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Veröffentlicht am 16.01.2021

Spannender Einstieg, danach zäh und ereignislos

Cassia & Ky – Die Flucht
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Worum geht’s?
Der zweite Teil der Trilogie um Cassia und Ky beginnt einige Monate nach dem Ende von Teil 1. Cassia ist in einem Arbeitslager der Gesellschaft, um von dort aus Ky finden zu können. Ky selbst ...

Worum geht’s?
Der zweite Teil der Trilogie um Cassia und Ky beginnt einige Monate nach dem Ende von Teil 1. Cassia ist in einem Arbeitslager der Gesellschaft, um von dort aus Ky finden zu können. Ky selbst wird von der Gesellschaft als Lockvogel benutzt, gemeinsam mit anderen Aberrationen soll er ausgestorbene Dörfer besiedeln, um „den Feind“ glauben zu lassen, dass diese noch bewohnt seien. Mit anderen Worten ist er zum Sterben auserkoren. Unabhängig voneinander machen Cassia und Ky sich auf die Flucht und damit auf die Suche nach dem jeweils anderen.

Meine Meinung:
Die Handlung wird in diesem Band, aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Zuvor erlebten wir die Geschichte vollständig aus Cassias Sicht, nun kommt die Perspektive von Ky hinzu. Meiner Meinung nach unterscheidet sich die Sprache der beiden Protagonisten kaum, sodass ich zeitweise nicht sicher war, ob ich grader die Sichtweise von Cassia oder von Ky lese. Da die beiden sich aber sowieso kaum Unterscheiden wars letztendlich auch egal, wer von beiden gerade an der Reihe ist. Das finde ich sehr schade, dies wäre eine Möglichkeit, den Charakteren mehr tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen, die leider nicht genutzt wurde. Irgendwie kann ich mich mit Ky nicht so 100 % anfreunden, und erwische mich dabei zu hoffen, dass Cassia doch noch eine Zukunft mit Xander hat – was wohl eher unwahrscheinlich ist, wenn man bedenkt. Dass die Reihe „Cassia und Ky“ im Titel hat …
Der Anfang beginnt sehr vielversprechend, Cassia und Ky planen unabhängig voneinander ihre Flucht aus den Fängen der Gesellschaft. Auch die Anfänge der Flucht sind spannend geschrieben und versprechen ein Ereignisreichen Verlauf der Geschichte. Dennoch kommt nur zeitweise etwas Spannung auf. In der Mitte des Buches geht die Spannung dann vollständig verloren. Von da an passiert dann auch kaum noch etwas. Es wirkt ein bisschen so, als ob der Autorin die Ideen ausgegangen wären, und sie versucht mit langen, philosophischen Gedankengängen der Protagonisten die Geschichte künstlich zu verlängern. Die Geschichte schweift aus in Erinnerungen an die Vergangenheit, das „Aufwärmen“ alter Geschichten, die zuvor schon thematisiert wurden, und einfach viel zu lange Gedankengänge. Es passiert kaum noch etwas. Gegen Ende wird noch versucht ein klein wenig Spannung aufzubauen, was aber nicht wirklich gelingt. Das Ende erscheint nach dem zähen Mittelteil dann wiederum ein klein wenig abrupt.

Mein Fazit:
Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, gefällt mir; ich kann einige Parallelen zu der aktuell zunehmenden Digitalisierung und Standardisierung finden, die sich stark verstärkt in Cassias Welt widerspiegeln. Im Grunde ist es eine schöne Dystopie, nur das einfach kaum etwas passiert.

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Veröffentlicht am 02.08.2021

Konnte mich nicht begeistern

Solange es Liebe gibt
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Worum geht‘s?
„Solange es Liebe gibt“ thematisiert die Lebensgeschichten zweier Frauen, in der Gegenwart Julie, die sich nach einem Schicksalsschlag vollkommen von der Außenwelt zurückzieht, und in der ...

Worum geht‘s?
„Solange es Liebe gibt“ thematisiert die Lebensgeschichten zweier Frauen, in der Gegenwart Julie, die sich nach einem Schicksalsschlag vollkommen von der Außenwelt zurückzieht, und in der Vergangenheit, in den 1930er Jahren Karla, die aufgrund von unerwiderter Liebe eine ungesunde Besessenheit zu ihrem Schwarm aufbaut.

Meine Meinung:
Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit diesem Roman warm zu werden. Die Handlungen waren mir teilweise zu vorhersehbar, die Passagen teilweise etwas zu kitschig und melodramatisch. Einige Sinneswandlungen oder Geschehnisse kamen so urplötzlich, dass es mir etwas zu unwirklich erschien, ich hätte mir eine stetigere, langsame Charakterentwicklung gewünscht. Einige Kapitel waren so voller Trauer und Wut, dass es mich ziemlich mitgenommen hat. Ich selbst bin aber eher ein Fan von fröhlicheren Büchern, ich kann mir vorstellen, dass das Buch etwas für Menschen ist, die gerne traurige Romane lesen.

Fazit:
Mein Fall war es nicht unbedingt, ich möchte das Buch allerdings auch nicht grundsätzlich schlecht reden. Es lässt sich gut eben weg lesen, und sofern man mit der traurigen Stimmung gut umgehen kann, ist es sicher lohnenswert.

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Veröffentlicht am 29.04.2021

Nicht mein Fall

Deluxe Dreams
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Worum geht‘s?
Sadie reist als Rucksacktouristin durch Europa, und seit der Trennung von ihrem Exfreund Tom, ist sie auf sich allein gestellt. So kommt es dazu, dass sie eines Nachts in Nizza von einem ...

Worum geht‘s?
Sadie reist als Rucksacktouristin durch Europa, und seit der Trennung von ihrem Exfreund Tom, ist sie auf sich allein gestellt. So kommt es dazu, dass sie eines Nachts in Nizza von einem Unbekannten bedroht wird. Zu ihrer Rettung kommt der unglaublich reiche, und unheimlich gutaussehende Olivier. Er entführt sie in sein Leben voller Glamour und Intrigen...

Meine Meinung
Dieses Buch war so absolut nicht mein Fall. Ich kann mir aber vorstellen, dass es etwas für Fans von 50 Shades of grey und ähnlichen Kalibern sein könnte. Mir war es allerdings viel zu wenig Handlung und etwas zu viele Sex-Szenen. Die Geschichte hat mich einfach etwas zu sehr gelangweilt. Dabei hat die Grundidee eigentlich recht viel Potential. Reicher Typ entführt abenteuerlustige Studentin in sein exotisches Leben... Wenn dabei die Charaktere nicht so diffus gewesen wären; einerseits wird Olivier als besitzergreifender, feuriger Charakter dargestellt, andererseits schafft er es kaum, sich gegen andere zu behaupten.. Sadie ist unglücklich, weil sie allein in der Wohnung auf Olivier wartet, aber hallo? - Sie ist in Paris, könnte sonst was erleben. Sie beschwert sich, weil sie aus Oliviers Tasche lebt, aber tut nichts dagegen, wie z. B. sich einen Job zu suchen, oder so. Da passte für mich so einiges nicht zusammen.
Die gesamte Geschichte war mir einfach etwas zu flach, alles wirkte sehr Realitätsfern, und teilweise war es mir einfach zu kitschig bzw. abgehoben.

Fazit
Deluxe Dreams lässt sich zwar ganz gut mal eben weg lesen, konnte mich aber nicht begeistern. Die Handlung verläuft sehr schleppend, und das Buch wird eher durch die vielen Sex-Szenen am Leben erhalten.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Distanzierte Ordnung von Erinnerungen

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Auch wenn der Schreibstil von Christien Brinkgreve mir zunächst sehr gut gefiel, hatte ich über den Lauf des Buches deutliche Schwierigkeiten, mich darauf fokussieren zu können. Ich vermisse eine Entwicklung. ...

Auch wenn der Schreibstil von Christien Brinkgreve mir zunächst sehr gut gefiel, hatte ich über den Lauf des Buches deutliche Schwierigkeiten, mich darauf fokussieren zu können. Ich vermisse eine Entwicklung. Wie der Titel schon verspricht, ordnet die Autorin mit "Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen" ihre Gedanken und Erinnerungen an ihren verstorbenen Ehemann - eine Beziehung die nicht immer ganz so leicht gewesen zu sein scheint.

Die Autorin hat das Glück, ein recht privilegiertes Leben führen zu können, mit einem Ferienhaus am Meer und teuren Urlauben hält sie die unglückliche Beziehung über Jahre lang aus. Am Ende des Buches hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Erzählung sich im Kreise dreht. Sie stellt sich häufig die Frage warum sie es mit dem Ehemann so lange ausgehalten habe. Ich vermisse dabei allerdings eine Charakterentwicklung, oder einen Perspektivwechsel. Die Autorin berichtet recht distanziert von ihrer Beziehung und schiebt meiner Meinung nach viele Probleme ihrem Ehemann zu, ohne den Fehler bei sich selbst zu suchen. Auch wenn sie einen interessanten Einblick in eine trostlose Beziehung bietet, hatte ich stellenweise das Gefühl, Einblick in ein "zu privates" Tagebuch zu erhalten.

Dadurch, dass die Geschichte auf reinen Gedanken und Erinnerungen der Autorin basieren, gibt es kaum Dialoge, ihr Ehemann und ihre Kinder werden nicht beim Namen genannt. Dadurch baut sich wenig Spannung auf (was vermutlich auch beabsichtigt ist). Dadurch dass viele Buch- und Gedichtzitate eingebracht werden, hatte ich zeitweise das Gefühl eine Liste an Literaturempfehlungen für eine fortführende Recherche zum Thema zu erhalten. Vielleicht wäre der funke eher zu mir übergesprungen, hätte ich eines der genannten Bücher gelesen.

So konnte ich mich für das Buch allerdings wenig begeistern. Den verbleibenden Stern vergebe ich gern für den doch ausgewählten, gut lesbaren Schreibstil von Christien Brinkgreve. Das Thema hat mich grundsätzlich sehr angesprochen, aber ich war von der eher einseitigen Umsetzung leider eher enttäuscht.

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