Gute Idee, schlechte Umsetzung
Das WeihnachtsbaumwunderDreh- und Angelpunkt von Erin Greens erstem Buch „Das Weihnachtsbaumwunder“ ist eine Weihnachtsbaumfarm. Das am 17. September im DUMONT Buchverlag erschienene Buch handelt von drei Frauen, die alle in ...
Dreh- und Angelpunkt von Erin Greens erstem Buch „Das Weihnachtsbaumwunder“ ist eine Weihnachtsbaumfarm. Das am 17. September im DUMONT Buchverlag erschienene Buch handelt von drei Frauen, die alle in der Umgebung der Farm leben, weshalb sich ihre Wege im Laufe der Geschichte immer wieder kreuzen.
Ein Buch mit einer großartigen Idee und beträchtlichem Potenzial, das nur leider nicht ausgeschöpft wurde. Der Aufbau gefällt mir sehr gut. Drei verschiedene Handlungsstränge, die sich in regelmäßigen Abständen kreuzen bzw. parallel stattfinden. Auch das unterschiedliche Alter der Protagonisten war gut gewählt. Anfängliche Schwierigkeiten mit dem Schreibstil hatten sich auch nach wenigen Kapiteln gelegt.
An dieser Stelle noch kurz ein paar Worte zum Aufbau der Kapitel. Normalerweise mag ich es, wenn Kapitel nicht zu lang sind. Hier jedoch waren sie mir deutlich zu kurz. Man ist ständig zwischen den Protagonisten hin und her gesprungen. Es bestand kaum die Möglichkeit, für eine Entwicklung der Geschichte.
Ich möchte nicht zu viel zum Inhalt verraten, dennoch will ich kurz auf die einzelnen Figuren eingehen. Da diese bereits im Klappentext beschrieben werden, sollte das also nicht allzu schlimm sein.
Holly wird aus unerfindlichen Gründen in der Schule gemoppt. Dennoch hat der Schwarm aller Mädchen plötzlich nur noch Augen für sie. Sie hat es in ihrer Familie und der Schule nicht leicht. Deswegen hatte ich hauptsächlich Mitleid mit ihr.
Nina ist Mitte zwanzig und arbeitet seit mehreren Jahren auf der Weihnachtsbaumfarm. Nach dem Tod ihres Vaters kann sie die einstige Freude und das Glück daran jedoch nicht mehr spüren. Ein möglicher Verehrer soll hier Abhilfe schaffen. Ihre Trauer ist nachvollziehbar, dennoch konnte ich das bei vielen ihrer Handlungen nicht.
Und zu guter Letzt: Angie. Sie ist, glaube ich, Mitte/Ende vierzig und seit knapp einem Jahr geschieden. Sie versucht ihre Ehe und die Beziehung zu ihrem Sohn wieder zu kitten. Mit ihr bin ich leider überhaupt nicht warm geworden. Sie hat mich wirklich durchgehend nur genervt.
An sich drei vielversprechende Protagonisten mit nachvollziehbaren Hintergründen. Leider war es das auch schon. Meiner Meinung nach ging in dem Buch alles etwas zu schnell. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass Teile der Geschichte einfach gefehlt haben. Ein Beispiel: Holly hat zuvor noch nie mit Alfie gesprochen. Völlig aus dem Nichts heraus fragt er sie nach einem Date und quasi in der Sekunde, in der sie das Haus verlassen, sind sie plötzlich ein Paar. Eher unrealistisch. Und das kommt in allen drei Geschichten immer wieder vor. Es macht auf mich einen unzusammenhängenden Eindruck bzw. fehlen mir einfach Informationen.
Alles in allem war ich leider sehr enttäuscht von diesem Buch. Das Setting und die Protagonisten waren vielversprechend. Leider konnten sie meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Ich hatte mir ein weihnachtliches Buch mit drei romantischen Erzählsträngen gewünscht. Bedauerlicherweise war es für mich eine wenig weihnachtliche Geschichte mit unzusammenhängender Handlung und oftmals nicht nachvollziehbarer Entwicklung der Beziehungen. Daher kann ich hier keine Leseempfehlung aussprechen.