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Veröffentlicht am 07.04.2021

Es sind die kleinen Dinge im Leben

Die Mitternachtsbibliothek
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Nora Seed sieht keinen Sinn mehr darin, weiterzuleben. Ihr Kater Voltaire stirbt, ihre Eltern sind tot, mit ihrem Bruder Joe hat sie keinen Kontakt mehr, sie verliert ihren Job. Niemand scheint sie mehr ...

Nora Seed sieht keinen Sinn mehr darin, weiterzuleben. Ihr Kater Voltaire stirbt, ihre Eltern sind tot, mit ihrem Bruder Joe hat sie keinen Kontakt mehr, sie verliert ihren Job. Niemand scheint sie mehr zu brauchen, sie fühlt sich nutzlos und ihre Depressionen sind so stark, wie nie zuvor. Sie beschließt, sich das Leben mit einer Überdosis Schlaftabletten zu nehmen. Doch anstatt tot zu sein, findet sie sich in einer Mitternachtsbibliothek wieder, in der unzählige Regale mit unendlich vielen Büchern zu finden sind. Die Bibliothek befindet sich zwischen Leben und Tod. All die Bücher handeln von all den Leben, die sie hätte leben können. Sie macht sich auf die Suche nach dem Leben, das perfekt ist und das sie sich die ganze Zeit gewünscht hat? Wird sie es finden?

Meinung:

Die Idee der Mitternachtsbibliothek hat mich fasziniert und dazu bewegt, diesen Roman zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wir begleiten die Protagonistin Nora und lernen sie im Verlauf des Romans immer besser kennen. Man fühlt mit ihr mit und kann ihre Sorgen nachvollziehen. Es ist spannend zu sehen, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie eine einzige Entscheidung anders getroffen hätte. Wenn sie doch die Band mit ihrem Bruder Joe gegründet hätte, wie es sich ihr Bruder gewünscht hat, oder wenn sie das Schwimmen weiter trainiert hätte, wie es ihr Vater wollte. Während Nora in all diese Leben reinschnuppert, kann man beobachten, wie sich ihr Denken beeinflusst. Ihre Entwicklung wird wunderbar aufgezeigt.

Die Geschichte wird mit vielen Weisheiten verschiedener Philosophen ausgeschmückt, was wunderbar passt, da Nora Philosophie studiert hat. Die Bibliothekarin ist ebenfalls eine herzliche Figur, die liebevoll ausgearbeitet wird und eine große Rolle im Roman spielt. Zudem mochte ich die Gespräche über die Quantenmechanik, String Theorie und das Schachspiel, weil sie passend auf das Leben bezogen waren.

Obwohl ich relativ früh eine Ahnung hatte, wie das Buch ausgehen wird, habe ich es mit großem Spaß gelesen, weil die Aussagen über den Sinn des Lebens und die Auswirkungen unserer Entscheidungen sehr interessant und spannend waren. Die Geschichte ist lebensbejahend und nicht bedrückend, auch wenn ernste Themen behandelt werden. Dies ist Matt Haig sehr gut gelungen, weil er mit Humor für Leichtigkeit gesorgt hat.

Zum Beispiel erfahren wir mehr über die Slider, die gerne in andere Welten eintauchen oder wir tauchen in die Welt einer Gletscherforscherin ein und werden von einem Eisbären bedroht. Die Geschichten sind abwechslungsreich und spannend.

Man muss das Leben so nehmen, wie es kommt. Aber man kann es leben, wie man möchte. Denn jeder hat das Potential dazu.

Und es stimmt, was Mrs Elm sagt:

"Das Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein. Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug vor einer anderen gibt, fällt das Resultat unterschiedlich aus. Es tritt eine irreversible Veränderung ein, die wiederum zu weiteren Veränderungen führt."



Fazit:

Das Buch hat mich berührt und gefesselt. Es handelt sich um eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte, die voller Weisheiten ist und uns in eine magische Welt eintauchen lässt. Ich bin froh, die Mitternachtsbibliothek kennengelernt zu haben.

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Veröffentlicht am 07.04.2021

Als wäre man selbst dabei gewesen!

Lebenssekunden
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Kassel 1956. Wir begleiten die jungen Frauen Christine und Angelika. Christine hat nun die Chance erhalten, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist dies wirklich ihr Traum, oder will ...

Kassel 1956. Wir begleiten die jungen Frauen Christine und Angelika. Christine hat nun die Chance erhalten, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist dies wirklich ihr Traum, oder will sie ihre Mutter nicht enttäuschen? Angelika hingegen wird von der Schule geworfen und möchte das tun, was sie schon immer fasziniert hat. Nämlich Fotografieren! In Westberlin findet sie zunächst keine Lehrstelle, doch das Schicksal meint es gut mit ihr, weil sie bald einen Fotografen kennenlernt, der ihr eine Chance gibt. Der Roman geht bis 1961, das auch das bewegendste Jahr für die beiden Protagonistinnen sein wird.





Meinung:


Nach den ersten Seiten war ich fasziniert davon, wie detailliert und lebendig Katharina Fuchs schreibt. Ich hatte bis zum Ende das Gefühl, als wäre ich die ganze Zeit dabei gewesen. Auch die Emotionen werden intensiv vermittelt, sodass sie auf mich übertragen wurden. Ich habe mit den beiden jungen Frauen mitgelitten und mitgefiebert, was dadurch verstärkt wurde, dass die Geschichte abwechselnd aus Angelikas und Christines Sicht erzählt wird. Die Protagonistinnen sind sehr mutig und sympathisch. aber auch ihre Familien und Freunde werden mit einbezogen und sehr liebevoll in die Geschichte eingebettet. Angelika ist bewundernswert, weil sie an ihrem Traum festhält und nicht auf sich sitzen lässt, dass sie in einer Männerdomäne nicht als Fotografin wertgeschätzt wird. Mit Christine erleben wir, wie das Leben als LeistungssportlerIn in der DDR gewesen ist. Ich wusste noch nichts darüber und habe durch diesen Roman unglaublich viel dazu gelernt. Ich war schockiert darüber, was Christine alles durchmachen musste.





Der Roman vereint historische Fakten und eine fesselnde Geschichte auf perfekte Weise. Auf jeder Seite wird deutlich, wie intensiv die Autorin Katharina Fuchs recherchiert hat. Egal ob es um den Leistungssport, die Fotografie, die Funktionen der Kameras, die Geschichte im geteilten Deutschland oder die Politik geht, all das wird mit einer großen Sicherheit und Detailliertheit beschrieben. Es ist selten, dass ein Roman auf eine so gelungene Weise lebendig, emotional, spannend und informativ zugleich ist.





Fazit:


Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe es sehr gerne gelesen und hatte das Gefühl, als wäre ich live dabei gewesen. Die Entwicklung der Protagonistinnen habe ich mit großer Interesse verfolgt. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 07.04.2021

Hilfreich und Humorvoll!

Schlagfertig
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Jeder kennt es. Plötzlich verläuft das Gespräch in eine ganz andere Richtung, als man wollte, weil mein Gegenüber einen fiesen Spruch macht. Wie kommt man klug und als Sieger aus dieser Situation raus? ...

Jeder kennt es. Plötzlich verläuft das Gespräch in eine ganz andere Richtung, als man wollte, weil mein Gegenüber einen fiesen Spruch macht. Wie kommt man klug und als Sieger aus dieser Situation raus? Dieser Ratgeber gibt hierfür viele hilfreiche Tipps, um selbstbestimmt und schlagfertig aus dem Gespräch zu gehen. Es werden zunächst fünf Vorbereitungsschritte erläutert, um anschließend die fünf Regeln für Schlagfertigkeit kennenzulernen.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, da es sehr humorvoll geschrieben und super strukturiert ist. Die einzelnen Kapitel fangen zuerst mit einem Theorieteil an, der das Hintergrundwissen leicht verständlich erklärt. Die verwendete Literatur ist im Anhang aufgelistet, sodass man auch nachrecherchieren kann, wenn einen etwas besonders interessiert. Danach folgt der Praxisteil mit vielen Beispielen von Berühmtheiten, KundInnen des Autors Michael Traindt, der selbst Schlagfertigkeitstrainer ist, oder von ihm persönlich. Gerade die persönlichen, humorvollen Beispiele machen das Buch so authentisch und zu einem besonderen Ratgeber!

Jedes Kapitel beinhaltet auch Praxistipps mit Übungen, die man meistens sofort durchführen kann. Die Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels fasst das Wichtigste noch einmal zusammen.

Ich habe sehr viele hilfreiche Tipps kennenlernen dürfen und habe erfahren, dass Schlagfertigkeit vielfältig ist und nicht einfach bedeutet, bei einem Angriff fies zurück zu kontern. Allein schon nach dem Lesen dieses Buchs fühle ich mich sicherer und habe keine so große Angst mehr, mich im nächsten Gespräch zu blamieren oder sprachlos dazustehen.

Es geht vielmehr darum, die eigene Rolle und die eigene Persönlichkeit besser zu kennen, wobei dieses Buch sehr gut geholfen hat. Ich habe viel über mich und meine Werte gelernt und weiß nun, wo die Quelle der Schlagfertigkeit ist.



Fazit:

Um immer schlagfertig zu sein, bedarf es natürlich an Training. Aber dieses Buch bietet hierfür einen informationsreichen Einstieg und die perfekte Grundlage. Die Strukturiertheit, der Humor und der große Praxisanteil machen es zu einem unterhaltsamen Ratgeber, den man sehr gerne liest und dabei auch sehr viel Hilfreiches lernt! Da das Buch auch sehr persönlich ist, hatte ich das Gefühl, ein tolles Gespräch mit dem Autor über Schlagfertigkeit zu führen, statt "nur" einen Ratgeber zu lesen.

Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 06.04.2021

In der Gegenwart ankommen

Vom Aufstehen
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Helga Schubert erzählt in ihrem Roman über sehr persönliche Erinnerungen aus ihrem Leben, die eine große Bedeutung für sie haben. Episodenhaft werden emotionale Geschichten ruhig und unaufgeregt erzählt, ...

Helga Schubert erzählt in ihrem Roman über sehr persönliche Erinnerungen aus ihrem Leben, die eine große Bedeutung für sie haben. Episodenhaft werden emotionale Geschichten ruhig und unaufgeregt erzählt, sei es über die Beziehung zur Mutter oder zu Erlebnissen und Erfahrungen in der DDR. Darüber hinaus teilt sie ihre Gedanken über das Altsein, die Ängste, das Gefühl der Freiheit, die Jahreszeiten und vieles mehr.

"Ich bin ein Kriegskind, ein Flüchtlingskind, ein Kind der deutschen Teilung." (S.25)


Der Schreibstil hebt die einzelnen Geschichten geschickt hervor. Ich hatte das Gefühl, als würde ich Helga Schubert persönlich beim Erzählen zuhören, weil die Sprache die Ich-Erzählerin ein Stück weit geformt hat. Die einzelnen Gedanken und Erinnerungen haben mich auf unterschiedliche Weise berührt. Ich habe Trauer, Wut und Freude empfunden. Jede Geschichte regt zum Nachdenken an und endet mit einer eindrücklichen Pointe! Die Erinnerungen sind manchmal kurz, manchmal lang, was dem Roman eine angenehme Dynamik verleiht. Ihre Eindrücke zu Düften, Jahreszeiten, dem Leben, dem Altsein, den Träumen und Ängsten, hat sie sehr detailliert beschrieben. Dabei wird deutlich, wie stark Erinnerungen eigentlich sein können und dass sie uns das ganze Leben begleiten. Erinnerungen können auch Sehnsuchtsorte und Rettungsanker sein, bei Helga waren es die Sommerferien, die sie als Kind bei ihrer Großmutter verbracht hat:

"Am gedeckten Kaffeetisch. Bis zum Ende des Sommers. So konnte ich alle Kälte überleben. Jeden Tag. Bis heute." (S.10)


Dass die Geschichten so persönlich sind, hat mich zutiefst beeindruckt. Vor allem der distanzierte und kalte Umgang der Mutter mit ihrer Tochter Helga hat mich bekümmert und entsetzt. Umso bewundernswerter ist es, dass Helga in ihrem jetzigen Alter mit ihrer Vergangenheit, der Gegenwart und den Zukunftsträumen, genauer gesagt mit ihrem gesamten Leben, Frieden geschlossen hat. Diese friedliche und ruhige Stimmung habe ich beim Lesen durchgängig gespürt.

"Ich komme beim Älterwerden ganz langsam in der Gegenwart an." (S.169)


"Ich komme beim Älterwerden auch langsam aus der Zukunft an, ich nehme Abschied von den Aussichtstürmen, die ich nie besteigen, den warmen Meeren, in denen ich nie baden werde [...]." (S.170)




Fazit:

Dieser Roman ist sanft, intensiv, emotional und persönlich. Helga Schubert hat viel in ihrem Leben erlebt und schildert ihre Erinnerungen auf eine faszinierende Weise. Die einzelnen Geschichten regen zum Nachdenken an und werden auch nach der Lektüre eine ganze Weile nachhallen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Von wegen Lexika sind langweilig!

Wieso? Weshalb? Warum? - Das Lexikon der Antworten
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Wenn man an Lexika denkt, stellt man sich dicke Bücher mit ellenlangen Texten und wenig Bildern vor. Dieses Lexikon ist das komplette Gegenteil. Gerade für Jüngere, die dann doch lieber alles im Internet ...

Wenn man an Lexika denkt, stellt man sich dicke Bücher mit ellenlangen Texten und wenig Bildern vor. Dieses Lexikon ist das komplette Gegenteil. Gerade für Jüngere, die dann doch lieber alles im Internet recherchieren und keine Lexika benutzen, ist das Buch ideal! Denn es enthält sehr viele Bilder und kompakte Texte. Auch die anschauliche Abgrenzung von interessanten Fakten ist sehr sinnvoll, da sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken! Zudem ist es sogar interaktiv durch Quizze und Experimentieranleitungen. Besonders die Experimente fand ich sehr erfrischend in dem Buch. Zu den Experimenten gibt es auch passende Sicherheitshinweise! Die Entdeckerseiten, die man aufklappen kann, haben mir ebenfalls gut gefallen, da es dem Buch auch etwas Haptisches verleiht, was gerade für Jüngere spannend ist. Von den Themen her wird ein breites Spektrum abgedeckt: Natur, Menschen, Technik und Geschichte, also für jeden etwas dabei!

Wer ein spannendes und vielseitiges Lexikon will, ist hier genau richtig!