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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2021

Mit Abstand der beste Teil der Trilogie

Play & Pretend
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Briony ist Schauspielerin mit Leib und Seele. Sie liebt es in fremde Rollen zu schlüpfen, denn dabei kann sie sich selbst und ihr eigenes Leben für einen Moment vergessen. Doch ihr Schauspielkollege Sebastian ...

Briony ist Schauspielerin mit Leib und Seele. Sie liebt es in fremde Rollen zu schlüpfen, denn dabei kann sie sich selbst und ihr eigenes Leben für einen Moment vergessen. Doch ihr Schauspielkollege Sebastian versucht hinter ihre Masken zu blicken. Für das nächste Stück sollen die beiden ein Liebespaar verkörpern und bei dem Gedanken daran wird Briony gleichzeitig heiß und kalt. Einerseits ist Sebastian nämlich ziemlich attraktiv und sympathisch, aber er macht ihr auch Angst. Sie ahnt, dass er ebenso wie sie ein Geheimnis verbirgt.

Wie auch in den Vorgängerbänden wechselt die Perspektive immer wieder zwischen den beiden Protagonisten. Ich konnte mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen, ihre Probleme waren sehr überzeugend, nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen, sie machen aber viel mit sich selber aus, da sie die Reaktionen anderer fürchten. Für beide ist daher das Talent der Schauspielerei sowohl Fluch als auch Segen. Beruflich ein Segen, privat allerdings eher ein Fluch, weil sie viel einfach vor- oder überspielen. Beide taten mir unheimlich Leid und ich konnte ihre Bedenken, Unsicherheiten und inneren Konflikte sehr gut verstehen.

Ich finde es wichtig, dass auch in Jugendbüchern oder Liebesgeschichten psychische Erkrankungen thematisiert werden, um zu sensibilisieren und deutlich zu machen, dass sich diese Monster im Kopf befinden und man sie von außen nicht unbedingt sehen muss. Nur weil jemand ständig lacht und gute Laune verbreitet, muss es in dessen Inneren nicht genauso aussehen. Das Buch zeigt nicht nur, was diese Krankheiten mit einem selber machen, sondern auch den Einfluss auf Freunde und Familie oder auch eine (potenzielle) Beziehung.

Besonders gut gefallen hat mir auch das Milieu des Theaters und der Schauspielerei. Wir erhalten Einblick hinter die Kulissen, in Castings, Proben, wie Briony und Sebastian sich für ihre Rollen vorbereiten, aber auch in das Stück von Shakespeare selber sowie dessen Text und Handlung.

"Play & Pretend" ist sehr emotional, tragisch, traurig, herzzerreißend, aber eben auch mitreißend, mich hat es jedenfalls von der ersten Seite an begeistern und überzeugen können. Meiner Meinung nach ist es mit Abstand der beste Teil der Trilogie und damit ein mehr als würdiger Abschluss!

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Veröffentlicht am 14.07.2021

Sehr gelungen mit ganz anderem Themengebiet

Ever – Wann immer du mich berührst
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Nach einem schweren Unfall verbringt Abbi wochenlang hilflos ans Bett gefesselt im Krankenhaus. Sie ist verzweifelt, wütend und fürchtet sich vor weiteren Schmerzen, will weglaufen vor ihren Erinnerungen ...

Nach einem schweren Unfall verbringt Abbi wochenlang hilflos ans Bett gefesselt im Krankenhaus. Sie ist verzweifelt, wütend und fürchtet sich vor weiteren Schmerzen, will weglaufen vor ihren Erinnerungen und ihren Problemen. Doch ihr Körper und auch ihre Ängste machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Als sie einen neuen Physiotherapeuten bekommt verändert sich einiges, denn dieser ist geduldig und sanft. Wenn er sie berührt schlägt ihr Herz schneller. Doch David hat seine ganz eigenen Gründe ihr zu helfen. Diese können viel tiefere Wunden reißen als ihr Unfall es getan hat.

Sowohl Abbi als auch David waren mir auf Anhieb sympathisch. Ich konnte mich gut in beide hineinversetzen, was bestimmt auch an den wechselnden Perspektiven lag. Mit beiden habe ich mitgefühlt, denn die Dinge unter denen sie leiden waren gut nachzuvollziehen. Es war spannend ihre jeweilige Familiengeschichte, Hintergründe und Geheimnisse aufzudecken.

Besonders gelungen waren auch die medizinischen beziehungsweise die physiotherapeutischen Aspekte, das war definitiv mal was anderes. Als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin interessiere ich mich natürlich für solche Themengebiete.

Mir hat außerdem gefallen, dass die Protagonisten der Dilogie um die Blakely Brüder (It was always you/ It was always love) hier wieder aufgetaucht sind.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Eines der schönsten Bücher, die ich je gesehen habe!

Alle Farben des Lebens
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Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan von Lisa Aisato bin . Mit "Alle Farben des Lebens" hat sie ein wahres Meisterwerk geschaffen. Es vereint ihre besten Bilder mit poetischen Botschaften. Weniger ...

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan von Lisa Aisato bin . Mit "Alle Farben des Lebens" hat sie ein wahres Meisterwerk geschaffen. Es vereint ihre besten Bilder mit poetischen Botschaften. Weniger Text ist manchmal einfach mehr. Grade wenn die Illustrationen an sich schon so viel vermitteln. Und das beherrscht sie für mich wie niemand sonst. Ihre Kunstwerke sind so unglaublich detailverliebt und vor allem die Gesichter zeigen so viele Emotionen - ich könnte mir jedes einzelne Bild stundenlang anschauen und würde am liebsten meine Wände damit tapezieren!

Es ist ein Buch über das Leben: von der Geburt über die Kindheit, Jugend, das Erwachen werden und sein, das Altern und schließlich den Tod. Dabei geht es um Höhen und Tiefen, Hoffnungen, Träume und Ängste, Freundschaft, Familie und Liebe, Verlust und Trauer, Freude und Verzweiflung. Manchmal ist es unglaublich schön, manchmal auch traurig - aber es trifft mich immer mitten ins Herz. Es ist wirklich eines der schönsten Bücher, die ich je gesehen habe!

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Tolle, wunderschön illustrierte Geschichte

Das Mädchen, das die Bücher retten wollte
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Anna liebt Bücher und das Lesen über alles. Deswegen verbringt sie auch viel Zeit in der Bibliothek. Irgendwann stellt sich die Frage, was eigentlich mit den Büchern passiert, die niemand ausleiht. Die ...

Anna liebt Bücher und das Lesen über alles. Deswegen verbringt sie auch viel Zeit in der Bibliothek. Irgendwann stellt sich die Frage, was eigentlich mit den Büchern passiert, die niemand ausleiht. Die Antwort ist verheerend und schnell ist klar, dass Anna die Bücher unbedingt retten muss.

Was für eine tolle, wunderschön illustrierte Geschichte! Nicht nur für Kinder sehr lesenswert, sondern für jeden Buchliebhaber ein Muss und absoluter Augenschmaus! Die Zeichnungen von Lisa Aisato sind so unglaublich detailverliebt und einfach nur magisch! Es gibt soviel zu sehen und zu entdecken..

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Veröffentlicht am 28.04.2021

Bunt, facettenreich und magisch

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Linus Baker arbeitet seit Jahren in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Er ist ein vorbildlicher Mitarbeiter: er ist nie ...

Linus Baker arbeitet seit Jahren in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Er ist ein vorbildlicher Mitarbeiter: er ist nie krank, gibt keine Widerworte und ist bei seinen Überprüfungen stets objektiv, gründlich und genau. Schließlich erhält er einen geheimen Auftrag, welcher ihn auf eine abgelegene Insel führt. Dort soll er das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus' genau in Augenschein nehmen, doch er merkt schnell, dass seine übliche Vorgehensweise hier nicht funktionieren wird. Widerwillig lässt er sich auf die etwas speziellen Bewohner ein, die seine eintönige Welt ganz schön ins Wanken bringen.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an direkt in seinen Bann gezogen. Jeder der Charaktere ist einfach der absolute Hammer. Die Geschichte ist aus Linus Sicht geschrieben. Am Anfang hat er ganz schön eingefahrene Meinungen und ist irgendwie ziemlich spießig. Dementsprechend betritt er die Insel und das Waisenhaus auch mit einigen Vorurteilen. Kein Wunder, dass man ihm gegenüber auch erstmal ein wenig misstrauisch ist. Von Beginn an ist allerdings klar, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Er möchte immer das Beste für die Kinder und Jungendlichen, hat sich andererseits aber auch nie gefragt, was mit ihnen passiert, wenn es auf seine Empfehlung hin tatsächlich zu Schließungen der Waisenhäuser kommt. Er setzt Vertrauen in die Vorschriften und das Regelwerk der Behörde.

Beim Ankommen auf der Insel habe ich sofort an „Die Insel der besonderen Kinder“ gedacht. Zwar war dieses Buch hier ebenso besonders, aber eben auch ganz anders. Einzige Gemeinsamkeit waren die Kinder mit besonderen Fähigkeiten oder Aussehen. Mehr oder gar zu viel möchte ich über sie gar nicht erzählen, das muss man einfach selber lesen. Aber das lohnt sich so sehr! Jedes einzelne Kind ist wirklich toll, einzigartig und liebenswert. Schnell wird klar, dass sie an das Gute glauben (möchten). Einigen von ihnen sind schon sehr unschöne Dinge passiert und dennoch geben sie nicht auf und hoffen auf ein besseres Leben. Sie selber sind erstmal vorurteilsfrei und das obwohl ihnen selber so viel Misstrauen, so viele vorgefertigte Meinungen, Angst, Hass oder Ausgrenzung entgegenschlagen. Denn die Menschen fürchten die magischen Wesen. Es ist ein Trauerspiel, das einem im Herzen weh tut und zum Himmel schreit vor Ungerechtigkeit.

Dennoch ist die Geschichte für mich ein absolutes Highlight und Wohlfühlbuch. Auch wenn man sich ständig aufregt und an der Menschheit zweifelt, machen die Inselbewohner und auch Linus selber all das wieder wett. Sie sind immer wieder für ein Schmunzeln oder einen Lacher gut und erwärmen einem mit ihrer Art das Herz.

Das schöne an dem Buch sind außerdem seine wichtigen und weisen Botschaften. Zusammen mit dem flüssigen und auch sehr emotionalen Schreibstil hat mir „Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte“ wirklich außerordentlich gut gefallen. Es ist wie das Leben auf der Insel: bunt, facettenreich und magisch.

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