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Veröffentlicht am 16.02.2021

hat mich nicht überzeugt

Meine dunkle Vanessa
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Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell

Vanessa überredet mit vierzehn ihre Eltern, sie auf ein Internat zu schicken, die Browick School in Norumbega. Mit der einzigen Freundin auf der Highschool ...

Meine dunkle Vanessa von Kate Elizabeth Russell

Vanessa überredet mit vierzehn ihre Eltern, sie auf ein Internat zu schicken, die Browick School in Norumbega. Mit der einzigen Freundin auf der Highschool hat sie sich am Ende des letzten Schuljahres wegen einem Jungen zerstritten, sodass sie nun ziemlich isoliert ins zehnte Schuljahr startet, ihr zweites Jahr im Internat. Vanessa ist still, zurückhaltend, chaotisch, schlampig und ziemlich faul. Als sie im Leistungskurs Amerikanische Literatur den Lehrer Mr. Strane kennenlernt, hat dieser mit dem fünfzehnjährigen Mädchen, das einsam ist und nach Aufmerksamkeit giert, leichtes Spiel. Was mit Gesprächen, Berührungen und Küssen anfängt, endet irgendwann im Bett des Lehrers, der fast dreißig Jahre älter ist als Vanessa.

Wir erfahren abwechselnd, angefangen mit dem Jahr 2000, dem Jahr, an dem Vanessa ihren Lehrer kennenlernt, und dem Jahr 2017 in der Gegenwart, was passiert. Vanessa erinnert sich, wie alles anfing und erzählt, was sie gerade erlebt. Dies ist teilweise langatmig, dies ist sehr oft uninteressant, dies soll wahrscheinlich zeigen, wie einsam und isoliert Vanessa war und ist. Ihre gestörte Wahrnehmung, was die ungesunde Beziehung zu Strane angeht, zieht sich durch das Buch. Natürlich ist es wichtig, zu erfahren, wie ein fast dreißig Jahre älterer Mann ein junges Mädchen dazu bekommt, Sachen zu tun, die es tatsächlich gar nicht tun möchte. Leider geschieht dies hier in langwierigen Ausführungen über seitenlange Kapitel, die einfach nur ermüdend waren. Ich habe darauf gewartet, dass das Buch mich packt und es den Moment gibt, wo Vanessa mich berührt. Leider war und blieb Vanessa für mich seltsam farblos, distanziert und, ja, unsympathisch. Der Missbrauch an sich, der seitenweise explizit beschrieben wird, ist schlimm und an Widerlichkeit nicht zu überbieten. Die restliche Geschichte flog an mir vorbei, sodass ich nach zwei Dritteln abgebrochen habe, was mir tatsächlich seit langem nicht mehr passiert ist. Aus Respekt vor dem Thema vergebe ich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zu einseitig für mich

2033
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Deutschland im Jahr 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND ist an der Macht. Als auf die Parteizentrale ein Anschlag verübt und die Generalsekretärin der Oppositionspartei REFORM angeklagt wird, hinter ...

Deutschland im Jahr 2033. Die rechtsextreme Partei AUFSTAND ist an der Macht. Als auf die Parteizentrale ein Anschlag verübt und die Generalsekretärin der Oppositionspartei REFORM angeklagt wird, hinter dem Bombenanschlag zu stecken, soll die junge Anwältin Marie Wigand ihrer Chefin im Strafverfahren assistieren bei deren Vertretung. Es steht einiges auf dem Spiel. Sollte die Politikerin verurteilt werden, droht ein Verbotsverfahren ihrer Partei, was wiederum zur Folge hätte, dass der AUFSTAND das Grundgesetz abschaffen würde.

Seit ich vor Jahren DER WÜRFEL gelesen habe, wartete ich auf ein neues Buch des Autors, der Jurist, Politologe sowie Bürgerrechtler ist und deutsch-iranische Wurzeln hat. Weil mir sein erstes Werk wirklich sehr gefallen hat, habe ich zugegriffen, obwohl ich politische Bücher nicht gerne lese, sogar dann nicht, wenn es Thriller sind. Das Gedankenexperiment hat mich wahrscheinlich deswegen auch nicht überzeugt, denn die Geschichte war nicht nur überspitzt, sondern auch überzeichnet und ziemlich einseitig. David gegen Goliath, das Gute gegen das Böse und dazwischen das große Nichts. Das ist mir persönlich zu wenig und nicht realistisch genug. Ich empfehle jedem, sich selbst ein eigenes Bild zu machen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Leicht und voller Optimismus

Drei Tage im Schnee
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Hannah nimmt sich eine Auszeit, ganze drei Tage fährt sie weg, hat ein kleines Häuschen gemietet und will entspannen. Als die kleine Sophie auftaucht und sie auffordert, ihr beim Bau einer Schneefigur ...

Hannah nimmt sich eine Auszeit, ganze drei Tage fährt sie weg, hat ein kleines Häuschen gemietet und will entspannen. Als die kleine Sophie auftaucht und sie auffordert, ihr beim Bau einer Schneefigur zu helfen, zögert Hannah erst, lässt sich dann aber auf das Abenteuer ein und kommt bald zu überraschenden Erkenntnissen.

»Ich fragte mich, wann mir zuletzt etwas so viel Freude bereitet hatte. Oder vielmehr, ob Spaß in meinem Leben überhaupt eine Rolle spielte, ein Kriterium war. Die meisten Dinge, die ich tat, tat ich nur, weil man das eben so machte. Weil andere das so machten.« (Seite 24)

Dieses kleine Büchlein ist perfekt für Leserinnen und Leser, die nach Entschleunigung suchen, nach einer bewussten Verlangsamung ihres Lebensrhythmus, um ihre Lebensqualität zu steigern und vielleicht auch, um achtsamer mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Die Erkenntnisse sind nicht neu, aber es ist schön, sich diese mit dieser Geschichte noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Sich daran zu erinnern, was wichtig ist im Alltag und was nicht. Besinnen wir uns darauf, wie schön das Leben sein kann.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Spuren eines Lebens

Muttermale
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»Ich stelle dir nach, ich fahnde nach dir, ich nehme dich in Beschlag - und du bringst mich in große Verlegenheit, denn du hast keinen Namen. Mutter. Behausung. Kerker. Verschlusssache. Oberbefehlshaberin.« ...

»Ich stelle dir nach, ich fahnde nach dir, ich nehme dich in Beschlag - und du bringst mich in große Verlegenheit, denn du hast keinen Namen. Mutter. Behausung. Kerker. Verschlusssache. Oberbefehlshaberin.« (Seite 11)

Die Mutter der Autorin ist einst aus Preußen geflohen, also spürt Dagmar Leupold deren Spuren nach, versucht zu ergründen, wer diese Frau war und wie sie durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre geprägt worden ist. Hierbei springt sie zwischen eigenen Erlebnissen mit der Mutter als auch denen, die sich lange vor ihrer Zeit ereigneten, hin und her, was es für mich unmöglich macht, mitzukommen. Die Erzählung selbst ist so persönlich, so unfassbar intim, dass nur nahestehende Personen darin etwas finden.

Gegenstände wurden erwähnt, Situationen analysiert und an Tragödien erinnert, die bei mir selbst keinen Eindruck hinterließen, keinen solchen hinterlassen können, weil sie so personenbezogen sind. Dies machte das Lesen des Buches leider etwas schwierig, es erlaubte mir nicht, es mir in der Geschichte bequem zu machen, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch war es bereichernd, einige Situationen fand ich berührend und erinnerte mich an eigene Erlebnisse mit meiner Familie. Ein leiser Roman mit einer sprachlichen Eleganz, die durch die Seiten fließt.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Fatale Entscheidung

Kopflos
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»Er hat anderthalb Stunden, um sich zu entspannen, ich anderthalb Stunden, um Mutter zu sein.« (Seite 22)

Mitten in einem Sorgerechtsprozess gefangen, verliert Lisa irgendwann die Nerven, nachdem sie ...

»Er hat anderthalb Stunden, um sich zu entspannen, ich anderthalb Stunden, um Mutter zu sein.« (Seite 22)

Mitten in einem Sorgerechtsprozess gefangen, verliert Lisa irgendwann die Nerven, nachdem sie das Umgangsrecht mit ihren Söhnen verloren hat und sich dem Haus der Familie nicht mehr nähern darf. Ihre Söhne sieht sie einmal im Monat an einem neutralen Ort, allein zu sein mit ihnen wird ihr nicht erlaubt. Völlig kopflos trifft Lisa eine fatale Entscheidung und schlittert unausweichlich auf eine Katastrophe zu.

»Wenn die Angst die Seite wechselt, ist das Gerechtigkeit. Keine Anhörung in Sicht, auch keine Antwort vom Gericht, keine Strategie, keine Gegenüberstellung. Dieser Moment, in dem alles kippt, wo kann ich hinkommen und sie mitnehmen?« (Seite 46)

Für diese Erzählung hat die Autorin einen ungewöhnlichen Stil bevorzugt, das Buch liest sich nicht flüssig, es ist chaotisch und wirr. Dies passt zur Gemütslage der Erzählerin, die mich davon überzeugen möchte, nein, überzeugen will, dass es richtig ist, was sie getan hat. Ihre Erinnerungen vermischen sich mit Wahrheit und Lüge, eine passende Realität wird geschaffen, die zuweilen dazu führt, dass ich Situationen nicht einschätzen und auch nicht erkennen kann, was wahr ist und was nicht. Dies hört sich anspruchsvoll an und ist es auch, der Nachteil davon ist aber, dass ich zwischendurch den Faden verloren habe. Die Geschichte selbst ist darin versteckt, aus Andeutungen und Fragmenten reime ich mir diese zurecht, bin aber bis zum Schluss nicht sicher, ob ich dahinter gestiegen bin. Eine Auflösung liefert das Ende, einiges erklärt sich, anderes bleibt nebulös. Ich interpretiere eigenes hinzu und bin zufrieden, dass ich drangeblieben bin.

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