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Veröffentlicht am 26.07.2021

Ein Krimi wie ein Vulkan- von außen scheinbar erkaltet, doch unter der Fassade lodernd und geheimnisvoll, der gehörigen Appetit auf den nächsten Teil macht

Die Nacht der Raben
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Nachdem die beiden besten Freundinnen Sally Henry und Catherine Ross Neujahr ausgiebig gefeiert haben, kehren sie auf einen späteren Umtrunk noch bei dem alten, leicht einfältigen Einzelgänger Magnus Tait ...

Nachdem die beiden besten Freundinnen Sally Henry und Catherine Ross Neujahr ausgiebig gefeiert haben, kehren sie auf einen späteren Umtrunk noch bei dem alten, leicht einfältigen Einzelgänger Magnus Tait ein, der seit dem Tod seiner Mutter ganz allein in seiner Hütte lebt und froh über ein wenig Gesellschaft zu sein scheint. Besonders die dunkelhaarige, schweigsame Catherine hat es ihm angetan und er lädt sie einige Tage später nochmals in seine Hütte ein. Doch dann wird sie nur einen Tag später von der Engländerin Fran Hunter, erdrosselt und im Schnee liegend, aufgefunden.

Die Dorfgemeinde ist entsetzt und vermutet schnell, dass Magnus Tait etwas mit dem Mord zu tun haben muss, denn schon einmal verschwand ein Mädchen auf der kleinen Shetland-Insel und Magnus stand unter Verdacht, ihr etwas angetan zu haben. Da man aber nie eine Leiche fand und es keine Beweise gab, ließ man den alten Sonderling wieder laufen.

Nachdem einer der Polizisten, die im Mordfall ermitteln, Jimmy Perez, Magnus kennen gelernt hat, kann er jedoch nicht so ganz an die Schuld des Mannes glauben und ermittelt fieberhaft in alle Richtungen, um den wahren Mörder zu finden. Dann wird jedoch die Leiche des vor Jahren verschwundenen Mädchens gefunden und da Magnus sich weigert zu reden, wird er nun verhaftet.

Der Fall scheint also gelöst, die Dorfgemeinschaft atmet zufrieden auf und alles könnte wieder seinen geregelten Gang gehen- doch Jimmy Perez hegt immer noch Zweifel an der Schuld des alten Mannes. Wie berechtigt diese Zweifel sind, stellt sich heraus, als noch ein drittes Mädchen während der „Up Helly Aa“, dem jährlichen Wikingerfestival auf der Insel, verschwindet; zu einem Zeitpunkt, als Magnus schon längst im Gefängnis sitzt...

Ann Cleeves hat mit dem ersten Teil ihrer Krimireihe die auf den Shetlandinseln spielt, einen interessanten und unter die Haut gehenden Einstieg für den Leser geschaffen. Besonders brillant ist dabei ihre unglaublich bildhafte und sehr realistisch wirkende Beschreibung der Haupt -und Nebenfiguren.

Untermauert und abgerundet wird sie durch die wechselnden Einblicke in die Gedankenwelt der einzelnen Romanfiguren, so dass man praktisch von Beginn des Romans an, schnell Zugang zu den Bewohnern der kleinen Insel findet.

Einen großen Reiz macht aber auch das Setting des Romans aus. Ann Cleeves gelingt es durch ihren ausdrucksstarken Schreibstil, die Insel, ihre Bewohner und auch die kalte, unwirtliche Jahreszeit lebendig erscheinen zu lassen- man sieht alles so genau vor seinem bildlichen Auge, als wäre man selbst Zeuge des Geschehens, als spüre man selbst den kalten Schnee und den eisigen Wind auf der Haut.

Es mag sein, dass die Handlung ein wenig langsam von der Autorin vorangetrieben wird, doch um dem Leser einen genauen Blick in die Köpfe der eingeschworenen Dorfgemeinschaft und Einblicke in ihre Geheimnisse zu geben und um anzuzeigen, wie schwer es neu hinzugezogene Menschen zunächst haben, in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen und akzeptiert zu werden, ist diese träge Langsamkeit meines Erachtens vonnöten.

Wer einen schnellen, actionreichen Krimi lesen möchte, sollte sich daher lieber woanders in dem reichhaltigen Krimi und Thrillerangebot bedienen. Ann Cleeves Roman besticht nicht durch rasante Wendungen oder mörderische Spannung- er ist eher eine Art Charakterstudie über die Menschen- ein Roman in dem die Mördersuche durchaus fesselnd geraten ist, jedoch nicht die Hauptrolle spielt.
Einziges Manko war für mich, dass der Ermittler des Mordfalls zwar eigentlich in alle Richtungen ermittelt, jedoch unrealistisch spät auf die richtige Fährte gelangt.

Kurz gefasst: Ein Krimi wie ein Vulkan- von außen scheinbar erkaltet, doch unter der Fassade lodernd und geheimnisvoll, der gehörigen Appetit auf den nächsten Teil macht.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Interessanter, unterhaltsamer und besonderer Zeitreiseroman, der zum Nachdenken anregt, aber leider zum Teil etwas nüchtern dargeboten wirkt. Eher nichts für romantisch veranlagte Leser!

Jane Austen - Jagd auf das verschollene Manuskript
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Leatherhead, Surrey, England, 1815:

Die Ärztin Rachel und ihr Kollege mit Schauspielausbildung Liam, sind Zeitreisende, die aus ferner Zukunft gekommen sind- mit einer höchst wichtigen Mission: Sie sollen ...

Leatherhead, Surrey, England, 1815:

Die Ärztin Rachel und ihr Kollege mit Schauspielausbildung Liam, sind Zeitreisende, die aus ferner Zukunft gekommen sind- mit einer höchst wichtigen Mission: Sie sollen „The Watsons“ retten. Ein Manuskript, das die berühmte Schriftstellerin Jane Austen angeblich ganz fertig stellte, während in der Jetztzeit lediglich Fragmente davon erhalten blieben. Um diesen tollkühnen Plan in die Tat umzusetzen, müssen sie sich mit der Familie Austen vertraut machen. Eine gefälschte Vita, soll es möglich machen, nach der sich die beiden als weit entfernte Verwandte aus Jamaica ausgeben und Jane Austens Bruder Henry um Hilfe bitten wollen, in England Fuß zu fassen.

Zunächst geht ihr Pan auf. Henry ist ein sehr liebeswürdiger und offener Mensch, der allerdings auch gleich die Möglichkeit wittert, lukrative Bankgeschäfte mit dem angeblichen Geschwisterpaar abschließen zu können, das einiges an Vermögen zu besitzen scheint.
Rachel und Liam, oder wie sie sich nun nennen, Mary und Dr. William Ravenswood, freunden sich sehr schnell mit Henry an und als dieser erkrankt, kommt es ihnen zu Gute, dass Rachel fundierte medizinische Kenntnisse besitzt. Das England des 19. Jahrhunderts jedoch, ist eine von Männern dominierte Welt und so muss Liam/William die Rolle des Arztes spielen, während Rachel/Mary ihm heimlich Instruktionen gibt.

Bei einem Krankenbesuch machen die beiden Zeitreisenden schließlich auch die Bekanntschaft mit Jane Austen. Besonders Rachel/Mary ist überwältigt, denn Jane ist humorvoll, intelligent und hat viel Esprit und entspricht somit genau dem Bild, dass sich Rachel/Mary insgeheim von ihr gemacht hat.
Doch Jane ist weniger zugänglich als Henry und so muss sich das falsche Geschwisterpaar sehr ins Zeug legen, um in den familiären Zirkel des Vertrauens aufgenommen zu werden, damit sie endlich zumindest in die Nähe des Manuskriptes gelangen können. Dass Henry sich Hals über Kopf in Mary/Rachel verliebt, könnte da durchaus hilfreich sein. Wenn sie nicht schon insgeheim Gefühle für Liam hegen würde…

Ich entdeckte Kathleen Flynns Zeitreiseroman, der bereits im Jahre 2018 in deutscher Übersetzung erschien, eher zufällig beim Stöbern in preisreduzierten Bücherposten auf einer Internetseite und wurde gleich hellhörig. Zum einen war es das geschmackvolle, wunderschöne Cover, das mich verlockte, dazu liebe ich Zeitreiseromane. Und wenn diese dann auch noch in der Welt der Jane Austen spielen, ist das doch der perfekte Rahmen!
Die Autorin des Romans, Kathleen Flynn, ist laut Klappentext, Redakteurin bei der New York Times. Und wenn ich ganz ehrlich bin, merkt man es dem Schreibstil der Autorin ein wenig an. Zwar drückt sich Kathleen Flynn der Zeitepoche entsprechend, gewählt aus; auch sind die Gespräche, die die Romanfiguren miteinander führen, durchaus scharfsinnig auf den Punkt ausformuliert. Doch fand ich, fehlte es dem Roman für eine Bestbewertung meinerseits, ein wenig an der nötigen Herzlichkeit und Wärme. Über allem schwebt, selbst wenn Angelegenheiten des Herzens behandelt werden, eine gewisse nüchterne Sachlichkeit, so dass romantisch veranlagte Leser, die sich hier eine tolle Liebesgeschichte erhoffen, enttäuscht werden dürften. Sowohl Rachel, als auch Liam sind keine einfach gestrickten Charaktere, noch sind sie übermäßig sympathisch. Zwar hat Rachel durchaus Mitgefühl für andere, doch bleibt sie leider größtenteils genauso reserviert, wie Liam. Dass sich beide überhaupt ineinander verlieben, war für mich ehrlich gesagt nicht nachvollziehbar. Dazu legt Rachel/Mary eine Wankelmütigkeit an den Tag, die mich doch ziemlich störte. Ihre Einstellung zu zwanglosem Sex, geht nicht so wirklich konform mit den sittenstrengen Regeln des 19. Jahrhunderts und so ist ihr freizugiges Benehmen, Henry gegenüber, ein wenig zu dick aufgetragen.

Aber, dennoch ist „Jane Austen- Jagd auf das verschollene Manuskript“ ein besonderes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.
Zum einen regt die Geschichte über zwei Zeitreisende, die aus der fernen Zukunft „anreisen“, welche so völlig anders ist nach dem „großen Sterben“, das Menschen, Tiere und Pflanzenwelt heimsuchte, zum Nachdenken an. Besonders berührend fand ich die Romanpassage, in der die Romanheldin zum ersten Mal Gerüche wahrnimmt, Speisen zu sich nimmt und Tiere erblickt, die es in ihrer Welt längst nicht mehr gibt.
Dazu fand ich, dass es Kathleen Flynn perfekt gelungen ist, die Familie Austen lebensecht darzustellen. Deren Welt ist recht beschaulich, doch ich fand das historische Flair, das dieser Roman verströmt, sehr gut getroffen.
Einige Rezensenten bemängelten das ungewöhnliche Ende des Romans. Zugegeben, wir Menschen glauben, dass Zeitreisen, wären sie möglich, gewissen Regeln unterliegen müssten. Etwa, dass man den natürlichen Verlauf nicht stören oder ändern darf, weil Veränderungen in der Geschichte heftige Konsequenzen haben könnten in der Gegenwart. Die Autorin spielt hier ein wenig, so viel kann ich ruhig sagen ohne zuviel zu spoilern, mit der Idee von Parallelwelten, spart aber auch nicht gewisse Gefahren, die damit einhergehen, aus. Und ehrlich gesagt fand ich ihren Lösungsvorschlag gut. Wobei ich besonders die Frage, ob Jane Austen, dennoch einen solch großen Stellenwert in der Literatur eingenommen hätte, wenn mehr Bücher von ihr erschienen wären, bzw. sie länger gelebt hätte, spannend fand.


Kurz gefasst: Interessanter, unterhaltsamer und besonderer Zeitreiseroman, der zum Nachdenken anregt, aber leider zum Teil etwas nüchtern dargeboten wirkt. Eher nichts für romantisch veranlagte Leser!

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Veröffentlicht am 08.06.2021

Eine Frau auf sich allein gestellt- Packender Psycho-Thriller aus deutschen Landen, eiskalt serviert.

Bald ruhest du auch
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Die hochschwangere Lena und ihr Mann Daniel haben einen Streit im Auto; eigentlich um etwas völlig Harmloses, doch am Ende wird Lena, vorher von Daniel aus dem Auto herauskomplimentiert, Witwe sein, denn ...

Die hochschwangere Lena und ihr Mann Daniel haben einen Streit im Auto; eigentlich um etwas völlig Harmloses, doch am Ende wird Lena, vorher von Daniel aus dem Auto herauskomplimentiert, Witwe sein, denn Daniel verunglückt auf einer Landstraße tödlich.
Lena ist am Boden zerstört, doch das Leben muss weitergehen, schon für ihre noch ungeborene Tochter Emma. In der Folgezeit steht Lena besonders Schwiegermutter Esther zur Seite. Diese bemüht sich sehr ihre Schwiegertochter zu unterstützen, besonders, nachdem das Baby da ist und Lena in Wochenbettdepressionen verfällt.

Doch dann, als Lena sich gerade an ihr Muttersein gewöhnt hat und ihrer Tochter gegenüber, endlich mütterliche Gefühle entwickelt, geschieht das Unfassbare. Emma wird entführt und kurz darauf erhält Lena eine rätselhafte Botschaft in der sie erpresst wird.
Ihr Leben, gegen das ihrer Tochter!
Lena ist wie von Sinnen vor Angst, fühlt sich zunächst beinahe machtlos und dennoch entscheidet sie sich dazu, in Erfahrung zu bringen, wer ihr Feind ist. Doch die Zeit läuft gegen sie und dann geschehen plötzlich Morde in ihrem nahen Umfeld…

Ich habe versucht so wenig wie möglich vom Inhalt her zu verraten, um nicht die Spannung zu nehmen. Hinter dem Autorenpseudonym Wiebke Lorenz steckt ein Mitglied des Autorenduos Anne Hertz. Und auch wenn hier eine völlig andere Sparte, nämlich die des Psycho-Thrillers bedient wird, stellte sich beim Lesen des Romans, dank des eingängigen Schreibstils, schnell der gleiche Lese-Sog bei mir ein, wie bei der typischen Anne Hertz Lektüre, der mich direkt in die Geschichte katapultierte.

Man kann sich sehr gut in die Gedanken und Gefühlswelt der Protagonistin Lena hineinversetzen, bangt und hofft mit ihr mit, doch Lenas Weg ist sehr steinig und sie hat im Laufe der Geschichte einige Schicksalsschläge zu verkraften, die auch mich, als Leser nicht kalt ließen. Die wichtigste Frage in diesem Roman lautet „Wem kannst Du vertrauen?“ Wie Lena lange Zeit, tappte auch ich diesbezüglich lange im Dunklen, wer ihr etwas Böses will und aus welchem Grund. Die Auflösung des Ganzen hat mich dann ziemlich überrascht, wenn ich in Bezug auf Daniels Unfall auch bereits einen leisen Verdacht hatte. Der Epilog (der es wirklich in sich hat) am Ende, als man glaubt, nun wären alle Fragen geklärt, belehrt einen dann schnell eines Besseren. Einen Punktabzug gibt es lediglich für etwas, über das ich einfach in Romanen nicht stolpern möchte. Es hat etwas mit dem Schicksal von Lenas Hund zu tun.

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Romantische und humorvolle Wohlfühllektüre, nicht nur für Chick-lit Fans

Gib mir ein Herz
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Izzy liebte ihren Bruder sehr, doch er starb leider vor einiger Zeit plötzlich und unerwartet, was nicht nur Izzy, sondern auch deren Familie nebst Verlobter ihres Bruders, völlig aus der Bahn warf.
Eines ...

Izzy liebte ihren Bruder sehr, doch er starb leider vor einiger Zeit plötzlich und unerwartet, was nicht nur Izzy, sondern auch deren Familie nebst Verlobter ihres Bruders, völlig aus der Bahn warf.
Eines der letzten Gespräche des Geschwisterpaares, drehte sich um Izzys berufliche Zukunft. Izzy erzählte ihrem Bruder von ihrer Hoffnung, es als Influencerin auf Instagram so weit zu bringen, dass sie davon leben könnte. Und er bestärkte sie in ihrem Plan.

Vielleicht auch deswegen und um sich von ihrem schweren Verlust abzulenken, stürzt Izzy sich von nun an noch verbissener in diese Sache, doch irgendwann stagnieren ihre Followerzahlen. Als sie Luke, einen Kollegen aus einer anderen Abteilung trifft, schlägt dieser ihr eine lukrative Schummelei vor. Luke, der wie Izzy als Influencer unterwegs ist, möchte mit Izzy eine Beziehung eingehen, die jedoch nur auf Instagram Bestand hat. Denn attraktive Paare, die bereits eine Vielzahl an Followern haben, werden lieber von Firmen als Werbepartner herausgepickt. Da Izzy solo ist, sieht sie da keinerlei Probleme und lässt sich auf die Scheinbeziehung ein, obwohl Luke ihr so manches Mal den letzten Nerv raubt. Sie ist also nicht in Gefahr ihr Herz an diesen ehrgeizigen Influencer zu verlieren.
Der sympathische Aidan wäre da schon mehr ihr Typ, denn er war der Unbekannte, der ihr damals, als sie vom Tod ihres Bruders erfuhr, helfend unter die Arme griff.
Doch AidAn hasst die bunte und schnelllebige Social Media Welt und könnte mit Izzys beruflichen Zukunftsplänen sicherlich nichts anfangen, oder?

Ich las vor einiger Zeit bereits einen anderen Roman von Anna Bell, den ich sehr mochte, nämlich „Auf dich war ich nicht vorbereitet“, der, im weitesten Sinne eine Protagonistin im Fokus stehen hat, die socialmediageschädigt ist, wie es hier auch der Fall ist. Und obwohl ich nicht gerade ein Faible habe für die Influencerwelt, fand ich die Ausgangssituation dennoch so interessant, dass ich den aktuellen Roman der Autorin ebenfalls lesen wollte.
Die Geschichte wird aus Izzys Sicht, also in Ich-Form geschildert, so dass man, selbst wenn man nicht alle Handlungen der Romanheldin versteht, sie aber zumindest nachvollziehen kann. Zudem ist Izzy, auch wenn sie im Umgang mit dem, sehr fordernden, nervigen Luke etwas zu gutmütig auftritt, eine sympathische junge Frau, die man schnell in sein Leserherz schließt.

Obwohl die Trauerbewältigung der Romanheldin durchaus einen kleinen Platz in dieser Geschichte einnimmt, ist der Roman aber doch eher eine humorige locker flockige Frauenlektüre für Chick-lit Fans und ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert über Izzys und Lukes Versuche, reich und berühmt zu werden. Witziger Höhepunkt, die Romanpassagen, die in einem Romantikhotel spielen.
Ich mochte auch die Liebesgeschichte sehr. Aber, obwohl sie durchaus romantisch und süß erzählt wird, fehlte mir ein wenig mehr Hintergrundwissen zu Aidan. Er bleibt, im Vergleich zu Izzy leider etwas blass, weswegen ich einen halben Punkt bei meiner Bewertung abgezogen habe. Die Dialoge, die die beiden miteinander führen, haben jedoch ausreichend Tiefgang zu bieten und man kann daher auch gut verstehen, wieso sich beide ineinander verlieben.
Wunderbar lebendig beschrieben, fand ich zudem Izzys Familien und Freundeskreis. Die Nebenfiguren verleihen diesem Roman zusätzliche Wohlfühlatmosphäre.

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Actionreiches, lässiges Popcorn-Kino fürs Auge, das die Lesezeit trotz über 600 Seiten wie im Fluge vergehen lässt.

Mission Hero: Ian - Im Herzen der Gefahr
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Ian Dunn ist nicht nur EX-Navy-SEAL, sondern gilt zudem als undurchsichtiger Tausendsassa, der auch gerne mal in Robin Hood Manier den bösen Buben die Kronjuwelen raubt. Im Grunde weiß keiner, außer seinem ...

Ian Dunn ist nicht nur EX-Navy-SEAL, sondern gilt zudem als undurchsichtiger Tausendsassa, der auch gerne mal in Robin Hood Manier den bösen Buben die Kronjuwelen raubt. Im Grunde weiß keiner, außer seinem Team, das aus Familienangehörigen und Freunden besteht, wie Ian wirklich „tickt“. Seit einem Deal, den er mit einem Mafiaboss eingegangen ist, sitzt er nun eine mehrmonatige Haftstrafe in einem Gefängnis ab; für eine Tat, die er nicht begangen hat. Doch der wahre Schuldige der Tat, ist kein geringerer als der Sohn des Mafiabosses, der im Gegenzug versprochen hat, Ians Bruder Aaron zu schützen, denn Aaron befindet sich ob seiner homosexuellen Beziehung mit Sheldon, der ebenfalls zum Mafiaclan gehört, aber keine kriminelle Energie verspürt, in Lebensgefahr.

Ausgerechnet das FBI und eine vorwitzige, unerschrockene Anwältin machen Ian einen Strich durch die Rechnung, bzw. lassen seinen Deal platzen. Sie entlassen ihn vor dem Absitzen seiner kompletten Haftstrafe, so dass der Mafiaclan glauben soll, dass Ian sie verraten hat.
Nun hat Ian also den kompletten Mafiaclan am Hals; es sei denn, er willigt ein, zwei entführte Kinder zu retten, die in großer Gefahr schweben. Dazu soll Ian sein altes Team rekrutieren und bekommt dafür erst einmal Personenschutz.
Eigentlich ein guter Plan, den Martell Griffin, Excop und jetziger Anwalt ausgeheckt hat, um Ian bei der geplanten Rettungsmission ins Boot zu holen, doch Ian spielt das Spiel lieber nach seinen Spielregeln. Dazu gehört auch, dass er kurzerhand das Auto seiner neuen Anwältin Phoebe raubt und zusammen mit ihr mögliche Verfolger, aber auch Martell, abhängt.
Ian glaubt zunächst die Mafia oder das FBI hätten ihr Phoebe, als falsche Anwältin auf den Hals gehetzt, was ihn dazu veranlasst, Phoebe zunächst nach allen Regeln der Kunst auszufragen, doch im Laufe der gefährlichen Abenteuer, die beide zusammen meistern müssen, kommen sie sich langsam näher…

Mit „Ian- Im Herzen der Gefahr“ legt Suzanne Brockmann den ersten Teil ihrer neuen Serie „Troubleshooters: Reluctant Heroes“ vor, der die Geschichte des Teamleaders erzählt.
Ian ist immer dort, wo gefährliche Missionen zu bewältigen sind und bekommt dabei Rückhalt von seinem Bruder Aaron, dessen Lebensgefährten Shelly, seiner Schwägerin Francine, und Ex-SEAL Chef; John Murray um böse Buben zu fangen, die der US- Regierung schaden wollen.

Neben dem charismatischen Ian, werden auch die anderen Mitglieder des Teams von der Autorin sehr gut beschrieben, so dass man als Leser schnell das Gefühl bekommt, als würde man den Menschen persönlich begegnen, was ich sehr positiv fand. Überhaupt ist das Team eine interessante Mischung aus verschiedenen Charakteren, die sich jedoch, wenn es um ihre Missionen geht, fast blind verstehen. Ein eingespieltes Team also, das auch mal für einen Joke zu haben ist und mich streckenweise ein wenig an das legendäre „A-Team“ erinnerte.
Insgesamt ist der Roman sehr actionlastig und bei der Art wie Ian agiert, könnten dem Leser auch schon mal Assoziationen zu Jason Statham Movies kommen; zumindest mir ging es so. Wer also gerne mal actionreiches Popcornkino anschaut, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt, wird seine helle Freude an diesem 1. Teil der neuen Serie haben, die ein Ableger der eigentlichen „Troubleshooters- Reihe“ ist.

Obwohl die Liebesszenen recht „hot“ sind, steht aber, trotz der tiefgründigen Charakterisierung von Ian und Phoebe, der Suspenseanteil ein wenig mehr im Fokus, was den Roman sehr spannend macht. Eigentlich geschieht fast alle paar Seiten etwas - sodass man beim Lesen kaum zwischendurch verschnaufen kann.

Suzanne Brockmanns Schreibstil ist sehr eingängig und man kann sich auch gut in die vielen agierenden Personen hineinfinden. Jedoch, trotz aller positiven Aspekte möchte ich dennoch keine 5 Punkte vergeben, weil mir die typisch amerikanische Lässigkeit in gefährlichen Situationen von Ian, ein wenig „too much“ war (vielleicht habe ich mittlerweile auch schon zu viele US-Actionserien geschaut) und weil Phoebe mir schon ein wenig zu unerschrocken/unbesonnen handelte, was etwas unrealistisch auf mich wirkte. Eine Frau in der Gewalt eines Mannes, den sie kaum einschätzen kann, wie es anfangs ja der Fall ist, würde meiner Meinung nach völlig anders reagieren.

Kurz gefasst: Actionreiches, lässiges Popcorn-Kino fürs Auge, das die Lesezeit trotz über 600 Seiten wie im Fluge vergehen lässt.

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