Spannend, aber sehr brutal
Der HeimwegIn diesem Thriller greift Fitzek ein Thema auf, dass eine sehr gute und wichtige Sache ist, im Alltag aber meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, das Heimwegtelefon. Wenn man abends nach ...
In diesem Thriller greift Fitzek ein Thema auf, dass eine sehr gute und wichtige Sache ist, im Alltag aber meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, das Heimwegtelefon. Wenn man abends nach Hause geht und sich unwohl fühlt, kann man dort anrufen und wird telefonisch begleitet. Natürlich bietet das Stoff für einen guten Thriller, auch wenn man hofft, dass es in der Realität nicht so weit kommt.
Die Geschichte beginnt mit Jules, der eigentlich nur als Vertretung für seinen Freund einspringt und das Heimwegtelefon übernimmt - und damit auch einen Anruf, der ihn die ganze Nacht beschäftigen wird, nämlich den von Klara.
Das Buch ist wirklich unglaublich spannend. Dadurch, dass Jules und Klara nur telefonisch miteinander reden, ist zwischen ihnen eine gewisse Distanz, trotzdem ist die Interaktion unglaublich hoch und man merkt, dass die beiden miteinander verbunden sind.
Was Klara erlebt hat bzw. erlebt, ist nichts für schwache Nerven. Und hier muss ich Fitzek auch kritisieren: Für mich war die Darstellung von (sexueller) Gewalt zu viel, zu detailliert und wurde zu sehr in die Länge gezogen. Hier ist weniger mehr. Ich habe mich stellenweise richtig geekelt und musste mich zum weiterlesen zwingen. Ohne diese Masse an Szenen wäre das Buch nicht weniger spannend, allerdings erträglicher gewesen.
Abgesehen davon ist die Geschichte aber wirklich spannend. Es gibt überraschende Wendungen, mit denen man so nicht rechnet und es kommen immer wieder neue Personen dazu, die eine neuen Aspekt in den Plot hineinbringen. Trotzdem bleiben Jules und Klara im Mittelpunkt und man wartet nur darauf, dass sich ihre Wege nicht nur telefonisch kreuzen.
Das Ende war dann auch eine Überraschung und ich muss gestehen, dass es mir hier zu schnell ging. Bis kurz vor Schluss gibt es noch so viele offene Fragen, die aber dann nur relativ kurz und knapp beantwortet werden. Ich habe nochmal zurückgeblättert, weil ich dachte, ich hätte etwas überlesen - aber das war nicht so. Nichtsdestotrotz hat das Ende gepasst.
Alles in allem hat mir dieser Fitzek sehr gut gefallen und ich habe ihn auch schnell verschlungen. Einzig die sehr detaillierte Gewalt hätte für mich nicht sein müssen und hat mir etwas den Lesegenuss genommen. Deswegen gibt es von mir 4 Sterne.