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Veröffentlicht am 23.07.2021

Laura Kern ermittelt in einem sehr persönlichen Fall

Der böse Mann: Thriller
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Fesselnde Jagd auf einen Serienkiller, mit einem zu schnellen Ende
Inhalt: Am Ufer eines Sees wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ein rostiger Stacheldraht ist um ihren Hals gewickelt und die Schulter ...

Fesselnde Jagd auf einen Serienkiller, mit einem zu schnellen Ende
Inhalt: Am Ufer eines Sees wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ein rostiger Stacheldraht ist um ihren Hals gewickelt und die Schulter mit einem dreiflügligen Schmetterling tätowiert. In ihrer Hosentasche entdeckt Spezialermittlerin Laura Kern eine Botschaft, bei der ihr das Blut in den Adern gefriert. »Ich bin die Zweite«, steht auf einem Papiertaschentuch geschrieben. Doch wer ist dann das erste Opfer? Eine weitere Nachricht führt Laura zu der nächsten Toten, die ebenfalls grausam zugerichtet ist. Laura jagt einen Serienkiller, der abgrundtief böse ist und sie in ein gnadenloses Spiel verwickelt. Ein Spiel, das niemand gewinnen kann. Erst in letzter Minute erkennt sie, was der Täter wirklich vorhat. Aber es scheint längst zu spät, ihn zu stoppen.

Zum sechsten Mal schickt Catherine Shepherd ihre Protagonistin Laura Kern, ihren Lebensgefährten Taylor und ihren Partner Max auf die Spur eines Serienkillers, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist und doch dabei näher ist als alle denken.
Von der ersten Seite an entwickelt die Handlung ein rasantes Tempo und hält die Spannung auf sehr hohem Niveau. Abwechselnd wird aus der Sicht der Ermittler, des Täters oder auch seiner Opfer geschrieben, wobei es Catherine Shepherd immer gelingt, die jeweiligen Personen schnell und anschaulich zu charakterisieren. Das hohe Tempo, in dem der Täter seine Opfer entführt und töten, erhöht den Druck spannend, zumal in verschiedene spannende Richtung ermittelt wird. Zudem kommen noch private Probleme um das Dreiergespann hinzu. Das Ende ist dann sehr überraschend und für Laura Kern auch sehr persönlich.

Der Showdown gerät meiner Ansicht nach zu unspektakulär und auch viele Fragen über die Motive und den Hintergrund des Täters bleiben unbeantwortet, bzw. bleiben durch Andeutungen der Phantasie des Lesers überlassen.

Auch wenn „Der böse Mann“ der sechste Band aus der „Laura Kern“-Reihe ist, kann man das Buch unabhängig von den Vorgängerbüchern lesen, allerdings entwickeln sich die Beziehungen um Laura und ihre Vergangenheit in den Vorgängerbänden, so dass es durchaus Sinn macht, diese in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Alles in allem ein sehr guter Thriller, denn man nur schwer aus der Hand legen kann. Wobei dann nur das schnelle und knappe Ende etwas enttäuscht. Insgesamt 4 von 5 Sternen, oder besser 4,5 von 5 Sternen. Catherine Shepherd lohnt sich auf jeden Fall für unterhaltsame Lesestunden.

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Veröffentlicht am 23.05.2021

Spannendes und tödliches Katz- und Mausspiel

Nachtschrei
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Inhalt:
In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt ...

Inhalt:
In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt als Erste an den Schauplatz eines grausamen Doppelmordes. Beinahe zu spät bemerkt die Polizistin, dass sich außer einer verängstigten Zeugin auch die Täter noch auf dem Grundstück befinden. Und damit beginnt für die beiden ungleichen Frauen eine atemlose Hetzjagd durch die Nacht – ein Albtraum, den sie nur gemeinsam überleben können …
Jeffery Deaver hetzt die beiden Frauen erbarmungslos durch die nächtlichen Wälder Wisconsins. Die bedrohlichen Naturbeschreibungen und die ständige Flucht vor den Mördern ist spannend und weist immer neue Wendungen auf. Dabei gelingt es Deaver auch, die Beziehungen der Charaktere immer weiter zu entwickeln, so dass ein psychologisches Katz- und Mausspiel entsteht.
Wer die Thriller von Deaver kennt, weiss aber, dass er sich nicht damit begnügt, sondern auf der Suche nach dem Motiv für den Doppelmord viele Spuren legt und mehr als einmal einen Twist in die Handlung einbaut, die oftmals überraschend einschlagen. So führen die Spuren zu den Gewerkschaften, zu Meth-Laboren und sogar bis in Brynns Privatleben.
Deavers detaillierte Beschreibungen, seine zahlreichen Wendungen und gelungenen Charakterisierungen machen das Buch zu einem unterhaltsamen Vergnügen in üblicher Deaver-Art.

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Veröffentlicht am 05.05.2021

Ein Buch voller Gegensätze

Der Junge, der Träume schenkte
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Natales Mutter wandert mit ihrem kleinen Sohn nach Italien aus, doch die in Italien erlebte brutale Realität holt sie schnell wieder ein. Natale, von den Amerikanern der Einfachheit halber zu Christmas ...

Natales Mutter wandert mit ihrem kleinen Sohn nach Italien aus, doch die in Italien erlebte brutale Realität holt sie schnell wieder ein. Natale, von den Amerikanern der Einfachheit halber zu Christmas umbenannt, muss sich als Jugendlicher in den Strassen New Yorks selbst durchschlagen und sich den Regeln der Straße anpassen. Dabei hilft ihm seine kraftvolle Phantasie, mit der er es immer wieder schafft, dass die Menschen das glauben, was sie glauben wollen. Bis er eines Tages Ruth trifft. Sie stammt aus einer anderen Welt, der Welt der Reichen und sie ist ein Opfer der brutalen Welt, in der Christmas lebt. Trotzdem verliebt sich Christmas in Ruth, doch dieser Liebe steht die brutale Realität im Weg.

Luca di Fulvio beschreibt in seinem Buch in vielen Szenen Christmas' und Ruths Leben, die beide von großen Gegensätzen, vom Aufstieg und Abstieg geprägt sind. Dabei ist es vor allem Christmas, der mit seinem Talent, den Menschen "Träume zu schenken", sich der brutalen Welt entgegenstellt, während Ruth sich eher vor dieser Welt verstecken will. Immer wieder kreuzt sich der Weg der Beiden.

Luca di Fulvio schreibt einen einfachen Stil, der aber die Träume der Protagonisten greifbar werden lässt, und darin liegt die Stärke des Buches, das die beiden Hauptpersonen intensiv beschreibt. Auch Nebencharaktere werden mit ihren Träumen und Wünschen treffend charakterisiert. Dem steht (leider) eine oftmals sehr detailliert beschriebene Grausamkeit entgegen, die zwar einen treffenden Kontrast zu den Träumen bildet, in dieser Ausführlichkeit aber nicht immer nötig gewesen wäre.

Insgesamt aber ein lesenswerter Roman, der vieles für einen Lesetag bietet.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

Temporeicher Thriller um eine ungewöhnliche Flugzeugentführung

Very Important Cargo
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Inhalt: Jürgen Gombrowitsch wird erpresst: Gangster haben seine Tochter gekidnappt. Im Austausch gegen das Leben der jungen Frau fordern sie Zugriff auf eine Passagiermaschine, die in achtundvierzig Stunden ...

Inhalt: Jürgen Gombrowitsch wird erpresst: Gangster haben seine Tochter gekidnappt. Im Austausch gegen das Leben der jungen Frau fordern sie Zugriff auf eine Passagiermaschine, die in achtundvierzig Stunden vom Airport Frankfurt abhebt. Als Verkehrsleiter in der Operationszentrale, dem Herz und Hirn der Airline, hat Gombrowitsch Zugriff auf alle Informationen, die seine Erpresser benötigen.
Tatsächlich ist er der entführten Frau noch nie begegnet - sie entstammt einem Seitensprung vor fünfundzwanzig Jahren in Äthiopien.
Kurz vor Ende der DDR war Gombrowitsch dort im Einsatz, im Range eines Offiziers der Nationalen Volksarmee.
Nun wird er mit voller Wucht von seiner Vergangenheit eingeholt.
Verzweifelt schmiedet er einen Gegenplan. Aber um das Leben seiner Tochter zu retten, ist er auf ihre Mutter und ihren Stiefvater angewiesen - als Komplizen. Die beiden jedoch sind Gombrowitsch in innigem Hass verbunden. Denn auch mit ihnen hat er eine alte Rechnung offen ...

(https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID146520314.html)

Der Plot scheint abenteuerlich und die Gefahr, dass die Story schnell unglaubwürdig wird, ist groß, aber Ilya Rosmarin hat es geschafft, diese Story glaubwürdig und nachvollziehbar darzustellen. An keiner Stelle hat der Leser das Gefühl, dass es unrealistisch ist.

In kurzen Kapiteln springt Rosmarin von einem Protagonisten zum anderen und läßt die Fäden gekonnt zusammenlaufen. Dabei entwickelt die Story bald ein rasantes Tempo, das in einem fulminanten Showdown endet.

Die Personencharakteristik ist Rosmarin dabei vorzüglich gelungen, was umso wichtiger ist, da die Flugzeugentführer hier sehr persönliche und familiäre Motive haben und es eben kein Terrorakt ist. In Rückblenden erzählt er die Geschichte der drei Protagonisten im Jahr 1988. Dabei beleuchtet Rosmarin ein mir eher unbekanntes Kapitel aus der Endzeit der DDR und ihren Einsatz in Äthiopien. Diese eher etwas ruhigeren Kapitel sind einerseits recht emotional, andererseits auch langsamer geschrieben, so dass dieser Teil der Geschichte Zeit zum Durchatmen gibt.

Einziges Manko für mich war, dass der Showdown in Äthiopien etwas zu schnell geraten ist. Zu viel passiert auf wenigen Seiten, und einige Ereignisse sind zu unvorbereitet, so dass sie quasi aus dem Nichts geschehen.

Nichtsdestotrotz ein gelungenes Lesevergnügen und ein gelungenes Debüt.


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Veröffentlicht am 04.05.2021

Spannende Fortsetzung um Tom Babylon

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Der Mauerfall wirft lange Schatten
„I love You all“ ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht ...

Der Mauerfall wirft lange Schatten
„I love You all“ ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden. LKA-Ermittler Tom Babylon wird zum Tatort gerufen und fahndet gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns nach der unbekannten Frau. Die Spur führt 30 Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindesentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache. Und das kann Tom Babylon alles kosten, was er liebt. (Verlagsinfo)
Marc Raabe setzt in dem dritten Band um dem Ermittler Tom Babylon die Ereignisse der beiden Vorgänger fort (die man besser vorher gelesen haben sollte). Die Ermittlungen eines brutalen Mordes bringen Tom Babylon und seine Familie in tödliche Gefahr und bringen einige Geheimnisse ans Licht. Nachdem im Vorgängerband Sita Johanns Vergangenheit im Mittelpunkt stand, sind es dieses Mal Toms Eltern, deren Vergangenheit einen Schatten auf die aktuellen Ereignisse werfen. Nachdem Toms Vater im zweiten Band für einen Cliffhanger sorgte, steht sein Verhältnis zu Tom hier im Zentrum.
Die verschiedenen Handlungsstränge sind spannend und werden am Ende geschickt wieder miteinander verwoben. Vielleicht sind die vielen Zusammenhänge, die zwischen den Personen bestehen, manchmal etwas zu viel, aber Marc Raabe schafft es so, eine spannende rätselhafte Geschichte zu erzählen. Einige Fragen werden aufgelöst, doch gerade der Handlungsstrang um das Verschwinden von Toms Schwester Viola wird nur wenig weitergeführt und wartet am Ende mit einem erneuten Cliffhanger auf, der einen gespannt auf den vierten band der Reihe warten lässt.
Fazit. Ein wieder spannend zu lesender Thriller, der viele Perspektiven auf Tom, seine Familie und die DDR-Vergangenheit öffnet und einen mit offenen Fragen nach der Fortsetzung verlangen lässt. 4,5 von 5 Sternen

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