Ein historischer Roman, der begeistert
Das Salz der ErdeDieser historische Roman hat mich wirklich begeistert! Ich kann ihn wärmstens empfehlen und vor allem Fans von Ken Folletts "Säulen der Erde" werden komplett auf ihre Kosten kommen.
Das Buch handelt von ...
Dieser historische Roman hat mich wirklich begeistert! Ich kann ihn wärmstens empfehlen und vor allem Fans von Ken Folletts "Säulen der Erde" werden komplett auf ihre Kosten kommen.
Das Buch handelt von Michel de Fleury, einem Salzhändler, der das Geschäft seines verstorbenen Vaters übernimmt und sich dabei der Willkür eines korrupten Bischofs und eifersüchtigen Konkurrenten ausgesetzt sieht. Schauplatz ist die fiktive Stadt Varennes.
Daniel Wolf hat es mit diesem Buch geschafft, auf knapp 1100 Seiten eine tolle, in sich stimmige mittelalterliche Welt zu kreieren. Er schafft es auf eine sehr leserfreundliche Weise, komplexe, reale historische Ereignisse auf das Wichtigste herunterzubrechen und so in einen fiktiven Kontext zu verweben, dass man richtig hineingezogen wird. Das "große Ganze" wird so durch "den kleinen Mann" vermittelt. Vor allem die Willkür und die Gefahren, der sich normale Bürger ausgesetzt gesehen haben, wird hier hervorragend dargestellt.
Gleichzeitig sind die Figuren so geschaffen, dass man mit ihnen leidet, mit ihnen hofft und sich mit ihnen freut. Natürlich steht Michel de Fleury im Mittelpunkt, allerdings werden auch anderen Charakteren wie seinem Bruder oder seinen Kaufmannskollegen viel Platz eingeräumt. Ein kleiner Kritikpunkt: Die Charaktere sind sehr schwarz/weiß-lastig gezeichnet, das heißt, entweder es sind die Guten oder die Bösen - und das weiß man sofort. Das finde ich persönlich etwas schade, da man da sicher noch etwas mehr Spannung hineinbringen könnte.
Der Schreibstil ist einfach wunderbar: Sehr flüssig und verständlich, sodass man nur so über die Seiten fliegt. Wörter aus dem mittelalterlichen Wortschatz sind so eingebaut, dass man sie vom Kontext her sofort versteht. Darüber hinaus gibt es aber am Ende des Buches ein Glossar mit Erläuterungen. Das habe ich persönlich aber gar nicht zu Rate gezogen.
Insgesamt ist es ein sehr schöner historischer Roman. Ich habe das Lesen sehr genossen, vergebe 4 Sterne und freue mich auf die Fortsetzung "Das Licht der Welt".