgeht, ist er es, der ihr Halt gibt.
Doch er ist eben auch ein Rocker und als solcher will er seine Frau am liebsten sicher in seinem Schlafzimmer wissen, außer Gefahr. Aber Ellen ist eben keine gewöhnliche Frau. Und sie wird den Teufel tun sich einfach einsperren zu lassen.

Slide hätte sich niemals träumen lassen, dass er einer Frau eines Tages so verfallen könnte, wie Ellen. Doch sie geht ihm einfach nicht aus dem Kopf. Seit ihrer ersten Begegnung weiß er, dass sie ihm gehört, dass er sie einfach haben muss. Egal, wie sehr sie sich wehrt, er wird schon dafür sorgen, dass sie erkennt, dass sie zusammengehören. Er würde für sie in den Krieg ziehen, für sie morden und sterben.

Ich mochte Ellen und Slide direkt. Gut, ich kenne sie schon aus den anderen Bänden, aber hier zu sehen, wie sie sich kennengelernt haben und das alles, das ist einfach ganz toll. Ellen ist tough, sie schafft es zwar nicht immer sich durchzusetzen, aber wenn sie es schafft, sollte sich besser niemand mit ihr anlegen. Das erfahren auch die Club Mitglieder bald am eigenen Leib.
Slide ist geprägt von seiner Vergangenheit und PTSD. Nur Ellen schafft es, die Erinnerungen und die Dämonen in seinem Inneren zum Verstummen zu bringen. Sie ist sein Quell der Ruhe und regt ihn doch ständig auf, indem sie sich ihm widersetzt. Aber man spürt einfach, dass die beiden zusammengehören.

Es wird mehrmals sehr spannend und kurz vor Schluss nochmal extrem. Die Seiten verfliegen und man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen.


Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag die Reihe einfach und empfehle jedem eindringlich mit diesem Band zu starten, da er vor allen anderen spielt. Keine Ahnung, warum er trotzdem als Band 2 geführt wird.

Slide und Ellen sind sehr sympathisch und reißen einen einfach mit. Man kann das Buch nicht aus der Hand legen und drückt ihnen die ganze Zeit die Daumen. Es wird mehrmals echt spannend und auch sehr knapp.

Natürlich gibt es auch einige Sex-Szenen, die aber nicht dominieren, zudem, und das ist mir extrem wichtig: alles geschieht einvernehmlich.

Von mir ganz klar: 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 07.08.2020

Über 10 Jahre habe ich auf dieses Buch gewartet!

Biss zur Mitternachtssonne (Bella und Edward 5)
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Edward Cullen ist ein Vampir. 1918 wurde er als 17-jähriger verwandelt und hadert seitdem mit seinem Schicksal. Doch dann ändert sich alles. Sein langweiliges Leben wird von einem einzelnen Menschen, einem ...

Edward Cullen ist ein Vampir. 1918 wurde er als 17-jähriger verwandelt und hadert seitdem mit seinem Schicksal. Doch dann ändert sich alles. Sein langweiliges Leben wird von einem einzelnen Menschen, einem Mädchen, gehörig durcheinandergewirbelt. Sie riecht besser, als jeder andere Mensch und scheint ihn geradezu zu verfolgen. Stößt ihn mit der Nase darauf, dass er ein Monster ist. Doch Edward begehrt nicht nur ihr Blut, sondern auch das Mädchen selbst, Bella Swan. Aber kann das gut gehen? Wenn ein Teil von ihm an nichts anderes denken kann, als daran, ihr Blut auszusaugen?


Es gibt wohl kaum noch jemanden, der die Biss-Bücher nicht gelesen hat. Ich liebe sie, seit ich sie mit 16 oder 17 das erste Mal gelesen habe. Natürlich habe ich mich damals auch auf Band 1 aus Edwards Sicht gefreut, doch das Projekt wurde von der Autorin auf Eis gelegt, nachdem die ersten Kapitel ohne ihre Einwilligung in Internet aufgetaucht sind. Jetzt über 10 Jahre später, halte ich ihn in der Hand: Band 1 aus Edwards Sicht, auch bekannt als „Biss zur Mitternachtssonne“.
Ich weiß einige halten das für Geldmacherei - ich ehrlich gesagt aber nicht. Ich finde es sogar richtig toll, das alles aus seiner Sicht zu erleben. Warum? Das erfahrt ihr gleich...

Bella sah Edward immer als perfekt, wunderschön, unnahbar und manchmal, besonders am Anfang auch als Fiesling. Aber wie hat er Bella wahrgenommen? Am Anfang als durchschnittlich, bis er erkannt hat, dass er ihre Gedanken nicht hören kann, das machte sie zu einem Mysterium. Gleichzeitig hat sie aber auch seinen Beschützerinstinkt geweckt. Doch dann kam die verhängnisvolle Bio-Stunde und ihr Duft hätte Bella um ein Haar das Leben gekostet. Allein schon für diese Szene lohnt es sich das Buch zu lesen. So kennt man Edward einfach nicht, wie er mit seinem inneren Vampir ringt und Pläne schmiedet Menschen umzubringen.
Noch viel besser ist aber das drum herum. Wie haben die Cullens als Familie auf Bellas Duft und die damit verbundenen Probleme reagiert? Ganz unterschiedlich aber irgendwie auch passend, wenn man die Charaktere schon kennt. Ich mag diese Familien-Szenen sehr gern, weil man gerade davon in Band 1 gar nichts mitbekommt - kann man ja auch gar nicht, wenn alles aus Bellas Sicht geschrieben ist.

Noch besser gefällt mir aber, wie Edward nach und nach erkennt, dass er Bella mehr als nur interessant findet. Wie er Ausreden erfindet, um in ihrer Nähe zu sein, auch wenn sie es gar nicht weiß. Ja, er hat Stalker-Tendenzen, aber ist dabei echt niedlich, wie er ernsthaft den Himmel absucht, ob ein Meteorit auf ihr Haus zu krachen droht, weil - seien wir mal ehrlich - wenn das bei jemandem passieren kann, dann bei Bella.

Diese Schlüsselszenen aus dem Buch jetzt aus Edwards Sicht zu erleben, seine Stimme dabei zu hören und dabei zu wissen, wie es damals für Bella war, das ist wirklich unglaublich. Ich genieße das sehr.

Ja, die Übersetzung ist nicht immer exakt und manche Wendungen empfinde ich als merkwürdig, aber so ist das leider mit Übersetzungen, deswegen habe ich mir das Buch auch auf Englisch bestellt. Klar könnte man jetzt sagen: dann kopiert halt die Gespräche aus Band 1, statt sie neu zu übersetzen! Aber ich weiß nicht, ob das so einfach möglich ist, ich kenne mich da nicht aus wegen Urheberrecht etc.
Mich hat es weniger gestört, dass manche Gespräche leicht anders sind, sondern mehr die Wendungen, mit denen ich nichts anfangen kann, wie „häng es nicht zu hoch“, was Edward andauernd sagt. Das ist mir im Deutschen noch nie begegnet und sorgt bei mir für dicke „hä?“s.

Was ich besonders interessant fand waren auch die Erinnerungen, die Edward immer wieder eingefallen sind, oder auch die Szenen, die Bella nur in wenigen Sätzen zusammengefasst erzählt bekommen hat, die jetzt, aus Edwards Sicht aber mehrere Seiten lang sind.

Fazit: Ich bin begeistert von Band 1 aus Edwards Sicht. Es ist irgendwie ganz anders, aber irgendwie auch noch immer „Twilight“. Das Buch aus Edwards Sicht ist geprägt davon, wie er sich selbst sieht: als Monster, als gefährlich und davon, wie er Bella sieht: als perfekt und einfach so ganz anders als alle Menschen, die er in über 100 Jahren getroffen hat.
Ja, manchmal kann er einem mit seiner Schwermut auch auf den Geist gehen, aber das wurde ja auch in der ursprünglichen Reihe immer wieder angedeutet, dass er sich selbst für das verachtet, was er ist.
Die Interaktionen der Cullens untereinander und die süßen Stalker-Szenen mit Edward machen das aber locker alles wieder wett. Ich bin einfach nur glücklich, das Buch endlich lesen zu dürfen und werde es in Zukunft noch häufiger lesen.

Von mir ganz klar 5 Sterne. Auch wenn mir, wenn ich mich entscheiden muss, Band 1 aus Bellas Sicht besser gefällt. Aber dieses Buch schließt Lücken und ist einfach eine tolle Ergänzung.

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