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Veröffentlicht am 23.11.2020

Eine zauberhafte Geschichte voller nordischer Mythen!

Faye - Herz aus Licht und Lava
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Das Jugendbuch "Faye – Herz aus Licht und Lava" von Katharina Herzog, fiel mir zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse 2019 in die Hände. Es spielt in Island, hält einige magische Momente bereit, ...

Das Jugendbuch "Faye – Herz aus Licht und Lava" von Katharina Herzog, fiel mir zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse 2019 in die Hände. Es spielt in Island, hält einige magische Momente bereit, und so war es ein Leichtes, sich in die Geschichte eintauchen zu lassen und von der Landschaft, aber auch den Protagonisten verzaubern zu lassen.

Die Autorin:
Katharina Herzog ist für ihre Recherchezwecken immer wieder in den verschiedensten Ländern unterwegs, um als Autorin ein authentisches Bild der Gegenden beschreiben zu können. So war sie bereits an der Amalfiküste, auf Amrum oder auf La Gomera. Für ihre Jugendbücher bereiste sie außerdem Island und die Isle of Skye. Dort ließ sie sich von der Magie der Landschaft und der Natur verzaubern. Katharina Herzog lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Inhalt:
„Seit Fayes Ankunft auf Island geschehen merkwürdige Dinge. Gleich am ersten Abend führt ein Schwarm Glühwürmchen sie zu einer Lichtung, auf der ein uralter Baum steht. Der Sage nach soll hier der Eingang zur Elfenwelt sein. Aber vor Jahren wurde das Herz des Baumes gestohlen. Und jetzt stirbt er. Faye beschließt, den Baum zu retten. Keine leichte Aufgabe. Vor allem seitdem ihr der impulsive und jähzornige Aron über den Weg gelaufen ist. Wenn Faye wüsste, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist hübsch und hat einen magischen Charakter. Vor einem hellblauen Hintergrund sehen wir goldene Schlieren, die sich um den Titel (der nach Baumverästelungen und goldenen Einflechtungen aussieht) herum ranken. Dahinter schimmert ein Kreis mit weiteren Verschlingungen. Er ähnelt ein wenig einer keltischen Triskele. Wir haben hier also auf jeden Fall schon im Cover den Hinweis auf Magie und alten Legenden. Ein Lesebändchen gibt es beim Hardcover auch noch dazu.

Ich habe sehr schnell in die Geschichte hinein gefunden, denn es fängt gleich spannend an, als Faye im Auftrag der Green Devils, einer Gruppe, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Stadt grüner zu gestalten, vor einer Polizeiwache Canabis Pflanzen in den Kübel pflanzen will. Faye ist also ein mutiges Mädchen, die für ihre Interessen einsteht und hat eine besondere Beziehung zur Natur. Doch als sie mit der Polizei in Konflikt kommt, beschließt ihre Mutter, sich wieder mehr um sie zu kümmern und nimmt sie mit auf eine Dienstreise nach Island. Dort will sie eigentlich nur die Zeit totschlagen, doch schnell gerät sie mitten hinein in ein Abenteuer, welches auch ihre eigene Vergangenheit in ein neues Licht rückt.

Zugegeben, ein wenig vorhersehbar ist die Story, das machte das Buch aber keineswegs langweilig, denn vor allem die nordischen Mythologie, welche einen wichtigen Teil der Handlung einnimmt, war sehr interessant. Auch die verschiedenen Charaktere wurden toll herausgearbeitet und so hat man schnell seine Theorien zum weiteren Geschehen im Kopf und will einfach wissen, was nun wahr ist und was nicht.

"Faye – Herz aus Licht und Lava" ist ein wirklich schönes Jugendbuch, welches einem ein tolles Leseerlebnis ermöglicht. Man taucht ein in eine wunderbare Welt voller Mythen und magischer Wesen und fiebert mit Faye und allen anderen Protagonisten mit, bis es zu einem großen Showdown am Eingang zur Elfenwelt kommt.

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Veröffentlicht am 19.10.2020

Lust auf eine Klettertour durch die Berge Schottlands?

By Your Side
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Eine Liebesgeschichte in den schottischen Highlands mit vielen emotionalen Momenten können wir in "By Your Side" von Beth Anne Miller erleben. Das Setting ist einfach traumhaft, so wandert der Leser durch ...

Eine Liebesgeschichte in den schottischen Highlands mit vielen emotionalen Momenten können wir in "By Your Side" von Beth Anne Miller erleben. Das Setting ist einfach traumhaft, so wandert der Leser durch die Berge, über sumpfige Landschaften und steht auf den Gipfeln weit über der Welt. Ich hatte unheimlich entspannte Lesemomente und nun definitiv Fernweh.

Die Autorin:
Beth Anne Miller lebt in New York, hat aber einen Faible für Schottland. Sie ist Autorin mehrerer Bücher und hat selbst eine Trekkingstour durch die West Highlands gemacht, auf welcher die Idee für By Your Side entsprungen ist. Weitere Bücher (im englischen Original) sind "A Star to Steer Her By" und "Into the Scottish Mist".

Inhalt:
„Für einen winzigen Moment hat Amelia beim Autofahren nicht achtgegeben – und nun liegt ihre beste Freundin Carrie im Koma. Amelia versinkt in Trauer und Schuldgefühlen, bis sie einen Entschluss fasst: Sie wird an Carries Stelle eine Trekking-Tour über die schottische Isle of Skye antreten – und das, obwohl sie Sport hasst. Gleich zu Beginn gerät Amelia mit dem schlecht gelaunten, aber unverkennbar sexy Tourguide Rory aneinander. Und doch ist da sofort etwas zwischen ihnen. Langsam lernt Amelia hinter Rorys undurchdringliche Fassade zu blicken. Aber beide haben mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen und Angst, ihr Herz erneut zu verlieren.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover des Buches ist wirklich wunderschön. Vor einem weißen Hintergrund sehen wir in pink-lila Tönen das Gesicht der Hauptprotagonistin im Profil. Ihr Körper geht in die Landschaft der schottischen Highlands über, auf einer Klippe steht ein Paar, welches sich an den Händen hält und küsst. Außerdem sehen wir zwei Greifvögel, die auch im Buch eine besondere Rolle spielen.

Beschrieben wird die Geschichte sowohl aus der Sicht von Amelia, als auch aus Rorys. Dabei nimmt Amelia einen größeren Raum ein, doch die beiden Sichtweisen bieten einen optimalen Einblick in die Gefühlswelt der beiden Hauptpersonen dieser Geschichte. Sowohl Amelia, als auch Rory haben in der Vergangenheit einiges bewältigen müssen. Rory so viel mehr als Amelia, was dazu führte, dass er eine Mauer um sich errichtete, die nicht so leicht einzureißen ist. Seine Geschichte ist eine ganz besondere und wird im Lauf der Handlung Stück für Stück entrollt.

Sicherlich könnte man meinen, dass der grobe Handlungsstrang bereits in anderen Bücher abgehandelt wurde. Da ist das unsichere und zunächst eher schwache Mädchen, was auf die Hilfe des starken gutausehenden Mannes angewiesen ist, vor allem nachdem es auf der Tour zu einem Unfall kommt und Amelia und Rory zu zweit weiter reisen müssen. Doch dies bietet eben auch die Chance sich aufeinander einzulassen, sich besser kennezulernen und zu merken, dass der erste Eindruck manchmal ein ganz falscher sein kann.

Noch dazu in dieser wahnsinnig atemberaubenden Kulisse in der freien Natur, weit weg von jeglicher Zivilisation und der damit einhergehenden absoluten Erreichbarkeit, erlebt man hier als Leser eine ganz besondere Reise mit vielen Emotionen, aber auch tollem, verbalem Schlagabtausch zwischen Amelia und Rory. Ich mag es ja sehr, wenn die Protagonisten sich auch gegenseitig auf die Schippe nehmen können und so tolle Dialoge entstehen.

Mit "By Your Side" hat mich die Autorin auf eine Reise durch die Berge genommen, an der ich gerne selbst teilgenommen hätte (vielleicht eher eine Anfänger-Tour, als gleich die schwerste Route, die man sich vorstellen kann). Die vielen sympathischen Protagonisten bildeten einen tollen Rahmen für diese gefühlvolle und auch dramatische Geschichte.

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Veröffentlicht am 19.10.2020

Kein Ritter ohne edles Schwert!

Ritter werden leicht gemacht – Ein äußerst nerviger Bär
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Ende Juli war es soweit und der dritte Teil der "Ritter werden leicht gemacht" – Reihe ist erschienen. Wir haben ihn in einem Rutsch durchgelesen und hatten wieder Spaß daran, dem ungleichen Paar Sam und ...

Ende Juli war es soweit und der dritte Teil der "Ritter werden leicht gemacht" – Reihe ist erschienen. Wir haben ihn in einem Rutsch durchgelesen und hatten wieder Spaß daran, dem ungleichen Paar Sam und Nella auf ihrer Mission zu folgen. Diesmal stand Aufgabe drei von sechs auf dem Plan. Ein Ritter braucht ein ordentliches Schwert, doch dafür müssen Sam und Nella erst einmal ein Schloss einfangen. Gar nicht so leicht, vor allem wenn man einen nervigen Bären an der Seite hat. Oder vielleicht doch nicht?

Die Autorin und der Illustrator:
Vivian French (geboren 1945) ist eine britische Schriftstellerin. Sie hat über 250 Bücher für Kinder und Jugendliche geschrieben. Einige ihrer Buchreihen feierten große Erfolge, so zum Beispiel The Tiara Club oder Tales from the Five Kingdoms. In der Reihe Ritter werden leicht gemacht sind bisher sechs Bände im englischen Original erschienen. Im Deutschen gibt es drei Bände: "Drachen sind Nicht-Schwimmer" (Teil 1) und "Ein Pferd namens Dora" (Teil 2)
David Melling ist ein britischer Illustrator. Bevor er sich auf Kinderbücher spezialisierte, arbeitete er als Fotograf und Zeichner für verschiedene Animationsfilme. Seither hat er über 150 Bücher illustriert, welche in über 30 Sprachen übersetzt wurden.


Inhalt:
„Sam J. Butterkappe hat einen Traum: Er möchte ein Ritter werden, edel und verwegen. Doch wie stellt man das an, wie wird man eigentlich Ritter? Laut einer alten Schriftrolle müssen Sam und seine Cousine Brunella hierfür sechs Aufgaben erfüllen und zwar nur eine pro Tag. Heute sollen die beiden ein stattliches Schwert finden, aber ein grantiger Zwerg und ein äußerst nerviger Bär kommen ihnen immer wieder dazwischen. Wird es Sam und Brunella am Ende gelingen, ihre dritte Ritter-Lektion erfolgreich zu Ende zu führen?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Die Cover dieser Reihe haben einen großen Wiedererkennungswert. Der dritte Band kommt in einem leuchtenden Honiggelb daher. Wir sehen den bereits erwähnten Bären, dieser hält sogar ein Schwer in der Hand. Dahinter schwirren einige Bienen. Auch Sam ist oben wieder zu sehen, wie er eine Schreibfeder in der Hand hält. Alle wichtigen Details sind also bereits auf dem Cover zu finden. Das Buch sieht außerdem wieder aus, wie ein in Leder gebundenes, vollgekleckstes Tagebuch.

Wieder haben wir tagebuchähnliche Einträge in Kombination mit der Erzählung der Geschichte um Sam und Nella. Die Geschichte setzt am nachfolgenden Tag vom zweiten Band ein und die beiden Kinder machen sich sofort auf den Weg um ihre neuste Aufgabe zu bewältigen. Sam braucht als Ritter ein Schwert, und das kann er laut magischer Schriftrolle bekommen, wenn er ein Schloss einfängt. Um dieses zu finden, tritt wieder der Kritzelvogel auf den Plan, der Sam jederzeit zur Seite steht.

Innerhalb einer Stunde haben wir die gut 100 Seiten der Geschichte gelesen und dabei gelacht und mitgefiebert. Der Schreibstil ist flüssig, leicht und gut verständliche, sodass Kinder ab mindestens 4 Jahren gut folgen können, oder geübte Leser ab 8 Jahren es leicht selbst lesen können.

Diesmal tauchte ein Zwerg in der Geschichte auf, den wir schon aus dem Märchen Schneeweißchen und Rosenrot kennen. Außerdem besagter Bär, der den Kindern seine Hilfe anbietet, dabei aber eher seine eigenen Probleme im Blick hat, sich aber bessert und somit eigentlich ziemlich hilfreich sein wird.

"Ritter werden leicht gemacht – Ein äußerst nerviger Bär" reiht sich nachtlos an die beiden Vorgängerbände an, bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen mit humorvollen Elementen und eher weniger nervenaufreibenden Szenen. Schon in diesem Monat erscheint der vierte Band der Reihe und wir sind schon ganz gespannt, was Sam nach seiner treuen Gefährtin, einem stattlichen Ross und einem edlen Schwert als nächstes erobert muss.

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Über die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Tausend kleine Schritte
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Dieses zauberhafte kleine Büchlein habe ich bereits im Januar gelesen und irgendwie schaffe ich es erst jetzt, es euch vorzustellen. Aber besser spät, als nie, denn "Tausend kleine Schritte" ist eine tolle ...

Dieses zauberhafte kleine Büchlein habe ich bereits im Januar gelesen und irgendwie schaffe ich es erst jetzt, es euch vorzustellen. Aber besser spät, als nie, denn "Tausend kleine Schritte" ist eine tolle wenn auch ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der es darum geht, seine Mitmenschen so zu nehmen, wie sie sind, auch wenn sie nicht der Norm entsprechen. Wir alle sind einzigartig und sollten uns nicht verbiegen, um ins Raster zu passen.

Die Autorin:
Toni Jordan (geboren 1966) ist Schriftstellerin und lebt in Melbourne. "Tausend kleine Schritte" ist ihr erster Roman und war international erfolgreich. Das Buch wurde in Australien für den Miles Franklin Award und den Barbara Jefferis Award nominiert und als Bestes Debüt des Jahres ausgezeichnet. Weitere Romane der Autorin sind "Die schönsten Dinge" und "Neun Tage". Letzterer wurde mit dem Fiction Award der unabhängigen australischen Buchhändler ausgezeichnet.

Inhalt:
„Grace Lisa Vandenburg zählt alles, was sie umgibt, jede Kleinigkeit: die Schritte bis zu ihrem Lieblingscafé (920), die Streusel auf ihrem Orangenkuchen (12 – 92) und die Buchstaben ihres Namens (19). Erst Seamus O’Reilly und sein unwiderstehlicher Wunsch, hinter das Geheimnis ihres Lebens zu kommen, lässt sie die Kontrolle verlieren.“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Bereits das Cover lässt darauf schließen, dass wir es hier mit einer eher ungewöhnlichen Geschichte zu tun haben. Da ist ein Stapel Orangen, teils geschält, teils nicht. Das alles auf weißem Grund und eigentlich so gar nicht zum Titel passend. Doch Orangen spielen im Buch eine Rolle, wenn auch eine kleine. Ich fand das Cover zumindest so interessant, dass ich auf dem Tisch der Mängelexemplare danach gegriffen habe. Und das ist es ja schließlich, was ein Cover erreichen sollte.

Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Er passt genau zu der Protagonistin, die zwar ihre Macken hat, dabei aber dennoch gebildet ist. Ich habe das Buch ziemlich schnell durchgelesen und fühlte mich durchweg gut unterhalten.

Zitat: "Aber ohne Zählen wäre die Welt zu groß und zu austauschbar. Eine endlose Leere. Ich wäre immerzu orientierungslos. Ich wäre überwältigt."
(Toni Jordan: Tausend kleine Schritte, Seite 31)

Grace‘ Tick mit den Zahlen begann schon in ihrer Kindheit. Was das Ganze ausgelöst hat, erfahren wir im Lauf der Geschichte. Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema „Zwänge“ auskennt, weiß man, dass meist ein traumatisches Ereignis in der Kindheit der Grund für solche ausgeprägten ungewöhnlichen Verhaltensmuster ist. So auch bei Grace. Dennoch hat sie sich in ihrem Leben gut eingerichtet. Sie kann aufgrund ihrer Zählerei nicht mehr in ihrem gelernten Beruf als Lehrerin arbeiten und gilt nun als erwerbsunfähig. Aber selbst den für sie schwierigen Situationen, wie zum Beispiel dem Einkauf im Supermarkt, ist sie gewachsen und dabei um keine Ausrede verlegen, als es darum geht die fehlende zehnte Banane zu ergattern. So können wir neben der schwierigeren Thematik auch an einigen humorvollen Szenen teilhaben.

Erst als Seamus O’Reilly in ihre Leben tritt, merkt sie, dass ihr etwas in ihrem Leben gefehlt hat. Er macht sie glücklich und ihr Leben ein wenig aufregender. Er ist alles, was sie braucht. Doch das scheint Seamus nicht zu merken. Sein Drang, ihr zu helfen ist groß und so nimmt die Geschichte der beiden ihren Lauf.

Wir lernen Grace Marotten ziemlich deutlich kennen, sie zählt alles was ihr möglich ist, um sich in der Welt zurechtzufinden und Sicherheit zu verspüren. Das hat die Autorin wunderbar in Szene gesetzt und manchem Leser könnte das schon auf die Nerven gehen. Ich persönlich fand es aber sehr interessant in Grace Kopf blicken zu dürfen. Natürlich kommen wir in der Geschichte irgend wann zu der Frage , ob es sinnvoll ist, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die eigenen Ticks zu überwinden. Ob es überhaupt nötig ist, sich zu verändern, um mehr der Norm zu entsprechen. Und ob es Grace glücklich macht, mithilfe von Medikamenten ein sogenanntes normales Leben zu führen, welches der eigenen Natur aber zuwider ist.

"Tausend kleine Schritte" ist ein sehr emotionales Buch, welches uns mitnimmt in die Welt einer Zwangsneurotikerin. Wir erfahren, welche Hürden jene Menschen zu nehmen haben, um so sein zu können, wie sie selbst sein möchte und nicht, wie die Außenwelt sie sehen will. Auch wenn viele Ratschläge von Außen gut gemeint sind, so muss jeder am Ende selbst entscheiden, was für ihn das Richtige ist. Akzeptiere dich und akzeptiere dein Gegenüber. Jeder ist richtig, so wie er ist.

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Wenn Realität und Halluzination sich überschneiden.

Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt
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Das Buch Von der "Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt" von Francesca Zappia habe ich durch die #LBLesertreff-Aktion zur Frankfurter Buchmesse 2019 gewonnen. Das Buch hat mich sehr bewegt.

Die ...

Das Buch Von der "Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt" von Francesca Zappia habe ich durch die #LBLesertreff-Aktion zur Frankfurter Buchmesse 2019 gewonnen. Das Buch hat mich sehr bewegt.

Die Autorin:
Francesca Zappia ist eine amerikanische Schriftstellerin. Sie studiert Informatik, verbringt inzwischen aber ihre Zeit mit dem Schreiben. Außerdem zeichnet und liest sie gerne. "Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt" ist ihr Debütroman.

Inhalt:
„Alex hört Stimmen, spricht mit Gegenständen und manchmal auch mit Hummern. Als sie neu an die Schule kommt, zählt für sie nur eines: den Abschluss zu schaffen und an einem guten College angenommen zu werden, ohne dass jemand merkt, was mit ihr los ist. Doch dann begegnet sie Miles – und ist geschockt, denn seine blauen Augen erinnern sie an eine Begebenheit aus ihrer Kindheit, die sie für eine Halluzination hielt. Ist Miles der Junge, dem Alex als Kind im Supermarkt begegnete? Mit dem sie gemeinsam Hummer aus einem Aquarium befreite? Oder hat sie sich ihn und das alles nur ausgedacht?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Schon das Cover zeigt, dass hier eine ungewöhnliche Geschichte auf den Leser wartet, Wir sehen ein Mädchen in roter Jacke vor einem Hintergrund, bei welchem der Himmel mit einigen Wolken dargestellt wird. Allerdings steht das Mädchen Kopf. Es blickt also verkehrt herum von oben auf uns herab. Außerdem sehen wir viele leuchtend blaue Augen über den Himmel verteilt. Es wird schon hier deutlich, dass die Welt für das Mädchen auf dem Kopf steht, und dass die Geschichte etwas mit blauen Augen zu tun hat.

Ich besaß nicht den Luxus, die Wirklichkeit für selbstverständlich zu nehmen.

Francesca Zappia: Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt, Seite 17
Alex ist ein besonderes Mädchen. Bereits mit sieben Jahren weiß sie nicht genau, was real und was Halluzination ist. Ein Ereignis in ihrer Kindheit, als sie mithilfe eines Jungens Hummer aus dem Verkaufsbecken retten will, hält sie für eine Halluzination. Bis sie Jahre später einen Jungen, Miles, mit genau diesen Augen wiedertrifft. Eigentlich hatte Alex für sich Strategien entwickelt, wie sie Realität und Halluzination auseinanderhalten kann, denn sie leidet an paranoider Schizophrenie. Doch die Grenzen verwischen, sodass Realität und Halluzination nicht mehr so einfach auseinanderzuhalten sind. Die Geschichte nimmt mehrere unvorhersehbare Wendungen, denn auch Miles hat kein unbeschwertes Leben.

Alex wuchs mir schnell ans Herz und die Autorin schafft es, die Krankheit so nachvollziehbar zu schildern, dass auch der Leser irgendwann nicht mehr genau weiß, was nun real ist und was nur eingebildet. Genau wie es Alex tagtäglich ergeht. Sie hat so viele Hürden zu nehmen wird oftmals so unglaublich ungerecht behandelt, dass man gerne für sie eintreten würde.
Auch Miles ist ein toller Charakter, er ist einfühlsam und verurteilt Alex nicht. Er nimmt sie ernst, er sieht sie, wie sie ist und nimmt sie vor allem genau so an. Die Beziehung zwischen den beiden entfaltet sich ganz zart und bietet Alex eine große Stütze.

An Ende der Geschichte ist man als Leser zwar zufrieden, allerdings hätte ich gerne noch mehr erfahren, noch weiter gelesen und wollte mich nicht so einfach von Alex und Miles trennen. Eine gewisse Unklarheit bleibt zurück, was aber gleichsam Alex Krankheit gut transportiert.

"Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt" ist ein außergewöhnlicher Roman, der sich mit einer Erkrankung beschäftigt, die betroffene Menschen stark einschränkt und in der Gesellschaft oft zum Außenseiter werden lässt. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin Alex Weg.

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