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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2021

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga

Lassen Sie mich durch, ich muss zum Yoga
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Gleich eine Warnung vorweg: Beim Lesen des Buches besteht die Gefahr, von Muskelkater durch das viele Lachen. Dieses Buch tut einfach gut. Humorvoll zeigt Autorin Sabine Bode, wie Hormon-Yoga, Aroma-Schlafbrillen ...

Gleich eine Warnung vorweg: Beim Lesen des Buches besteht die Gefahr, von Muskelkater durch das viele Lachen. Dieses Buch tut einfach gut. Humorvoll zeigt Autorin Sabine Bode, wie Hormon-Yoga, Aroma-Schlafbrillen und weitere Dinge der Wohlfühl- und Lifestyle-Welle das Leben so mancher Menschen bestimmen kann.

Mit vielen Spitzen trifft sie den Nagel auf den Kopf. Der im Rückentext genannte „Haudraufhumor“ der Autorin wird dort zu Recht aufgeführt. Dieser ist einfach fantastisch. Egal, ob es sich um Pseudoenglische Begriffe handelt, mit denen eine bestimmte Gruppe banale Tätigkeiten umschreibt oder die Kreativität bei Kindernamen, man kann nur schmunzeln oder den Kopf schütteln. Sabine Bode beweist mit ihrem trockenen Humor viel Feingefühl und wird nie beleidigend oder herablassend einer Gruppe gegenüber, wie leider so mancher ihrer Kollegen. Ein guter Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen, viel zu schnell ist man als Leser „durch“.

Sie hat insbesondere in einer Sache recht: Als Rezensent schreibt man bei guten Büchern weniger, als wenn einem das Buch nicht gefallen hat. Das kenne ich auch von mir. Rezensionen zu guten Büchern fallen mir immer schwerer, als zu welchen, die mir nicht so gefallen haben. So geht es mir auch mit diesem Buch, denn es war einfach wunderbar.

Ich danke Annika Grützner von Literaturtest und dem Goldmann Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 05.04.2021

Milchsblut

Milchsblut
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Ein kleines Dorf irgendwo in den Bergen. Seit Generationen lebt Elviras Familie hier auf ihrem Hof. Eines Tages findet Elvira auf dem Nachbarhof eine Leiche. Ihr Nachbar wurde getötet und auf ein Wagenrad ...

Ein kleines Dorf irgendwo in den Bergen. Seit Generationen lebt Elviras Familie hier auf ihrem Hof. Eines Tages findet Elvira auf dem Nachbarhof eine Leiche. Ihr Nachbar wurde getötet und auf ein Wagenrad gebunden. Er wird nicht das letzte Opfer bleiben. Elvira findet heraus, dass die Morde in Verbindung zu einer Heiligenlegende stehen. Ein Unwetter sorgt dafür, dass ihr Hof von der Außenwelt abgeschnitten wird. Sie ahnt, dass auch ihr Leben in Gefahr ist.

Zu Beginn des Romans rechnete ich mit einem gemütlichen Landkrimi. Diese Erwartung wurde auch erfüllt, denn die Geschichte beginnt leicht, und die Spannung bleibt auf einem guten Niveau. Doch dann geschehen Dinge, die eher zu einem Thriller gehören könnten. Unerwartete Wendungen lassen große Spannung aufkommen.

Die Seiten fliegen beim Lesen plötzlich nur so dahin. Dazu beigetragen hat auch, dass ich mich ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte. Alle Charaktere haben Hochdeutsch gesprochen, und so viel das „Übersetzen“ des Dialektes weg. Natürlich dürfte es unwahrscheinlich sein, dass die Bewohner in den Bergen ohne Dialekt miteinander sprechen. Dies könnte auch den einen oder anderen Leser stören, mich störte es nicht.

Die einzelnen Figuren sind gut ausgearbeitet und haben mich emotional erreicht. Die Bergwelt mit ihren Bewohnern wird vielleicht etwas naiv dargestellt, aber für einen Landkrimi geht das in Ordnung. Autorin Clara Weiss ist ein wunderbarer Krimi gelungen, der nach ruhigem Einstieg bei mir ein großartiges Kopfkino ausgelöst hat.

Veröffentlicht am 05.04.2021

Grandhotel Schwarzenberg – Der Beginn einer neuen Zeit

Grandhotel Schwarzenberg – Der Beginn einer neuen Zeit
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Der dritte und letzte Teil der Familiensaga startet in den 1920er Jahren. Das Grandhotel Schwarzenberg ist bei Gästen aus aller Welt beliebt. Karl hat ein kleines Berghotel eröffnet und scheinbar seine ...

Der dritte und letzte Teil der Familiensaga startet in den 1920er Jahren. Das Grandhotel Schwarzenberg ist bei Gästen aus aller Welt beliebt. Karl hat ein kleines Berghotel eröffnet und scheinbar seine große Liebe gefunden. Anna traut dieser Liebe jedoch nicht. Dann kommen die Nationalsozialisten an die Macht, und nichts ist mehr, wie es einmal war.

Ein grandioses Finale wartet hier auf den Leser. Mittlerweile sind die Figuren bekannt, und man fühlt sich mit ihnen sehr verbunden. Es gibt auch nicht mehr den Schwerpunkt auf einen Charakter. So, wie die Familie wächst, so viele kleine untereinander verwobene Geschichten und Erlebnisse erwarten den Leser. Jede einzelne ist spannend, und gemeinsam ergeben sie eine wunderbare Geschichte.

Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, was auch die negativen Figuren betrifft. So möchte man während des Lesens gerne mal der einen oder anderen Figur die Meinung geigen. Auch zeigt der Roman gut, wie es manche Personen nach oben in die Führungsriege schaffen und wie sie ihre Macht ausnutzen. Es braucht nicht viel, und eine Familientragödie nimmt ihren Lauf.

Die „Seiten“ des E-Books fliegen nur so dahin. Egal, in welcher Zeit die Geschichte gerade spielt, der Leser ist immer hautnah dabei. Gegen Ende des Buches musste ich sogar ein paar Tränchen vergießen. Das schafft bei Weitem nicht jeder Roman. Es war ein wunderbares Kopfkino, und ich kann jedem Fan von Familiensagen diese Reihe ans Herz legen.

Veröffentlicht am 14.03.2021

Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte

Die Erfindung von Mittelerde
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Autor J.R.R. Tolkien erschuf mit Mittelerde eine wundervolle Welt. Was hat ihn dazu inspiriert? Sprachen, Landschaften und vieles mehr zeigt dieses Buch auf. Ein Highlight sind die über 100 Illustrationen. ...

Autor J.R.R. Tolkien erschuf mit Mittelerde eine wundervolle Welt. Was hat ihn dazu inspiriert? Sprachen, Landschaften und vieles mehr zeigt dieses Buch auf. Ein Highlight sind die über 100 Illustrationen. Einige von ihnen lassen sich minutenlang betrachten und man kann in die Welt von Mittelerde eintauchen.

Neben den Orten, die Tolkien in seinen Werken verarbeitet haben dürfte, spielt auch immer wieder die Sprache und worauf sich die einzelnen Wörter beziehen könnten, eine Rolle. Als Leser erhält man Einblicke in Tolkins Kindheit und Jugend sowie seine Zeit im Ersten Weltkrieg.

„Die Erfindung von Mittelerde – Was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte“ nimmt den Leser mit in eine herrliche zauberhafte Welt. Es zeigt, dass Tolkin mehr ist, als „nur“ Herr der Ringe. Viele andere Werke aus seinem geschaffenen Universum werden anschaulich dargestellt.

Ein guter Schreibstil lässt das Lesen zum Vergnügen werden. Unterbrochen wird der Haupttext von Kästen, welche weitere Informationen bereit halten. Mich hat das Buch von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen. Nicht nur Tolkin-Fans werden dieses Buch lieben.

Ich danke dem Sabrina Detje von Literaturtest und dem Verlag wbg Theiss für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 14.03.2021

Ein Kater für zwei Herzen

Ein Kater für zwei Herzen
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Ingenieur Lukas lebt für seine Arbeit. Seine Nachbarin Lina und ihr Leben ist dagegen Chaos pur. Lina hat neben dem Haus ihrer Tante Charly auch deren Kater „Picasso“ geerbt. Doch „Picasso“ führt ein Doppelleben. ...

Ingenieur Lukas lebt für seine Arbeit. Seine Nachbarin Lina und ihr Leben ist dagegen Chaos pur. Lina hat neben dem Haus ihrer Tante Charly auch deren Kater „Picasso“ geerbt. Doch „Picasso“ führt ein Doppelleben. Als „Karlo“ lebt er nämlich auch bei Lukas. Eines Tages entdeckt Lina dieses Doppelleben, und ein wilder Kampf um den Kater entsteht. Sowohl Lukas als auch Lina sehen den Kater als den „ihren“ an. Dies soll der jeweils andere akzeptieren.

„Ein Kater für zwei Herzen“ ist ein wunderschöner Liebesroman. Als Leser lacht und weint man mit Lina und Lukas. Man gewinnt sowohl die beiden als auch „Picasso/Karlo“ schnell lieb. Zu Beginn erfährt der Leser vom Kater selbst, wie er zu Tante Charly kam und was er vorher alles erlebt hat. Danach wechseln sich die Perspektiven von Lina und Lukas ab. Beide Sichtweisen sind in der dritten Person geschrieben. Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet. Man muss sie einfach gern haben.

Mit viel Humor und Feingefühl erzählt Autorin Liane Mars auch eine Geschichte, welche Mut machen kann, denn sowohl Lina als auch Lukas haben sich nach einer negativen Erfahrung von den Menschen zurückgezogen und wollen für sich alleine sein. Doch durch ihren, für den Leser äußerst witzigen Kampf um den Kater, müssen sie sich wieder auf andere Menschen einlassen.

Dieses Buch bietet eine wunderschöne Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Mir hat es für einige Stunden ein wunderbares Kopfkino beschert, welches mit Herzklopfen, Lächeln und einer kleinen Träne geendet hat.