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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2017

Single und Alleinerziehend - das übliche Chaos

Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Katja Zimmermann beschreibt ihr Leben, beginnend von ihrer Schwangerschaft mit Zwillingen bis zum Beginn der Pubertät ihrer Kinder. Ihr Partner verlässt sie zwei Wochen nach ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Katja Zimmermann beschreibt ihr Leben, beginnend von ihrer Schwangerschaft mit Zwillingen bis zum Beginn der Pubertät ihrer Kinder. Ihr Partner verlässt sie zwei Wochen nach der Geburt um in Australien seine Träume zu verwirklichen, Katja bleibt in Deutschland und ist von nun an Single und Alleinerziehend. Auf humorvolle und ehrliche Weise beschreibt sie die Höhen und Tiefen ihres Alltages, wie wichtig soziale Netzwerke und die Unterstützung von Freunden und Familie sind und gibt auch einen kurzen Einblick in die finanzielle Situation in Deutschland.

Meine Meinung zum Buch:
Katja Zimmermann hat es geschafft, in einer humorvollen und autobiografischen Weise, ihr Leben als Alleinerziehende Single-Mom mit Zwillingen in ein Buch zu packen. Allein dies ist neben Kindererziehung, Beruf, Haushalt usw. schon eine Glanzleistung und mindestens 5 Sterne wert. Mir gefällt der lockere Schreibstil, die Kapitel sind recht kurz und die 12 Jahre vergehen wie im Flug. Neben den Alltagsproblemen und den gesamten Anforderungen, die Kinder mit sich bringen, hat Katja auch ganz ehrlich ihre Ängste, Sorgen und Unsicherheiten berichtet und auch immer wieder betont, wie wichtig das familiäre Umfeld ist und dass man sich nicht genieren muss, Hilfe einzufordern. Fast noch schwieriger als die Betreuung und Erziehung ihrer beiden Kinder, gestaltet sich für Katja die Suche nach einem neuen Partner, vor allem, wenn dieser auch eigene Kinder in die Patchworkfamilie einbringt. Als tolle Idee gefällt mir, dass sich die Nachbarn auf der gemeinsamen Treppe treffen um sich dort auszutauschen und ihre „kleinen Freiheiten“ zu haben. Auch die Geschichten von Katjas Bekannten, die ebenfalls teilweise Alleinerziehend sind, finde ich als Bereicherung. Interessant fand ich auch die finanzielle Unterhaltsregelung in Deutschland, da ich nur die österreichische Variante kenne. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist, dass der Vater der Zwillinge häufig negativ dargestellt wird. Natürlich kann ich verstehen, dass sie nicht begeistert darüber war, mit Zwillingen sitzen gelassen zu werden, aber in einem Buch, das eben auch ihre Kinder lesen können oder werden, finde ich es nicht so schön, dies so häufig zu betonen. Außerdem kann er uns auch schlecht seine Sicht erklären. Das ist mein einziger Kritikpunkt, ansonsten bewundere ich Katja für ihren Mut und für ihren ehrlichen Einblick. Was mir auch noch gut gefällt, sind die Literaturempfehlungen und Blogs am Ende des Buches.

Titel und Cover:
Den Titel fand ich auf Anhieb sympathisch und witzig und auch das Cover ist ein Hingucker, somit hat mich das Buch sofort angesprochen.

Mein Fazit:
Eine ehrliche und humorvolle Autobiografie einer Single-Alleinerziehenden-Zwillings-Mama, die trotzdem ganz viel Power hat und es nebenbei auch noch geschafft hat, dieses Buch zu schreiben.

Veröffentlicht am 05.04.2017

geht direkt ins Herz

Sturmherz
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Alexa und ihre Mutter Cornelia haben ein sehr angespanntes Verhältnis zueinander und sind sich als Erwachsene so gut wie möglich aus dem Weg gegangen. Ein Schicksalsschlag ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Alexa und ihre Mutter Cornelia haben ein sehr angespanntes Verhältnis zueinander und sind sich als Erwachsene so gut wie möglich aus dem Weg gegangen. Ein Schicksalsschlag führt die beiden wieder zusammen, nachdem Alexa die Vormundschaft für ihre Mutter übernehmen soll, die im Koma liegt. Auch die dramatische Sturmflutkatastrophe Hamburgs aus dem Jahr 1962 wird Alexa und den Lesern nähergebracht.

Meine Meinung zum Buch:
Die Autorin schafft es überzeugend zu beschreiben, wie sich das distanzierte Verhältnis zwischen Alexa und ihrer Mutter im Laufe des Romans verändert. Je mehr Alexa über die Träume, das Schicksal und das Leben ihrer Mutter erfährt, umso mehr Verständnis kann sie auch für sie aufbringen. Interessant fand ich auch den historischen Rückblick in das Jahr 1962 zur Hamburger Sturmflutkatastrophe. Corinna Bomann berichtet darüber sehr detailliert und bildlich über die Zustände von damals, sodass ich mir gut ein Bild von der tragischen Situation machen konnte, obwohl ich bis dahin noch nicht viel darüber gehört oder gelesen hatte. Auch Alexa geht es ähnlich und sie erfährt mit der Zeit immer mehr Details aus dem Leben ihrer Mutter. Mir hat das Mutter-Tochter-Konstrukt sehr gut gefallen und auch die Erzählungen von Cornelias Jugendliebe Richard fand ich als Bereicherung. Die Kombination mit den Personen der Gegenwart und den historischen Rückblenden, die uns verstehen lassen, warum die Menschen so geworden sind, wie sie jetzt sind, ist der Autorin auch in diesem Roman wieder sehr gut gelungen.

Titel und Cover:
Der Titel gefällt mir, da er kurz und prägnant ist und die Geschichte genau auf den Punkt bringt. Das Cover sieht optisch trügerisch idyllisch, fast zu harmonisch aus, für die historische Tragödie.

Mein Fazit:
Corinna Bomann hat eine sehr gute Mischung aus Erzählungen der Gegenwart kombiniert mit Berichten aus den 1960er Jahren geschafft. Zudem gehen die Geschichte der Mutter-Tochter-Beziehung und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit direkt ins Herz.

Veröffentlicht am 05.04.2017

grausam, aktuell und kritisch

Schlaflied
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Kurze Inhaltszusammenfassung:
Cosmina wettet bei einem Hahnenkampf in Poerto Galera und verliert, gleich darauf lernt sie einen sympathischen Mann kennen und ist wenige Stunden später tot.
Vier Monate ...

Kurze Inhaltszusammenfassung:
Cosmina wettet bei einem Hahnenkampf in Poerto Galera und verliert, gleich darauf lernt sie einen sympathischen Mann kennen und ist wenige Stunden später tot.
Vier Monate vorher wurde ein etwa 10jähriger Junge ermordet und im Wald vergraben aufgefunden. Die Spuren führen das Ermittlerteam rund um Olivia Rönning und Tom Stilton als Berater nach Rumänien, in die die dunklen Machenschaften des heiligen Dolches und die traurige Welt der ärmsten aller Menschen, die in der Kanalisation leben. Zeitgleich nimmt die Obdachlose Muriel ein obdachloses Mädchen, das aus Nigeria geflüchtet ist, in einer einsamen Waldhütte auf und kümmert sich um sie.

Meine Meinung zum Buch:
Für all jene, die bereits die vorigen Krimis mit dem Ermittlerteam rund um Olivia Rönning und Tom Stilton gelesen haben, ist dieser Teil ein absolutes Muss! Auch als Einsteiger ist der Krimi gut lesbar, da er in sich abgeschlossen ist und alle Informationen über die Personen, die aus der Vergangenheit von Bedeutung sind, wiederholt werden. Die Thematik über Menschen die auf der Flucht sind und auf welch unterschiedliche Arten mit ihnen umgegangen wird, finde ich spannend und top aktuell. Die Charaktere, die mir schon aus den vorigen Krimis bekannt waren, haben sich auch diesmal wieder langsam, aber kontinuierlich weiterentwickelt, was mir sehr gefällt. Neben der Aufklärung des Krimis ist trotzdem Raum und Platz für persönliche Geschichten der Personen und für Einblicke in das Leben der Ermittler bzw. Berater. Trotz der vielen spannenden und überraschenden Momente, bleibt kurz Zeit zum Nachdenken und Reflektieren. Das Autorenteam hat meiner Meinung nach genau die richtige Mischung gefunden!

Titel und Cover:
Der Titel passt sehr gut zum Inhalt des Buches und das Cover wirkt verstärkend auf die düstere Stimmung des Krimis und harmoniert optisch mit den vorigen Teilen der Krimireihe.

Mein Fazit:
Für alle Tom Stilton und Olivia Rönning Fans ist „Schlaflied“ eine absolute Leseempfehlung, aber auch für Neueinsteiger ist dies gut möglich, da der Kriminalfall in sich abgeschlossen ist.

Veröffentlicht am 05.03.2026

temporeich und mit Sogwirkung

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Die neue Thriller-Reihe startet temporeich und spannend, sodass man als Leserin sogleich gefesselt ist. Wer die Thrillerreihe rund um Max Bischoff kennt, wird gewisse Aha-Momente erleben und Anknüpfungspunkte ...

Die neue Thriller-Reihe startet temporeich und spannend, sodass man als Leserin sogleich gefesselt ist. Wer die Thrillerreihe rund um Max Bischoff kennt, wird gewisse Aha-Momente erleben und Anknüpfungspunkte haben. Für alle Neueinsteigerinnen, die mit dieser Serie beginnen, sind Vorkenntnisse aber nicht zwingend notwendig, wichtige Informationen werden auf den Punkt gebracht.
Der Aufbau der Cold Case Unit rund um Ramin Brunner muss um ein paar Tage verschoben werden, nachdem ein aktueller Fall sein Interesse geweckt hat und er diesen unbedingt noch lösen möchte, bevor er sich seinen neuen Aufgaben widmet.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Lisa Menkhoff, eine Medizinstudentin mit bildhaftem Gedächtnis, die als Kind entführt wurde und auch Bezug zum aktuellen Fall hat. Sie wird als Beraterin hinzugezogen und unterstützt das Team, das nach und nach immer größer wird. Der Kindheit und den persönlichen Anliegen von Lisa wird sehr viel Raum gegeben, sodass sie sich schnell zu einer Hauptakteurin entwickelt. Andere Charaktere sind nicht so einfach einzuschätzen, da man nur spärliche Informationen über sie erfährt.
Der Auftakt der Serie ist gut gelungen, spannend, temporeich und mit einer Sogwirkung beim Lesen, wie ich es vom Autor gewohnt bin. Ich freue mich auf den nächsten Fall, den ersten richtigen Cold Case und bin gespannt, wer alles im Team mitarbeiten wird.

Veröffentlicht am 12.02.2026

besessen

Das Signal
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Der Thriller hat mir aufgrund der aktuellen Thematiken angesprochen und sehr gut gefallen. Es werden verschiedenste Inputs eingebracht, von Kryptowährung und die Verwaltung dieser, über Ortungssysteme ...

Der Thriller hat mir aufgrund der aktuellen Thematiken angesprochen und sehr gut gefallen. Es werden verschiedenste Inputs eingebracht, von Kryptowährung und die Verwaltung dieser, über Ortungssysteme mittels Tracker und gleichzeitig auch traumatisierende Erlebnisse, wie etwa dass Viola bei einem Unfall ihr Bein verliert und damit klarkommen muss, psychisch und physisch. Dadurch dass die Anzahl der Charaktere stark eingeschränkt ist und auch die Örtlichkeiten nicht häufig wechseln, hat man als Leser*in die Möglichkeit Viola besser kennenzulernen, ihr Charakter erhält durch die vielen Situationen, in denen sie beobachtet und begleitet wird, durch ihre Interaktionen, vor allem aber dadurch, dass sie uns an ihren Gedankengängen und Ideen teilhaben lässt, an Tiefe. Sie geht mit dem Verlust ihres Beines erstaunlich positiv um und ist schon bald in Kampfmodus, lässt sich nichts gefallen und versucht ihr Umfeld zu kontrollieren. Violas Gedächtnisbrücken finde ich gelungen, ebenfalls die Art und Weise, wie sie ihre Tracker symbolisch und akustisch den einzelnen Personen zuordnet. Sie misstraut mit der Zeit allen Personen in ihrem Umfeld, ihrem Mann Adam, ihrer Pflegerin Otilia und sogar bei ihren beiden besten Freundinnen wird sie skeptisch und vorsichtig. Verwundert hat mich, dass sie ihre Schwester, zu der sie einen guten Bezug hat und der sie vertraut, nicht schon vorher Bescheid gegeben hat, und sie zu sich eingeladen hat. Die Verdächtigungen kreisen in Violas Alltag und verstärken sich von Tag zu Tag, sodass sie schon nahezu besessen davon ist, was sich allerdings positiv auf ihre Motivation auswirkt, schnell wieder mobil zu werden. Am Ende werden alle Verdachtsmomente aufgelöst, alle unangenehmen Situationen gelöst, auch wenn dies für meinen Geschmack etwas zu schnell und zu glatt erfolgt.