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Veröffentlicht am 21.05.2021

The Beauty of Claire

Wie Träume im Sommerwind
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Katharina Herzogs Autorenleben verfolge ich bereits seit sie noch unter ihrem Klarnamen Katrin Koppold geschrieben und selbst veröffentlicht hat. Ich mag ihre leichteren Sommerromane und lasse mich gerne ...

Katharina Herzogs Autorenleben verfolge ich bereits seit sie noch unter ihrem Klarnamen Katrin Koppold geschrieben und selbst veröffentlicht hat. Ich mag ihre leichteren Sommerromane und lasse mich gerne in fremde Länder oder an das Meer entführen.

In ihrem neuen Roman lernen wir Emilia kennen, die auf dem Rosenhof ihrer Eltern in Usedom aufgewachsen ist. Seit ihrer Kindheit liebt sie Düfte und möchte Parfümerin werden. Als sie einen der schwer zu ergatternden Plätze an der "Ecole de Givaudan" in Paris bekommt, rückt ihr Berufswunsch immer näher. Doch dann fällt sie zweimal bei der Abschlussprüfung durch und ihr großer Traum zerplatzt. In Pauls Bistro schiebt sie Nachtschichten, um ihre kleine Wohnung bezahlen zu können. Ihren Eltern hat sie noch immer nicht gebeichtet, dass sie durchgefallen ist. Doch ein plötzlicher Anruf mit der Schocknachricht, dass ihre ältere Schwester Clara einen schweren Autounfall und seitdem im künstlichen Tiefschlaf liegt, holt sie zurück in die Heimat. Auf dem Rosenhof warten jedoch weitere Herausforderungen auf sie. Clara bittet Emilia in einer Verfügung, sich um ihre beiden Kinder Lizzy und Felix zu kümmern. Lizzy, die pubertierende 13jährige, ist aufeinmal gar nicht mehr "handzahm", wie es Emilia gewohnt ist. Und der 5jährige Felix leidet daran, dass sein leiblicher Vater ihn zu sich und seiner zweiten Frau holen möchte.
Als Emilia in Claras Zimmer einen Brief aus England findet, der ein Foto einer ganz besonderen Rose mit den Namen "Beauty of Claire" zeigt, versucht Emilia mehr darüber zu erfahren. Außerdem findet sie heraus, dass Clara wenige Tage nach dem Autounfall nach Kent geflogen wäre.

Für Emilia war ihre große Schwester immmer ihr Vorbild: wunderschön, intelligent, beliebt und vernünftig. Nur einmal scheint sie über die Stränge geschlagen zu haben, denn Lizzy ist ein uneheliches Kind und den Namen des Vaters hat Clara nie verraten. Emilia war dagegen das krasse Gegenteil - wild und unangepasst. Umso mehr leidet sie unter der Situation, dass Clara im künstlichen Tiefschlaf liegt und sie "Mutterersatz" sein soll. Emilia versucht auf ihre Art Clara zu helfen und heraus zufinden, was damals passiert ist, als ihre ältere Schwester im Jahr 1999 die Sommermonate in Kent bei der Freundin ihrer Mutter verbracht hat. Gemeinsam mit Lizzy fliegt sie nach Südengland und erhofft sich Antworten auf die Frage nach der "Beauty of Claire", die sie für Clara finden möchte und die anscheinend nach ihr benannt wurde. Außerdem wäre diese besondere Rose ein großer Gewinn für den Rosenhof ihrer Eltern, der in einer Krise steckt.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, wobei die Gegenwart den überwiegenden Anteil hat. In Rückblenden aus dem Jahr 1999 erleben wir mit Clara einen unvergesslichen Sommer in Kent. Auf Sissinghurst Castle erlebt sie nicht nur die einzigartige Pracht der Gärten, sondern lernt ihre große Liebe kennen. Dadurch erfährt der Leser -noch vor Emilia- einige Geheimnisse und die Zusammenhänge um die "Beauty of Claire".

Katharina Herzog erzählt in ihrem gewohnt leichten und atmosphärischen Schreibstil über die Liebe zu den Düften, den Rosen, über Schwesternliebe und Geheimnisse. Das Zusammenspiel von Rosen und Düften hat mir sehr gut gefallen. Zusätzlich habe ich noch mehr über Sissinghurst Castle erfahren. Dabei ist mir Vita Sackville-West "wieder über den Weg gelaufen". Sie ist mir erst vor kurzem in Martina Sahlers "Die englische Gärtnerin" begegnet. Eine sehr außergewöhnliche Frau, die sich neben dem Schreiben von Novellen und Theaterstücken, sehr für die Gartengestaltung interessierte und die Sissinghurst Castle zu dem machte, was es heute ist: eine der beliebtesten Gartenanlagen der Welt.
Viele kleine Szenen, die ans Herz gehen, haben mich mitfühlen lassen mit Emilia und ihrer Familie. Ich konnte den Duft der Rosen riechen und fühlte mich auf Usedom und in Kent sehr wohl. Ebenso sorgte ich mich mit Emilia um ihre Schwester und um den Rosenhof. Das Familiendrama spitzt sich immer mehr zu und man hofft auf eine Genesung von Clara, während man gleichzeitig auf das Lüften des Geheimnisses wartet. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und diesen Roman sehr gerne gelesen.
Zum Ende hin handelte Emilia etwas unreif. Sie hat für mich nicht wie eine über 30jährige gewirkt. Etwas mehr Potenzial hätte ich mir auch von der alten Liebe zwischen Emilia und Josh erhofft. Ich mag es zwar lieber ohne kitschige Liebesgeschichte, aber diese Jugendliebe konnte ich schwer greifen. Deshalb gibt es auch einen Stern Abzug.

Neben dem wunderschönen Cover muss ich noch die Karte von Usedom auf der Innenklappe der Broschur erwähnen, wie auch das Personenverzeichnis hinten.

Fazit:
Ein Wohlfühlroman, der uns in die Welt der Düfte und Blumen entführt, ein Familiendrama und eine Liebesgeschichte mit leisen Tönen...all das beinhaltet "Wie Träume im Sommerwind" und bringt dem Leser wohlige Lesstunden.

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Wie Feuer und Wasser

Vier Pfoten im Sommerwind
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"Vier Pfoten im Sommerwind" ist der fünfte Band, der in Lichterhaven spielt. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

In Lichterhaven steht die große 250 Jubiläumsfeier an. Die "Foodsisters", ...

"Vier Pfoten im Sommerwind" ist der fünfte Band, der in Lichterhaven spielt. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.

In Lichterhaven steht die große 250 Jubiläumsfeier an. Die "Foodsisters", bestehend aus den drei Freundinnen Hannah, Caroline und Ella bekommen den Zuschlag für die Verköstigung. Doch Ella ist alles andere als begeistert mit Feuerwehrmann Jörn zusammenarbeiten zu müssen. Die Beiden sind sich bereits seit Kindertagen spinnefeind bzw. liegen sich ausnahmslos in den Haaren. Wie soll da jemals eine vernünftige Zusammenarbeit enstehen? Jörn, der ruhige und besonnene Fischer und Ella, die selbstbewusste und quirlige Partymaus, die gerne flirtet, aber der kein Einheimischer zu nahe treten darf, sind wie Feuer und Wasser. Doch die Festlichkeiten gehen vor und die Beiden müssen zusammenarbeiten, ob sie wollen oder nicht...

Ella steckt in einer schwierigen Phase, denn sie hat vor kurzem ihre geliebte Großmutter verloren, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte. In ihrem Testament vermacht sie Ella ihren erst einjährigen Bearded Collie Barnabas. Der bei Oma Carlotta folgsame Hund zeigt bei Ella eine ganz andere Seite. Durch die quirlige und oftmals auch stressige Art, die Ella hat, wird auch Barnabas unruhig und unfolgsam und Ella beginnt langsam daran zu verzweifeln. Sie mag Barnabas, doch bei ihren besuchen bei der Großmutter verhielt er sich doch viel pflegeleichter. Sie möchte doch den Wunsch ihrer geliebten großmutter erfüllen, doch Barnabas macht es ihr nicht gerade leicht...wie auch dieser Auftrag zum Jubiläumsfest, wo sie mit Jörn zusammenarbeiten soll.

Petra Schier hat wie immer sehr liebenswerte Charaktere erschaffen. Der Schlagabtausch zwischen Jörn und Ella ist amüsant dargestellt und hat mir wieder gut gefallen. Obwohl die zwei wie Feuer und Wasser sind, scheint plötzlich die Chemie zwischen ihnen zu stimmen. Beide sind dadurch sehr verunsichert, denn bisher sind sie sich höchstens auf die Nerven gefallen. Die besondere Anziehungskraft zwischen den Beiden spürt man sehr gut durch die Zeilen hindurch.Als Leser erfährt man abwechselnd von ihren Ängsten und Sorgen, aber auch der Verliebtheit. Bearded Collie Barnabas hilft diesmal - wie wir es aus den Hunde/Liebesromanen gewohnt sind - gar nicht so viel mit, um Jörn und Ella zusammenzubringen....das klappt auch von ganz alleine.
Wie immer sind die Gedanken der Hunde Protagonisten in kursiver Schrift dargestellt und sehr humorvoll erzählt.

Die Autorin hat einen wunderbar lockeren und doch intensiven Schreibstil, der mich immer wieder gerne zu ihren Romanen, wie auch historischen Büchern, greifen lässt. Die Lichterhaven Geschichten sind fluffig und leicht und haben trotzdem das gewisse Etwas. Die humorvollen Dialoge, die wunderbar bildhaften Beschreibungen des Ortes und der Landschaft, sowie die Gedanken der Hunde sind immer wieder ein Genuss.

Wenn man die anderen Bücher der Reihe kennt, fühlt man sich in Lichterhaven sofort wieder zuhause. Man trifft auf bereits liebgewonnene Figuren und lernt nebenher neue Charaktere kennen, die möglicher Weise im nächsten Band schon eine größere Rolle spielen könnten. Das macht die Autorin sehr geschickt! Und ich habe bereits jetzt einen Verdacht, wer im nächsten Lichterhaven Roman im Vordergrund stehen könnte....

Fazit:
Auch der fünfte Band der Reihe ist wieder ein wundervoller, leichter und humorvoller Liebesroman "mit Hund", den ich sehr gerne gelesen habe. Ich freue mich schon wieder - kaum diesen band zugeschlagen - auf auf den nächsten. Wer die Seele baumeln möchte, dem kann ich diese Reihe nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Ein Sommer ohne Becca

Sommerleuchten am See
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Auch im neuen Roman von Sarah Morgan steht die Familie im Vordergrund - wie schon in ihrem letzten Büchern. Für mich sind sie "erwachsener" und tiefgründiger - trotz der Beibehaltung der quitschbunten ...

Auch im neuen Roman von Sarah Morgan steht die Familie im Vordergrund - wie schon in ihrem letzten Büchern. Für mich sind sie "erwachsener" und tiefgründiger - trotz der Beibehaltung der quitschbunten Cover, die oftmals eine locker leichte Liebesgeschichte suggerieren. Die "neuen" Familienromane entsprechen mehr meinem Geschmack, als ihre romantischen Geschichten und so hat mir auch "Sommerleuchten am See" sehr gut gefallen.

Die Schauplätze sind diesmal New York und die Gegend rund um den Lake District in der Grafschaft Cumbria in Großbritannien. Bevor wir uns an den malerischen Lake District begeben, lernen wir Floristin Flora in New York City kennen. Sie wurde bereits früh Vollwaise und lebte bei ihrer Tante, die sie jedoch ohne Liebe aufzog. Von klein auf fühlt sich Flora ungeliebt und versucht alles den Menschen in ihrer Umgebung zu gefallen. Flora weicht jeden Konflikt aus und lebt neben ihrem geliebten Floristenjob ziemlich einsam. Als sie den Witwer Jack kennenlernt, scheint sich ihr Leben von Grund auf zu ändern. Doch Jack's Exfrau Becca scheint eine unerreichbare Frau gewesen zu sein: bildhübsch, erfolgreich, reich und beliebt. Und dann gibt es noch die zwei Töchter von Jack: Izzy und Molly, die sehr unter dem Verlust der Mutter leiden. Izzy bemüht sich die Familie zusammenzuhalten und versucht sich unentbehrlich zu machen. Sie fühlt sich außerdem von Flora bedroht und setzt alles daran der neuen Liebe ihres Vaters zu zeigen, dass sie unerwünscht ist. Jack sieht ihre Verzweiflung nicht und ist seit längerer Zeit erstmals wieder glücklich. Als Jack Flora auch noch zum Jahresurlaub an den Lake District einlädt, wo die Familie alljährlich bei Beccas Freundin Clare die Ferien verbringt, droht die Stimmung zu kippen. Auch Clare ist erstmal skeptisch gegenüber Jacks neuen Liebe, doch sowohl sie, als auch Izzy hüten bezüglich Becca ein Geheimnis, das sie nicht preisgeben möchten....

"Sommerleuchten am See" ist ein tiefgründiger und feinfühliger Sommerroman, der sich mit den Themen Trauerbewältigung, Patchwork-Familien, Freundschaften und Neubeginn auseinandersetzt. Der lebendige Schreibstil macht die Geschichte kurzweilig. Wie von der Autorin gewohnt, erzählt sie die Handlung aus verschiedenen Sichtweisen. Abwechselnd erfahren wir als Leser mehr über die Gefühlswelt von Flora, Clare und Izzy. Sarah Morgan erzählt sehr gefühlvoll und man kann sich in alle Charaktere wunderbar einfühlen. Diese sind sehr sehr lebendig und vorallem auch authentisch dargestellt.
Man versteht sowohl die rebellische Izzy, die an der Erinnerung ihrer Mutter festhalten möchte, obwohl sie Flora sympathisch findet, als auch Flora, die sich endlich geliebt fühlt und sich insgeheim immer eine Familie gewünscht hat. Aber auch mit Clare, deren Freundschaft zu Becca früher sehr eng war, jedoch im Laufe der Jahre aber immer mehr auseinander driftete, konnte ich mitfühlen. Sie hadert mit dem Geheimnis, das sie für Becca hüten soll. Jack ist ein sehr liebevoller Mann, der Flora auf Händen trägt, aber auch sehr oft ins Fettnäpfchen tritt und blind für Izzys Spitzen gegen Flora ist. Die kleine Molly schließt man sehr schnell ins Herz. Sie ist die Einzige, die unvoreingenommen an Flora herangeht.
Becca schwebt über allen und wir erfahren im Laufe der Geschichte noch das eine oder andere Geheimnis über sie. Flora muss immer wieder dem Vergleich standhalten und nur die Liebe zu Jack gibt ihr die Kraft zu um ihn und die Kinder zu kämpfen. Sie besitzt sehr viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Bis sich das Happy End ankündigt, müssen Jack, Flora, Clare und Izzy noch jede Menge lernen und sich der Wahrheit stellen.


Fazit:
Wieder ein wunderbarer und tiefgründiger Familienroman von Sarah Morgan, der sich hinter einem quitschbunten Cover versteckt und eine leichte Sommergeschichte vermuten lässt. Die Themen Trauerbewältigung, Patchwork-Familie, Geheimnisse und Freundschaften, sowie ein Neubeginn treten in den Mittelpunkt. Die letzten Romane der Autorin sind "erwachsner" geworden und gefallen mir um einiges besser, als ihre romantischen Geschichten.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

20 tolle Kurzgeschichthen

Glück hat einen langsamen Takt
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Ich habe zu diesem Buch gegriffen, obwohl ich kein Kurzgeschichtenfan bin, weil ich die Bücher von Mechthild Borrmann wirklich sehr gerne lese. Ihre Geschichten sind immer wieder etwas ganz Besonderes. ...

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, obwohl ich kein Kurzgeschichtenfan bin, weil ich die Bücher von Mechthild Borrmann wirklich sehr gerne lese. Ihre Geschichten sind immer wieder etwas ganz Besonderes. Dabei kommt ihre Spitzfindigkeit bei diesen "short stories" ebenfalls sehr zum Ausdruck.

In dieser Kurzgeschichtensammlung erzählt die Autorin zwanzig sehr vielfältige Geschichten, die eine große Themenvielfalt aufweisen. Sie beschreibt Momente des Glücks, der Trauer, des Verständnisses oder lässt den Leser die Verzweiflung des Protagonisten spüren. Jede einzelne erzählung hat mich mehr oder weniger bezaubert und eingenommen, nachdenklich oder traurig zurückgelassen. Manchmal blitzt der unterschwellige schwarze Humor durch, sowie die Subtiliät ihrer Gedanken. Es sind Momentaufnahmen eines Lebens, ohne das Handeln der Figuren zu bewerten oder in Frage zu stellen.

Herauspicken möchte ich die Geschichte um die Wirtin Elisabeth Gräser, und ihrer besten Freundin Lore. Hier lernen wir zwei Frauen kennen, die aufzeigen, was wirkliche Freundschaft bedeutet.
Nachdenklich gestimmt hat mich auch der Brief einer Mutter an ihren Sohn, der als verurteilter Mörder im Gefängnis sitzt. Spielt die Erziehung wirklich eine Rolle oder kommen Mörder bereits zur Welt?
Schockiert hat mich das Schicksal einer jungen und blitzgescheiten Ukrainerin, die als Au-Pair in den Westen kommt und nicht die vermeintliche Familie vorfindet, in deren Haushalt sie kommen soll....
Geschmunzelt habe ich über die Geschichte eines Ehepaares, das sich jedes Jahr ihren Weihnachtsbaum im Topf nach Hause holt, um diesen später im Garten einzupflanzen. Nach Jahrzehnten ähnelt dieser mehr einem Wald und keinerlei Sonnenlicht dringt mehr ins Haus. Doch auch nach vielen Bitten der Ehefrau bleibt ihr Mann seiner Tradition treu...doch diese weiß sich zu helfen...

Fazit:
Die große Themenvielfalt der Kurzgeschichten und die Fragmente aus dem Leben verschiedener Menschen haben mir gut gefallen. Ein Buch, das man auch gut verschenken kann und vielleicht den einen oder anderen neuen Leser für die Autorin gewinnen kann.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Wer ist Angel Face?

Fürchte die Schatten
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"Fürchte die Schatten" ist der zweite Teil um "Angel Face" Evie Cormac und sollte erst nach dem ersten Band der Reihe gelesen werden! Band zwei knüpft nahtlos daran an. Der erste Fall wurde zwar abgeschlossen, ...

"Fürchte die Schatten" ist der zweite Teil um "Angel Face" Evie Cormac und sollte erst nach dem ersten Band der Reihe gelesen werden! Band zwei knüpft nahtlos daran an. Der erste Fall wurde zwar abgeschlossen, aber Evies Vergangenheit liegt großteils noch wie ein leeres Blatt vor uns. Wer ist Evie Cormac? Seit sie aus den Fängen des vermeintlichen Kinderschänders befreit wurde, ist ihre Akte verschlossen. In diesem zweiten Teil erfahren wir nun etwas über Evies Kindheit und ihre letzten Jahre. Es ist auf jeden Fall Harter Tobak!

Erzählt wird in Präsens und abwechselnd aus der Sicht von Cyril und Evie. Letztere erinnert sich immer mehr an die Zeit als sie entführt und festgehalten wurde. Diesmal gibt es auch keinen weiteren Ermittlungsfall, denn es dreht sich ausschließlich alles um Evies Vergangenheit. Cyrus spürt die Polizistin auf, die Angel Face damals gefunden hat. Zusammen gehen sie Evies Fall durch und entdecken Furchtbares. Während niemand Evie Glauben schenkt, setzt Cyrus alles daran ihr zu helfen.

Auch "Fürchte die Schatten" ist wieder ein Pageturner, durch den man hindurch rast. Robotham gelingt es hervorragend das Grauen in Worte zu fassen. Große Stützen sind aber, wie schon im ersten Band, die außergewöhnlichen Charaktere von Cyrus und Evie. Sie halten die Geschichte zusammen und vermitteln das gewisse Etwas.

Auch diesmal wird nicht alles aufgelöst und wird wohl im kommenden dritten Band beantwortet werden - oder auch nicht. Ich hoffe trotzdem, dass Evies Geschichte in Band drei auserzählt wird, denn eine weitere "Streckung" der Handlung fände ich nicht gut. Generell finde ich die Art und Weise wie immer mehr mehrbändige Reihen erscheinen negativ, vorallem wenn der Krimi/Thriller nicht abgeschlossen ist. Handelt es sich um einzelne abgeschlossene Fälle mit den gleichen Ermittlern, ist es etwas anderes. Geschichten aber einfach in die Länge zu ziehen finde ich nicht gut, auch wenn wie hier der Schreibstil von Michael Robotham wirklich fesselnd ist und er einen weiteren Pageturner erschaffen hat. Er versteht es ebenso mit Humor die düstere Atmosphäre aufzulockern, auch wenn es um sehr grausame Themen wie in "Fürchte den Schatten" geht. Michael Robotham versteht sein Handwerk und ich freue mich schon auf weitere Thriller des Autors.


Fazit:
Auch der zweite Band um Angel Face Evie und Psychologe Cyrus Haven ist wieder ein Pageturner und liest sich weg wie nichts. Trotzdem finde ich es schade, dass die Geschichte um Evie so gezogen wird und auch nach dem zweiten Band nicht auserzählt ist. Das außergewöhnliche Duo ist jedoch eine tolle Zusammenstellung und bringt dem Thriller das gewisse Etwas. Ich bin gespannt auf den dritten Teil und freue mich bereits darauf.

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