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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2017

Anders als erwartet

Altes Land
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Vera ist eine typische Einzelgängerin. Ihr hat das Leben mitgespielt. Schon als Kind war sie anders, da sie ein Flüchling aus Polen war. Ihre Mutter hat sich nicht um sie gekümmert und trotzdem hat sie ...

Vera ist eine typische Einzelgängerin. Ihr hat das Leben mitgespielt. Schon als Kind war sie anders, da sie ein Flüchling aus Polen war. Ihre Mutter hat sich nicht um sie gekümmert und trotzdem hat sie das Leben genommen, wie es kam.
Anne flüchtet mit ihrem Sohn zu Vera. Die beiden hatten nie näheren Kontakt und trotzdem sieht sie bei Vera einen Ausweg.

Der Klappentext hört sich nicht so interessant an wie die Geschichte letztendlich ist. Für mich ein Lesehighlight unter den ruhigen Büchern. Eine Studie über zwei Frauen, über zwei Flüchtlinge, über Ausgrenzung, das Anderssein. Es gibt keinen großen Spannungsbogen und die Erzählung wechselt zwischen den beiden Frauen je Kapitel. Trotzdem möchte man weiterlesen und wissen, was dazu geführt hat, dass die beiden Frauen so sind.
Gut finde ich auch, die eingebrachten lokalen Besonderheiten über das Alte Land.

Das Cover finde ich sehr schön und passt auch nach dem Lesen des Buches noch besser zum Buch als gedacht.

Veröffentlicht am 18.02.2017

Humorvolle Emigrantengeschichte

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
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Walerian wird in Polen geboren. Nachdem ihn seine Mutter jahrelang bei seinen Großeltern gelassen hat, kommt sie plötzlich zurück und wenig später findet sich Walerian in einem anderen Land wieder. In ...

Walerian wird in Polen geboren. Nachdem ihn seine Mutter jahrelang bei seinen Großeltern gelassen hat, kommt sie plötzlich zurück und wenig später findet sich Walerian in einem anderen Land wieder. In Wien fehlen ihm nicht nur seine Freunde und Familie, sondern hauptsächlich die Sprache. Doch Walerian versucht das Beste aus seinem Leben zu machen.

„Der Mann, der Luft zum Frühstück aß“ ist ein humorvolles Buch. Walerian als Ich- Erzähler hat einen amüsanten Blick auf das Leben. Gleichzeitig ist es erschreckend wie alleine er in seinen jungen Jahren ist und wie sehr er auf sich alleine gestellt ist, wenn keine Familie Rückhalt gibt. Außerdem merkt man es auch daran, dass die einzelnen Personen, die erwähnt werden, wie beispielsweise sein Chemie- Lehrer, ihm auch durch kleine Gesten sehr wichtig sind.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist kurzweilig und angenehm für den Leser zu lesen.
Das Cover finde ich ansprechend gestaltet.

Ein Punkt Abzug, da ich bei knapp über 100 Seiten einen Preis von 16€ sehr teuer finde.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Lustiges Hörbuch

Wie man mit einem Lachs verreist und andere nützliche Ratschläge
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In der Kürze liegt die Würze! In kurzen Episoden werden hier alltägliche Vorkommnisse auf die Schippe genommen, ob es der verlorene Führerschein oder das nicht Flugzeug geeignete Essen in Flugzeugen ist. ...

In der Kürze liegt die Würze! In kurzen Episoden werden hier alltägliche Vorkommnisse auf die Schippe genommen, ob es der verlorene Führerschein oder das nicht Flugzeug geeignete Essen in Flugzeugen ist. Bei fast jedem Thema denkt sich der Hörer, das kommt mir bekannt vor.

Das Hörbuch hat nur knapp über 50 Minuten, aber es hat mich trotzdem gut unterhalten. Einige Male konnte ich herzlich lachen. Der Sprecher macht seinen Job sehr gut.
Nur zufällig bin ich auf das Hörbuch aufmerksam geworden und bereue es nicht. Titel und Cover hätten mich aber eher nicht angesprochen. Deswegen 1 Stern Abzug.

Veröffentlicht am 06.02.2017

Nichte mischt Leben ihrer Tante auf

Ein zauberhafter Sommer
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Wiebke hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und eine Prüfung verhauen. Sie möchte sich eine Auszeit nehmen und raus aus Berlin. Sie beschließt ihre Tante Larissa zu besuchen, obwohl diese mit Wiebkes Mutter ...

Wiebke hat mit ihrem Freund Schluss gemacht und eine Prüfung verhauen. Sie möchte sich eine Auszeit nehmen und raus aus Berlin. Sie beschließt ihre Tante Larissa zu besuchen, obwohl diese mit Wiebkes Mutter verstritten ist und sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Larissa lebt auf dem Land und sucht die Einsamkeit. Wiebke bringt neuen Schwung in das Leben von Larissa und auch Wiebke gewinnt durch das Zusammensein neue Perspektiven.

Das Buch ist ein normaler Liebesroman ohne besonders aufregende Wendungen. Eine typische Sommer- Urlaubs- Lektüre. Schade fand ich, dass der Grund für den Streit der Schwestern mir eher nicht so schlimm erschien um die Dauer des Streits zu erklären.

Die Schilderung der ländlichen Umgebung war gelungen, bis auf die Schilderung, dass Ziegen schüchtern sind und Schafe neugierig. Da hat die Autorin wohl etwas verwechselt, wie ich aus jahrelanger Erfahrung weiß.

Die Charaktere bleiben mir teilweise etwas zu wenig tiefgründig. Manche Themen werden mir zu kurz abgehandelt. Und das Ende ist dann doch vorhersehbar, aber etwas anderes erwartet man bei einem Liebesroman ja fast nicht.

Insgesamt 4 Punkte, weil ich die Konstellation mit Wiebke und Larissa interessant fand.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Ruths Lebensgeschichte in 3 Teilen

Witwe für ein Jahr
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„Witwe für ein Jahr“ schlummerte bei meinen ungelesenen Büchern jahrelang. Zum Glück habe ich es endlich gelesen. Ruth ist 4 Jahre alt als sie ihre Mutter mit dem jungen Eddie im Bett erwischt. Ihre Eltern ...

„Witwe für ein Jahr“ schlummerte bei meinen ungelesenen Büchern jahrelang. Zum Glück habe ich es endlich gelesen. Ruth ist 4 Jahre alt als sie ihre Mutter mit dem jungen Eddie im Bett erwischt. Ihre Eltern machen gerade eine Trennung auf Probe und Eddie ist der Praktikant ihres Vaters. Eddie möchte Schriftsteller werden und soll von Ted lernen. Dieser hat aber andere Pläne mit dem Jugendlichen…

Einige Jahre später ist Ruth eine erfolgreiche Schriftstellerin und trifft Eddie wieder. Sie muss immer noch die Erlebnisse aus ihrer Kindheit verarbeiten.

Mir hat in dem Buch der Humor sehr gut gefallen. Die Charaktere sind interessant und jeder einzelne für sich skurril. Dass alle Hauptfiguren Schriftsteller sind finde ich etwas fad, aber war wohl notwendig für die Geschichte. In dem Buch gibt es viele unerwartete Wendungen und das machte mir als Leser viel Freude. Einzig der starke sexuelle Fokus war mir dann doch etwas zu viel.

Fazit: Das war bestimmt nicht mein letztes Buch von John Irving.