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Veröffentlicht am 16.12.2020

Kleines, feines, krasses Buch

Sterbewohl
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"Sterbewohl" von Olivia Monti konfrontiert den Leser mit einem Thema, das man lieber so ganz weit von sich wegschiebt. Es geht um das eigene Altern und den eigenen Tod. Ab wann ist man alt und fällt anderen ...

"Sterbewohl" von Olivia Monti konfrontiert den Leser mit einem Thema, das man lieber so ganz weit von sich wegschiebt. Es geht um das eigene Altern und den eigenen Tod. Ab wann ist man alt und fällt anderen nur noch zur Last? Und gibt es einen besten Zeitpunkt, um diese Welt noch in Würde zu verlassen? Nur, dass einem diese Entscheidungen in "Sterbewohl" nicht selbst überlassen bleibt...
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Zur Handlung: Nadja, Anna, Max und Fred sind Ü65. Eigentlich noch zu jung für das Sterbeseminar der Regierung. Und doch halten die Freunde eines Tages die Einladung ins Luxushotel nach Fehmarn in Händen. Eine Wahl haben sie nicht. Sie müssen die Reise antreten. Man kann ja wieder zurückkehren - oder etwa nicht???
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"Sterbewohl" ist ein Krimi der mit leisen Tönen und langsam beginnt. Erst dachte ich: Hm, okay, naja ... Aber ab einem gewissen Punkt war ich dann doch gefesselt. Der Plot ist gruselig und faszinierend zugleich. Die Vorstellung, dass andere darüber entscheiden, wann man zum Wohl der Allgemeinheit das Zeitliche zu segnen hat... Besonders beklemmend war für mich, dass mir das Ganze nicht mal unrealistisch vorkam.
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Fazit: Der Anfang war etwas träge. Der Mittelteil richtig stark. Der Schluss war nochmal eine eher ruhige Nachbetrachtung der Dinge. Hier hat für meinen Geschmack ein großer Knalleffekt als eindeutiger Schlusspunkt gefehlt. Alles in allem ist "Sterbewohl" aber auf jeden Fall lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.06.2023

Mörderischer Celebrity-Krimi

Der Club. Dabeisein ist tödlich
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Das Buch wird vom Reese Witherspoon- Bookclub empfohlen. Ich habe mittlerweile einige der dort vorgestellten Bücher auf meiner Leseliste. DER CLUB hat mein Interesse sofort geweckt. Der Krimi nimmt uns ...

Das Buch wird vom Reese Witherspoon- Bookclub empfohlen. Ich habe mittlerweile einige der dort vorgestellten Bücher auf meiner Leseliste. DER CLUB hat mein Interesse sofort geweckt. Der Krimi nimmt uns mit in die Welt der Celebrities. Stars und Sternchen sind reihenweise eingeladen, um die Eröffnung des elitären Clubs Island Home zu feiern. Ausgewählte Promis erwartet sogar eine ganz besondere Überraschung. Und nicht jeder überlebt den Abend.
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Hier haben wir eine Gesellschaftsstudie, garniert mit Spannungs- und Krimielementen. Erzählt wird aus der Perspektive verschiedener Mitarbeiter des Home-Teams. Außerdem berichtet ein fiktiver Vanity Fair-Artikel rückblickend über die Geschehnisse auf der Insel. Schnell wird bei den Ereignissen rund um die Club-Eröffnung deutlich, dass es unter der Oberfläche gehörig brodelt. Der schöne Schein bröckelt. Ein Geheimnis nach dem anderen wird im Verlauf der Handlung offengelegt. So weit so gut. Das erwartet man irgendwie. Die Erzählweise des Autorenduos hat mich fasziniert und auch schnell eine gewisse Sogwirkung entwickelt. Gleichwohl habe ich stellenweise gedacht: Ok, nothing really happens. Die Story plätschert gerade anfangs schon etwas gemütlich und scheinbar ereignislos vor sich hin. Spannung wird in dieser Phase eigentlich lediglich durch geschickt platzierte Andeutungen aufgebaut. Das konkretisiert sich dann immer mehr und ich habe festgestellt, dass hinter den Personen mehr steckt, als ursprünglich angenommen. Der Boden brennt förmlich und man spürt den großen Knall nahen.
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DER CLUB ist kein stromlinienförmiger Krimi, der dem typischen Schema folgt. Das Charakter- und Psychodrama hält der Welt den Spiegel vor. Das hatte ich so nicht unbedingt erwartet. Im Verlauf der Handlung habe ich die ganze Zeit eine leicht unterkühlte Zuschauerhaltung eingenommen. Man verharrt in einer gewissen Distanz und schaut von außen auf das Geschehen. Für mich hat das ganz gut zum Gesamtbild gepasst. Ich kann sagen, dass der Krimi mich gefesselt hat, gerade weil er anders und irgendwie schon auch speziell ist. Auf jeden Fall ist er lesenswert.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Wenn dem Sturm die Puste ausgeht...

Fünf Fremde
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FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. ...

FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. Der Verlag lockt Leser*innen zusätzlich mit einer echten Hingucker-Aufmachung, an der man optisch wirklich nur schwer vorbeikommt.
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Der Schreibstil von Romy Fölck ist immer angenehm zu lesen. Auch FÜNF FREMDE kann damit wieder punkten. Inselatmosphäre, seltsame Ereignisse und eine Gruppe Personen, die irgendwie miteinander verbunden ist – das sind beste Voraussetzungen für einen spannenden Thriller. Der Einstieg hat mich auch direkt gefangen genommen und richtig neugierig auf das weitere Geschehen gemacht. Das Kennenlernen der verschiedenen Protagonisten war für mich aber zugleich auch der erste Stolperstein. Ich mag ja Perspektivwechsel. In diesem Fall habe ich sie aber irgendwie als etwas anstrengend empfunden. Aber ich bin am Ball geblieben und habe mich von dem bedrohlich aufziehenden Sturm durch die Handlung pusten lassen. Dem Sturm ist aber irgendwie mehr und mehr die Luft ausgegangen. Damit ist auch die Spannung auf der Strecke geblieben. Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf nimmt, konnten mich nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich persönlich sogar recht einfallslos und damit eher enttäuschend. Damit bleib am Ende ein schaler Nachgeschmack.
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Fazit: FÜNF FREMDE hätte, nun ja, besser sein können. Der Thriller ist nicht schlecht. Er ist aber auch nicht Romy Fölcks stärkstes Buch. Tolle Optik und guter Schreibstil allein können nicht über ein paar Schwächen in Sachen Storytelling und Spannungskurve hinwegtäuschen. Keine Frage, man kann das Buch Zwischendurch gut lesen. Es ist okay, hinterlässt bei mir aber, mal abgesehen von der Optik, keinen wirklich bleibenden Eindruck. Ganz ehrlich: Ich fand jeden Krimi aus der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck stärker.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Der Traum vom Haus

Tödliches Angebot
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„Kein Haus, kein Baby. Kein Haus, keine Familie. Kein Haus, kein Leben.“ Das ist das Mantra von Protagonistin Margo in dem Psychothriller TÖDLICHES ANGEBOT von Marisa Kashino. Margo hängt mit ihrem Ehemann ...

„Kein Haus, kein Baby. Kein Haus, keine Familie. Kein Haus, kein Leben.“ Das ist das Mantra von Protagonistin Margo in dem Psychothriller TÖDLICHES ANGEBOT von Marisa Kashino. Margo hängt mit ihrem Ehemann in einer Wohnung fest, die zu klein ist für den heißersehnten Nachwuchs. Der Immobilienmarkt ist hart umkämpft. Als Margo dann ihr Traumhaus findet, will sie es sich auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.
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Ich sage es, wie es ist: Die Alte hat gehörig einen an der Klatsche. Margo ist ganz sicher keine Protagonistin, die man ins Herz schließt. TÖDLICHES ANGEBOT beginnt harmlos, alltäglich und durchaus noch nachvollziehbar. Das Geschehen wird ruhig erzählt und nimmt scheinbar nur langsam Fahrt auf. Ehe man es sich aber versieht, steckt man mittendrin. Margo steigert sich auf sehr ungesunde Art und Weise in etwas hinein. Ihr Verhalten setzt eine Handlungsspirale in Gang, bei der ihr gesunder Menschenverstand abhandenkommt.
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TÖDLICHES ANGEBOT ist ein fein gesponnener Psychothriller, der durchaus zu unterhalten weiß. Zwischendurch hätte ich Margo einfach gerne etwas mehr verstanden. Schade fand ich auch, dass die anderen Charaktere hier nur Statisten sind, was die Story dann doch etwas eindimensional macht.
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Fazit: Ich habe TÖDLICHES ANGEBOT insgesamt gerne gelesen. Der Ansatz ist richtig gut. Was Marisa Kashino daraus macht, hat seine Berechtigung. Ich finde, dass die Autorin mit einer etwas anderen Ausrichtung aber noch viel mehr aus der Story hätte herausholen können. In der vorliegenden Form ist der Psychothriller für mich weder richtig gut, noch richtig schlecht. Vielmehr bleibt er irgendwo im luftleeren Raum stecken und verpasst die Chance richtig Eindruck zu hinterlassen.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Kriminalistisches Familiendrama

Wem du traust
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Im vergangenen Jahr habe ich mit DER STEG mein erstes Buch von Petra Johann gelesen. Das ruhige Krimi-Drama hatte mir so gut gefallen, dass der Nachfolger WEM DU TRAUST quasi blind auf meiner Leseliste ...

Im vergangenen Jahr habe ich mit DER STEG mein erstes Buch von Petra Johann gelesen. Das ruhige Krimi-Drama hatte mir so gut gefallen, dass der Nachfolger WEM DU TRAUST quasi blind auf meiner Leseliste gelandet ist.
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Darum geht’s: Die 15-jährige Sofia verschwindet, nachdem sie einen Abend als Babysitter im Haus von Eva verbracht hat. Evas Mann Daniel bringt Sofia nachts zwar nach Hause – dort kommt sie aber trotzdem nie an. Prompt gerät Daniel unter Verdacht…
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WEM DU TRAUST knüpft von der Anmutung her an das vorangegangene Buch an. Der Schreibstil ist flüssig und ich habe gut in die Geschichte reingefunden. Es geht um zwei Familien, deren glückliche Fassade immer mehr Risse bekommt und schließlich ganz in sich zusammenfällt. Jeder hat Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen und die Leser:innen immer wieder auf gewisse Fährten locken. Die Story wird größtenteils aus der Sicht von Eva erzählt, die immer mehr an ihrem Mann zweifelt. Wir begeben uns außerdem mit den Ermittlern auf Spurensuche und sind bei ausführlichen Befragungen dabei. Kurze Zwischenkapitel, deren Perspektive und Geschehnisse sich nicht so ohne weiteres einordnen lassen sorgen zusätzlich immer wieder für Spannungsmomente.
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Der Krimi ist ein Familiendrama mit psychologischer Tiefe. Ruhig. Subtil. Über weite Strecken recht unaufgeregt. Um den Mittelteil herum hatte ich den Eindruck, dass sich die Handlung etwas im Kreis dreht. Aber Durchhalten lohnt sich, denn der Knoten platzt nochmal. Als die Handlung Fahrt aufnimmt, hat sich bei mir ein Lese-Sog eingestellt, den ich mir einfach konstant über das ganze Buch hinweg gewünscht hätte. Im Vergleich hat mich WEM DU TRAUST nicht ganz so gepackt wie DER STEG, weshalb ich letztendlich 3 Sterne vergebe.

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