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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2017

Unbedingt lesen

Das Buch der Finsternis
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Der 13jährige Quirin wurde an seinen Meister verkauft um seinem Bruder eine Lehre zu ermöglichen. Nun muß er 25 Jahre als Hilfsarbeiter arbeiten. Nun begeben sich sein Meister, die beiden Lehrlinge und ...

Der 13jährige Quirin wurde an seinen Meister verkauft um seinem Bruder eine Lehre zu ermöglichen. Nun muß er 25 Jahre als Hilfsarbeiter arbeiten. Nun begeben sich sein Meister, die beiden Lehrlinge und Quirin auf die Reise von Salzburg nach Admont, um dort dort die handschriftlichen Bücher der Bibliothek des Klosters Admont zu drucken. Doch während der Arbeit entdeckt der Meister in einer Truhe das "Buch der Finsternis". Quirin erhält den Auftrag, dieses Buch nach Salzburg zum Bischof bringen.

Zeitgleich flieht Anna vor ihrem Vater und ihrem Verlobten, den sie nicht heiraten möchte. Zusammen erleben Quirin und Anna viele Abenteuer und trotzen vielen Gefahren.

Richard Dübell hat mit diesem Buch seinen ersten Jugendroman vorgelegt. Und dies Experiment ist ihm sehr gut gelungen! Sein Schreibstil ist, wie von ihm gewohnt, sehr schön flüssig und hier auf die Bedürfnisse der jugendlichen Leser angepaßt, so daß auch diese Altersklasse hier ihre Liebe zu historischen Romanen entdecken kann und nicht die Lust an solchen Romanen schon im Ansatz verliert, wie es leicht passieren könnte. Doch hier wird dies auf keinen Fall geschehen! Besonders schön ist hier, daß der jugendliche Leser, der vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben einen historischen Roman in die Hand nimmt, nicht mit den zeittypischen Wörtern überrollt wird, sondern diese erklärt bekommt. Dieser Roman hält von Anfang bis Ende seine Spannung und wird auch für Erwachsene an keiner Stelle langweilig.
Die Beschreibungen der Gegenden und die Lebensumstände der damaligen Zeit sind wundervoll bildhaft und erscheinen dem Leser sehr real vor Augen.
Auch die Charaktere sind wunderbar beschrieben, man empfindet für Quirin und Anna sofort eine gewisse Zuneigung und fiebert mit ihnen mit. Besonders schön ist hier die Entwicklung Quirins zu beobachten. Vom schüchternen Jungen zum Mann, der sich in allen Lebenslagen behaupten kann.

Für mich ein wundervolles Buch für alle Altersklassen!

Veröffentlicht am 05.03.2017

Vielseitig

Die Tochter des Königs
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Als die junge Lehrerin Jess nach einer Party wach wird, weiß sie nicht mehr, ob sie ihren Freunden vertrauen kann. Verstört flieht sie zu ihrer Schwester, die ein abgelegenes Cottage in Wales bewohnt. ...

Als die junge Lehrerin Jess nach einer Party wach wird, weiß sie nicht mehr, ob sie ihren Freunden vertrauen kann. Verstört flieht sie zu ihrer Schwester, die ein abgelegenes Cottage in Wales bewohnt. Dort wird sie von unheimlichen Träumen und rätselhaften Geschehnissen verfolgt. Mit jedem Traum dringt sie tiefer in das Leben von Eigon, einer Keltenprinzessin, ein. Diese wird mit ihrer Mutter von einer Truppe Römern überfallen und nach Rom verschleppt. Dort wird sie immer wieder von ihrem Todfeind Titus bedroht. Um Jess auszuschalten dringt Titus Geist in Jess Freund Daniel ein, der bald dem Wahnsinn verfällt. Obwohl beide Frauen durch viele Jahrhunderte getrennt leben, müssen sie viele Gefahren gemeinsam überstehen, bevor es zum letzten Kampf auf genau dem Schlachtfeld kommt, wo alles begann. Aber nur so können die Geister der Vergangenheit ihre Ruhe finden.

Der Roman ist typisch für Barbara Erskine. Die Grundlage ist ein geschichtlicher Hintergrund, der von der Autorin gründlich recherchiert wurde. Das macht die Geschichte umso spannender, weil man sich in die Handlung total hinein versetzen kann. Die Neuzeit kommt aber auch nicht zu kurz. Auch diese parallel dazu laufende Geschichte ist sehr spannend und zieht den Leser in ihren Bann. Beide Geschichten zusammen ergeben mal wieder ein absolut lesenswertes Buch. Dafür ist Barbara Erskine seit Jahren schon bekannt und hat mich noch eigentlich noch nie enttäuscht. Ihre Bücher sind ein Garant für Geschichte, Mystik, Grusel und auch Romantik. Auch dieses Buch hat mir deshalb sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 05.03.2017

Toller Lokalkolorit

Fehltritt mit Folgen
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Der berühmte Bizauer Künstler Sepp wird tot aufgefunden. Offensichtlich ist er bei einer Bergwanderung abgestürzt. Doch Kommissar Waldinger kann es nicht so recht glauben und beginnt, sich für das Privatleben ...

Der berühmte Bizauer Künstler Sepp wird tot aufgefunden. Offensichtlich ist er bei einer Bergwanderung abgestürzt. Doch Kommissar Waldinger kann es nicht so recht glauben und beginnt, sich für das Privatleben Sepps zu interessieren. Dabei kommt er Geheimnissen auf die Spur, die besser nie ans Tageslicht gekommen wären, denn diese ziehen ihre Kreise bis in seine eigene Familie. Als ein weiteres Mordopfer gefunden wird, daß ebenfalls auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist, sieht Waldinger sich in seiner Mordannahme bestätigt. Doch steckt wirklich das Privatleben hinter der Tat oder doch eher die gegenseitige Haltung in Bezug auf die geplante Erweiterung des Skigebietes?

Auch der nun zweite Band um Kommissar Waldinger ist wieder sehr spannend. Und dies ohne viel Blutvergießen oder Schockerszenen! Hier geht es ruhig und beschaulich zu, Daniela Alge kommt locker ohne Verfolgungsszenen und Schießereien aus, um eine Spannung aufzubauen, die den Leser sofort packt. Ihr Schreibstil ist sehr schön locker und paßt einfach zum Krimi und seinem Handlungsort. Um das Buch noch authentischer zu machen, läßt sie die alten Einwohner Bizaus im Dialekt sprechen. Der ist nicht immer verständlich, es erklärt sich aber alles aus den Sätzen drumrum, so daß man nicht das Gefühl bekommt, etwas entscheidendes zu verpassen. Schön ist es zu erleben, wie das Privatleben und vor allem Waldingers Familie sich hier weiterentwickelt. Besonders loben möchte ich an dieser Stelle die Tatsache, daß hier auch unbequeme Themen angesprochen werden. So wird hier sehr anschaulich erläutert, wie sich so eine Skigebietserweiterung auf die kleinen Dörfer und vor allem die Natur auswirkt. Mit Sicherheit ein heikles Thema für diese Region! Auch wenn dies eine Fortsetzung ist, kann man das Buch wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen.

Für mich ein sehr empfehlenswerter Krimi!

Veröffentlicht am 05.03.2017

Gelungene Sammlung

Mordskohl
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Die Anthologie "Mordskohl", herausgegeben von Bernd Mannhardt, beinhaltet Kurzkrimis aus Dithmarschen, die zu den Dithmarscher Kohltagen 2013 erschienen ist. Vertreten sind hier die Autoren Georg Beining, ...

Die Anthologie "Mordskohl", herausgegeben von Bernd Mannhardt, beinhaltet Kurzkrimis aus Dithmarschen, die zu den Dithmarscher Kohltagen 2013 erschienen ist. Vertreten sind hier die Autoren Georg Beining, Antje Steffen, Andreas Gerecke, Petra Winter, Hans Garbaden, Tanja Binder, Lars Krumbach, Kerstin Schreiber, Claudia Wenk, Urte Langer, Anna-Lisa Wehner, Marianne Hahn, Nanette Jürgens und Anna Antony. Jede/r einzelne Autor/in hat hier einen Kurzkrimi beigesteuert. Allei haben eines gemeinsam: es dreht sich um den Kohl. Und es ist alles vertreten: der Mord aus Zufall, mit Berechnung, einfach ein dummer Unfall oder im Affekt. Die Geschichten sind rundum gelungen, und gut zu lesen. Wie es bei einer Sammlung mehrerer Kurzgeschichten so ist, können nicht alle Geschichten gleich gut gefallen. Aber hier wird mit Sicherheit jeder Leser seinen persönlichen Favorit finden, zumal keine Geschichte so richtig schlecht ist. Hier kann man wirklich jede Geschichte lesen, ohne daß man das Gefühl hat, man könnte diese jetzt eigentlich überspringen. Hier gibt es solch eine Geschichte nicht. Der Schreibstil der Autoren ist annähernd gleich. Alle haben einen sehr schönen fließenden Schreibstil und der Leser wird Zugang zu den Charakteren und der Handlung finden.

Ich kann diese Sammlung empfehlen!

Veröffentlicht am 05.03.2017

Rundum gelungen

Achtung Familienfeier
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Eva Backes, 31 Jahre alt, wohnt in Berlin, ist Single und muß nun in ihr Heimatdorf im Saarland reisen. Ihre Oma Käthe feiert ihren 80. Geburtstag. Schon die Anreise wird zur Katastrophe, einziger Lichtblick ...

Eva Backes, 31 Jahre alt, wohnt in Berlin, ist Single und muß nun in ihr Heimatdorf im Saarland reisen. Ihre Oma Käthe feiert ihren 80. Geburtstag. Schon die Anreise wird zur Katastrophe, einziger Lichtblick ist ihr Abteilgefährte Sandro, ein Schauspieler auf dem Weg zu seiner Tatort-Rolle. Für Eva einfach nur der Traumtyp. Als die Fahrkarten kontrolliert werden und Sandro feststellen muß, daß er seine Fahrkarte nicht dabei hat, wittert Eva ihre Chance. Sie zahlt die Strafe, als Entschädigung muß Sandro während des Wochenendes für ihre Familie ihren Freund spielen. Für Sandro eine günstige Gelegenheit, denn gerade hat er erfahren, daß seine Rolle beim Tatort geplatzt ist. Und schließlich - was sollte einfacher sein, als für ein Wochenende einen Freund zu spielen, damit Eva nicht wieder solo vor ihrer Familie steht? Doch er hat sich getäuscht, denn Evas Familie ist alles andere als einfach und pflegeleicht...

Dany R, Wood hat hier ein wirklich witziges Buch geschrieben. Die Art von Humor ist einfach umwerfend. Hier werden die schlimmsten Familienmitglieder versammelt, die man sich vorstellen kann und von denen es in jeder Familie wohl ein Exemplar gibt. Hier prallen sie alle aufeinander, so daß man als Leser kaum aus dem Lachen heraus kommt. Dany R. Wood´s Schreibstil ist herrlich fließend, man fliegt durch die Seiten und entdeckt so manchen Charakter, der einem bekannt vorkommt. Die Charaktere sind ein buntes Wirrwarr der schlimmsten Verwandtentypen. Von der schusseligen Mutter, dem stänkernden, stets seine Meinung auf der Zunge tragenden Vater über die phlegmatische Schwester bis hin zu den hysterischen Tanten, dem peinlichen Onkel sowie der hyperaktiven Oma - hier ist alles dabei und so gut bildlich beschrieben, daß man meint, man sitzt mit am Kaffeetisch und möchte mal seine Meinung in die Runde werfen. Abgeschlossen wird das Buch durch verschiedene typisch saarländische Rezepte, die auch im Buch eine Rolle spielen.

Ein wirklich humorvolles, rundum gelungenes Buch! Ich hoffe, es wird noch weitere Abenteuer der Familie Backes geben!