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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2017

Leider nur Mittelmaß

AchtNacht
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Eine Todeslotterie, ein Vogelfreier und eine Abschlussprämie von zehn Millionen – das sind die Zutaten für ein massenpsychologisches Experiment, welches gefährlich aus dem Ruder zu laufen droht…

Wahrscheinlich ...

Eine Todeslotterie, ein Vogelfreier und eine Abschlussprämie von zehn Millionen – das sind die Zutaten für ein massenpsychologisches Experiment, welches gefährlich aus dem Ruder zu laufen droht…

Wahrscheinlich hätte mir das Buch deutlich besser gefallen, wenn nicht Fitzek draufstehen würde. So war die Erwartungshaltung doch ziemlich hoch und die konnte er so nicht erfüllen. Das Buch hat mich auch streckenweise sehr überzeugt und war so spannend, dass ich es gar nicht mehr weglegen wollte, aber es gab auch zahlreiche andere Stellen, die maximal mittelmäßig spannend waren. Ich kenne „The Purge“ nicht und glaube, dass es fast besser ist, wenn man den Film nicht kennt, da dieser wahrscheinlich die Erwartungen nochmal höhergeschraubt hätte.

Die Idee zum Buch fand ich sehr gut, sowie aktuell und auch manche Auswirkung (ich kann nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern) richtig gut, aber die Umsetzung hat für meine Begriffe letztlich nicht so richtig geklappt. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich der Autor irgendwie in Kleinigkeiten verliert.

Gefallen haben mir die kurzen Kapitel, meist mit gelungenem Cliffhanger und das häufig vorhandene hohe Tempo. Probleme hatte ich mit teils fehlendem Tiefgang und vor allem mit den Protagonisten, die mir ziemlich egal waren. Bei dem Thema hätte ich doch auf Achtnächtler gehofft, deren mögliches Ableben man als dramatisch empfinden würde – Pustekuchen. Die Verzweiflung und Ängste habe ich registriert, aber sie haben mich wenig berührt, bestenfalls unterhalten.

Vielleicht sollte der Autor sich und seinem Schaffen auch mal eine Ruhephase gönnen und nicht wie am Fließband schreiben!?

Veröffentlicht am 03.04.2017

Es fehlte das gewisse Etwas

Blut an ihren Händen
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Rennie lebt seit fünf Jahren im beschaulichen Haven Bay, hat einen Lebensgefährten, Freunde und ein gutes Leben. Alles ist in Ordnung, bis ihr Partner Max plötzlich verschwindet. Steckt ein junger Rüpel ...

Rennie lebt seit fünf Jahren im beschaulichen Haven Bay, hat einen Lebensgefährten, Freunde und ein gutes Leben. Alles ist in Ordnung, bis ihr Partner Max plötzlich verschwindet. Steckt ein junger Rüpel dahinter mit dem Max Streit hatte? Hat er sich verletzt und irrt verwirrt in der Gegend umher? Oder wird das Paar etwa von Geheimnissen aus der Vergangenheit eingeholt?

Ein solider Thriller, dem jedoch das gewisse Etwas hat mir gefehlt. Spannung war zwar stellenweise da, aber nicht in dem Maß, wie ich es mir erhofft hatte. Erst zum Ende hin wurde es wirklich spannend, als man noch nicht genau erahnen konnte, wer hinter all den Taten gesteckt hat und welches Motiv vorliegt. Der große Show-down war dann an sich nicht schlecht, aber irgendwie hat es mich nicht rundum überzeugt. Die Hinweise waren doch zu deutlich gewesen, sodass die große Überraschung ausgeblieben ist.
Die verzweifelte Suche wurde sehr gut dargestellt und auch die dunklen Geheimnisse sind gut beleuchtet. Ist Max vielleicht nur mit einer neuen Liebschaft durchgebrannt? Hat Rennies Vergangenheit sie eingeholt, oder ist Max gar kriminell? Der Schreibstil war flüssig und gut zu lesen, die Protagonisten haben mir im Nachhinein allesamt sehr gut gefallen (während des Lesens war das häufig noch anders...) und die Idee dahinter ist echt klasse, aber...manches wurde doch recht ausschweifend berichtet und hat zwischendurch für manche Länge gesorgt.

Mich hatte „Ich sehe dich“ von dieser Autorin deutlich besser gefallen, aber auch von diesem Buch würde ich nicht abraten.

Veröffentlicht am 29.03.2017

Einen Tick zu dick aufgetragen...

Was bleibt, wenn du gehst
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Während des Studiums waren sie Freunde, machten alles gemeinsam und hatten eine Menge Spaß, bis ein Unfall alles ändert. Mit dem Tod des Einen, zerbrach die Freundschaft aller. Nun versucht Jen wieder ...

Während des Studiums waren sie Freunde, machten alles gemeinsam und hatten eine Menge Spaß, bis ein Unfall alles ändert. Mit dem Tod des Einen, zerbrach die Freundschaft aller. Nun versucht Jen wieder alle zusammenzubringen in dem Haus in Frankreich, in dem sie gemeinsam viele schöne Stunden verbracht hatten, doch so einfach ist das nicht, denn jeder hat den anderen mit der einen oder anderen Aktion verletzt. Werden sie wieder zusammenfinden? Oder ist Freundschaft für immer nur eine Fiktion?

Das Buch hatte mich am Anfang nicht ganz so angesprochen, aber irgendwie musste ich auch erfahren, was hinter all dem steckt. Es hat sich, dank des flüssigen Schreibstils, gut lesen lassen, die Kapitellängen und der Aufbau mit den verschiedenen Zeitebenen und den angehängten Brief(fragmenten) haben mir gefallen. Erst nach und nach haben sich die Ereignisse herauskristallisiert, die Geheimnisse wurden aufgedeckt und die Geschichte spannender. Die Auswirkungen des Geschehens sind für jeden Einzelnen toll ausgearbeitet und man erkennt auch nach und nach, was das für die Gruppe zu bedeuten hat. Das war für meine Begriffe sehr geschickt gemacht (zumal ich die Geschehnisse mit fortschreiten des Buches immer wieder anders bewertet habe) und hat mich auch gut unterhalten, selbst wenn die Themen nicht immer einfach waren. Jedoch hat mich manches auch emotional aufgewühlt, in einer Art, wie ich es mir nicht gewünscht hätte. Das hinterließ bei mir einen faden Nachgeschmack, denn gerade ein Aspekt, den ich aus Spoilergründen nicht nennen kann, hat mich getroffen und genervt gleichermaßen. Muss denn immer alles nur in der absoluten Krise wieder den Hauch einer Chance erhalten?

Eine ernste Geschichte mit zahlreichen – für meinen Geschmack zu vielen- Geheimnisse und Tragödien über Freundschaft und was sie überstehen kann und was nicht.

Veröffentlicht am 24.03.2017

Leichtes, amüsantes Büchlein, ohne Tiefgang

Weit weg ist anders
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Die Rentnerin Edith Scholz stürzt in ihrer Wohnung und schließt schon mit dem Leben ab, aber ihr Postbote findet die Frau und sorgt für ihre Rettung. Nach einer OP muss sie zur Reha nach Usedom und trifft ...

Die Rentnerin Edith Scholz stürzt in ihrer Wohnung und schließt schon mit dem Leben ab, aber ihr Postbote findet die Frau und sorgt für ihre Rettung. Nach einer OP muss sie zur Reha nach Usedom und trifft dort auf Christel Jacobi. Während Frau Scholz einfach nur allein ihre Ruhe genießen will, hat Frau Jacobi andere Pläne…Eine überraschende, gemeinsame Reise steht an.

Das Buch liest sich sehr schnell, jedoch hab ich was am Schreibstil zu mäkeln. Irgendwie kam mir das Ganze stellenweise nicht „rund“ vor und mindestens zweimal fehlten einfach Wörter. Dort wurde der Lesefluss dann überraschend gebremst, was ich ziemlich schade fand. Doch das wiegt nicht ganz so schwer, denn die Geschichte hatte unheimlich Charme und für manchen Schmunzler bei mir gesorgt. Besonders die so gegensätzlichen Damen haben das Buch sehr unterhaltsam gemacht. Da ist einerseits die knallharte, grundehrliche Berlinerin, andererseits die herzensgute, aber überängstliche Husumerin. Die Gegensätze könnten größer kaum sein, doch auf ihrer Reise wachsen die beiden zusammen. Dies ist überzeugend langsam und nicht zu plötzlich geschehen, sodass es authentisch wirkte. Relativ gelungen fand ich die Darstellung der Probleme im Alter (Krankheit, Selbstbestimmung, unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche etc.), nicht zu schwermütig, aber mit einer gelungenen Mischung aus Witz und Ernst. Die Reise an sich war mir etwas zu kurz, überhaupt hätte das eine oder andere etwas mehr ausgearbeitet werden können.

Wer ein leichtes, amüsantes Buch ohne größeren Tiefgang sucht, ist mit diesem Buch gut beraten.

Veröffentlicht am 09.03.2017

Kein wirklich großer Wurf

The Sun Is Also a Star
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Natashas Familie ist illegal in den USA und soll am Abend freiwillig nach Jamaika ausreisen. Tasha möchte das Land auf keinen Fall verlassen und will bis zur letzten Sekunde kämpfen. Der in Amerika geborene ...

Natashas Familie ist illegal in den USA und soll am Abend freiwillig nach Jamaika ausreisen. Tasha möchte das Land auf keinen Fall verlassen und will bis zur letzten Sekunde kämpfen. Der in Amerika geborene Daniel hat koreanische Wurzeln. Seine Eltern haben einen klaren Plan für ihre Söhne, die an den besten Unis Medizin studieren sollen – unabhängig davon, was die Sohne wirklich wollen; Hauptsache sie sind später erfolgreich. Die beiden unterschiedlichen Charaktere treffen in New York zufällig aufeinander und verbringen den Tag zusammen. Während die realistische Natasha voll auf Wissenschaft und Fakten setzt, ist Daniel ein Träumer und Dichter, der sich Knall auf Fall in Natasha verliebt.

Die Grundidee, dass im Universum alles zusammenhängt, hat mir an sich gut gefallen, obwohl ich eher realistisch veranlagt sind, aber das Buch war mir viel zu kitschig (das ist natürlich Geschmackssache und für einen wahren Romantiker vielleicht genau das Richtige). Außerdem wird das „Zufalls-Rad“ wirklich überdreht. Deutlich schlimmer jedoch: es ist meiner Meinung nach extrem unrealistisch und zu konstruiert. Dass sich Teenager, die überhaupt nicht zusammenpassen, so schnell und so eng, quasi aus dem Nichts, zueinander finden, erscheint mir unglaubwürdig. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber sehr gut hat mir das Ende gefallen, da es nicht in Ansätzen so „schlimm“ ausgefallen ist wie erwartet.

Die wissenschaftlichen Einschübe haben mir ebenso gut gefallen, wie die (auch für Jugendliche) gut nachvollziehbare kulturelle Problematik bzw. den Rassismus, unter dem das junge Paar zu leiden hat. Gerade in diesen Zeiten ist das Thema illegale Einwanderung in den USA brisant und die Aufarbeitung interessant und auch ein stück weit wichtig. Das Buch lässt sich dank extrem kurzer Kapitel und Großschrift sehr gut lesen, aber wie sich dieser Tag entwickelt, überschattete für mich das Lesevergnügen schon etwas.

Während mir „Du neben mir“ richtig gut gefallen hatte, werde ich dieses Buch wahrscheinlich schnell wieder vergessen haben…