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Veröffentlicht am 05.05.2021

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So wie du mich kennst
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Bewertung von Jupp aus NRW am 19.04.2021
Erst einmal möchte ich sagen dass mich das Cover angesprochen hat. Ich mag Geschichten über Menschen die sich nicht nur an der Oberfläche bewegen. Hinter jedem ...


Bewertung von Jupp aus NRW am 19.04.2021
Erst einmal möchte ich sagen dass mich das Cover angesprochen hat. Ich mag Geschichten über Menschen die sich nicht nur an der Oberfläche bewegen. Hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte der Mann sagt ihm sonst: man kann den Menschen nur vor den Kopf gucken. Das Buch wechselt immer wieder die Sichtweise und erzählt das Geschehene sowohl aus der Sicht der Verstorbenen als auch ihrer Schwester. Es ergeben sich immer wieder neue Hintergründe die sich im Laufe des Buches aufbauen. Das steigert die Geschichte und führte zu das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und an einem Wochenende durchgelesen habe. Das Ende war schön allerdings leicht vorhersehbar. Ich hätte mir vielleicht ein anderes Ende gewünscht wobei ich nicht genau sagen könnte welches. Insgesamt ein tolles Buch…mehr
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Bewertung von TochterAlice aus Köln am 05.05.2021
Top-100 Rezensent
Karla kennt ihre Schwester Marie besser als jeder andere. Und umgekehrt. Dachte sie zumindest, bis Marie starb. Von einem Moment auf den anderen - wie das so ist bei einem Verkehrsunfall.

Mitten in New York, wo sie seit einigen Jahren lebt, ereilt es Marie. Und Karla eilt aus dem kleinen unterfränkischen Kaff, in dem sie lebt, nach New York, um ihre Asche heimzubringen. Für die Beerdigung. Und dann fährt sie nochmal hin, um ihre Wohnung aufzulösen.

Karla hat zum ersten Mal im Leben Zugriff auf alles, was Marie betrifft. Auf ihr Notebook, ihr Handy. Sogar auf Freunde und One-Night-Stands. Naja, teilweise.

Und sie erfährt Dinge über ihre Schwester, die sie nie für möglich gehalten hätte. Wobei: kurz vor dem Unglück hatte sie schon Unglaubliches erfahren, von Marie selbst. Und jetzt noch mehr. Nichts ist mehr so wie es war. Weil Marie eben eine ganz andere war. Aber nicht nur: dass Marie eine andere war, schärft Karlas Blick

Irgendwie hat dieser Roman mich ernüchtert, meine Erwartungen nicht so recht erfüllt. Ich dachte (im Hinblick auf den Blog der Autorin), dass hier jetzt etwas sehr Neues, ziemlich Feministisches kommt. Gerade auch in Bezug auf das Thema #MeToo, das in der Handlung eine bedeutende Rolle einnimmt.

Vielleicht ist dieses Innovative ja tatsächlich vorhanden, aber es geht irgendwie an mir vorbei. Sehr viel Zeitgeist steckt hier drin, ein Moderoman quasi. Der ein bisschen an mir und dem, was für mich der Geist der Zeit ist, vorbeigeht. Sollte mich nicht wundern, denn ich gehöre einer anderen Generation an als die Autorin. Was mich oft nicht einschränkt in der Wahrnehmung der Texte jüngerer Autor*innen. Hier aber schon. Irgendwie.

Veröffentlicht am 03.05.2021

Olga, ihre Familie und die Männer

Laudatio auf eine kaukasische Kuh
3

Das sind drei Komponenten, die - zumindest aus Olgas Sicht - so gar nicht zusammen passen.

Denn Olga verweigert sich der uneingeschränkten Bekenntnis zum Kaukasus. Sowohl zu den Georgiern als auch zu ...

Das sind drei Komponenten, die - zumindest aus Olgas Sicht - so gar nicht zusammen passen.

Denn Olga verweigert sich der uneingeschränkten Bekenntnis zum Kaukasus. Sowohl zu den Georgiern als auch zu den Pontos-Griechen - von beiden stammt sie ab. Sie studiert Medizin in Bonn und niemand, aber wirklich niemand, weiß, dass ihre Eltern mit Oma und Olgas kleinem Bruder recht ärmlich am Rande von München leben. Naja, gut: ihr türkischer Studienfreund weiß Bescheid, aber alle anderen wissen nichts.

Vor allem Felix nicht, mit dem sie fast verlobt ist. Denn der ist Arztsohn aus Kiel - mit einem stabilen Familienhintergrund, der ihn vor dem Jobben während des Studiums bewahrt und gesichertem Job - er wird voraussichtlich direkt in die Fußstapfen seines Vaters treten. Doch erst einmal kommt die Promotion, die er - Olga graut schon davor - in München vollenden wird.

Doch noch, bevor hier jemand nach München oder sonst wohin ziehen kann, gibt es einen neuen Mann in Olgas Leben. Nämlich Jack, der sie einmal zufällig am Münchener Bahnhof sieht und ihr verfällt, zum Stalker wird. Er folgt ihr - und zwar bis nach Georgien.

Und da fing die Geschichte aus meiner Sicht an, etwas absurd zu werden. Sowohl Jacks Handlungen als auch Olgas Reaktionen darauf haben mich mehr als einmal verwundert und erstaunt zurück gelassen. Ab da konnte mich das Buch nicht mehr so richtig mitnehmen.

Traurig fand ich auch, dass die Autorin die Kaukasier - ob Georgier, Griechen oder was auch immer, als ziemliche Witzfiguren beschrieb. Spaß und Ironie - schön und gut, aber das hier ging weit hinaus über liebenswürdigen Humor.

Zu all dem kommt hinzu, dass ich ein literarisch anspruchsvolles Buch, keinen federleichten Unterhaltungsroman erwartet hatte. Schade, hier sind zahlreiche gute Ansätze und Ideen vorhanden, doch zu Ende geführt werden sie leider nicht!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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Veröffentlicht am 02.04.2021

Alice und ihr Macher

Die Erfindung von Alice im Wunderland
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Der Macher Lewis Carroll, der in Wirklichkeit Charles Dodgson hieß und Naturwissenschaftler in Oxford war, hatte die Geschichte lange vor ihrer Veröffentlichung tatsächlich an kleinen Mädchen getestet, ...

Der Macher Lewis Carroll, der in Wirklichkeit Charles Dodgson hieß und Naturwissenschaftler in Oxford war, hatte die Geschichte lange vor ihrer Veröffentlichung tatsächlich an kleinen Mädchen getestet, nämlich an den Töchtern seines Rektors an Christ Church, unter ihnen auch Alice.

Über deren Rezeption der Darbietungen sind nur Bruchstücke bekannt, aber wie auch immer, es dürfte ihnen gefallen haben. Auch einige andere Gestalten aus dem wahren Leben des Autors dürften Eingang gefunden haben in die Figurenwelt - was nicht immer sonderlich schmeichelhaft für die Gemeinten ausfiel.
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Im Gegensatz zu den Abenteuern der Alice entbehrt diese Geschichte eines roten Fadens, was sie nicht sehr leicht lesbarmacht. Ich habe den Eindruck, dass Peter Hunt, der Autor des vorliegenden Sachbuchs, unglaublich viele Informationen hatte und sich daran schwertat, diese knapp zusammenzufassen.

Dagegen ist die Bebilderung - auch einige Fotografien sind dazwischen, ebenso großzügige wie vielseitige. Aus meiner Sicht sehr schade - wenn er diese Bilder und den Text in einen Guss gegossen hätte, wäre dies ein tolles und einzigartiges Werk geworden - so ist es eher ein wenig langweilig. Ich habe mich beim Lesen nicht sonderlich gut in das Geschriebene hineinfinden können. Schade!

Veröffentlicht am 25.03.2021

So ist es geschehen - oder nicht?

Der Solist
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Herbst 2017: Neumann ist ein "Bulle" aus Frankfurt, der zur Berliner "Sondereinheit Terrorabwehr", einem ganz neuen Gebilde, abgerufen wird. Er kommt als Außenseiter daher, siezt alle, wohnt ...

Herbst 2017: Neumann ist ein "Bulle" aus Frankfurt, der zur Berliner "Sondereinheit Terrorabwehr", einem ganz neuen Gebilde, abgerufen wird. Er kommt als Außenseiter daher, siezt alle, wohnt im Hotel Mercure und kann sich so einiges leisten. Mit seiner Teampartnerin Suna-Marie, genannt Grabowski, kommt er nach Anfangschwierigkeiten ganz gut klar und das muss er auch - denn als Berliner Kindl kennt sie sich ganz gut aus.

Die Aufgabe der beiden: den Kreis um den im vorigen Dezember bei seiner Flucht zu Tode gekommenen Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri aufzudecken.

Dann gibt es einige Tote, die so richtig nicht zusammenpassen und keiner hält zu Neumann. Außer Suna-Marie.

Kurz und knackig ist der Fall, in dessen Verlauf deutlich wird, wie weit so ein Geflecht des Terrors reichen kann. Wie immer bei Jan Seghers säumen interessante Figuren die Lektüre des Lesers, auch die Handlung ist spannend - wenn auch aus meiner Sicht diesmal nicht so ganz logisch.

Wie auch immer, es ist ja "nur" eine von vielen Möglichkeiten, die der Autor uns hier vorführt.

Ich jedenfalls hatte mir von diesem vielversprechenden Fall etwas mehr versprochen, aber Seghers schreibt zu gut, als dass mein flaues Gefühl sich zu einer Riesenenttäuschung auswachsen könnte.

Veröffentlicht am 01.03.2021

Nicht DER Adam Riese

Die Erfindung der Sprache
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Also nicht der vielzitierte Vater des modernen Rechnens, sondern einer, der einfach denselben Namen trägt, steht im Fokus dieses Romans. Er lebt auf der ostfriesischen Insel Platteoog, die etwas ...

Also nicht der vielzitierte Vater des modernen Rechnens, sondern einer, der einfach denselben Namen trägt, steht im Fokus dieses Romans. Er lebt auf der ostfriesischen Insel Platteoog, die etwas ganz Besonderes ist - der Leser wird sukzessive mit deren Bewohnern, vor allem jedoch mit Adams Familienmitgliedern bekannt gemacht. Wir erhalten ausführlichen Einblick in seine Familiengeschichte, zumindest mütterlicherseits. Väterlicherseits hingegen bleibt vieles nebulös, denn sein Vater Hubert taucht dort eines Tages auf, um sich des Leuchtturms anzunehmen und bleibt vor allem wegen Oda. Einige Jahre später werden die beiden Adams Eltern und weitere Jahre später verschwindet Hubert spurlos.

Während aus Adam, der gewissermaßen ein Sonderling ist - es ist, so denke ich, nicht ganz verkehrt, ihn als eine Art Autisten zu bezeichnen, ein Sprachwissenschaftler wird, verzweifelt seine Mutter am Verschwinden ihrer großen Liebe . Und zwar so sehr, dass sich irgendwann für Adam die Notwendigkeit zu handeln ergibt. Und die führt ihn aus Berlin, wo er mittlerweile lebt und an der Uni arbeitet, fort in die große weite Welt - zuletzt in die Bretagne. Wo er vieles erfahren und manches regeln kann und lernt, dass Familie auch ein Gefühl sein kann.

Ein bisschen hat der Roman etwas von einem Kinderbuch für Erwachsene - die Handlung ist wild, verwegen und frech, ebenso wie Sprache und Stil. Gewissermaßen etwas von einer männlichen Pippi Langstrumpf mit deutlich mehr Nebencharakteren. Meiner Ansicht nach schießt Autorin Anja Baumheier jedoch nicht nur einmal über das Ziel hinaus, denn Romane für Erwachsene dürfen zwar natürlich auch wild und verwegen sein, es sollte aber alles passen, Struktur haben und gewissermaßen zielführend sein. Das ist es aus meiner Sicht hier nur teilweise, wobei auch einige Erzählstränge für mich keinen richtigen Sinn ergeben. Anja Baumheier pflegt zudem einen sehr originellen Sprachstil, der teilweise amüsant, oft aber auch einfach nur anstrengend ist, wie ich finde.

Ein Roman mit spannenden und vielversprechenden Ansätzen, der jedoch deutlich zu viele Purzelbäume schlägt!