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Veröffentlicht am 13.09.2020

Wieder super spannend

Bluthölle (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 11)
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Für Angela Wood ist die Weihnachtszeit in Los Angeles die Haupteinnahmequelle. Zu dieser Zeit haben die Menschen noch Bargeld und nicht nur Kreditkarten in der Tasche. Angela ist Taschendiebin und sogar ...

Für Angela Wood ist die Weihnachtszeit in Los Angeles die Haupteinnahmequelle. Zu dieser Zeit haben die Menschen noch Bargeld und nicht nur Kreditkarten in der Tasche. Angela ist Taschendiebin und sogar so erfolgreich, dass sie davon leben kann. Und sie klaut im Schnitt nur 3 Brieftaschen. Die Papiere aus den Brieftaschen sendet sie sogar meist an die Bestohlenen zurück. Dass sie an diesem Tag die Aktentasche des Mannes stielt, ist nur der Situation geschuldet und sie hatte sich eindeutig eine bessere Beute versprochen. Beim Anblick des Fotos im Notizbuch, welches sie in der Tasche findet, weiß sie, dass sie ein riesiges Problem hat und sich in größter Gefahr befindet.

Anonym sendet sie das Buch an eine Ermittlerin des LAPD. So gelangen auch Robert Hunter und sein Partner an die Informationen aus dem Buch. In diesem Buch wird über grausame Foltermorde berichtet und diese sind auch noch durch Fotos dokumentiert. Auf der Suche nach dem ersten Opfer meldet sich der Killer jedoch bei Hunter und will sein Notizbuch unbedingt zurück. Die Jagd beginnt.

Und es wird eine mörderische Jagd mit einer Spannung, die von Seite zu Seite steigt. Es gibt Momente, da sieht man das Unglück kommen und es gibt solche, da wird man beim Lesen von der Wendung überrascht. Robert Hunter als Profiler beim LAPD gefällt mir auch in diesem Buch sehr gut. Er ist bereit für die Aufklärung seiner Fälle bis an seinen persönlichen Grenzen zu gehen. Dass das für ihn nicht ohne Spuren bleibt, ist ja wohl klar. Selbst am Ende des Buches, wo man vor Spannung beim Lesen Schnappatmung bekommt, weiß man nicht, ob es dem Ermittler gelingt, lebend aus der Sache herauszukommen.

Das war ein Buch, was ich in zwei Tagen förmlich verschlungen habe. In jeder freien Minute wurde Seite um Seite gelesen. Die Grundspannung, die sich bereits zu Beginn des Buches aufbaute, steigerte sich mit jedem Kapitel. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es jedem Fan von Chris Carter nur empfehlen, den anderen die dieses Genre gerne lesen, natürlich auch. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

Schicksalhafte Zeiten

Schicksalhafte Zeiten
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Es sind zehn Jahre vergangen. Die jungen Frauen sind mittlerweile gestandene Hebammen und haben ihren Platz gefunden. Jedoch die äußeren Umstände führten dazu, dass nicht alles so gekommen ist, wie erhofft. ...

Es sind zehn Jahre vergangen. Die jungen Frauen sind mittlerweile gestandene Hebammen und haben ihren Platz gefunden. Jedoch die äußeren Umstände führten dazu, dass nicht alles so gekommen ist, wie erhofft. Es ist 1942 und Berlin leidet unter fast täglichen Bombenangriffen. Auch die altbekannten Gesichter der Klinik sind nun nicht mehr da. An ihrer Stelle sind es linientreue Menschen, die an den Endsieg Adolf Hitlers glauben.

Die bekannten Heldinnen der Vorgängerbücher sind zum Glück alle noch am Leben. Edith ist mit ihrer Familie gerade noch rechtzeitig in die Schweiz gegangen. Als Jüdin hätte sie es wohl in Berlin nicht überlebt. Luise und Margot arbeiten beide unter erschwerten Bedingungen in der Frauenklinik und versuchen die werdenden Mütter so gut es geht zu unterstützen. Konfrontiert werden die beiden aber auch mit Zwangssterilisationen an jungen Frauen, bei denen man meint, dass sie auf keinen Fall gesund seien, um eigenen Nachwuchs zu zeugen. Aufbegehren gegen diese Regelungen hat einen hohen Preis. Frauen, die das tun, kommen sofort ins Gefängnis und werden zum Tod verurteilt. Lediglich eine Schwangerschaft könnte die Vollstreckung der Todesstrafe verhindern bzw. aufschieben.

Nicole Winterberg zeigt mit ihrem Buch sehr deutlich, wie schlimm das Leben für die Frauen in dieser Zeit damals war. Selbst wenn sie es geschafft hatten und ein gesundes Baby zur Welt brachten, konnte es passieren, dass dieses ihnen unter den fadenscheinigsten Gründen wieder weggenommen wurde. Diese Kinder hatten dann ohne Mutter meist kaum eine Überlebenschance. Anschaulich berichtet sie aber auch von den Entbehrungen der Menschen. Das Überleben in Berlin während der Bombenangriffe, die fast tägliche Sorge um frisches Wasser und Nahrungsmittel zeigt, wie sehr die Menschen leiden. Aber die Autorin versteht es auch, die Hoffnung und auch die kleinen Freuden, die es manches Mal doch gab, zu zeigen. Viele warten auf das Ende des Krieges und die damit verbundene Hoffnung auf ein normales, menschenwürdiges Leben.

Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich kann es allen Interessierten nur empfehlen. Von mir gibt es auf jeden Fall verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Interessanter Ausflug in die Geschichte

Kinder ihrer Zeit
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Dass Rosa Lichtenberg die Flucht aus Ostpreußen vor den Russen gelingt ist pures Glück. Leider wird auf der Flucht Alice, eine der beiden Zwillingstöchter, sehr schwer krank. Auf der Suche nach Essen lässt ...

Dass Rosa Lichtenberg die Flucht aus Ostpreußen vor den Russen gelingt ist pures Glück. Leider wird auf der Flucht Alice, eine der beiden Zwillingstöchter, sehr schwer krank. Auf der Suche nach Essen lässt Rosa Alice bei einer Bäuerin zurück und geht mit Emma zu einem verlassenem Gehöft. Bei ihrer Rückkehr steht das Dorf in Flammen, überrollt von den Russen. Für Rosa ist klar, Alice kann das nicht überlebt haben.

Jahre später ist es ein großer Zufall, dass beide Mädchen zueinander finden. Jedoch können beide ihr Glück nicht so richtig genießen, denn es gibt ein großes Problem. Alice lebt in der DDR in Ostberlin, Emma lebt in Westberlin. In den zwölf Jahren, in denen sie sich nicht gesehen haben, wurden beide von den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen geprägt und erzogen.

Durch Alice lernt Emma den Physiker Julius Laakmann kennen. Auch er ist aus der DDR und will sein Land nicht verlassen. Doch als er Zeuge der Entführung seines Freundes in Westberlin wird, kommen ihm Zweifel. Plötzlich geraten beide jungen Frauen zwischen die Fronten und die Lage spitzt sich für alle Beteiligten gefährlich zu.

In diesem Buch spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Ende der fünfziger Jahre verlassen viele Bürger die DDR um ein neues Leben im Westen zu beginnen. Die DDR hat die Staatssicherheit aktiviert und lässt bei geringstem Verdacht die Bürger überwachen. Aber auch der Bundesnachrichtendienst ist nicht untätig und versucht immer wieder Menschen zu finden, die für sie spionieren.

Mir hat die Art und Weise der Erzählung gefallen. In kurzen und knappen Kapiteln erfährt man einzelne Sachverhalte über die jeweiligen Beteiligten. Der Wechsel zwischen den Personen verleiht dem Buch auch eine gewisse Dynamik. Richtig spannend wird es, als die Geheimdienste eingreifen und für sich versuchen zu retten, was zu retten ist.

Sehr gut gefallen hat mir an diesem Buch aber auch die genaue Recherche der Autorin. Sie betrachtet Berlin objektiv von beiden Seiten, ohne einer Seite die Sympathie zu geben. Auch historisch erfährt man viel über die Zeit vor dem Mauerbau und wie die Ereignisse damals gedeutet wurden.

Von mir gibt es eine ausdrückliche und unbedingte Leseempfehlung an alle und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 24.08.2020

Spannung pur

Die Totensammlerin
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Als Yvonne im Krankenhaus aufwacht, weiß sie nicht, was geschehen ist. Rückblickend fehlen ihr mindestens die letzten drei Monate ihres Lebens. Auch wie es zu dem Unfall kam, ob es vielleicht sogar ein ...

Als Yvonne im Krankenhaus aufwacht, weiß sie nicht, was geschehen ist. Rückblickend fehlen ihr mindestens die letzten drei Monate ihres Lebens. Auch wie es zu dem Unfall kam, ob es vielleicht sogar ein misslungener Selbstmordversuch war, sie weiß es nicht. Klar ist nur, sie hat bei dem Unfall ein Bein verloren. Dominik, ihr Mann, versucht alles damit sie die schweren Tage in der Klinik und in der Reha übersteht. Zu Hause angekommen, merkt sie, es ist doch einiges verändert und sie weiß nicht, warum. Viele von ihren persönlichen Dingen, an die sie sich deutlich erinnert sind nicht mehr da. Überhaupt, es ist so fast gar nichts von ihr mehr da. Auch ihre Tochter Chris meldet sich nicht.

Je länger Yvonne zu Hause ist, umso unwohler fühlt sie sich, verspürt mehr und mehr das Eingesperrtsein. Sie ist quasi gefangen im Haus. Aber es gibt da winzige Erinnerungsblitze. Sie ist sich sicher, sie muss nur an den richtigen Stellen suchen. Auch das Verhalten von Dominik ihr gegenüber verunsichert sie. Warum hat er die Handyüberwachung auf ihrem Handy eingestellt? Yvonne beschließt zu kämpfen und sich ihre Erinnerungen Stück für Stück zurückzuholen. Doch kann sie alle Rätsel um ihre Person lösen? Lest selbst und lasst euch von den Rätseln um ihre Vergangenheit fesseln.

Für mich sind die Thriller von Leonie Haubrich immer etwas ganz Besonderes. Ich weiß beim Lesen nie, wo führt mich die Autorin mit den Erlebnissen ihrer Protagonisten hin. Mit ihrer Protagonistin Yvonne lässt sie uns an deren Gedanken und auch an ihren Ängsten teilhaben. Dabei entwickelt die Autorin auf ihre ganz eigene Weise ein Dynamik, die einem beim Lesen einfach nur fesselt. Dabei lässt sich niemals ahnen, wo die Story uns hinführen wird. Denn Yvonne erinnert sich immer nur bruchstückhaft an einzelne Ereignisse. Der Autorin gelingt es nachvollziehbar die Ängste von Yvonne einzufangen und man spürt beim Lesen die Angst und kann die Bedrohung förmlich spüren.

Ich haben diesen Psychothriller in einem Rutsch gelesen und bin wieder einmal begeistert. Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

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Veröffentlicht am 14.07.2020

#findemich

Der Fahrer
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Die Geburtstagsfeier für Jens Kerner sollte eine echte Überraschung werden. So hat es sich zumindest Becca für ihn überlegt. Alle Kollegen machten mit. Das Zusammentreffen mit seinem Bruder Karsten als ...

Die Geburtstagsfeier für Jens Kerner sollte eine echte Überraschung werden. So hat es sich zumindest Becca für ihn überlegt. Alle Kollegen machten mit. Das Zusammentreffen mit seinem Bruder Karsten als eine Art Versöhnung nach vielen Jahren sollte sozusagen das Highlight werden. Doch irgendwie ging alles nach hinten los. Keine Versöhnung mit dem Bruder und Jens haut einfach ab. Auf der Fahrt durch Hamburg sieht er seine Kollegin Carina, die an einem auffälligen Auto mit offenen Türen, jedoch ohne Fahrer, steht. Das auffälligste ist der Schriftzug mit Leuchtfarben am Auto #findemich. Die Halterabfrage geht schnell. Es ist eine junge Frau, von der offensichtlich jeden Spur fehlt. Dann überprüft Carina deren Instagramprofil und ist vor Schreck wie erstarrt. Die Drohung des Täters, dass die Polizei nur 24 Stunden Zeit hat um ihn und die junge Frau lebend zu finden, alarmiert die Polizei.

Dieses Versteckspiel auf der Suche nach dem Täter und seinem Opfer entwickelt sich schnell, fast rasant zu einem Verwirrspiel. Die kurzen Kapitel, die oft mit einem Cliffhanger enden, geben dem Thriller das Tempo. Nicht jedem mag es gefallen, dass auf etwas Schlimmes gewiesen wird und dann bleibt es in dem Kapitel offen. Die Lösung kommt dann eben ein paar Seiten später. Mir hat das gut gefallen, denn es gab mir die Möglichkeit selbst über die Lösungsvarianten nachzudenken.

Die Protagonisten des Buches sind schon sehr speziell. Jens Kerner, als ein ziemlich abgebrühter Kommissar, der schon viele Fälle gelöst hat. Aber darunter haben auch seine Beziehungen gelitten. Nun hätte er die Chance, aber kann er sie nutzen? Belastet wird er auch noch durch die fast persönliche Beziehung zu diesem Fall. Will sich jemand an ihm persönlich rächen? Wer treibt hier sein Spiel mit ihm und der Polizei? Seine Chefin Mareike Baumgärtner ist auf dem Weg nach oben und gibt sich strenge, unnachgiebige Vorgesetzte. Doch ist das die richtige Strategie für diesen Fall?

Lest diesen turbulenten Krimi selbst und macht euch ein Bild. Ich fand ihn toll und empfehle ihn sehr gerne weiter. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne.

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