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Veröffentlicht am 25.02.2021

Unterhaltsame Kriminalkomödie

Kein Feuer kann brennen so heiß
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INHALT
Schön ist sie nicht, aber sie kann kochen und anpacken. Deshalb ist Lorina Altenpflegerin geworden und hat mit der Anstellung in der Villa Alsfelder das große Los gezogen. Hier geben sich attraktive ...

INHALT
Schön ist sie nicht, aber sie kann kochen und anpacken. Deshalb ist Lorina Altenpflegerin geworden und hat mit der Anstellung in der Villa Alsfelder das große Los gezogen. Hier geben sich attraktive Masseure die Klinke in die Hand, und Techtelmechtel entstehen, die besser geheim bleiben sollen.
Für Aufregung sorgen ein aufgeschwatzter Pudel und ein zurückgelassenes Baby, die die alte Dame sichtlich neu beleben. Sehr zum Missfallen ihres Großneffen, der aufs Erbe lauert.

(Quelle: Diogenes)

MEINE MEINUNG
„Kein Feuer kann brennen so heiß“ ist der neue Roman der sympathischen, mittlerweile 85-jährigen Grande Dame und „Lady of Crime“ Ingrid Noll. Ein Name, der für kurzweilige Unterhaltung und raffiniert angelegte, schwarzhumorige Geschichten mit wundervoll skurrilen Charakteren steht.
Auch in ihrem jüngsten Roman, der in gewisser Weise eine kriminelle Komödie ist, erwarten uns wieder zahlreiche für Noll typische Elemente, die für eine abwechslungsreiche Unterhaltung mit feiner ironischer Note sorgen. Die Geschichte über die keineswegs so außergewöhnliche exklusive Seniorenbetreuung einer alten, nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmten alten Dame, die umsorgt von ihrem Personal in ihrer sehr noblen Villa lebt, entwickelt sich trotz allerlei kurioser Verwicklungen und Turbulenzen in recht geordneten Bahnen. Viel mehr über die Handlung sollte eigentlich gar nicht verraten werden, denn der Klappentext enthüllt für meinen Geschmack schon zu viele Details.
Trotz einiger Einblicke in schockierende Abgründe des menschlichen Egos bleibt es ein vergnüglicher, solider Roman über so manche menschlichen Begehrlichkeiten und Verfehlungen, mit einigen gesellschaftskritischen Spitzen und bissigen Seitenhieben auf Kosten des männlichen Geschlechts.
Mit ihrer flotten, humorvollen Erzählweise gelingt es der versierten Autorin rasch, uns in ihre Geschichte hinein zu ziehen, die vor allem von den wundervoll gezeichneten, recht schrulligen und überaus menschlichen Charakteren lebt. Sehr unterhaltsam und vielschichtig sind die verschiedenen Figuren ausgearbeitet – insbesondere die verschiedenen Männerfiguren, ob nun der singenden Masseur Boris, der schüchterne, Balladen-rezitierende Ruben oder der überhebliche, geldgierige Großneffe, sie alle verkörpern sehr interessante, treffend gezeichnete Klischees, über die man sich köstlich amüsiert.
Ein besonderes Highlight ist natürlich die liebenswerte 30jährige Altenpflegerin und Ich-Erzählerin Lorina, auch Lori oder Plumplori genannt, die im Laufe der Handlung eine erstaunliche Entwicklung nimmt und sich vom Tollpatsch, Aschenputtel und späten Mädchen zur patenten Heldin mausert. Mit erfrischender Leichtigkeit, zuweilen lakonisch und meist ziemlich abgeklärt erzählt sie uns von ihrem eher beschaulichen, wenig ereignisreichen Leben als Rund-um-die Uhr-Betreuerin der betagten Viktoria Alsfelder, ihrem nicht vorhandenen Privat- und Liebesleben und ihren Erlebnissen in der Vergangenheit. Lori ist toller, ein sehr warmherzig gezeichneter Charakter, den man gerade durch die Schwächen, Verletzlichkeiten und Eigenheiten ins Herz schließen muss. Man kann sich gut in ihr Innenleben hineinversetzen und auch ihre Handlungen gut nachvollziehen.
Mit Boris, dem stets ein Liedchen trällernden Physiotherapeuten und Masseur von Frau Alsfeld, der zudem nichts anbrennen lässt, kommt bald etwas Wind in Loris alltägliches Einerlei.
Es bereitet großen Spaß, die weiteren Verwicklungen und überraschenden Wendungen zu verfolgen, doch bleibt die Geschichte insgesamt recht spannungsarm und gewinnt erst zum erwarteten Finale hin noch einmal richtig an Fahrt.
Bei diesem eher ruhigen Roman hat mir leider doch das gewisse Etwas gefehlt. Trotz feiner ironischer Untertöne hätte ich mir etwas mehr bitterbösen, schwarzen Humor, Nolls früheren sarkastischen Biss und einige spitzfindige Wendungen erhofft.

FAZIT
„Kein Feuer kann brennen so heiß“ bietet gute Unterhaltung mit feiner Ironie und wundervoll skurrilen Charakteren, ist aber sicherlich nicht das beste Buch von Ingrid Noll!

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Praktischer Küchenratgeber für Einsteiger mit schnellen Veggie-Gerichten

Vegetarisch kochen mit 5 Zutaten
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MEINE MEINUNG
In der beliebten KÜCHENRATGER-Reihe des GU-Verlags ist von der bekannten Kochbuch-Autorin, Oecotrophologin und freien Food-Journalistin Martina Kittler der neue Band „Vegetarisch kochen mit ...

MEINE MEINUNG
In der beliebten KÜCHENRATGER-Reihe des GU-Verlags ist von der bekannten Kochbuch-Autorin, Oecotrophologin und freien Food-Journalistin Martina Kittler der neue Band „Vegetarisch kochen mit 5 Zutaten“ erschienen.
Hierin findet sich eine Zusammenstellung von unkomplizierten, raffinierten Alltagsgerichten für eine leckere, ausgewogene und gesunde Ernährung, die sich vor allem an alle ungeübte Anfänger richtet, an Familien, die es schnell und unkompliziert lieben, oder Leute mit wenig Zeit.
Vegetarische Ernährung liegt voll im Trend und dieser kleine Küchenratgeber liefert mit seinen insgesamt 33 Rezepten viele Anregungen für die einfache, stressfreie und schnelle vegetarische Alltagsküche. In ihrem neuen Kochbuch zeigt Martina Kittler, wie Kochen mit ganz wenig Zeitaufwand und maximal 5 Zutaten sowie fantastisch leckerem Gemüse, Hülsenfrüchten, Pasta, Eiern plus Milch- oder Tofu-Produkten funktioniert. Daher nennt sie ihr Prinzip auch das „Einmalfünf“ der trendigen Alltagsküche!
Nach einer kurzen Einleitung der Autorin Martina Kittler und einer Vorstellung der „5 Zutaten-Küche“ kann man direkt loslegen mit dem originell illustrierten Blitzrezept One-Pot-Asia-Pasta, das zugleich sehr schön das Grundprinzip dieses Kochbuchs widerspiegelt.
Vom kleinen Snack, über vollwertige fleischlose Hauptgerichte bis zu verführerischen Nachspeisen für Schleckermäulchen findet sich eine interessante Auswahl an leckeren Gerichten für die Familienküche, die Kindern, Eltern und Großeltern gleichermaßen schmecken werden. Einige mit einem schwarzen Blattsymbol gekennzeichnete Gerichte sind sogar vegan. Die Rezepte eignen sich aber nicht nur für ein schnelles Mittagessen, sondern können sehr gut vorbereitet und auf die Arbeit mitgenommen werden.
Der eigentliche Rezeptteil umfasst vier verschiedene Kapitel mit den Kategorien:
· Kleine Gerichte mit Salaten und Suppen
· One-Pot-Meals mit wenig Aufwand
· Aus dem Ofen mit Gerichten, die sicher gut vorbereiten lassen
· Süßes mit allerlei schnellen Nachspeisen.
Die Auswahl der frischen Zutaten für die verschiedenen, fleischlosen Gerichte ist wirklich sehr vielfältig. In der Regel sind Getreide, Pasta, Reis sowie Gewürze bereits in der Vorratsküche vorhanden. Aus frischem Obst und Gemüse, bzw. einigen Zutaten aus der Tiefkühltruhe oder Dose, in Kombination mit Käse oder ein anderen Milchprodukten sowie mit Frischteigen aus dem Supermarkt lassen sich abwechslungsreiche und schmackhafte Gerichte zaubern und das oft in weniger als 30 Minuten.
Da fällt einem beim Durchblättern die Entscheidung, welches Rezept man zuerst ausprobieren möchte, richtig schwer. Meine absoluten Highlights waren bisher „Kürbis-Quinoa-Eintopf“ und „Gemüse-Quiche à La Provence“. Aber auch die süßen Rezepte mit spannenden Kombinationen wie „Papaya-Quark-Strudel“ oder „Birnen-Walnuss-Schnecken“ haben mich sehr angesprochen.
Der Rezeptteil ist sehr übersichtlich gestaltet. Die einzelnen Zubereitungsschritte sind verständlich erklärt und die Rezepte flott nachgekocht. Große Erfahrung beim Kochen wird also nicht vorausgesetzt. Allerdings bleibt die Raffinesse für meinen Geschmack bisweilen etwas auf der Strecke, denn die Rezepte sind doch recht einfach angelegt.
Oft gibt es in zusätzlichen Kästen aber noch ergänzende Hinweise zu Warenkunde oder Tipps zur Zubereitung oder interessante Abwandlungen. Alle Rezepte sind für 4 Personen ausgelegt und mit Angaben zur Zubereitungszeit, Kalorienzahl sowie Nährstoffzusammensetzung versehen.
Dank der ausklappbaren Buchcover-Seiten hat man die wichtigsten Infos zum Thema stets auf einen Blick griffbereit. In der eBook-Version finden sich diese im Anhang. So erhält man eine rasche und übersichtliche Einführung zu Warenkunde und Zubereitungstipps und darüber hinaus auch hilfreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den Themengebieten: „Das Prinzip: Veggie mit 5 Zutaten“, „So geht’s: Gemüse zum Einfrieren“, „Eiweißpower aus dem Vorrat“ aber auch hilfreiche Hinweise zum „Würz-Joker für die 5-Zutaten-Küche“, „Clever Veggie-Vorratsküche“ und „Die perfekte Kombi“.
Gut gefallen hat mir auch die sehr ansprechenden Gestaltung des ganzen Buches und schöne Bebilderung der Rezepte mit natürlich wirkenden, Appetit-anregenden Fotos von Maria Grossmann und Monika Schürle. So nimmt man das Buch nicht nur zum Kochen, sondern auch gerne einfach nur zum Stöbern in die Hand.

FAZIT
Ein schön aufgemachter, praktischer Küchenratgeber mit leckeren, vegetarischen Rezeptideen und vielen hilfreichen Tipps für die einfache, stressfreie und schnelle vegetarische Alltagsküche. Vor allem für ungeübte AnfängerInnen und Einsteiger in die vegetarische Küche eignet!

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Motivierender Ratgeber für ein aufgeräumtes Leben

Der Aufräum-Kompass
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„Deine Wohnung und dein Haushalt spiegeln deine Seele wider. Eine aufgeräumte Wohnung bedeutet meist auch eine aufgeräumte Seele.“
~Zitat: Jelena Weber~
(Quelle: ZS Verlag)


MEINE MEINUNG
Wer kennt das ...

„Deine Wohnung und dein Haushalt spiegeln deine Seele wider. Eine aufgeräumte Wohnung bedeutet meist auch eine aufgeräumte Seele.“
~Zitat: Jelena Weber~
(Quelle: ZS Verlag)


MEINE MEINUNG
Wer kennt das nicht? Der Alltag wird immer chaotischer, viel zu viel unnützer Kleinkram hat sich angesammelt, die Schränke quellen über mit Dingen, die man weder braucht noch mag. Da hilft nur noch rigoroses Ausmisten, Aufräumen und Sortieren – Themen, die sicher nicht beliebt sind und obere Priorität haben, die einem aber offenbar viel Zeit und Nerven sparen und darüber hinaus sogar ein Kompass für ein glückliches, entspanntes und aufgeräumtes Leben werden können.
Klingt toll, oder?
In ihrem kürzlich im ZS-Verlag erschienenen Ratgeber „Aufräum-Kompass - Sauber machen, Ordnung schaffen, Ordnung halten: Die besten Strategien für ein schönes Zuhause“ zeigt uns die erfolgreiche Bloggerin und Aufräum-Expertin Jelena Weber, wie man einen chaotischen Haushalt in den Griff bekommt und sich schließlich über ein aufgeräumtes Wohlfühlzuhause freuen kann.
Sehr unterhaltsam und anschaulich erzählt die sympathische Autorin in ihrem äußerst motivierenden Ratgeber beispielsweise über ihre sehr persönlichen Erfahrungen, erklärt uns, warum das Aufräumen auch sehr viel mit Selbstliebe zu tun hat und dass unsere Wohnung unsere Seele widerspiegelt.
In 7 verschiedenen Kapiteln will sie uns ihren Kompass für ein aufgeräumteres Leben vermitteln und hat viele hilfreiche Tipps und alltagstaugliche Tricks zum Aufräumen, Ordnen und Putzen zusammengestellt.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin verschiedene Methoden zum Ausmisten und Ordnungshalten ausgetestet hat und uns diese Aufräum-Methoden im eigenen Praxistest sehr übersichtlich vorstellt. Die Autorin gibt uns immer wieder sehr ausführliche Einblicke in ihre eigenen Vorgehensweisen und Erkenntnisse und streicht heraus, was bei ihr gut funktioniert hat. Neben der berühmten KonMarie-Methode erfahren wir auch mehr über die Feng Shui-Methode und die Swedish Death Cleaning-Methode – so kann man selber auswählen, welche Methode einem am ehesten zusagt.
So erfahren wir auch wie man sich am besten aufraffen kann, bestimmte Routinen entwickelt und den eigenen Partner zu mitmachen bewegt. Zudem erhalten wir wertvolle Tipps, was man mit den aussortierten Sachen machen und anderen eine Freude bereiten kann. Ausgedehnt wird das umfangreiche „Entrümpelungs“-Programm schließlich auf das eigene Leben und so finden wir auch Tipps zum Umgang digitalem Müll, „Seelenballast“ und dem Thema Veränderung im Job.
Sehr ansprechend und inspirierend sind auch die nachhaltigen DIY- und Upcycling-Ideen für verschiedene Ordnungs- und Aufbewahrungssysteme, die dank der einfachen und schön bebilderten Anleitungen von Jelena Weber leicht und zudem günstig nachzumachen sind. Schließlich finden sich auch zum Thema Saubermachen und nachhaltiges Putzen interessante Anregungen und Vorschläge für selbstgemachte, umweltschonende Alternativen zu den gängigen Putzmitteln.
Gut gefallen hat mir auch die sehr ansprechende und übersichtliche Gestaltung des ganzen Buches. Besonders gelungen finde ich die sehr schöne, den Inhalt untermalende Bebilderung mit geschmackvollen und natürlichen Fotos von Richard Brzozowski sowie anschauliche Zeichnungen zur Auflockerung und ergänzende, farbige Info-Kästen zu einigen der Tipps. Abgerundet wird der Aufräum-Ratgeber mit einem umfangreichen alphabetischen Register, das einem das Auffinden verschiedener Themen und Stichwörter erleichtert.
Auch wenn einige Tipps sicher nicht so neu sind und gewisse Schilderung sich wiederholen, so kann doch jeder - egal ob Aufräummuffel oder Ordnungsfanatiker – zahlreiche nützliche Tipps, viel Inspiration und Motivation aus diesem Buch mitnehmen.

FAZIT
Insgesamt ist Jelena Weber ein hilfreicher, unterhaltsamer und angenehm zu lesender Ratgeber gelungen, der viele Anregungen zum Ausmisten liefert, verschiedene Aufräumstrategien vorstellt und einen auf jeden Fall dabei unterstützt, Ordnung in die eigenen vier Wände zu bringen.
So möchte man nach dem Lesen des Buchs am liebsten direkt anfangen mit einem neuen, aufgeräumten Leben!

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Faszinierende Familiengeschichte

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
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INHALT
Berlin, 2017. Die 27-jährige Hannah Borowski bekommt einen Brief, der sie als mögliche Erbin eines verschollenen jüdischen Kunstvermögens ausweist. Warum weiß sie nichts von ihrer jüdischen Familie? ...

INHALT
Berlin, 2017. Die 27-jährige Hannah Borowski bekommt einen Brief, der sie als mögliche Erbin eines verschollenen jüdischen Kunstvermögens ausweist. Warum weiß sie nichts von ihrer jüdischen Familie? Warum will ihre Großmutter Evelyn — ihre einzige lebende Verwandte — nicht darüber sprechen?

Rostock, 1924. Senta Köhler, 18 Jahre alt, ist ungewollt schwanger. Der Vater des Kindes, ein hochdekorierter Fliegerheld aus dem Ersten Weltkrieg, verspricht, sie zu heiraten. Den Plan, mit ihrer besten Freundin Lotte nach Berlin zu gehen, muss sie begraben. Als die Ehe nach zwei Jahren zerbricht, stellt Sentas Mann sie vor eine Entscheidung: Er willigt nur in die Scheidung ein, wenn Evelyn, die gemeinsame Tochter, bei ihm bleibt. Senta geht ohne ihr Kind nach Berlin.
Berlin, 1927. Senta findet Arbeit beim Berliner Tageblatt und steigt von der Schreibkraft zur Journalistin auf. Sie heiratet einen jüdischen Kollegen, Julius Goldmann, dessen Vater Itzig ein angesehener Kunsthändler ist. Sie und ihr Mann werden Teil der Berliner Kunst- und Kulturszene. Schließlich fliehen beide vor den immer stärker werdenden Repressalien der Nationalsozialisten.
(Quelle: Ullstein)
MEINE MEINUNG
Mit ihrem bemerkenswerten Debüt „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ ist der deutschen Autorin Alena Schröder ein interessanter und bewegender historischer Roman gelungen. Hinter dem ungewöhnlich langen und etwas sperrig wirkenden Titel, dessen Bedeutung lange im Dunkeln bleibt und erst im Laufe der Handlung enthüllt wird, verbirgt sich eine spannende, großartig erzählte und nachdenklich stimmende Familiengeschichte, die sich über vier Generationen hinweg erstreckt und eine Zeitspanne von fast hundert Jahren umfasst.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die faszinierenden Frauen der Familie Senta, Evelyn, Silvia und Hannah mit ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Träumen, ihren außergewöhnlichen Biografien, folgenschweren Entscheidungen und sorgsam gehüteten Geheimnissen, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Besonders fasziniert hat mich der Hintergrund, dass der Roman von der außergewöhnlichen Lebensgeschichte von Schröders Urgroßmutter inspiriert wurde. Entgegen den damaligen Konventionen hatte diese –ähnlich wie die eigenwillige Romanfigur Senta- ihre 3jährige Tochter bei Verwandten zurückgelassen und war ins quirlige Berlin der 1920ger Jahre gezogen, um ihren Traum von einem selbstbestimmten und freien Leben zu realisieren. Sehr eingehend setzt sich die Autorin daher auch mit den Themen Selbstverwirklichung, Mutterschaft, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem Verhältnis zwischen Mutter und Tochter auseinander. Gekonnt zeigt sie in ihrer Geschichte auf, wie nachhaltig Lebensentscheidungen auch das Leben der nachfolgenden Generationen beeinflussen und emotional prägen können.
Die zwei sich abwechselnden, auf unterschiedlichen Zeitebenen angesiedelten Erzählstränge haben mich bald in ihren Bann gezogen. In der fesselnden, in der Gegenwart angesiedelten Rahmenhandlung lernen wir die sympathische 27-jährige Studentin Hannah und ihre im Altersheim lebende Großmutter Evelyn kennen. Zufällig erfährt sie, dass ihre Evelyn Erbin eines während der Nazizeit verschollenen Kunstschatzes sein soll. Da die Großmutter sich aber über ihre Vergangenheit, die familiären Wurzeln und genaueren Hintergründe beharrlich schweigt, begibt sich Hannah auf eigene Faust auf eine ereignisreiche Spurensuche.
Einfühlsam und mit angenehmer Leichtigkeit zeichnet die Autorin in den Rückblicken bedeutsame Lebensstationen ihrer Figuren aus der Vergangenheit nach und nimmt uns mit auf eine faszinierende Zeitreise, die uns ausgehend von den bewegten 1920er Jahren, zu den düsteren, unheilvollen 30er Jahren und Zweiten Weltkrieg, über die schwierige Nachkriegszeit bis hinein in die Gegenwart führt. Atmosphärisch dicht und anschaulich sind nicht nur die unterschiedlichen Schauplätze oder spannende Einblicke in die Berliner Künstlerszene beschrieben, sondern auch die Zwänge der damaligen gesellschaftlichen Realität im Wandel der Zeiten sowie das zunehmend bedrohlichere Klima für die jüdische Bevölkerung werden sehr eindringlich vermittelt.
Alena Schröder hat mit ihrer bewegenden Familiengeschichte sehr beeindruckende, vielschichtige Frauen-Figuren geschaffen, die mit ihren Eigenheiten, Stärken und Verletzlichkeiten sehr lebensnah und lebendig wirken. Sie versteht es, uns im Laufe der Handlung ihr Innenleben, ihre schillernde Persönlichkeit und charakterliche Entwicklung sehr glaubhaft näherzubringen. Auch wenn man nicht immer ihre Beweggründe gutheißen und nachvollziehen kann, so kann man sich dennoch recht gut in sie hineinversetzen.
Sehr fesselnd und abwechslungsreich ist auch der Erzählstrang mit Hannah in der Gegenwart ausgearbeitet, der uns aufschlussreiche Einblicke in das Gefühlsleben der etwas orientierungs- und ziellosen jungen Frau gibt, die anfangs kaum einen Bezug zur Vergangenheit ihrer Familie und ihren Wurzeln hatte. Auf Hannahs Affaire und den etwas unglaubwürdigen Part des nerdig-nervigen Jörg hätte ich jedoch gerne verzichten können, während ich einige Episoden als etwas zu rasch abgehandelt empfand. Dennoch ist es sehr spannend, Hannah auf ihrer Spurensuche nach dem verschollenen Kunstvermögen zu begleiten und die Geheimnisse aus der Vergangenheit aufzudecken.
Geschickt verdichtet die Autorin ihre Geschichte nach einigen unvorhersehbaren Wendungen und überraschenden Enthüllungen immer weiter und lässt diese schließlich sehr stimmig ausklingen.

FAZIT
Ein fesselnder und abwechslungsreich erzählter Debütroman mit einer beeindruckenden und berührenden Familiengeschichte über vier Frauen-Generationen und einem folgenschweren Familiengeheimnis.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Aus dem Nähkästchen einer Top-Tennisspielerin

Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht
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INHALT
Tennis als Spiegel des Lebens – in ihrem literarischen Debüt schlägt die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petković die Brücke zwischen Sport und Literatur, und begeistert mit zutiefst ehrlichen ...

INHALT
Tennis als Spiegel des Lebens – in ihrem literarischen Debüt schlägt die ehemalige Top-Ten-Spielerin Andrea Petković die Brücke zwischen Sport und Literatur, und begeistert mit zutiefst ehrlichen und anrührenden Geschichten rund um ihr Leben als Tennisprofi. Wie fühlt es sich eigentlich an, das Leben als eine der weltweit besten Tennisspielerinnen? Wie gelingt die Balance zwischen notwendiger Siegesgewissheit und gefräßigem Selbstzweifel? Wie schafft man es, trotz manch krachender Niederlage und nervtötenden Verletzungen die Freude am Spiel nicht zu verlieren? Und wie pflegt man Freundschaften in einer Welt der Rivalität und des ständigen Unterwegsseins?
(Quelle: KiWi)

MEINE MEINUNG
Der autobiografische Erzählband „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ ist das beeindruckende und sehr unterhaltsame literarische Debüt der Tennisspielerin Andrea Petković, die es bis auf Position 9 der Tennis-Weltrangliste schaffte.
Es ist eine gelungene, bunt gemischte Sammlung von kurzen Geschichten, persönlichen Erinnerungen und Anekdoten aus ihrem ereignisreichen Leben als erfolgreicher Tennis-Profi, die aber nicht nur Fans dieses Sports zu unterhalten weiß, sondern vor allem auch durch sehr offene Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, ihre Selbstkritik und erstaunlich reife Lebensweisheiten beeindruckt.
Hierbei hat sie sich jedoch auch die künstlerische Freiheit genommen, einige wahre Begebenheiten literarisch aufzuarbeiten und zu fiktionalisieren.
Gekonnt nimmt uns Andrea Petković hinein in die Welt eines faszinierenden, aber auch knallharten Sports, liefert sie uns interessante Rückblicke auf ihre beeindruckende Karriere und gibt uns einen sehr aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen des internationalen Tenniszirkus. Wir begleiten diese faszinierende Sportlerin auf einer sehr persönlichen Reise durch ihr Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, auf der sie uns auch sehr eindrückliche Einblicke in ihr Innenleben und ihre Persönlichkeit gewährt.
Sehr bewegend, warmherzig und mit einem humorvollen Unterton erzählt Petković von ihrer großen Liebe zum Tennis, von spektakulären Triumphen und unvergesslichen Glücksmomenten, aber auch über herbe Enttäuschungen, Verletzungspech und seelischen Tiefpunkten. Neben interessanten Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend in Darmstadt als Einwandererkind aus dem ehemaligen Jugoslawien, über ihren starken Assimilationswillen und ihre zerrissene serbisch-deutschen Seele erfahren wir auch vom hohen Stellenwert von besonderen Freundschaften in ihrem Leben und der Literatur, die für sie ein unabdingbarer, heilsamer Lebensbegleiter geworden ist.
Kritisch beleuchtet sie nebenbei die Begleiterscheinungen von Ruhm und Bekanntheit, erzählt offen über Selbstzweifel, Einsamkeit und Frustration, lässt uns aber auch ihr Geheimnis von Ehrgeiz und Erfolgswillen ergründen.
In vielen Episoden geht es natürlich auch um Tennis, in denen es sich um amüsante und ergreifende Dramen und Tragödien auf dem Court, während der Turniere und auf den Reisen um die Welt dreht, um spannende Begegnungen mit anderen Tennis-Profis oder um den anstrengenden Tennisalltag.
FAZIT
Ein gelungener, unterhaltsamer Erzählband mit amüsanten, bewegenden und faszinierenden Episoden aus dem Leben einer sympathischen Spitzensportlerin – humorvoll, selbstkritisch und warmherzig erzählt! Nicht nur für Tennisbegeisterte sehr lesenswert!

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