James Montague ist in die verschieden Länder gereist, um Einblick in die Ultra-Szene zu bekommen.
Da die Ultras Journalisten oft misstrauen, ist dies kein einfaches Unterfangen. Montague bemüht sich, ein ...
James Montague ist in die verschieden Länder gereist, um Einblick in die Ultra-Szene zu bekommen.
Da die Ultras Journalisten oft misstrauen, ist dies kein einfaches Unterfangen. Montague bemüht sich, ein ausgewogenes Bild zu zeichnen. Er will mir Vorurteilen aufräumen, ohne besorgniserregende Entwicklungen zu verschweigen.
Kroatien, Uruguay, Brasilien, Deutschland, Schweden, Türkei, USA... Die Bandbreite ist weit. Das macht Vergleiche interessant. Manchmal hat mir jedoch der tiefergehende Blick auf einen Ort/Verein und ein wirkliches Eintauchen in die Atmosphäre des Fußballspiels gefehlt. Der Autor breitet viele Fakten aus, was dazu führt, dass man ab und an mal mit der Lektüre pausieren muss, um von der Fülle an Informationen nicht erschlagen zu werden.
Aber gerade zu diesen Zeiten, in denen Fußball im Stadion ohne Fans ausgetragen wird, eine schöne Erinnerung daran, was die Fankultur ausmacht. Nicht nur Gewaltbereitschaft und Pöbelei, sondern auch das Hinweisen auf gesellschaftliche Missstände, Kreativität, ein Gefühl von Identität und Zusammengehörigkeit...
Es bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt.
Ein Trostpflaster für diejenigen, die sich danach sehnen endlich wieder ins Stadion gehen zu können und eine Erinnerung daran, was Fußball auch lebendig hält.
Das Buch ist in fünf einzelne Geschichten aufgeteilt, die zwar für sich stehen, aber mit der Zeit locker verbunden werden.
Es geht um eine Schülerin, die die Krebserkrankung ihrer Freundin dazu nutzt, ...
Das Buch ist in fünf einzelne Geschichten aufgeteilt, die zwar für sich stehen, aber mit der Zeit locker verbunden werden.
Es geht um eine Schülerin, die die Krebserkrankung ihrer Freundin dazu nutzt, um sich selbst besser dastehen zu lassen. Um die Mutter eines sterbenden Mädchens, die sich in eine Phantasiewelt flüchtet. Um eine Frau, die an der Veränderungsresistenz ihrer Schwiegermutter scheitert. Um ein gegensätzliches Künstlerpaar. Und schließlich um einen Lokaljournalisten, der entdeckt, dass seine beliebte Kollegin etwas zu verbergen hat.
Alle Personen suchen teilweise mit extremen Methoden nach Aufmerksamkeit und das, was sie für Liebe halten. Die Auflösungen haben mir nicht immer gefallen. Man sieht den Personen seitenlang auf dem Weg in den Abgrund zu. Das hat mich eher genervt als berührt. Manchmal wollte ich die Protagonist*innen nur schütteln. Sicherlich ein gewollter Effekt, aber dafür hätten mir weniger Geschichten dieser Art gereicht. :)
Insgesamt fand ich es nicht schlecht und auch gut lesbar, aber nicht so beeindruckend wie es sich die Autorin vermutlich gewünscht hat.
In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers ...
In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers erwartet. Man bekommt aber erstmal viel Vorgeschichte und Informationen über das Familienleben und kindliche Freundschaften. Das zieht sich leider extrem und zumindest mir hat auch die Aufteilung in sehr lange Tracks das Hören erschwert. Meistens habe ich mich eher in kleinen Häppchen vorgekämpft und musste dann die genaue Stelle zum Weiterhören mühsam suchen.
Eine Schwierigkeit war sicherlich, dass es sich um eine veränderte, aber wahre Geschichte handelt. Dadurch sind der Autorin Dinge wichtig, die für Leser*innen nicht besonders von Interesse sind.
Etwas Raffung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.
An den besten Stellen erfährt man eindrucksvoll davon, wie das brutale politische Regime auch das Leben von Menschen (auch Kindern) beeinflusst, die nicht sehr politisch sind oder sein wollen. Für mich, die wenig über das China dieser Zeit weiß, war es auf jeden Fall wert sich durchzukämpfen, um Neues zu erfahren.
Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich ...
Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich Lennon. Als Wiedergutmachung treffen sich die beiden auf einen Drink und verstehen sich sehr gut. Doch Alice möchte sich erst einmal auf sich selbst konzentrieren. Klappt nicht so ganz (eigentlich gar nicht) aber immerhin hat sie so Gesprächsstoff auf der Arbeit.
Alice Chefin und beste Freundin Zara versucht nämlich den schüchternen Fred zu einem Date zu überreden und ihr Kollege Tobey hadert damit, dass sein Freund zu viel Zuneigung in der Öffentlichkeit zeigt. Die Protas haben anscheinend kaum Hobbies, sie verbringen ihre Zeit zu 90% damit über Männer (entweder Ex oder love interests) zu sprechen, deren Verhalten zu analysieren oder Pläne für romantische Gesten zu schmieden. Wie gut, dass sie alle zusammen arbeiten, so können sie das in der Arbeitszeit erledigen und trotzdem ihren Lebensunterhalt sichern. Puh.
Lennon ist natürlich sympathisch, einfühlsam, geduldig, kinderlieb, gutaussehend, errät genau was die Protagonistin will, noch bevor sie es sich selbst eingestanden hat... Ich hätte gern mehr über ihn und seine Sichtweise erfahren und die ein oder andere Ecke oder Kante festgestellt. Aber nein. Der blöde Ex dagegen ist eine wandelnde red flag, absolut selbstbezogen und hat das Einfühlungsvermögen eines Betonklotzes, aber irgendwie hängt Alice an ihm. Und hat ihn auch mal geliebt. Warum auch immer. Auch hier hätte ich gern ein paar gute Seiten an ihm gesehen. So ein klein wenig Realismus und Grautöne hätte ich schon ausgehalten ohne gleich zu viel Verständnis zu haben. Na ja.
Immerhin fand ich es schön, wie die Wichtigkeit der Freundschaft zwischen Zara und Alice beschrieben wird. Dafür verschwindet die ach so tolle Freundin Mindy völlig in der Versenkung ohne auch nur einen Satz gesagt zu haben. In Erinnerung bleibt buchstäblich nur ihr Hintern. Kann man mir nicht erzählen, dass man NUR seinen Ex vermisst und nicht einmal die beste Freundin. Wäre ja auch mal spannend gewesen, wenn Alice sich damit hätte auseinandersetzen müssen, was der Betrug ihrer Freundin mit ihr macht.
Aber es ist halt eine klassische RomCom, was erwarte ich. :) Es gibt einen Hauch Erotik, ein wenig Drama und sehr viel Romantik mit Wohlfühlfaktor. Das Schlimmste, was zwischenzeitlich passiert, ist, dass ein Kind Bücher mit schmutzigen Fingern anfasst oder sich in die Hose macht. Erst am Ende kommt dann doch einen Dramamoment mit weitreichenden Folgen, den ich ziemlich drüber und unrealistisch fand (ich will nicht spoilern, aber sowohl die Frau als auch der Mann verhalten sich eher merkwürdig.). Man bekommt insgesamt das, was man sich vom Genre erhofft und wird gut unterhalten. Weder die Drama-, noch die Kitschkiste werden zu sehr hervorgezogen (Ende ausgeklammert, aber das ist Genrekonvention) und es wird meistens versucht vernünftig zu kommunizieren. Gefiel mir also schonmal viel besser als ein Großteil anderer RomComs.
Perfekte Wohlfühllektüre zum Lesen vor dem Einschlafen, die leider am Ende nochmal etwas zu viele unrealistische Wendungen nimmt.
Die Tagesthemen-Moderatorin Aline Abboud erzählt von ihrer Kindheit als „Halblibanesin mit mit ostdeutschem Migrationshintergrund“. Sie ist die Tochter eines in die DDR ausgewanderten Vaters ...
Die Tagesthemen-Moderatorin Aline Abboud erzählt von ihrer Kindheit als „Halblibanesin mit mit ostdeutschem Migrationshintergrund“. Sie ist die Tochter eines in die DDR ausgewanderten Vaters und einer deutschen Mutter. Sie ist im Jahr 1988 geboren und kennt die DDR nur aus Erzählungen. Den Libanon kennt sie vor allem von sommerlichen Besuchen bei der Verwandtschaft.
Dies ist eine sehr persönliche Geschichte und keine politische oder geschichtliches Informationsbuch über den Libanon, darauf muss man sich einstellen. Man erfährt einiges darüber, wie es ist in zwei Kulturen zu leben, ohne dass es übermäßig tiefschürfend wird.
Gut gefallen haben mir die Fotografien, sie machen es noch persönlicher. Es ist ganz nett einen Einblick in die Familie zu bekommen und von vielen kleinen Anekdoten zu erfahren, aber es hat mir als Außenstehender der rote Faden gefehlt und ich hätte gern noch mehr über den Libanon erfahren.
Vielleicht spannender für Menschen, die selbst eine Migrationsgeschichte haben.