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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2021

Schon der einzigartige Schreibstil macht dieses Buch lesenswert

Das Lied der Nacht
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Mit "Das Lied der Nacht" ist C. E. Bernard ein imposanter Fantasy-Epos gelungen, in dessen Mittelpunkt die Charaktere Wanderer Wayd und Bardin Caer stehen. Die beiden sind Entwurzelte, damit sozusagen ...

Mit "Das Lied der Nacht" ist C. E. Bernard ein imposanter Fantasy-Epos gelungen, in dessen Mittelpunkt die Charaktere Wanderer Wayd und Bardin Caer stehen. Die beiden sind Entwurzelte, damit sozusagen Heimatlose, und leben zusammen mit ihren Weggefährten in einer verlassenen Poststation - bis eines Tages die Schatten über das Land herziehen. Ungeheure schattenartige Wesen mit einem Gesicht wie der Tod und weißen Klingen zerteilen nicht nur ganze Dörfer, sondern auch ihre Bewohner in zwei. Und zwar immer wenn die Nacht einbricht, denn Sterne sind aus dem Himmel schon lange vertrieben wurden. Um sich zu retten, fliehen die Bewohner von Schur in die sichere Umgebung der Burg des Eisernen Barons von Schur. Etwa zeitgleich entdecken Caer und Wayd das Lied der Nacht - ihre vielleicht einzige Chance gegen die Schatten. 

Der Plot dieses Buches ist einfach Fantasy pur. Direkt wird klar, dass wir uns hier eher in einem mittelalterlichen Setting bewegen, dementsprechend sind auch die Figuren aufgebaut. Wayd und Caer waren mir dabei auf Anhieb sehr sympatisch. Sie kristallisieren sich früh als die Helden in dieser Geschichte heraus und man spürt ihr gutes Herz von der ersten Seite an. Ihr Weg ist gespickt von Abenteuern, allerdings auch viel Gewalt, Brutalität und auch etwas Sexualität. Jugendfrei ist das Buch daher nicht, aber es passt in die Zeit und vor allem auch in diese Geschichte, die eben viel Düsternes bereit hält. Für Zartbeseitete ist es damit aber ggf. nichts. 

Dafür wurde das Buch nach meinem Empfinden zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Geschichte und vor allem der Schreibstil waren von Anfang an fesselnd. Der Schreibstil muss dabei in besonderem Maße erwähnt werden: Die Autorin lehnt ihre Texte gelegentlich an den Aufbau von Liedern an, nutzt einzelne Liedzeilen dabei auf eine spannungsaufbauende Art und gibt ihren Worten damit mehr Gewicht. Das sind zwar immer nur mal einzelne Stellen im Buch, aber ich fand diese mir neue Art des Spannungsaufbaus sehr gelungen. Ein bisschen gewöhnen muss man sich eingangs vielleicht an die relativ schnellen Perspektivenwechsel - wie Schnitte in einem Film, bei denen man zeigen will, was zeitgleich bei verschiedenen Figuren passiert und wobei sich die Handlung zuspitzt. Genauso fühlte sich auch das Lesen dieses Buches an. Mir hat das sehr, sehr gut gefallen und ich fand die schnellen Perspektivwechsel auch nicht verwirrend. Wenn man sich eingelesen hat und weiß wie der Hase läuft, kann man diesem Schreibstil sehr viel abgewinnen. 

Allein dafür hätte ich gern 5 Sterne vergeben, ziehe aber einen halben ab, da die Gewaltbeschreibungen für meinen Geschmack nicht ganz das richtige waren. Dennoch kann ich für Fantasy-Liebhaber eine riesige Lesemempfehlung aussprechen!

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Authentische Jugendgeschichte

Long Distance Playlist
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Isolde und Taylor waren schon als Babys beste Freunde. Doch ein Streit um Taylors (Ex-)Freundin sorgte für ein Jahr Funkstille zwischen den beiden. Erst als Islode aus Liebeskummer über ihren Ex-Freund ...

Isolde und Taylor waren schon als Babys beste Freunde. Doch ein Streit um Taylors (Ex-)Freundin sorgte für ein Jahr Funkstille zwischen den beiden. Erst als Islode aus Liebeskummer über ihren Ex-Freund gefrustet ist, traut sich Taylor wieder Kontakt zu ihr aufzunehmen. Er selbst hat ein hartes Jahr hinter sich, denn er hat bei einem Autounfall sein Bein verloren, woraufhin die genannte, damalige Freundin Schluss gemacht hat. Zunächst über E-Mails, später dann über Chats und Videoanrufe kommen Islode und Taylor sich wieder näher. Und vielleicht sogar näher als es für beste Freunde üblich wäre.

Das Buch ist abwechselnd aus der Perspektive von Isolde und Taylor geschrieben. Dabei bekommen wir als Leser jeweils sehr tiefe Einblicke in das Leben der beiden, ihre Gefühlswelten und Leiden. Ja, auch Leiden, denn auf beide trifft zu, dass sie keine 0815-Teenagerleben führen, wenn auch dennoch sehr authentische. Isolde ist besessen vom Balletttanzen und opfert dafür bereits seit sie ein Kind ist so gut wie jede freie Minute - und nimmt dafür in Kauf kaum richtige Freunde zu haben. Taylor dagegen war ein sehr erfolgreicher, junger Snowboarder - bis zu seinem Unfall, der ihn komplett aus seinem Leben, das er einst führte, gerissen hat. Snowboarden tut er seit dem Unfall nicht mehr. Die Autorin schafft es, einem die beiden Charaktere unglaublich nahe zu bringen. Zugegeben, mit Isolde habe ich mich anfangs noch schwer getan, da sie in meinen Augen gerade anfangs sehr leidig und naiv wirkte. Mit der Zeit wurde es aber definitiv besser und ich konnte auch immer mehr Verständnis für sie aufbringen. Taylor dagegen hat mich von Anfang an gefangen. Seine Geschichte ist einfach nur berührend. Und: Er ist zudem noch der beste Freund oder auch Freund, den sich ein Mädchen nur wünschen könnte. Und das ohne rundum markelos und perfekt zu sein. Er ist einfach unglaublich liebenswert. Ja, Mein Teenager-Ich ist wohl ein bisschen verliebt in ihn. :D 

Aber nun zur großen Besonderheit dieses Buches: Neben normaler Erzählprosa wird die Geschichte in E-Mails, Instantmessenger-Nachrichten, Skype-Chats und Videoanrufen fortgeführt. Und dies gelingt der Autorin, ohne Lücken zwischen den einzelnen Erzählweisen entstehen zu lassen oder ohne, dass sie in der Prosa noch groß Klärungen nachliefern müsste. Trotz der verschiedenen Medien liest es sich wie geschmiert in einem Rutsch. Ich war zugegeben vorab etwas skeptisch, ob mir dieser "Medienwechsel" nicht etwas sehr zu jungendlich ist, wurde dann aber sehr positiv überrascht. Denn es wurde dadurch durchaus auch unterhaltsam. Und es passte einfach perfekt zur Geschichte. Wer gerne Soundtracks zu Büchern hat, der ist hier zusätzlich sehr gut bedient, denn Taylor schickt Isolde gelegentlich Playlists zu, die jeweils passend in die Geschichte einfließen. 

Mir hat das Buch zum großen Teil sehr gut gefallen, nur der Schluss lässt mich etwas zwigespalten zurück. Zum einen war er sehr vorhersehbar, obwohl ich mir hier die ein oder andere Überraschung durchaus hätte vorstellen können, zum anderen war er dann auch wieder etwas unerwartet offen geblieben. Und gleichzeitig trifft die Autorin es damit auch ins Schwarze, weil sie das Leben junger Erwachsener realistisch widerspiegelt. 

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Veröffentlicht am 31.10.2020

Eine packende neue Fantasywelt mit interessanten Charakteren

Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch
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Sheera ist eine Nachtalbe - damit ist sie ein Wesen der Dunkelheit mit schwarzem Haar, mondblasser Haut und katzenartigen Augen, jedoch in den Augen der Hochalben Abschaum. Sie schlägt sich als Diebin ...

Sheera ist eine Nachtalbe - damit ist sie ein Wesen der Dunkelheit mit schwarzem Haar, mondblasser Haut und katzenartigen Augen, jedoch in den Augen der Hochalben Abschaum. Sie schlägt sich als Diebin durch, bis sie eines Tages von der königlichen Garde in den Palast der Königin der Hochalben verschleppt wird. Sie wurde ausgewählt als eine der Anwärterin auf die königliche Nachfolge. Jeder Anwärterin steht eine schwierige Aufgabe bevor, um sich zu beweisen. So muss Sheera den Dämmerstein aus dem Reich der Menschen stehlen.

Sheera ist als Protagonistin dieser Fantasy-Saga eine wie ich finde sehr eigenwillige Person. Gerade auf den ersten gut 100 Seiten zeigt sie eine leicht aggressive, sehr aufbrausende Art, die ich nicht sonderlich an ihr mochte. Als Charakter so richtig liebgewinnen konnte ich sie erst später. Ähnliches gilt für Lysander, der quasi der zweite Protagonist in diesem Buch ist. Zu Beginn hielt ich ihn für einen arroganten, farblosen und schnöselig perfekten Menschenprinzen. Doch als Sheera und Lysander aufeinandertreffen, entwickeln sich beide Charaktere in andere - wie ich finde viel bessere - Richtungen. Schätzungsweise 3/4 der Kapitel sind aus Sheeras Sicht geschrieben - in Ich-Perspektive -, das letzte Drittel nimmt die Perspektive von Lysander ein, jedoch in der dritten Person verfasst. Die abwechselnden Einsichten in die beiden Figuren waren für die Geschichte sehr aufschlussreich.

Außerdem ist erwähnenswert, dass einige Charaktere hier sehr vielschichtig sind und interessante - zum Teil ganz und gar unerwartete - Entwicklungen durchleben. Man sollte sich hier nicht zu früh sicher sein, wer gut und wer böse ist.

Sheera hat es außerdem mit potenziell zwei Love Interests zu tun, wobei wir hier zum Ende des ersten Bands keine Liebesgeschichte haben. Der Fokus des ersten Bandes liegt trotz einiger romantischer Schwingungen klar auf der Fantasywelt und ihrer Bewohner, weshalb mir das Buch auch so gut gefallen hat. Auf romantischer Ebene mitfühlen konnte ich diesem Band jedoch noch nicht, bei keinem der potenziellen Love Interests. Vielleicht ändert sich das noch in der Fortsetzung.

Das Buch endet außerdem mit einem riesigen Cliffhanger, der es fast unmöglich macht, nicht wissen zu wollen wie es weitergeht. Dieser Cliffhanger ist mal wirklich gemein! Allerdings spoilert der Klappentext des zweiten Bandes schon ein wenig, wenn man es vor Neugier nicht aushält.

"Moonlight Touch" ist eine insgesamt runde und auch spannende Fantasygeschichte rund um die Welt der Hoch- und Nachtalben, mit einem Hauch Romantik - wenn auch bisher leider keinem überzeugenden - und vielschichtigen Charakteren, die sich anders entwickeln als man es zu Beginn erahnen würde.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Finanzwissen einfach erklärt

Von Geld, Gold und Guppys
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Die zwei Guppys Goldi und Fondia - zugegeben die „coolsten Finanz-Fische im Aquarium“ - begleiten uns durch dieses spannende Finanzbuch. Mit dabei haben sie jede Menge Ideen, um selbst zum Thema zu experimentieren, ...

Die zwei Guppys Goldi und Fondia - zugegeben die „coolsten Finanz-Fische im Aquarium“ - begleiten uns durch dieses spannende Finanzbuch. Mit dabei haben sie jede Menge Ideen, um selbst zum Thema zu experimentieren, und so gar ein paar Tipps, wie man sein Taschengeld vermehren kann. Es geht los mit den Basics - was ist Geld und wofür wird es gebraucht - und geht dann schließlich tiefer ins Eingemachte: Geldanlage, Börse, Kredite, sogar Bitcoins sind ein Thema. Was ich besonders finde: Dieses Buch geht auch grundlegenden Fragen auf den Grund, zum Beispiel warum manche viel Geld haben und andere nur wenig oder ob Geld eigentlich glücklich macht.
Die Themen sind der Altersgruppe entsprechend kindgerecht erklärt.
Die Inhalte sind grundsätzlich aktuell und unserer heutigen Zeit entsprechend. So geht es hier unter anderem um Fonds und Aktien. Auch die klassische Geldanlage mit Zinsen wird hier erklärt. Im Beispiel dazu rechnen sie hier allerdings mit optimistischen vier Prozent Zinsen, was eventuell tatsächlich nicht mehr ganz zeitgemäß ist.
Ein paar Aussagen in diesem Buch finde ich persönlich schwierig, gerade wenn es um das Thema arm und reich geht. „Sind deine Eltern arm, ist es schwieriger für dich, reich zu werden.“ Die Aussage ist zwar richtig, jedoch fehlt mir der sensible Umgang mit dem Thema, insbesondere die Wortwahl „arm“ betreffend. Des Weiteren bekommt man den Eindruck, dass sich dieses Buch eher an Kinder aus privilegierterem Haushalt richtet.

Dieses Sachbuch punktet mit:
- 128 Seiten geballtem Finanzwissen
- Illustrationen, die Spaß machen
- dem Geld-Labor, in dem die Kids selbst zum Finanz-Wissenschaftler werden und erforschen
- Alltagstipps für Kids

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Ali Hazelwood meets Slasher-Movie

A Killer Crush
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Eigentlich wollte Jamie nur einen lustigen Abend mit ihrer besten Freundin beim Speed Dating verbringen. Doch was wie eine RomCom beginnt, endet schließlich im Massaker und Jamie findet sich neben ein ...

Eigentlich wollte Jamie nur einen lustigen Abend mit ihrer besten Freundin beim Speed Dating verbringen. Doch was wie eine RomCom beginnt, endet schließlich im Massaker und Jamie findet sich neben ein paar Leichen eingesperrt in einem Club wieder. Und jeder der Überlebenden könnte der Killer sein.

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Romans ist definitiv der doch etwas ausgefallene Genre-Mix von Romance und Thriller. Tatsächlich wird dieses Buch auch beiden Genres gerecht. Wir haben hier einen wirklich blutigen Thriller, der dafür sorgte, dass ich bei dem kleinsten Geräusch selbst zusammenzuckte, mein Adrenalin-Pegel während des Lesens beängstigend hoch war und ich meine übliche Lesezeit von abends auf tagsüber verlegen musste. Ja, ich hatte beim Lesen wirklich Schiss, denn wirklich oft schleicht unsere Protagonistin hier durch schummrige Gänge mit ebenso schummrigen Ecken und stolpert dabei nicht selten über eine wirklich übel zugerichtete Leiche. Jetzt bitte einmal das Kopfkino ausschalten können! Aber no way - dadurch, dass wir Jamie als humorvolle, liebenswerte und intelligente Romance-Protagonistin wie sie im Buche steht, kennenlernen, kann man sich als Lesender auch besonders gut in sie hineinversetzen. Das hemmt den Gruselfaktor dieses Buches keines Wegs. Und damit kommen wir auch schon zum zweiten Genre-Part: der Romance. Wir bekommen hier eine intensive Liebesgeschichte samt angedeutetem Liebesdreieck und obwohl es der Geschichte absolut fern liegen sollte, gibt es sogar einen Spice-Anteil. Das Buch lässt kaum ein Romance-Klischee aus, was schon beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass die Buchfiguren hier permanent um ihr Leben bangen müssen.
Die Spannung blieb konstant hoch und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Als der Killer jedoch entlarvt war, verpuffte die Spannung auch ziemlich schnell, was für mich der Beweis ist, dass das Buch als Thriller richtig gut funktioniert, als Liebesroman allerdings nicht hervorstechen kann.

Ali Hazelwood meets Slasher-Movie: Wer Nervenkitzel mit einer absolut nahbaren Protagonistin sucht und dazu eine Prise Romantik verträgt, der sollte dieses Buch lesen.

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