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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2022

Spannung erst zum Schluss

Perfect Day
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„Perfect Day“ ist mein erstes Buch der Autorin Romy Hausmann. Wie auch bei ihren anderen Büchern fällt das schwarz-weiße Cover sofort angenehm auf.
Die heile Welt der Protagonistin Ann wird erschüttert, ...

„Perfect Day“ ist mein erstes Buch der Autorin Romy Hausmann. Wie auch bei ihren anderen Büchern fällt das schwarz-weiße Cover sofort angenehm auf.
Die heile Welt der Protagonistin Ann wird erschüttert, als ihr Vater des Mordes an mehreren Mädchen beschuldigt wird. Felsenfest von einem Justizirrtum überzeugt beginnt Ann, auf eigene Faust zu ermitteln.
Der Schreibstil hat mir gefallen, und ich konnte auch ohne Probleme in die Handlung einsteigen. Allerdings hat mich diese zunächst nicht fesseln können. Vielleicht lag es daran, dass ich mit dem Verhalten der Protagonistin Ann meine Schwierigkeiten gehabt habe. Ich habe sie als extrem anstrengend und kopflos empfunden und absolut beratungsresistent.
Eigentlich mag ich wechselnde Handlungsstränge oder Sichtweisen, aber in diesem Thriller waren die Sprünge, auch auf zeitlicher Ebene, doch sehr verwirrend. Neben Anns gegenwärtiger Schilderung sind Beschreibungen von Gefühlen von ihr als Kind eingestreut. Daneben gibt es einige Ausschnitte aus Interviews mit dem Täter und Abschnitte unter der Bezeichnung „Wir“, die zunächst Rätsel aufgeben und sich erst zum Ende hin erklären.
Die ersten zwei Drittel des Buches fand ich doch sehr zäh, allerdings hat mich dann der Rest doch etwas versöhnen können.

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Veröffentlicht am 12.12.2021

Mehr Bettgeflüster als Liebe

Liebe in Zeiten des Hasses
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Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber es war noch keines dabei, dass mich gleichermaßen fasziniert wie gelangweilt und angestrengt hat. Daher hat sich die Lesezeit auch auf Wochen hingezogen, wobei ...

Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber es war noch keines dabei, dass mich gleichermaßen fasziniert wie gelangweilt und angestrengt hat. Daher hat sich die Lesezeit auch auf Wochen hingezogen, wobei ich sonst eine Schnellleserin bin.

Gefreut habe ich mich auf eine Erzählung von den größten Liebespaaren der Kulturgeschichte in den dreißiger Jahren – bekommen habe ich einen riesigen Berg an Informationen über die Künstler und Intellektuellen der damaligen Zeit, der in kleinen Appetithäppchen serviert worden ist. In manchmal nur wenigen Zeilen gibt es kurze Einblicke in den Alltag der Großen und Berühmten, leider haben die Bettgeschichten davon den überwiegenden Teil eingenommen. Was anfangs ja noch neu und unterhaltsam war, wer mit wem Affären, Liebschaften oder Verhältnisse hatte und wer mit wem kreuz und quer die Partner*innen getauscht hat, hat mich irgendwann gelangweilt, auch, weil ich inzwischen den Überblick verloren hatte.

Der ständige Wechsel zwischen den Personen hat bei mir auch meinen Lesefluss gehemmt, so dass ich nur wenige Seiten am Stück lesen konnte. Dazu kamen auch noch die Nachforschungen bei mir unbekannten Namen, insgesamt waren es mir einfach zu viele.

Ich finde es beeindruckend, wieviel Arbeit und Recherche der Autor für das Zusammenstellen dieser Fülle an Informationen aufgewendet haben muss und ich habe auch einige überraschende und teils auch schockierende Informationen erhalten, vor allem über die kulturellen Verluste.

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Veröffentlicht am 10.09.2021

Mut zu Neuanfängen

Sternflüstern
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Von der Autorin Patricia Koelle, die hinter dem Pseudonym steckt, habe ich schon etliche Bücher gelesen und alle haben mir sehr gut gefallen. Von daher war ich umso gespannter, was sich hinter dem Pseudonym ...

Von der Autorin Patricia Koelle, die hinter dem Pseudonym steckt, habe ich schon etliche Bücher gelesen und alle haben mir sehr gut gefallen. Von daher war ich umso gespannter, was sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

Ein teils sehr poetischer Schreibstil lädt zum Mitträumen ein in dieser Geschichte, die von Trauer, Freundschaften und Neubeginn erzählt. Drei Frauen verbindet eine Gemeinsamkeit und über das gemeinsame Abschied nehmen von einem für sie wichtigen Menschen schmieden sie Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Mit Irith hatte ich im ersten Drittel des Buches so meine Probleme. Ihre niedergeschriebenen Gedankengänge waren mir zu chaotisch und unstrukturiert, so dass ich mehrfach eine Lesepause eingelegt habe.

Wunderschön beschrieben waren wieder die vielen Momente in der Natur, sei es bei Lunis im Wald oder im Garten des Fuchshauses. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht zum Mitträumen abholen können.

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Was war denn nun Enriettas Vermächtnis?

Enriettas Vermächtnis
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Enrietta war eine Bestsellerautorin und hat ein beträchtliches Vermögen hinterlassen.

Emilio, ein argentinischer Schönheitschirurg, und Jana, eine ehemalige Schauspielerin treffen auf ihrer Testamentseröffnung ...

Enrietta war eine Bestsellerautorin und hat ein beträchtliches Vermögen hinterlassen.

Emilio, ein argentinischer Schönheitschirurg, und Jana, eine ehemalige Schauspielerin treffen auf ihrer Testamentseröffnung in der Schweiz zum ersten Mal aufeinander und erfahren, dass sie die Haupterben sind.

Nach kurzer Zeit taucht Enriettas unehelicher Sohn Armando auf und beansprucht seinen Teil des Erbes.

Um diese 3 Personen, die alle früher oder später Enriettas Lebensweg gekreuzt haben, dreht sich die Handlung. Zunächst hat es mir noch gut gefallen, alle 3 und ihre Beziehung zu Enrietta kennen zu lernen, aber im Laufe des Romans ging die Spannung irgendwie verloren.

Gerne hätte ich auch mehr über Enriettas Leben erfahren, als nur über die bruchstückhaften Berichte der Protagonisten

Ich habe die ganze Zeit über auf das angekündigte dunkle Geheimnis gewartet – sollte das tatsächlich ihr verschwiegener Sohn gewesen sein, über den nur ein kleiner Personenkreis Bescheid wusste oder die Tatsache, dass sie ihm nichts vererben wollte?

Alle 3 Charaktere haben es mir auch nicht gerade einfach gemacht, denn sie waren nicht gerade das, was ich als Sympathieträger bezeichnen würde. Viele Handlungen konnte ich auch nicht nachvollziehen.

Enriettas Vermächtnis hat mich etwas verwirrt und mit vielen Fragen zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Gouvernante bei den britischen Royals

Teatime mit Lilibet
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Die junge Lehrerin Marion Crawford hat ein Ziel: sie möchte Kindern in den Slums Wissen vermitteln. Doch wie so oft hat das Leben andere Pläne mit ihr, und so findet sie sich plötzlich in adeligen Kreisen ...

Die junge Lehrerin Marion Crawford hat ein Ziel: sie möchte Kindern in den Slums Wissen vermitteln. Doch wie so oft hat das Leben andere Pläne mit ihr, und so findet sie sich plötzlich in adeligen Kreisen wieder, um die Prinzessinnen Lilibet und Margaret von York zu unterrichten.

Beginnend im Jahr 1931 gibt der Roman einen kleinen Einblick in das Leben und das tägliche Einerlei der britischen Royals über knapp 2 Jahrzehnte. Marion selbst stammt aus einfachen Verhältnissen und möchte den beiden Mädchen auch das „normale“ Leben näherbringen. Und so gehören ein Kinobesuch, Einkäufe bei Woolworth oder eine Fahrt mit der U-Bahn sicherlich zu den aufregenden Erlebnissen außerhalb des steifen Protokolls.

Auch wenn Marion, von der Familie liebevoll Crawfie genannt, anfangs immer wieder betont, ihre Stellung sei nur vorübergehend, wird sie im Laufe der Zeit zu einer Vertrauten der beiden Mädchen, die sie bald wie ihre eigenen Kinder liebt. Aber um welchen Preis? Freundschaften innerhalb des Palastes sind eher rar, und alle ihre Erfahrungen mit Männern außerhalb der Palastmauern verlaufen enttäuschend, da sie sich immer wieder für die Prinzessinnen entscheidet.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, hat aber auch einige Längen. Mir haben mitunter die politischen Ansichten der jungen Lehrerin zu sehr im Vordergrund gestanden. Interessiert hätte mich auch, wieviel um die realen Begebenheiten herum „dazu gedichtet“ worden ist. Ich kann mir vorstellen, dass Margaret und Philipp bei einigen Stellen im Buch „not amused“ wären.

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