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Veröffentlicht am 26.07.2021

Mit morbider Faszination

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Augustin Rothmayer ist der Totengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof und ein echtes Original. Verschroben, aber voller Wissbegierde widmet er sich der Arbeit an seinem Allmanach über den Tod. Auf seinem ...

Augustin Rothmayer ist der Totengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof und ein echtes Original. Verschroben, aber voller Wissbegierde widmet er sich der Arbeit an seinem Allmanach über den Tod. Auf seinem Friedhof läuft ihm eines Tages auch Ermittler Leopold von Herzfeldt über den Weg, der in einer Mordserie ermittelt. Dienstmädchen werden auf brutalste Art ermordet, sogar gepfählt. Gemeinsam entdecken die beiden grausige Abgründe der feinen Wiener Gesellschaft anno 1893...

Ich hatte bisher noch keinen Roman von Oliver Pötzsch gelesen und war daher gespannt, was mich erwarten würde.
Das Setting sprach mich zuerst wohl am meisten an. Wien anno 1893 ist sehr atmosphärisch und irgendwie hatte ich direkt so viele Bilder im Kopf als die Erzählung begann. Überhaupt lief das Kopfkino die ganze Zeit über auf Hochtouren und das war grandios.
Telefone, Kameras, Automobile und Fahrräder sind das neueste Teufelszeug, dem die meisten Wiener Bürger mit einer hohen Portion Skepsis begegnen. Auch der Hass gegenüber Fremden ist präsent, was Leopold von Herzfeldt mit seinen jüdischen Wurzeln am eigenen Leib erfährt.

Leopold ist ein Ermittler der neueren Generation, setzt auf Spurensicherung und Tatortfotografie, doch davon halten seine neuen Kollegen nicht viel. Er hat einen schweren Stand bei der Wiener Polizei und so ermittelt er viel auf eigene Faust. Er hat definitiv die Hauptrolle in der Geschichte, während der Namensgebende Totengräber in der Handlung nicht ganz so präsent ist. Dafür finden sich Auszüge aus seinem Totenallmanach zwischen den Kapiteln. Die Abschnitte waren sehr morbide, aber auch informativ.

Hinter Oliver Pötzsch muss eine mordsmäßige Recherchearbeit liegen, bevor er dieses Geschichte zu Papier bringen konnte. Er hat mich allerdings auch mit all den Mordfällen beeindruckt, die Wien erschüttert. Doch das sind nicht die einzigen Fälle, die hier zusammenlaufen. Es passiert ausgesprochen viel und ich fand alles sehr gut zusammengebracht.

Einziges kleines Manko, das mir beim Hören Schwierigkeiten bereitete, waren die ganzen Namen und Titel aus der Polizeibehörde. Die konnte ich mir beim besten Willen nicht merken oder einander zuordnen.

Dabei macht Hörbuchsprecher Hans Jürgen Stockerl einen ausgezeichneten Job während der ungekürzten, über 13h langen Fassung. Viele Dialoge sind im Wienerischen geschrieben und das bringt er perfekt herüber. Das hat beim Zuhören einfach Spaß gemacht.

"Das Buch des Totengräbers" von Oliver Pötzsch ist eine umfangreiche Ermittlergeschichte. Ein Serienmörder hält Wien in Atem, doch das ist nicht der einzige Mysteriöse Fall. Alles wurde sehr atmosphärisch und so spannend verpackt, dass ich gespannt bin, mit welchen verkommenen Individuen sich der Totengräber und sein Ermittler als nächstes herumschlagen müssen.

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Ein Hörgenuss

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Die Thematik ist sehr brisant und erdrückend gewesen, dabei fragte ich mich immer wieder was passiert sein könnte und wer hinter dem Entführtenfall steckt. Das war für mich zu keiner Zeit offensichtlich ...

Die Thematik ist sehr brisant und erdrückend gewesen, dabei fragte ich mich immer wieder was passiert sein könnte und wer hinter dem Entführtenfall steckt. Das war für mich zu keiner Zeit offensichtlich oder vorhersehbar, was wirklich ein großer Pluspunkt für die Geschichte war.
Das war mein erstes Buch von Arno Strobel und mir gefiel seine Art Geschichten zu erzählen richtig gut. Es war super spannend und die Charaktere vielschichtig und interessant.

Dietmar Wunder liest das Hörbuch und seine Stimme transportiert die Atmosphäre perfekt. Als Synchronsprecher namhafter Schauspieler wie Daniel Craig versteht er es perfekt seine Stimme einzusetzen und dem zu lauschen war ein Genuss.

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Veröffentlicht am 18.04.2021

Wunderschönes Wimmelbuch

Wer wohnt denn da im tiefen Wald?
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Der kleine Bär zeigt uns seinen Wald, egal ob im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dabei lernen wir auch seine Familie und Freunde kennen und entdecken ganz viel kurioses im tiefen Wald.

Das Wimmelbuch ...

Der kleine Bär zeigt uns seinen Wald, egal ob im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dabei lernen wir auch seine Familie und Freunde kennen und entdecken ganz viel kurioses im tiefen Wald.

Das Wimmelbuch ist schon von Außen eine wahre Schönheit. Neben den tollen Illustrationen, die eine Vorschau geben, was uns im Inneren erwartet, zieren auch goldene Verzierungen das Cover.

Auf 40 Seiten erleben wir den Wald zu allen Jahreszeiten und den unterschiedlichsten Gelegenheiten (Sportfest, Picknick, Badetag am See oder Winterfest). Dabei wird das doppelseitige Wimmelbild mit einem Gedicht angekündigt und in einer Legende wird beschrieben, welche Tiere oder Dinge auf dem Bild gefunden werden sollen. Teilweise war das auch etwas schwieriger, was ich toll fand, so sind auch die Erwachsenen etwas mehr gefordert, wenn sie die Illustrationen zusammen mit ihren Kindern erforschen. Gut gemacht war auch der interaktive Part, denn zählen muss man ab und zu auch. Auf der letzten Seite wird außerdem das Suchspiel nach draußen in die freie Natur verlagert, denn vieles, was sich auf den Buchseiten versteckt, kann man natürlich auch in der freien Natur entdecken.

Besonders begeistern konnten mich die wunderschönen Illustrationen. Der Zeichenstil ist unglaublich niedlich und so schön "altmodisch". Ich mochte jede einzelne Seite des Kinderbuchs unglaublich gerne und freue mich schon darauf, wenn ich es zusammen mit meinem Nachwuchs erleben kann.

"Wer wohnt denn da im tiefen Wald" ist wirklich ein Highlight und eine ganz große Empfehlung für große und kleine EntdeckerInnen.

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Veröffentlicht am 18.04.2021

Die Überraschung des Jahres

Amari und die Nachtbrüder (Teil 1)
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Amaris Bruder war ein Musterschüler, doch eines Tages verschwand er und ließ sie mit ihrer Mutter allein zurück. Als die 12-Jährige ein mysteriöses Lebenszeichen erhält, öffnen sich für sie die Tore zur ...

Amaris Bruder war ein Musterschüler, doch eines Tages verschwand er und ließ sie mit ihrer Mutter allein zurück. Als die 12-Jährige ein mysteriöses Lebenszeichen erhält, öffnen sich für sie die Tore zur Oberbehörde für Übernatürliches, denn Fabelwesen sind real und Amari hat die Chance in dieser neuen Welt Fuß zu fassen.

Ich hatte von diesem Jugendbuch wirklich überhaupt gar nichts erwartet und war daher umso überraschter wie sehr es mich abgeholt hat.

Zu Beginn lernen wir Amaris Lebensumstände kennen. Ihr Vater verließ die Familie, sodass ihre Mutter, eine Krankenschwester, Amari und ihren 10 Jahre älteren Bruder Quinton versorgen musste. Das Geld reichte nie und so konnte das Mädchen aus der armen Nachbarschaft nur dank eines Stipendiums an eine gute Schule. Dort ist sie als schwarzes Mädchen auch noch eine Außenseiterin und wir erleben die Vorurteile, unter denen sie leidet, hautnah mit. Mir gefiel, dass der Autor in einem jungen Fantasytitel diese Art von Gesellschaftskritik eingebaut hat.

Amari war eine tolle Protagonistin, die sehr klug und mutig ist. Für ihre 12 Jahre ist sie sehr weit. Außerdem trägt Amari ein brisantes Geheimnis in sich, welches in der Oberbehörde für Übernatürliches aufgedeckt wird.

Wie ihr Bruder bewirbt sich Amari um eine Ausbildung zur Agentin und lernt in der Einrichtung die unterschiedlichsten Charaktere und Geschöpfe kennen. Das war einfach wunderbar fantasievoll beschrieben. Der Autor hat mich mit seinem Ideenreichtum wirklich begeistern können und ich lauschte der Geschichte mit ganz viel Staunen. Es waren so viele neue, spannende Elemente in der Geschichte und das macht sie definitiv zu einem Highlight des Genres.

Auf den Fortgang der Handlung will ich nicht groß eingehen, da es einfach zu viel verraten würde. Es herrscht definitiv genug Spannung und die Geschichte endet zum Glück nicht mit einem riesigen Cliffhanger, was ich sehr begrüßte. Dennoch möchte ich unbedingt wissen, wie es weitergehen wird. Leider muss ich mich damit wohl noch bis zum nächsten Jahr gedulden.

Das Hörbuch ist ungekürzt und umfasste fast 11h. Eingelesen wurde es von Merete Brettschneider, die einen fantastischen Job machte! Ich hoffe, sie vertont auch noch die weiteren Teile der Reihe.

"Amari und die Nachtbrüder" von B.B. Alston ist für mich die Überraschung des Jahres. Mit ganz viel Ideenreichtum und Witz erschuf der Autor eine fantastische Welt voller liebenswerter Figuren und atemberaubender Spannung. Eine riesige Empfehlung von mir an alle, die im Jugendbuchfantasiebereich mal wieder überrascht werden wollen.

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Veröffentlicht am 11.02.2021

Bezauberndes Kinderbuch

Mopsa – Eine Maus kommt ganz groß raus
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Maus Mopsa möchte auf die große Bühne. Doch ihr Schauspieltalent kann sie bei der Nahrungsbeschaffung für den fiesen Mäusekönig - der eigentlich eine Ratte ist - nicht ausleben. Mopsa bricht also aus, ...

Maus Mopsa möchte auf die große Bühne. Doch ihr Schauspieltalent kann sie bei der Nahrungsbeschaffung für den fiesen Mäusekönig - der eigentlich eine Ratte ist - nicht ausleben. Mopsa bricht also aus, um die Theaterbühne zu erobern und gerät dabei in einige Abenteuer.

Ich habe in den letzten Jahren einen Faible für tolle, illustrierte Kinderbücher entwickelte und diese Neuerscheinung aus dem Carlsen Verlag zählt definitiv darein. Mein allererstes Haustier war übrigens eine Maus und daher musste ich die Geschichte einfach lesen.

Mopsa ist eine weiße Maus, die gerne schauspielert. Allerdings muss sie ihre Tage im Dienste eines selbsternannten Königs im Rathaus fristen. Mopsa ist nicht glücklich und bricht aus. Doch ihr Weg auf die Bühne ist lang und dabei geht auch noch ihr Bruder Otto verschollen.

Ich mochte die Maus sehr gerne und fand es schön mitzuerleben, wie sie die Welt sieht. Das war wirklich schön und originell von der Autorin umgesetzt. Dabei versucht sie auch kindgerecht einige, teils politische, Themen aufzubereiten.

Ein Highlight war für mich auch das Setting. Die Geschichte spielt in einer unbenannten österreichischen Stadt um anno 1900. Außerdem ist Weihnachten und ein ganz besonders schönes und märchenhaftes Feeling liegt in der Luft.

Dieses fängt auch Laura Fuchs mit ihren großflächigen, farbigen und wunderschönen Illustrationen ein. Die Bilder runden das Leseerlebnis perfekt ab und es machte einfach Spaß die ganzen Details zu entdecken.

"Mopsa" von Charlotte Habersack ist ein bezauberndes Kinderbuch über eine schauspielende Maus, die in einer aufregenden Epoche unterwegs ist. Das wurde auch bildlich perfekt eingefangen. Die Geschichte ist definitiv für Klein und Groß perfekt geeignet und ich freue mich schon aufs Vorlesen!

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