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Veröffentlicht am 02.11.2021

Durchwachsen

Frankenstein
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Um Frankenstein kommt man in der Kürbiszeit kaum herum. Trotzdem habe ich die Geschichte 31 Jahre lang „verpasst“. Natürlich wusste ich, dass Frankenstein ein Monster erschuf, kannte aber weder Buch noch ...

Um Frankenstein kommt man in der Kürbiszeit kaum herum. Trotzdem habe ich die Geschichte 31 Jahre lang „verpasst“. Natürlich wusste ich, dass Frankenstein ein Monster erschuf, kannte aber weder Buch noch Film.

Um die Sache abzukürzen: Das Buch hat mich sehr enttäuscht. Es ist poetisch geschrieben, vermittelt eine Moral und kann feministisch interpretiert werden, was viel Raum für Diskussion lässt und das Werk literarisch wichtig macht.
Unterhalten konnte es mich aber leider nicht gut. Die Geschichte wird sehr detailliert und mit Nichtigkeiten ausgeschmückt, startet schleppend und der Spannungsbogen reißt immer wieder ein, sodass mir das Weiterlesen schwerfiel.
Das offene Ende der Geschichte ließ mich dann vollends unzufrieden zurück.

Nichtsdestotrotz wirft es viele Fragen auf, die man sich ins Bewusstsein rufen sollte. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Was macht uns menschlich? Die Erscheinung? Unser Verhalten? Unser Gewissen?
Welche Verantwortung hat der Mensch gegenüber seiner Mitmenschen? Insbesondere die Erziehungspflicht wird hier ins Spotlight gerückt, da Frankensteins Monster eigentlich keines ist. Es wird sehr deutlich, dass er Liebe und Zuneigung sucht – in einer Welt, die er nicht versteht. Unbeholfen wie ein Kind wurde er in die Welt entlassen, ohne Lehre oder jegliche Leitung, und versagt auf zwischenmenschlicher Ebene, weil die ihm fremd ist. Das führt zu der Frage, wer hier wirklich das Monster ist. Er oder sein Erschaffer, der ihm nicht frühzeitig Einhalt gebot, ihm nie als Mentor diente.
Und natürlich die allumfassende Frage, inwieweit Wissenschaft moralisch vertretbar ist?

Deshalb 3 von 5 Sternen für diesen Klassiker.

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Eine nette Schauergeschichte für Zwischendurch

All Horrors Eve
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Klappentext:

Hailey kann es kaum erwarten, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Spukhaus zu besuchen, um am Halloweenabend die angeblich nie zuvor bestandene Challenge zu meistern. Ihre beste ...

Klappentext:

Hailey kann es kaum erwarten, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Spukhaus zu besuchen, um am Halloweenabend die angeblich nie zuvor bestandene Challenge zu meistern. Ihre beste Freundin Ella hingegen freut sich mehr auf die anschließende Studentenparty, die ihre eigenen Überraschungen für die beiden Freundinnen bereithält. Um sich die letzten Tage bis dahin zu vertreiben, erzählen sie sich Gruselgeschichten, testen den Mythos »ever blow out a Jack O’Lantern!« und stellen sich ihren Ängsten mit Gläserrücken, einem Verstecken-und-Erschrecken-Spiel und vielem mehr. Ein etwas pikaresker Horrorroman für Halloweenfreunde über Mut und Mutproben.

Meine Meinung:

Der Klappentext gibt den Inhalt des Buches gut wieder. Der Schreibstil ist flüssig und die Kapitel behandeln unterschiedliche Aspekte, die man mit Halloween assoziiert: Kürbisschnitzen, Spukhäuser, Verkleiden, Trick or Treaten, Ouija-Board spielen, Friedhofbesuche, Schauergeschichten und Horrorfilme…

Mit dem ersten, sehr grausamen Kapitel schafft Hanika eine düstere und erwartungsvolle Stimmung. Ein sehr gelungener Auftakt!
Danach lässt die Spannung leider nach. Man lernt die Protagonistinnen Ella und Hailey kennen und verfolgt ihre Halloween-Vorbereitung. Leider waren die beiden mir nicht sympathisch und ihre Dialoge langweilten mich regelrecht. Ständig ging es nur um die Beziehung von Hailey zu ihrer Mutter, die für den weiteren Verlauf der Geschichte nicht relevant ist.

Auch die Spukstory um Little Johnny wird wieder und wieder erwähnt und man erwartet, dass der Plot irgendwie mit der alten Geschichte zusammenhängt. Auch hier wird man in die Irre geführt. Ein reines Stilmittel, um eine düstere Atmosphäre zu schaffen, die auf mich leider ein wenig erzwungen wirkte.

Es gibt zwar immer wieder vielversprechende Gruselvorlagen, die sich dann aber leider doch nur als Schein statt Sein erweisen. So plätschert die Story ein wenig vor sich hin ohne erkennbaren roten Faden und ohne dass viel passiert.
Der Countdown zu Halloween lässt darauf hoffen, dass die Geschichte am Ende nochmal richtig an Fahrt aufnimmt. Der Showdown ist auch wirklich spannend, leider aber sehr schnell abgehandelt und man bleibt mit vielen offenen Fragen zurück. Hier wären einige weitere Infos zum Hintergrund gewisser Charaktere und Gruppen sinnvoll gewesen.

Zusammenfassend: Ein gelungenes Halloween-Setting, eine weniger gelungene Handlung.
Die vielen Halloween-Elemente lenkten ein wenig vom Plot ab – in diesem Fall wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen.
Für meinen Geschmack hätten einfach mehr echte Gräueltaten geschehen können. „All Horrors Eve“ ist aber ein netter Schauerroman, der zart Besaitete bestimmt trotzdem gruselt.

Deshalb doch 3 von 5 Sternen.

Danke an Tanja Hanika und Lovelybooks, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

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Veröffentlicht am 29.01.2021

Gute Reihe!

Izara 4: Verbrannte Erde
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Wie soll ich meine Gedanken zu dieser Reihe nur ordnen?!
Damit ihr den Zwiespalt versteht – und warum diese Rezension etwas länger wird – ein wenig Hintergrund dazu:
Band 1 war sehr klischeebehaftet und ...

Wie soll ich meine Gedanken zu dieser Reihe nur ordnen?!
Damit ihr den Zwiespalt versteht – und warum diese Rezension etwas länger wird – ein wenig Hintergrund dazu:
Band 1 war sehr klischeebehaftet und hat mich wirklich genervt. Band 2 war actionreich und spannend und hat mich voll überzeugt. Band 3 war nicht schlecht, verfiel aber wieder in alte Gewohnheiten.
Band 4 lässt mich ratlos zurück, denn auf einer Seite mag ich den Schreibstil sehr. Dippel hat schriftstellerisch wirklich etwas drauf. Die Charaktere sind lebendig und liebenswürdig. Auch ihre Entwicklung ist wirklich toll mit anzusehen. Leider gibt es zu allen Punkten ein ABER…

1. Der Schreibstil ist gut, aber stellenweise ging mir vieles zu schnell, anderes war hingegen zu langatmig. Die Handlung der Geschichte verlief rasant – Ari ist „tot“, schwebt über allen als unsichtbarer und nicht wahrzunehmender Geist, dann ist sie wieder da und wieder mit Lucien zusammen und alles ist wie immer, man berät sich, wie man Mara stoppen kann und legt los. Das ging alles SEHR flott und ich musste gelegentlich überlegen, was zuletzt passiert ist, um den Überblick nicht zu verlieren.
Die Beziehung zwischen Ari und Lucian stand mir hingegen zu sehr im Mittelpunkt. Ständig werden Knie weich, empfindet Ari ein warmes Kribbeln oder muss an Lucians Brust seufzen. Das hat mich gelangweilt, weil man es aus den 3 vorherigen Bänden zur Genüge kannte.
2. Die Charaktere sind lebendig und liebenswürdig. Aber Ari und Lucien standen klar im Fokus, während die Nebencharaktere etwas außen vor blieben.
3. Lizzy ist z.B, plötzlich so eine taffe Frau – das ist toll, aber der Leser bekommt es gesagt statt es zu erleben.
Während Ari in Band 3 ebenfalls taff war, entwickelt sie sich in Band 4 zurück. Ja, sie muss erst mit ihrem neuen Lebensstil zurechtkommen. Aber sie war mir zu wenig sie selbst, zu wenig das kluge, selbstbewusste und starke Mädchen aus dem Vorband und zu abhängig von Lucian.

Die rasante Handlung, die Action und die Entwicklung rund um Tristan fand ich sehr gelungen. Die Lovestory überschattet die restliche Handlung aber leider. Eine gute Geschichte, die nicht ganz ausgewogen ist, aber verständlicherweise viele Anhänger gefunden hat.

Ich fand sie nicht herausragend, aber ich würde ein Spin-Off zu Tristan oder Bel (die ich viel interessanter finde als Ari und Lucian) jederzeit lesen.

Deshalb gibt es für Band 4 3 von 5 Sternen.
Insgesamt kommt die Reihe so auf 3,75 Sterne.
Normalerweise mache ich so etwas nicht, aber in diesem Fall ist es mir wichtig, die Reihe von 3-Sterne- und 4-Sterne-Bewertungen abzuheben.

Dagmar Bittner ist eine hervorragende Sprecherin, die ich jedem empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Auch das Ende konnte mich nicht richtig überzeugen

Obsidian 5: Opposition. Schattenblitz
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Der finale fünfte Band beginnt spannend. Daemon ist nicht mehr er selbst. Fremdgesteuert. So alienhaft, wie man sich ein Alien vermutlich vorstellen würde. Allerdings ebbt die Spannung ab, sobald Katy ...

Der finale fünfte Band beginnt spannend. Daemon ist nicht mehr er selbst. Fremdgesteuert. So alienhaft, wie man sich ein Alien vermutlich vorstellen würde. Allerdings ebbt die Spannung ab, sobald Katy und Daemon wieder zueinander finden. Stellenweise ist die Geschichte geradezu langatmig, weil die beiden einander konstant anschmachten auf Kosten der Handlung, die vermutlich sehr schönes Potenzial gehabt hätte. Der wieder zu sich gekommene Daemon ist stark besitzergreifend und macht ständig unangebrachte Äußerungen, was im Laufe des Buches wirklich nervt.
Einige neu vorgestellte Charaktere finde ich hingegen sehr gut gelungen, weil sie vielschichtig und interessant sind – gut oder böse, man weiß es nicht sicher.

Die Handlung hätte, wie bereits bemerkt, mehr Action vertragen können. Nachdem sie in Band 4 endlich an Fahrt aufnahm, war das glorreiche Finale doch eher enttäuschend.
Als Leser wartet man auf den Punkt, an dem sich ein Ereignis an das nächste hängt, an dem es spannend wird, an dem es endlich zum großen Knall kommt. Doch der ist eher der einer Knallerbse. Nicht besonders laut und sehr kurzlebig.

Statt des ewigen Liebesgeplänkels hätte Armentrout sich vielleicht mehr auf ihre Story konzentrieren sollen. Ich hätte auch gerne mehr zu den Antagonisten erfahren, sowohl Lux als auch Arum. Während die Arum in den Vorgänger-Bänden immer als böse dargestellt wurden, schienen sie mir in diesem Band gar nicht so furchtbar. Besonders, wenn man ihre (sehr wenig beschriebene) Geschichte bedenkt. Die Luxen scheinen ja nicht die gutmütigsten Wesen im Universum zu sein, aber so richtig furchtbar benehmen sie sich auch nicht. Warum müssen sie dann undbedingt vernichtet werden? Die Pointe kam bei mir einfach nicht an.
Gelegentlich fragte ich mich, was mit den Gruselkids geschehen ist, was aus Katys Armband wurde und immer wieder im Laufe des Buches, warum zum Teufel sie ihre Mom nicht zu sich holen!

Die ganze Reihe konnte mich nicht wirklich begeistern. Wegen des Hypes und der aufkeimenden Action in Band 4 hatte ich aber noch Hoffnung. Die wurde mit einem enttäuschenden Band 5 leider zerstört.

Von mir bekommt Opposition nur 2 von 5 Sternen.
Die Reihe schafft es damit auf (nicht ganz) 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Gute Grundidee, die Umsetzung hätte etwas spannender gestaltet sein können

Mind Games
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Auf der Rückseite des Buches prangt groß „Wer verliert, bezahlt mit dem Leben. Traust du dich zu spielen?“.

Vielleicht hatte ich deshalb etwas anderes erwartet. Ich würde die Geschichte eher als Kriminalroman ...

Auf der Rückseite des Buches prangt groß „Wer verliert, bezahlt mit dem Leben. Traust du dich zu spielen?“.

Vielleicht hatte ich deshalb etwas anderes erwartet. Ich würde die Geschichte eher als Kriminalroman bezeichnen denn als „Psychothriller“. Nur die Kapitel aus Seraphine’s Sicht sind wirklich psycho und deshalb die mit Abstand interessantesten!

Das Buch ist aus Ermittlersicht geschrieben – mir fehlte hier eindeutig die Spielerseite. Das Spiel an sich bleibt auch sehr blass und macht bei weitem nicht genug Angst. Wer die Spieler sind, welchen Aufgaben sie sich stellen müssen, ob sie dabei Freude oder Furcht empfinden, bleibt fraglich. Generell scheint mir auch zu wenig zu passieren, das die Furcht vor dem Spiel und seinen Spielern rechtfertigen würde.

Etwas mehr Spannung, Kaltblütigkeit und Blut wären „schön“ gewesen. (Kann man das so sagen?)

Gut fand ich den Schreibstil. Das Buch liest sich trotz fehlender Spannung sehr leicht. Auch die verschiedenen Sichtweisen und das Mysterium um den Drahtzieher des Spiels verliehen dem Buch einen netten Twist. So stellte ich schon früh im Buch Theorien auf, die im Leseverlauf nach dem Ausschlussprinzip wieder verworfen wurden.
Das Ende des Buches war für mich nicht vorhersehbar. Hier konnte die Story wirklich punkten. Es gibt doch nichts Schlimmeres als einen vorhersehbaren Thriller.



Da es sich bei dem Buch um Band 1 einer Thriller-Reihe handelt, kann ich mir vorstellen, dass in den Folgebänden mehr Hintergrundinfos zu dem Spiel gegeben werden und es sich erst noch richtig entfaltet.

Deshalb gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen und werde die Fortsetzung lesen, in der Hoffnung, dass die Story dann noch etwas an Fahrt aufnimmt.

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