Spannender Jugend-Thriller mit Schreckmomenten
Die Nacht der Acht„Die Nacht der Acht“ hat den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit bekommen und wurde als nervenaufreibendes Jugendbuch angepriesen. Ich bin zwar alterstechnisch nicht mehr ganz die Zielgruppe, lese aber ...
„Die Nacht der Acht“ hat den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit bekommen und wurde als nervenaufreibendes Jugendbuch angepriesen. Ich bin zwar alterstechnisch nicht mehr ganz die Zielgruppe, lese aber nach wie vor gerne Bücher mit jugendlichen Protagonisten. Ich hab mir von diesem Buch nicht unbedingt den großen Horror-Schocker erwartet und war überrascht, dass sich bei mir tatsächlich ein gewisses Grusel-Gefühl eingestellt hat.
Zum Inhalt: „Die Acht“ sind eine Clique von acht Jugendlichen, die gemeinsam auf einen Kunstzweig in der Oberstufe gehen. Gemeinsam wollen sie eine Horrornacht im Landhaus der Eltern von Quentin verbringen, unter dem Vorsatz „wer Angst hat, trinkt“. Die Jugendlichen denken sich allerlei Streiche füreinander aus, doch es geschehen immer mehr Dinge, die sich keiner von ihnen erklären kann. Und nach und nach verschwinden die Jugendlichen. Was geht in dem einsamen Haus vor sich und wer steckt dahinter?
Das schlichte schwarz/weiße Cover passt gut zum Buch und verrät eigentlich nichts von der Handlung. Direkt tu Anfang werden „die Acht“ kurz vorgestellt, sodass der Leser direkt einen guten Überblick über die Protagonisten hat.
Die erste Hälfte des Buches ist wirklich packend geschrieben und besonders die Szenen aus der Horrornacht sind wirklich eindringlich und atmosphärisch. Ich hatte beim Lesen öfter mal eine Gänsehaut und habe tatsächlich ab und zu mitgegruselt. Das Setting hat auch alles, was man für einen Horrorthriller braucht: ein einsames Haus am Wald, eine düstere Vorgeschichte bzw. urbane Legenden und alkoholisierte Jugendliche, die nicht wissen, was vor sich geht.
Der Leser wird gemeinsam mit den Freunden immer wieder hinters Licht geführt, was ich wirklich gelungen fand.
Ungefähr ab der Hälfte, als die ersten verschwinden, hat mich das Buch allerdings verloren. Die Handlung wurde wirr und in meinen Augen teilweise unlogisch. Es wird viel angedeutet und nicht mehr aufgeklärt, was vor sich geht. Durch die Beeinträchtigte Zurechnungsfähigkeit ist oft nicht klar, was wahr und was Einbildung ist. An dieser Stelle hat das Buch für mich viel von seiner düsteren Atmosphäre eingebüßt.
Am Ende wird die gesamte Handlung schlüssig aufgeklärt und rückblickend erläutert. Das hat dann wieder einiges für mich gerettet, trotzdem konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen.
Insgesamt ein netter Jugendthriller, der sein Potential in meinen Augen aber nicht komplett ausgenutzt hat.