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Veröffentlicht am 12.10.2020

Mit Mut fangen die schönsten Geschichten an

Feywind
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Feywind kehrt nach Jahren, die er an der Magierakademie verbracht hat, zurück in sein Heimatdorf. Als Absolvent der Akademie für Arkane Kunst zu Wallstadt ist er nun Mitglied der magischen Gilde. Doch ...

Feywind kehrt nach Jahren, die er an der Magierakademie verbracht hat, zurück in sein Heimatdorf. Als Absolvent der Akademie für Arkane Kunst zu Wallstadt ist er nun Mitglied der magischen Gilde. Doch schon bei seiner Ankunft in Waldfelsen merkt er, dass sich beunruhigende Ereignisse zugetragen haben. Die Inquisition hat ihren Weg nach Waldfelsen gefunden, um eine Verschwörung von Hexen aufzudecken und vernichten alles und jeden, der nur im Enferntesten etwas mit Magie zutun hat. Ein erstes Opfer gab es auch schon: Die alte Feja wurde als Hexe in der Mitte des Dorfplatzes verbrannt. Feywind sollte sich bedeckt halten, aber als er einem blonden Hünen, der unter dem Bann eines Zaubers steht, hilft, wird die Inquisition auf ihn aufmerksam. Feywind bleibt nur noch die Flucht und das Abenteuer beginnt.

Ich bin sehr begeistert von diesem Buch, da es mich schon nach ein paar Seiten in seinen Bann gezogen hat. Die Spannung bleibt bis zum Ende konstant, da Feywind kaum Zeit findet zu verschnaufen. Er stolpert munter von einer Eskapade in die nächste. Am Anfang noch recht unbeholfen, mausert er sich schon bald zu einem Kampfmagier, der es mit seinen Gegnern aufnehmen kann. Gerade diese Reise „vom Bücherwurm zum Held“ fand ich wunderbar geschrieben und vor allem nachvollziehbar. Zudem fand ich es schön, dass Feywind von Anfang einen persönlichen Helden hat. An vielen Stellen im Buch fragt er sich: „Was würde Dabenas Mondklinge an meiner Stelle machen?“, ohne zu merken, dass er auf seiner Reise selbst zu einem Helden wird. Deswegen fand ich eine Szene am Ende besonders schön, wobei ich hier nicht spoilern möchte, sondern nur soviel dazu sagen möchte: Ich war ehrlich gerührt.

Besonders schön fand ich auch das Verhältnis zwischen Feywind und dem Schrumpfdrachen Shnurk. Auf diesen kleinen Drachen habe ich mich im Vorfeld am meisten gefreut und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Am Anfang ist Shnurk noch skeptisch und traut Feywind nicht über den Weg, aber schon bald entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den beiden. Ebenso findet Feywind mit Mangdalan und Nalda zwei weitere treue Verbündete.

Eine Sache, die mir auch positiv aufgefallen ist, ist der Umgang mit schwarzer Magie. In den meisten Fantasy-Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe, wird Nekromantie oder die Beschwörung von Dämonen als etwas Negatives angesehen oder zumindest mit einem hohen „Blutzoll“ bestraft. In Feywind dagegen kam mir der Umgang „erwachsener“ vor. Diese Magie wird nicht explizit verteufelt oder abgelehnt, sondern es wird nur davor gewarnt, und wenn man sein Handwerk versteht, bleibt man von den negativen Folgen verschont. Hätte Feywind nicht das Interesse für Bannkreise entwickelt, hätte er wohl nie Shnurk kennengelernt. Von daher scheint die schwarze Magie auch ihre positiven Seiten zu haben.

Demnach kann ich nur jedem dieses Buch empfehlen, der nur im entferntesten etwas für Fantasy-Bücher übrig hat. Lasst euch von den Abenteuern von Feywind und Shnurk verzaubern, es lohnt sich!

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Veröffentlicht am 08.10.2020

Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln

Die Königin des Ritz
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Paris 1940: Die Nazis haben es geschafft die Hauptstadt Frankreichs zu erobern und besetzen fortan die Stadt. Als Stützpunkt dient ihnen unter anderem das Ritz Hotel am Place Vendôme. Claude, der Geschäftsführer ...

Paris 1940: Die Nazis haben es geschafft die Hauptstadt Frankreichs zu erobern und besetzen fortan die Stadt. Als Stützpunkt dient ihnen unter anderem das Ritz Hotel am Place Vendôme. Claude, der Geschäftsführer des Ritz Hotel und seine Frau Blanche sind wie viele Menschen in Paris erschüttert von dieser Wendung. Doch sie lassen sich nicht so schnell unterkriegen. Schon bald versuchen Claude und Blanche unabhängig voneinander auf ihre eigene Art, den Alliierten zu helfen, damit diese die Nazis wieder zurückdrängen können. Es ist allerdings ein Spiel mit dem Feuer und weder Claude noch Blanche wissen von den Abenteuern des jeweils anderen, obwohl sie das gleiche Ziel verfolgen. In der Folge entzweien sie sich nach und nach, und ihre Ehe wird ein Spiegelbild des Krieges: eine zerstörte Welt, in der Misstrauen und Angst die Oberhand gewonnen haben. Und am Ende stellt sich nur die Frage: Wird ihre Ehe den Krieg überdauern?

Ich bin noch lange nach dem Lesen dieses Buches regelrecht begeistert von der Geschichte von Claude und Blanche. Die Geschichte hat mich direkt von Anfang an gefesselt. Der Schauplatz einer besetzten Stadt zusammen mit den Gräueltaten, die die Nazis zu dieser Zeit begangen haben, hat direkt zu einer packenden und düsteren Atmosphäre geführt. Die Eheprobleme von Claude und Blanche empfand ich als einen wunderbaren Kontrast zum sonstigen Kriegsgeschehen. Zunächst wirken die Probleme lapidar und unsinnig vor dem Hintergrund eines Krieges, aber eigentlich spiegeln die Probleme nur das Kriegsgeschehen wider. Claude nimmt sich z.B. als Ausgleich zu seiner Ehe eine Geliebte, da dies französische Ehemänner eben so machen. In der Folge verliert er das Vertrauen von Blanche, und sie fragt sich bei jeder Frau, die sie trifft, ob es die Geliebte von Claude ist. Nichts anderes passiert im Krieg: Wer ist Feind? Wer ist Freund? Wem kann ich überhaupt noch trauen?

Daneben werden auch viele Probleme, die unmittelbar mit dem Krieg zusammenhängen, thematisiert: Was passiert, wenn Besatzer zu Freunden werden? Da die Nazis länger in der Stadt leben, lernen Claude wie auch Blanche mehrere Menschen kennen, die zu den verhassten Nazis gehören, aber die gleichen Sorgen und Probleme, wie sie haben. Es sind eben alles immer noch Menschen, auch wenn sie zum Feind gehören.

Zudem fand ich die Ehe trotz aller Probleme zwischen Blanche und Claude sehr schön. Zwar leben sie sich nach und nach auseinander, da sie viel zu viele Geheimnisse voreinander haben, aber das hält sie nicht davon ab, alles dafür zu tun, den anderen zu beschützen. Sie passen aufeinander auf, auch wenn sie sich voneinander entfernen. Sie lieben sich auf ihre eigene Art und dies empfand ich als sehr romantisch. Man erhält im Laufe der Geschichte auch immer mehr eine Vorstellung davon, wie Claude und Blanche sich kennengelernt haben und wie sie sich über die Jahre verändert haben.

Ebenso fand ich es interessant, wie unterschiedlich Claude und Blanche versuchen, ihr Land zu retten. Blanche wählt den aktiven Weg und gerät über ihre Freundin Lily zur Résistance. Schon bald muss sie verschiedene Botengänge erledigen, um z.B. Filmrollen ins Ausland zu schmuggeln. Claude dagegen ist passiv und versucht alles in seiner Macht Stehende zu tun, um nicht den Nazis zu missfallen. Er beugt sich ihren Befehlen und versucht die Sabotageakte seines Personals zu verhindern, um sie zu schützen. Allerdings schmuggelt auch er Menschen aus dem Land und gibt Informationen an Alliierte weiter.

Ich kann nur jedem dieses Buch empfehlen, der eine packende Geschichte über die Besetzung von Paris durch die Nazis lesen möchte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Das Buch wird mich noch lange in Gedanken begleiten!

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Dein Weg beginnt dort, wo du aufhörst, anderen zu folgen

Blue Period 1
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Yatora Yaguchi steht wie jeder Oberstufenschüler vor der Herausforderung: Was möchte ich später mal beruflich machen? Da er ein ausgezeichneter Schüler ist, der auf der einen Seite gute Noten schreibt, ...

Yatora Yaguchi steht wie jeder Oberstufenschüler vor der Herausforderung: Was möchte ich später mal beruflich machen? Da er ein ausgezeichneter Schüler ist, der auf der einen Seite gute Noten schreibt, aber auch keine Gelegenheit auslässt, um mit Freunden zu feiern, machen sich seine Eltern und Lehrer keine Gedanken darüber, dass Yatora vielleicht nicht weiß, was er später mit seinem Leben anfangen soll. Er wird seinen Weg schon gehen. Allerdings erwischt sich Yatora in letzter Zeit immer öfters beim Grübeln, ob gute Noten wirklich alles im Leben sind oder ob er bei den Menschen nicht einfach nur eine Rolle vorspielt und er in Wirklichkeit jemand ganz anderes ist. Eine Offenbarung erreicht ihn im Kunstunterricht, als er die Aufgabe bekommt, einen schönen Ausblick zu malen. Er entscheidet sich für die Stadt bei Nacht in Blau und versucht ehrgeizig ein schönes Bild zustande zu bekommen. Als er auf Schüler der Kunst-AG trifft, sieht er, was als Künstler möglich ist und wird von dieser neuen Welt bezaubert.

Ich hatte sehr viel Freude mit „Blue Period“, da ich die Gedankengänge von Yatora gut nachvollziehen konnte. Auch ich hätte ähnliche Gedankengänge, als ich vor der Entscheidung stand, wie es nach der Schule für mich weitergehen sollte. Ebenso konnte ich seinen Stolz nachvollziehen, etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben und den Ehrgeiz immer besser werden zu wollen. Ich fand den inneren Konflikt von Yatora sehr gut umgesetzt und auch wie das Umfeld auf eine „Künstlerkarriere“ reagiert.

Ebenso fand ich es schön, dass der Manga viel über das Zeichnen erklärt. Man bekommt einen kleinen Crashkurs, wie man am besten Formen und Perspektiven zeichnet oder die generelle Bildaufteilung vornimmt. Zudem wird Basiswissen vermittelt: Was ist überhaupt ein Farbkreis? Was muss ich studieren, um Künstler zu werden? Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es? So kann man auch noch etwas über dem Lesen lernen oder sich vielleicht sogar selbst einmal an einer Skizze versuchen. Beeindruckend fand ich auch die Bilder, die in dem Manga gezeigt wurde. Diese Bilder stammen alle von Künstlern, die sich bereit erklärt haben, die Bilder für den Manga zur Verfügung zu stellen.

Eine Person, die mir in diesem Manga besonders ans Herz gewachsen ist, war die Kunstlehrerin von Yatora. Sie steht Yatora mit Rat und Tat zur Seite, aber drängt ihn zu nichts. Sie lässt ihn selbst herausfinden, ob eine Kunstkarriere etwas für ihn wäre, und stellt neutral die Probleme und Herausforderungen einer solchen Karriere dar. Ich finde einen solchen Ansprechpartner, der dir unvoreingenommen zur Seite steht, sehr wichtig, um herauszufinden, was man wirklich möchte.

Demnach kann ich nur jedem dieses Buch empfehlen, der Yatora auf seinem spannenden Weg ein Künstler zu werden begleiten möchte und vielleicht so auch für sich selbst herausfinden möchte, ob das eine Berufsoption wär!

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Veröffentlicht am 28.09.2020

Stark sein bedeutet nicht, nie zu zu fallen, sondern immer wieder auf zu stehen

Regenwaldgeflüster
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Die Schülerin Victoria, kurz Vicky, wird ständig von ihren Mitschülerinnen gemobbt und erniedrigt. Obwohl sie vor Jahren einmal mit Lena gut befreundet war, nutzt diese jede Gelegenheit, Vicky fertig zu ...

Die Schülerin Victoria, kurz Vicky, wird ständig von ihren Mitschülerinnen gemobbt und erniedrigt. Obwohl sie vor Jahren einmal mit Lena gut befreundet war, nutzt diese jede Gelegenheit, Vicky fertig zu machen. Aus diesem Grund entschließt sich Vicky, ein Austauschjahr in Südamerika zu machen. Sie erhofft sich so ihrem bisherigen Leben kurzzeitig entfliehen zu können und freut sich auf die Möglichkeit. Allerdings beginnt die Ernüchterung schon am Flughafen: Lena und ihre Clique machen ebenfalls ein Austauschjahr in Südamerika und sie sitzen auch noch zu allem Überfluss im Flugzeug neben Vicky. Wieder befindet sich Vicky im Zentrum der Aufmerksamkeit. Doch dies bleibt nicht lange so. Lena und ihre Clique entdecken im Flugzeug ein paar Bankreihen vor ihnen den Superstar Drew Evenson. Ihre Annäherungsversuche haben allerdings keinen Erfolg und bald daraufhin findet sich Vicky auf dem Sitz neben Drew. Dieser hat nämlich mitbekommen, dass die anderen Mädels sie schlecht behandeln und greift ins Geschehen ein. Vicky kann ihr Glück zunächst kaum fassen und denkt, dass nun alles gut werden wird. Doch dann beginnen die Turbulenzen und das Flugzeug stürzt ab..

Besonders gut gefallen hat mir das Setting des Buches. Der Flugzeugabsturz und der Überlebenskampf im Regenwald werden detailreich beschrieben und man merkt, dass die Autorin viel Zeit investiert hat, sich in das Thema einzulesen. Während dem Lesen, habe ich viele neue Dinge gelernt, wie z.B. dass Lianen Wasser enthalten und deswegen gut als „Duschersatz“ dienen können oder wie man sich am besten vor den Käfern im Regenwald schützt. Gerade diese kleinen Details machen das Buch sehr spannend und ich bin regelrecht in eine Lesesucht verfallen, da ich unbedingt wissen wollte, ob Vicky und Drew überleben. Auch empfand ich das Setting als frisch und unverbraucht.

Ebenso fand ich schön zu lesen, wie Vicky an dieser Katastrophe wächst und immer stärker wird. In ihrem alten Leben vor dem Absturz wurde sie gemobbt und fertig gemacht, aber auch da hat sie schon nicht aufgegeben, sondern hat damit gelernt zu leben. Der Regenwald ist eine gänzlich neue Erfahrung für sie, aber sie lässt sich nicht unterkriegen, sondern blüht regelrecht auf. Zudem traut sie sich immer mehr zu und macht sogar kleinere Annährungsversuche Drew gegenüber. Auch gefällt mir generell der Charakter von Vicky. Als sie abstürzt, macht sie denn Witz „ich dachte, das Leben zieht an einem Menschen vorbei, wenn sein Leben zu Ende geht, an mir zieht nur vorbei, was ich nicht im Leben gemacht habe“. Mir hat diese tragische Komik von Vicky gefallen und hat sie mir sehr sympathisch gemacht. Dadurch konnte ich auch gut mir ihr mitfiebern.

Der Wechsel der Sichten zwischen Vicky und Drew empfand ich auch als sehr positiv. Ich glaube, wenn ich nicht die Gedanken von Drew hätte lesen können, wäre ich mit dem Charakter von Drew nicht klargekommen. Er ist sehr wechselhaft und launisch und ohne seine Gedanken hätte ich bestimmte Handlungen von ihm missinterpretiert. Von daher sind die ständigen Wechsel eine klare Bereicherung der Geschichte.

Ich kann nur jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte über einen spannenden Überlebenskampf im Dschungel lesen möchte mit einer Brise Romantik!

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Die Ahnung der Frau ist meist zuverlässiger als das Wissen der Männer

Das Erbe der Päpstin
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Freya lebt mit ihrer Mutter Gisla und ihrer Schwester Asta in einem kleinen Dorf in Dänemark im Jahre 854 n. Chr. Sie leben als Sklaven im Haus von Björn Ragnarssons, nachdem Gisla vor 17 Jahren aus ihrer ...

Freya lebt mit ihrer Mutter Gisla und ihrer Schwester Asta in einem kleinen Dorf in Dänemark im Jahre 854 n. Chr. Sie leben als Sklaven im Haus von Björn Ragnarssons, nachdem Gisla vor 17 Jahren aus ihrer Heimat Dorstadt von den Dänen, auf einem ihrer Raubzüge, entführt worden ist. Eines Abends kehrt Björn von einem weiteren seiner Raubzüge zurück und möchte seinen Sieg gebührend feiern, indem er das Lager mit der schönen Asta teilt, die aber auch gleichzeitig seine Tochter ist. Gisla versucht verzweifelt ihn davon abzuhalten und Björn tötet sie brutal bei diesem Versuch. Von der Trauer und der lebenslangen Unterdrückung übermannt, bringt Freya daraufhin Björn mit ihrem Jagdmesser um. Den beiden Schwestern bleibt nur noch die Flucht aus Dänemark und der Versuch in Dorstadt etwas über ihre verbliebene Familie herauszufinden. Schon bald führt Freyas Weg sie nicht nur nach Dorstadt, sondern auch nach Rom, wo sie Bekanntschaft mit Päpstin Johanna mit, die ihr Leben nachhaltig beeinflusst.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Freya trotz aller Widerstände in dieser Zeit, eine starke Frauenrolle verkörpert. Zu keiner Zeit im Buch muss Freya von einem Mann gerettet werden und löst ihre Probleme nonchalant einfach selbst. Sie gibt sich nie mit ihrer Rolle als Frau in der Gesellschaft zufrieden, sondern stellt kritische Fragen, aus welchem Grund Frauen denn so wenig zu sagen haben. Auf ihrer Flucht schlüpft sie sogar in Männerkleidung und gibt sich fortan als Astas Bruder aus, da sie sich mehr Erfolg verspricht als Mann Antworten auf ihre Fragen nach dem Verbleib ihrer restlichen Familie zu bekommen. Auch hat sie so die Möglichkeit Lesen und Schreiben zu lernen.

Auf ihrer Reise trifft sie ebenso auf andere starke Frauen, wie die Päpstin Johanna oder auch die Äbtisin Irmingard. Sie helfen Freya nach und nach zu entdecken, welche verborgenen Talente in ihr schlummern. Da Freya in Dorstadt Lesen und Schreiben gelernt hat, kann sie bald schon Bücher von Hippokrates oder auch Soranos von Ephesus lesen. Allerdings bleibt es nicht nur beim Lesen, sondern sie versteht sich auch in ihrer Anwendung. Mit diesem Wissen kann sie bald darauf erkrankten Menschen helfen, die unter normalen medizinischen Umständen der damaligen Zeit, schon lange für Tod erklärt wurden. Es ist einfach faszinierend und spannend zu lesen, wie es Freya mit begrenzten Mitteln schafft, Menschen zu heilen. Ebenso fand ich es schön, dass „neumodische Themen“, wie z.B. Adoption einfach organisch in die Geschichte integriert wurden und Freya kein Problem damit hat ein Kind zu adoptieren.

Allerdings verläuft das Leben von Freya nicht nur positiv und sie muss mit vielen Verlusten und Entbehrungen zurechtkommen. Dies trägt aber zum einen dazu bei, dass Freya für den Leser nahbar und nachempfindbar wird und zum anderen, dass die Geschichte spannend bleibt. Bis zum Ende hin besteht eine unterschwellige Bedrohung für Freya in die Hände des Mörders Hugo Abbas oder Björns Bruder Hasteinn Ragnarssons zu fallen und deren Zorn ausgeliefert zu sein.

Ich hatte sehr viele schöne Lesestunden mit diesem Buch und habe mich stets mit Freya verbunden gefühlt. Ebenso fand ich den geschichtlichen Kontext sehr interessant, da man aus dieser Zeit sehr wenig weiß, wenn auch nicht alles geschichtlich akkurat erzählt wurde, wie z.B. die Schlacht um Paris, so stecken doch viele interessante geschichtliche Fakten in diesem Buch, die meine Lust geweckt haben mehr darüber zu lesen. Auch in Bezug auf Soranus von Ephesus, der das Buch „die Gynäkologie des Soranus von Ephesus“ geschrieben hat.

Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der gerne historische Romane liest oder wissen möchte, wie es nach dem Buch „die Päpstin“ von Donna W. Cross weitergeht. Allerdings muss das Buch sich nicht vor seinem großen Erbe verstecken und kann als eigenständiges, großartiges Buch gesehen werden!

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