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Veröffentlicht am 02.11.2020

Unglaublich spannende Dystopie

Invalidum
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Wir befinden uns in einer doch etwas weiter entfernten Zukunft. Die Menschen haben die Krankheiten, Behinderungen, Unzulänglichkeiten weitgehend besiegt. Babys werden zwar noch normal ausgetragen, aber ...

Wir befinden uns in einer doch etwas weiter entfernten Zukunft. Die Menschen haben die Krankheiten, Behinderungen, Unzulänglichkeiten weitgehend besiegt. Babys werden zwar noch normal ausgetragen, aber nicht mehr normal gezeugt. Ein neues Baby wird nach den Wünschen der Eltern designt, damit es auch ja keinen Makel hat. Menschen mit einem Makel werden Invalidum gennant. Niemand möchte ein Invalidum sein.

Schon als ich den Klappentext las fand ich, dass dies eine ganz grausige Vorstellung ist und beim lesen des Buches verfestigte sich dieser Gedanke. Menschen, die nicht der perfekten Norm entsprechen sind Invaliduen und können von den Eltern zu Versuchszwecken an die Forschung übergeben werden. Über die normale Bevölkerung erfahren wir wenig, aber Wissenschaftler scheinen da nicht so zimperlich zu sein.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Linn und aus Sicht von Runa erzählt. Runa ist sehr behütet in der wohlhabenden Oberschicht aufgewachsen ist und ihr Weltbild wird nach und nach immer mehr zerstört. Linn scheint mir deutlich einfacher aufgewachsen zu sein, über ihren Hintergrund erfährt man nicht ganz so viel. Linn hat aber definitiv das Herz am rechten Fleck und sie ist mutig, wenn auch nicht furchtlos. Eine gute Mischung, wie ich finde, um eine authentische Protagonistin zu schaffen. Beide Mädchen bekommen von der Autorin eine Art “Beschützer” an die Seite gestellt, der nach und nach immer mehr Raum einnimmt. Linns Weggefährte Falk kommt noch ein bisschen kurz, aber ich hoffe sehr, dass er im zweiten Band noch zu Großem berufen sein wird. Runas Begleiter Joris wird dem Leser bereits jetzt sehr viel näher gebracht und er scheint mir ein durchaus interessanter Charakter zu sein.

Der Schreibstil ist unglaublich mitreißend, aber auch recht einfach gehalten. Man kann der Geschichte sehr gut folgen und wird förmlich durch die Seiten gerissen. Die Geschichte hätte ein bisschen mehr Erklärungen zu Eugenica, der Welt in der Runa und Linn leben, vertragen können. Die Autorin geht nicht sehr stark in die Tiefe. Hier wäre noch ein bisschen mehr heraus zu holen gewesen. Ich hätte mir an der einen oder anderen Stelle ein paar mehr Informationen darüber gewünscht, wie die dystopische Welt funktioniert. Wer ist an der Macht, welchen Stellenwert haben die Forscher, wie weit wollen und dürfen sie gehen, um das perfekte Baby zu kreieren. Was hat es genau mit dem Cube auf sich? Wofür ist er eigentlich da? Vielleicht haben wir ja Glück, und die Autorin nimmt uns im zweiten Band ein bisschen an die Hand, um uns zu zeigen, wie Eugenica funktioniert.

Mir hat die Geschichte unheimlich gut gefallen und ich fiebere auf den zweiten Band hin. Ich hoffe sehr, dass die Autorin uns nicht allzu lange warten lässt. Ich vergebe gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.10.2020

Ein wunderschönes Kinderbuch in Reimform

Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte
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Mit “Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte” legt Yuval Zommer ein wirklich herzerwärmendes Weihnachtsbuch für die ganz kleinen Kinder vor. Der Autor selbst hat das Buch auch illustriert und Text und Bilder ...

Mit “Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte” legt Yuval Zommer ein wirklich herzerwärmendes Weihnachtsbuch für die ganz kleinen Kinder vor. Der Autor selbst hat das Buch auch illustriert und Text und Bilder passen wunderbar zusammen. Dabei legt er Wert auf großformatige, nicht überladene Zeichnungen, auf denen es zwar viel zu entdecken gibt, die die Kinder aber nicht überfordern.

Jede Zeichnung ist mit einem Reim versehen, der die Geschichte um den kleinen Weihnachtsbaum erzählt und durch das Jahr hindurch voran bringt. Dabei begleiten wir die kleine Fichte durch das ganze Jahr, nicht nur durch die Weihnachtszeit. Dennoch handelt es sich um ein Weihnachtsbuch, denn am Ende feiern die Tiere und die Fichte ihr ganz persönliches Weihnachtsfest.

Ich glaube nicht, dass die ganz kleinen Kinder die Botschaft schon verstehen, dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Botschaft wunderschön ist. Man muss nicht gerade und groß gewachsen sein, nicht der Norm entsprechen, um geliebt zu werden. Die Tiere des Waldes erweisen auch der kleinen, etwas schief gewachsenen Fichte, ihre Aufmerksamkeit und es wird ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Ich persönlich bin nicht so der Fan von Geschichten in Reimform, was mir auch hier wieder aufgefallen ist. Dennoch passen Reime und Zeichnungen, wie schon erwähnt, sehr gut zusammen und die Reime sind absolut einfach gehalten und damit kindgerecht.

Aus meiner Sicht passt bei diesem weihnachtlichen Buch alles sehr gut und deshalb vergebe ich gerne 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Wieder eine unglaublich starke Geschichte

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
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Nun habe ich auch Band 4 um die Fotografin Mimi Reventlow und ihre Weggefährten Anton, Bernadette, Corinna und noch so einige andere gelesen. Und ich kann nur wieder sagen: Wow! Ich liebe diese Reihe einfach ...

Nun habe ich auch Band 4 um die Fotografin Mimi Reventlow und ihre Weggefährten Anton, Bernadette, Corinna und noch so einige andere gelesen. Und ich kann nur wieder sagen: Wow! Ich liebe diese Reihe einfach total und freue mich auf den 5. und letzten Band, der im kommenden Jahr erscheinen wird.

Band 3 hat ja mit einem recht fiesen Cliffhanger geendet, so dass ich froh war, als ich weiterlesen konnte. Mimi und Anton haben es wirklich nicht leicht. Sie müssen sich auf sich verändernde Gegebenheiten einstellen. Auch in diesem Band fällt dies Anton zunächst viel leichter, als Mimi. Aber auch Mimi findet nach und nach zu ihrer alten Stärke zurück und fängt an, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und sich weiterzuentwickeln. Hilfreich zur Seite steht ihr neben Anton dabei vor allem ihre Freundin, die Unternehmerin mit der großen Schafzucht, Bernadette.

Bernadette habe ich in diesem Buch ein bisschen mehr ins Herz schließen können. Die hartherzige Unternehmerin scheint doch ein Herz zu haben. Ob das der Krieg hervorbringt, oder doch eher die schrecklichen Ereignisse, die sich in ihrem und Corinnes Leben zugetragen haben? Ich weiß es nicht ganz genau, was ihre Veränderung ausmacht, aber es gefällt mir. Bernadette als fühlender Mensch macht sie so viel nahbarer für den Leser. Auch Corinne erleben wir sehr menschlich und unglaublich sympathisch. Wie sie das Leben meisterst ist einfach bewundernswert.

Auch Alexander (Paon) bekommt wieder seinen Auftritt. Ich kann ihn immer weniger verstehen. Er lässt sich von Mylo von vorn bis hinten manipulieren und merkt es einfach nicht. Schade, dass Alexander so unglaublich unsympathisch geworden ist. Zwischendurch dachte ich, dass er sich doch wieder wandelt, aber so ganz konnte er mich noch nicht von sich überzeugen. Vielleicht im nächsten band?

Das Leben der Protagonisten wird durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges ordentlich durcheinander gewirbelt. Vor allem Anton, der junge, ungestüme Mann, der das Leben und das Abenteuer liebt, wird in die Ereignisse des ersten Weltkrieges voll hinein gezogen. Man hört förmlich den Kanonendonner auf der anderen Seite des Schützengrabens. Ganz besonders gerührt hat mich die Szene, die sich an der Front zu Weihnachten abspielt. Ich glaube, mir ist selten so eindrucksvoll die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen geführt worden, wie in diesem Buch.

Der Schreibstil von Petra Durst-Benning hat sich seit Band 1 nicht verändert. Mitreißend, bildhaft, unglaublich fesselnd berichtet sie aus dem Leben der Protagonisten. In diesem Band bin ich allerdings ganz froh, dass sie nicht zu detailreich schreibt, denn Antons Erlebnisse an der Front werden zwar eindrucksvoll, aber nicht zu grauenhaft geschildert. Wie oben schon geschrieben, berührte mich eher die Sinnlosigkeit des Krieges, als dessen Grausamkeit.

Ich hoffe sehr, dass im Band 5 alles zu einem guten, runden Ende für meine Lieblinge, Mimi, Anton, Bernadette und Corinne geführt wird. Das große runde, gute Ende wird zumindest für Bernadette und Corinne in diesem Band eingeläutet. Ich hege da große Hoffnungen in die Autorin. Für Mimi und Anton sieht es im Moment etwas schlechter aus. Unsere beiden Protagonisten werden mal wieder auf harte Proben gestellt. Ich hoffe, dass es ihnen in Band 5 gelingen wird, diese zu meistern.

Auch für den vierten Band muss ich 5 Sterne vergeben. Lest diese Reihe!

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Es geht spannend weiter

Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung
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Erkenntnis des Tages: Eine Rezension zu Band 2 zu schreiben, wenn man bei Band 3 schon fast zur Hälfte durch ist, ist gar nicht so einfach. Ich musste sofort weiterlesen, denn die Geschichte um Mimi, Anton ...

Erkenntnis des Tages: Eine Rezension zu Band 2 zu schreiben, wenn man bei Band 3 schon fast zur Hälfte durch ist, ist gar nicht so einfach. Ich musste sofort weiterlesen, denn die Geschichte um Mimi, Anton und Alexander fesselt mich ungemein.

Mimi hat es nun nach Laichingen verschlagen, wo sie ihren kranken Onkel pflegt. Genau wie Mimi stellen wir schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, in eine verschworene Dorfgemeinschaft hinein zu kommen, zumal Mimi ja auch nicht gerade die angepasste Frau ist, die die Weber in Laichingen sich wünschen. Dennoch schließt sie nach und nach die eine oder andere Freundschaft.

Anton, der Sohn des Gastwirts, nimmt in diesem Band langsam eine größere Rolle ein und schleicht sich (auf nette Weise) nach und nach in Mimis Leben. Auch wenn Anton manchmal ein bisschen zu manipulierend ist, so fand ich ihn trotzdem sympathisch. Er möchte mehr aus seinem Leben machen, als das kleine Dorf ihm bieten kann und ist bereit, dafür so Einiges in Kauf zu nehmen.

Richtig sympathisch war mir Alexander. Zu ihm hätte ich gerne ein Spin-off, denn seine Zeit in Stuttgart gäbe sicher auch eine interessante Geschichte her. So müssen wir uns leider mit dem Wenigen begnügen, an dem die Autorin uns Teil haben lässt. Das fand ich ein bisschen schade.

Insgesamt ist die Geschichte wieder sehr spannend geschrieben. Laichingen kommt einfach nicht zur Ruhe, und so wie die Einwohner nicht zur Ruhe kommen, kommt auch der Leser aus dem Staunen nicht heraus. Die Geschichte ist aus dem wahren Leben gegriffen und man fiebert mit Mimi und ihren Begleitern mit. Das Leben der Weber ist unglaublich hart und man spürt ihren Kampf um ein bisschen Glück, ein bisschen Ruhe förmlich. Leider sind die Einwohner Laichingens vom Fabrikbesitzer Gehringer nach wie vor abhängig und keiner traut sich, gegen ihn aufzubegehren. Nur Mimi macht ihm erneut das Leben an der einen oder anderen Stelle schwer.

Der Schreibstil von Petra Durst-Benning ist, wie auch im ersten Band schon, unglaublich bildhaft und sehr mitreißend. Man sieht die Weber, die im Schweiße ihres Angesichts in der Weberei schuften, richtig vor sich. Auch von Mimi habe ich inzwischen ein wirklich gutes Bild.

Band 2 bekommt von mir gerne 5 Sterne. Ich bin, wie gesagt, bei Band 3 auch schon halb durch und kann euch die Reihe jetzt schon ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Sehr hilfreicher Wanderführer für die Westküste Schleswig-Holsteins

Nordfriesland 25 Wanderungen zwischen Watt und Wiesen
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Eigentlich wollte ich euch das Buch gleich verbunden mit einer Wanderung vorstellen, aber manchmal kommt es anders… Wir sind ganz spontan in den Taunus gefahren und haben das dortige Sommerwetter in vollen ...

Eigentlich wollte ich euch das Buch gleich verbunden mit einer Wanderung vorstellen, aber manchmal kommt es anders… Wir sind ganz spontan in den Taunus gefahren und haben das dortige Sommerwetter in vollen Zügen genossen. Natürlich hatte ich diesen Wanderführer aber mit und habe darin in den Abendstunden gestöbert.

Ich kann euch die Wanderführer vom Conrad Stein Verlag nur ans Herz legen. Bisher bin ich damit immer sehr gut zurecht gekommen.

Aufgeteilt ist der Wanderführer in das Festland und in die Inseln. Zu Nordfriesland gehören ja Sylt, Föhr (meine Lieblingsinsel), Amrum und Pellworm. Das Festland umfasst die Halbinsel Eiderstedt und dann das Gebiet hoch bis hoch zur dänischen Grenze.

Zunächst findet man allgemeine Informationen z. B. zu Anreise, Wetter, Gezeiten und wichtigen Begriffen. Einen Tipp habe ich gefunden, über den ich ein bisschen schmunzeln musste, aber den ich gerne unterschreibe: “Moin” sagt man bei uns den ganzen Tag über, auch abends um 22 Uhr 😉

Ein zweiter Tipp: Wenn das Wasser weg ist, dann ist es weg und auch nicht einige Kilometer weiter noch da. Wir mussten letztens im Speicherkoog ein bisschen schmunzeln, als ein Päärchen enttäuscht feststellte, dass das Wasser gar nicht da ist und er zu ihr sagte: “Lass und nochmal einige Kilometer weiter fahren. Vielleicht ist es da ja da.” Tipp: ist es nicht, außer ihr fahrt an die Ostsee rüber. Wenn das Wasser weg ist, dann kann man nur geduldig abwarten. Macht doch in der Zeit einfach eine Wanderung durch das wunderschöne Binnenland.

Ihr findet in diesem Büchlein, das übrigens ein ganz wunderbares Format hat, um es im Wanderrucksack, oder sogar zur Not in der Jackentasche mitzunehmen, 25 Wanderungen. 10 Wanderungen auf dem Festland und 15 Wanderungen auf den Inseln.

Die erste Wanderung durch das Katinger Watt haben wir bereits vor einiger Zeit mit einem anderen Wanderführer gemacht und so kann ich euch anhand dieser Wanderung sagen, dass die Tour sehr gut beschrieben ist. Wir sind zwar genau anders herum gelaufen, aber wenn ich mir die Tour so durchlese, dann hätten wir es mit diesem Wanderführer deutlich einfacher gehabt, als mit dem, den wir damals mit hatten. Hier oben sind die Wanderwege nicht so gut ausgeschildert und es gibt nicht so viele markante Punkte, so ist es auch gut, wenn da einfach mal steht “gut 50 m hinter dem Ratsplatz zweigt rechts ein Weg ab”. Das ist etwas, woran man sich orientieren kann.

Gut gefällt mir auch, dass sowohl touristische Attraktionen, z. B. wo man Wattwandern kann aufgeführt sind. Außerdem Möglichkeiten der Einkehr, um etwas zu essen oder zu trinken. So kann man sich gut orientieren.

Bereits im Inhaltsverzeichnis ist markiert, ob es sich um eine Rundtour oder einen Weg hin und zurück auf demselben Pfad handelt. Das gefällt mir persönlich sehr, denn so kann ich gleich zu geeigneten Wanderungen springen. Ich mag Rundtouren nämlich lieber. Außerdem gibt es einen Hinweis darauf, für wen die Wanderung besonders geeignet ist, wie z. B. Eisenbahnfreunde oder Naturliebhaber.

Alles in allem wieder ein genialer Wanderführer aus dem Outdoor Verlag. Ich habe mir gerade zwei Wanderführer aus demselben Verlag für die Mosel-Region gekauft, da wollen wir im kommenden Jahr hin.

Für mich einer der besten Verlage für Wanderführer. Ich kann euch einen Urlaub bei uns im schönen Norden und dann die Nutzung des Wanderführers “25 Wanderungen zwischen Watt und Wiesen” nur empfehlen. 5 Sterne.

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