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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2021

Gute Idee, schönes schnelles Tempo, aber ein anstrengender Kommissar.

Der Malik
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Es ist ein kurzweiliger und schneller Krimi, der mit einem guten Tempo durch die Ermittlungen huscht und dabei versucht ein ganzes Kartell zu sprengen. Die Kommissare sind kluge und charismatische Charaktere. ...

Es ist ein kurzweiliger und schneller Krimi, der mit einem guten Tempo durch die Ermittlungen huscht und dabei versucht ein ganzes Kartell zu sprengen. Die Kommissare sind kluge und charismatische Charaktere. Der Humor ist teilweise recht schwarz und scharfzüngig, aber gut und unterhaltsam.

Die Verwicklungen und Verstrickungen waren gut durchdacht und sorgten immer wieder für kleine Überraschungsmomente. Die Mailk war genauso, wie man sich einen älteren Patriarchen vorstellt. Unfelxibel, traditionsbewusst und machtbesessen. Er hält an den alten Traditionen und Vorgängen fest und besteht auf seine alleinige Machtposition, die jedoch immer mehr wackelt und von mehreren Seiten angegriffen wird. Das kluge Netzwerk aus Firmen und Unterfirmen, die kaum einer auseinanderhalten kann, fand ich interessant und gut beschrieben.

Jedoch der philosophierende und altkluge Michael Lenhart hatte mich recht schnell am Nerv gepackt und ordentlich daran gezogen. Dieser Charakter kam mir bekannt vor. Die skandinavischen Ermittler und auch Maarten S. Sneijder von Andreas Gruber weisen ebenfalls diesen Charakterzug auf. Ab und an ist es auch ganz interessant und es fördert das Denken um die Ecke, aber hier nahm es leider etwas Überhand. Seine Partnerin Sabine Preiss hat ihn, Gott sei Dank, immer mal gebremst und die Geschichte weiter vorangetrieben. Das hohe Tempo fand ich gut, aber leider bekam man gelegentlich protokollartige Dialoge, die mich etwas aus dem Lesefluss rissen.

Es war für mich noch kein Krimi, der mir den Atem beim Lesen raubt oder mich mitfiebern lässt. Aber die Idee war gelungen, der Anton hat mir gefallen (vielleicht bekommt er einen größeren Part im nächsten Fall?) und die Querelen innerhalb der Polizeihackordnung waren amüsant zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2021

Das Beste kommt zum Schluss

Alles in Ordnung? – Warum wir vor lauter Aufräumen unser Leben verpassen
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In den letzten Jahren sind die Themen Minimalismus, Ausmisten und Aufräumen immer mehr in den medialen Fokus gerückt. Immer mehr Menschen sortieren sich neu, werfen ihren Ballast über Bord und hoffen ...

In den letzten Jahren sind die Themen Minimalismus, Ausmisten und Aufräumen immer mehr in den medialen Fokus gerückt. Immer mehr Menschen sortieren sich neu, werfen ihren Ballast über Bord und hoffen so auf ein freieres Leben. Manche machen es, weil es hipp ist, andere Menschen versuchen wirklich ihren Lebensstil zu hinterfragen.

Maria Wiesner schaut kritisch auf diese Entwicklung und zweifelt an dem Sinn der ganzen Aufräumaktionen. Sie zeigt die Probleme des Wegwerfens auf, schaut hinter die Fassade von Marie Kondo und versucht außerdem den Secondhandtrend zu hinterfragen.

Alles Themen, die mich interessieren und so bin ich mit einigen Erwartungen an das Buch herangegangen. Sie wurden nur bedingt erfüllt. Es gibt viele nette Ansätze, aber keiner wird wirklich bis zum Schluß ausgeführt. Es ist eher ein schnelles Zusammenfügen von Zahlen und Fakten, die man schon in einigen Artikeln gelesen hat. Teilweise werden die Gegenargumente nur sehr oberflächlich behandelt, um dann auf das nächste Thema übergehen zu können.

Die Kritik an Marie Kondo ist bekannt, ebenso, dass diese Frau eine unglaublich gute Geschäftsfrau ist. Sie räumt auf und mistet aus und verkauft nebenbei jede Menge Krimskrams, die für teures Geld wieder in die Räume kommen. Allerdings sagt Marie Kondo auch, dass sie keine Minimalistin ist, sondern eine Frau, die Ordnung schafft und nur noch schöne und liebgewonnene Dinge im Haus haben will. Ich finde die Vorgehensweise von Frau Kondo auch eher befremdlich, aber scheinbar hat sie den Zeitnerv getroffen.

Wer wirklich in seinem Leben aufräumen möchte, wird wahrscheinlich nicht nach Marie Kondo vorgehen. Wer für die Umwelt etwas nachhaltiges schaffen möchte, wird nicht alles sinnfrei wegwerfen, sondern aufbrauchen und so lange nutzen, wie es geht und nur dann etwas neu oder secondhand erwerben, wenn die Sache nicht mehr reparierbar und/oder substituierbar ist.

Das Beste am Buch findet man am Ende. Die Auflistung der Quellen und Verweise für weitere Impulse und zum Nachlesen von Zahlen, Fakten und Ideen.

Veröffentlicht am 13.01.2021

Konnte mich nicht so richtig überzeugen

Mr. Doubler und die Kunst der Kartoffel
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Der Kartoffelmann ist vom SUB. Ich musste ein wenig kämpfen, um das Buch wirklich bis zum Schluss zu lesen. Es gab so viele gute Rezensionen zu diesem Buch, so dass ich recht hohe Erwartungen hatte.

Doch ...

Der Kartoffelmann ist vom SUB. Ich musste ein wenig kämpfen, um das Buch wirklich bis zum Schluss zu lesen. Es gab so viele gute Rezensionen zu diesem Buch, so dass ich recht hohe Erwartungen hatte.

Doch leider konnte mich Mr. Doubler nur auf den ersten 80 Seiten begeistern. Danach wurde es immer schwerfälliger und zäher. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, ich hätte ihn geschubst. Ging aber nicht, so dass wir im Schneckentempo uns vorangeschoben haben. Wie für Mr. Doubler war auch für mich Mrs. Millwood immer der Rettungsanker. Ihre herrliche direkte, zupackende und fürsorgliche Art haben mir gefallen.

Doch Mr. Doubler war mir zu skurril, zu eigenbrötlerisch und zu langsam. Teilweise empfand ich ihn sogar als ziemlich egoistisch, denn bis er sich überwinden konnte Mrs. Millwood zu helfen, verging viel Zeit und noch mehr Zuspruch von anderen Menschen.

Manche Gespräche zwischen Mr. Doubler und Mrs. Millwood fand ich gut zum Nachdenken und Reflektieren, andere Gespräche zwischen Mr. Doubler und den anderen Charakteren empfand ich einfach nur als langatmig und wenig ansprechend. Es war ein stetiges Auf und Ab, so dass ich mit der gesamten Geschichte nicht so richtig warm geworden bin. Leider.

Veröffentlicht am 29.12.2020

Für mich zu viel Phantasie

Valerie kocht
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Valerie ist eine Frau mit einer unendlichen Phantasie und vielen Geschichten. Jedoch schafft sie damit viel Unruhe, viel Traurigkeit und Frust. Ihre Tochter Nell leidet unter der überbordenden Phantasie ...

Valerie ist eine Frau mit einer unendlichen Phantasie und vielen Geschichten. Jedoch schafft sie damit viel Unruhe, viel Traurigkeit und Frust. Ihre Tochter Nell leidet unter der überbordenden Phantasie ihrer Mutter und schämt sich immer mehr für sie.

Anfangs fand ich das Buch durchaus interessant und die Idee war (für mich) neu. Doch je länger ich Nell und Valerie folgte, je mehr Geschichten ohne Ende ich anhören musste, desto schwerer fiel es mir Valerie sympathisch zu finden. Auch wurde die Geschichte im Ganzen ziemlich zäh und einseitig. Erst zum Ende zu wurde durch den Gärtner eine Luke geöffnet, die frischen Wind hineinbrachte.

Valerie liegt mittlerweile im Sterben und dieser Prozess kann für manche Leser:in schwer verträglich sein. Es lastet eine Schwere und eine Traurigkeit auf den Charakteren, dass auch die kleinsten glücklichen Momente nicht so richtig aufleben können. Das Ende ist etwas überraschend, da es noch einmal eine andere Seite von Valerie aufzeigt.

Es war nicht einfach in der Geschichte zu bleiben und den Charakteren Sympathie abzugewinnen, aber das Ende versöhnt mich etwas mit der zähen Geschichte.

Veröffentlicht am 19.12.2020

Ratlose Leserin, verwirrend und etwas Humor

Memoiren und Falschinformationen
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Dieses Buch lässt mich gerade etwas ratlos zurück. Was war das denn? Ich wusste zwar, dass Jim Carrey keine Biografie abliefern wird, aber mit diesem Ergebnis habe ich zugegebenermaßen auch nicht gerechnet. ...

Dieses Buch lässt mich gerade etwas ratlos zurück. Was war das denn? Ich wusste zwar, dass Jim Carrey keine Biografie abliefern wird, aber mit diesem Ergebnis habe ich zugegebenermaßen auch nicht gerechnet.

Ich schätze den Schauspieler Jim Carrey (gerade in den ernsteren Rollen fand ich ihn gut) und er hat ja schon früher oft erwähnt, dass er sich in Hollywood unwohl und unterschätzt fühlt. Er kann mehr als er zeigen darf. Er ist abonniert auf den Komiker und Spaßmacher stets und ständig und zu jeder Zeit. Kräftezehrend.

In dem Roman wird dies auch beschrieben, aber nur zwischen den Zeilen und in einer sehr wirren Geschichte. Ich fand mich nur schwer in der Geschichte zurecht und dieses ständige hin und her löste bei mir wenig Lesefreude aus. Auch wusste man nie, was nun real und was fiktiv war. Die Personen schwirrten durch das Buch, dass man kaum hinterher kam. Der Schreibstil und die Sprache bzw. die Wortwahl waren gewöhnungsbedürftig und für mich recht ermüdend. Einzig sein Humor, seine Spitzen gegen Hollywood und die kleinen privaten (die man erkannte) Anekdoten sorgten dafür, dass ich das Buch gelesen habe.

Ein Vergnügen war es aber nicht und ich ziehe eindeutig eine reale Biografie vor.