Profilbild von kiranight2016

kiranight2016

Lesejury Star
offline

kiranight2016 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kiranight2016 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2021

Abschluss der Speicherstadt-Saga

Der Traum von Freiheit
2

„Der Traum von Freiheit“ ist Band 3 der Speicherstadt-Saga aus der Feder von Fenja Lüders.
Diesmal begleitet der Leser Mina und ihre Familie ab dem Jahr 1925 über die Zeiten des Nationalsozialismus in ...

„Der Traum von Freiheit“ ist Band 3 der Speicherstadt-Saga aus der Feder von Fenja Lüders.
Diesmal begleitet der Leser Mina und ihre Familie ab dem Jahr 1925 über die Zeiten des Nationalsozialismus in Deutschland bis zum Kriegsende.
Hitler ergreift die Macht, die Situation für die Juden in Deutschland und damit auch für Agnes und ihre Familie wird immer gefährlicher und bald schon bricht der Krieg aus.
Die Familie von Mina muss durch viele gefährliche und bedrückende Situationen gehen. Mina und ihre Freunde helfen dabei unter großen Gefahren denen, die das Land verlassen wollen, ehe es zu spät ist.
Mina ist dabei immer wieder eine tapfere und mutige Frau, die nicht aufgibt und immer weiter macht, doch die Schicksalsschläge hören nicht auf.

Fenja Lüders schafft es in ihrem Buch die damalige Situation sehr gut einzufangen und dem Leser zu vermitteln. Wie die Nationalsozialisten und vor allem Hitler anfangs nur müde belächelt wurden; wie die Jugend mittels der Propaganda für die Sache gewonnen wurde und wie der Krieg die Menschen an den Rand der Verzweiflung brachte.

Die Sprache ist dabei leicht zu verstehen, bildhaft und emotional, sodass man sich in die Gefühlswelt – vor allem von Mina - hineinversetzen kann.

Ich selber habe die ersten beiden Teile der Speicherstadtsaga nicht gelesen; die Autorin schafft es jedoch durch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse, dass man sehr gut ins Buch hineinfindet und auch die einzelnen Personen sind einem schon nach kurzer Zeit vertraut.

Die Cover- und Einbandgestaltung gefallen mir sehr gut und sind passend zur Lektüre.
Irritierend ist jedoch der Klappentext, der eine viel gefährlichere und intensivere Auseinandersetzung der Familie mit dem Nationalsozialismus erwarten lässt als es im Buch letztendlich geschildert wird.

Mina als Hauptperson ist mir als sehr beeindruckende Persönlichkeit in Erinnerung geblieben. Sie muss zahlreiche Schicksalsschläge einstecken; trotz Sorgen, Ängsten und Ungewissheit während des Krieges gibt sie nicht auf und findet sogar noch die Kraft anderen zu helfen, wo sie nur kann. Ihr gelingt es durch Tatendrang und Mut, das Kontor und ihre Familie durch die schwere Zeit zu bringen und dabei noch etwas Neues zu schaffen.

Leider gibt es für mich im Mittelteil der Lektüre zu viele Erzählstränge, die zu hastig abgehandelt werden, sodass es einem vorkommt, als ob man beim Lesen etwas verpasst hätte. Diese Geschehnisse werden dann zwischendrin kurz erwähnt und man muss mit diesem fast schon hingeworfenen Wissen zurechtkommen. Das finde ich sehr schade, da es den Lesefluss für mich maßgeblich beeinträchtigt und der Geschichte die Tiefgründigkeit nimmt.

Der Abschluss hat dann jedoch wieder mehr emotionale Kraft und Spannung bis zum Schluss, sodass das Buch für mich am Ende sehr lesenswert war.

Fazit:
Alles in allem wäre es für die Spannung und die Tiefgründigkeit der Geschichte wohl besser gewesen, ein paar Erzählstränge oder Personen, deren Geschichte im Buch nicht wirklich zum Tragen kommt, wegzulassen und dafür intensiver auf die restlichen Entwicklungen einzugehen.
Durch die zu hastige Abhandlung einiger Geschehnisse konnte mich das Buch nicht vollkommen gefangen nehmen, was ich sehr schade finde, da das Potential auf jeden Fall da gewesen wäre.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 13.03.2020

Glaubenskriege

Die brennenden Kammern
0

Frankreich im 16. Jahrhundert - "Die brenndenden Kammern" von Kate Mosse spielt in einer Zeit, in der der Glaubenskrieg zwischen den Katholiken und den Hugenotten zu einer blutigen und brutalen Auseinandersetzung ...

Frankreich im 16. Jahrhundert - "Die brenndenden Kammern" von Kate Mosse spielt in einer Zeit, in der der Glaubenskrieg zwischen den Katholiken und den Hugenotten zu einer blutigen und brutalen Auseinandersetzung wird.

Das Cover des Buches hat mir zunächst gut gefallen. Auch der Prolog, der zu einer späteren Zeit spielt, wirft zunächst viele Fragen beim Leser auf und lässt hoffen, dass die Lektüre geheimnisvoll und spannend wird.

Als Hauptperson tritt zunächst Minou auf. Sie ist die Tochter eines Buchhändlers in Carcassonne und hat 2 kleiner Geschwister. Eines Tages erhält sie einen mysteriösen Brief mit den Worten "Sie weiß, dass Ihr lebt"... Dieses Rätsel, was es mit diesen Worten auf sich hat, zieht sich durch das ganze Buch.
Minou ist eine sehr selbstbewusste junge Frau und hat mir sehr gut gefallen.
Sie geht zusammen mit ihrem jüngeren Bruder nach Toulouse und gerät dort immer tiefer in die Konflikte zwischen Katholiken und Hugenotten.
In den schwierigen Zeiten lernt sie den Hugenotten Piet Reydon kennen.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte.
Auf der Suche nach der Lösung der verworrenen Vergangenheit und den dahinter steckenden Geheimnissen kann der Leser Minou und letztlich auch Piet dabei begleiten, wie sie Schritt für Schritt zur Aufklärung gelangen.
Dabei lernen sie die unterschiedlichsten Persönlichkeiten auf beiden Glaubensseiten kennen - manche durch und durch gemein, manche aalglatt, andere Spione und nur auf ihren Vorteil aus.

Insgesamt fand ich den Schreibstil der Autorin sehr gut.
Aber leider kann ich nicht sagen, dass ich das Buch unbedingt weiter empfehlen würde. Mir hat der durchgehende Spannungsbogen gefehlt. Es war für mich nicht wie bei anderen Büchern, dass ich es kaum aus der Hand legen wollte und unbedingt den Fortgang der Geschichte in Erfahrung bringen wollte.

Ich kann nicht genau beziffern, woran dies gelegen hat. Vielleicht daran, dass mir manche Stellen zu schnell "runtergeschrieben" und abgehandelt waren. Das Ende des Romans war mir persönlich zu unpassend. Manche Charaktere machten eine Wendung, die für mich nicht ins Bild passten.

Die Autorin hat es jedoch geschafft, zum Schluss noch einen Ausblick auf den weiteren Fortgang der Geschichte zu geben und somit neugierig auf die Fortsetzung zu machen. Ob ich mir diese dann auch besorgen werde, sei dahingestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 10.07.2019

Manchmal ist der Tod besser...

Friedhof der Kuscheltiere
0

Handlung:
Der Arzt Louis Creed zieht mit seiner Familie in das beschauliche Örtchen Ludlow in Maine, um dort eine neue Stelle als Arzt an der Universität anzunehmen. Ihr neues Haus liegt direkt an der ...

Handlung:
Der Arzt Louis Creed zieht mit seiner Familie in das beschauliche Örtchen Ludlow in Maine, um dort eine neue Stelle als Arzt an der Universität anzunehmen. Ihr neues Haus liegt direkt an der Schnellstraße Route 15.
Das Örtchen Ludlow und seine Einwohner bergen ein gruseliges Geheimnis direkt in den angrenzenden Wäldern, in denen ein ehemaliger Begräbnisplatz der Micmac-Indianer liegt und in denen angeblich der "Wendigo" umgeht...
Die Kinder des Dorfes begraben ihre toten Haustiere auf dem "Haustier-Fritof" - der Pfad beginnt unweit des neuen Hauses von Louis und seiner Familie.

Zur Familie gehören außerdem noch seine Frau Rachel, die Tochter Elli (5) und sein Sohn Gage (2). Kater Church ist der Liebling der Tochter...

Als der Kater an Thanksgiving tot beim Nachbarn Jud auf dem Rasen liegt, weiht dieser Louis in das gruselige Geheimnis der alten Begräbnisstätte ein, die hinter dem Haustierfriedhof zu finden ist... Angeblich kommen dort begrabene Tiere lebendig wieder zu ihrem Herrchen zurück... Als die beiden den Kater tatsächlich dort begraben, nimmt das Unheil seinen Lauf...

Charaktere:
Stephen King zeichnet alle Personen sehr real und nachvollziehbar... Vor allem mit Louis Creed und seinen Gedanken und Beweggründen kann der Leser sich identifizieren...
Man taucht regelrecht in die ländliche Idylle und deren Bewohner ein und folgt den Protagonisten mit jeder neuen Zeile...

Meinung:
Das Buch hat von Beginn an einen roten Faden, der sich ohne Unterbrechung durchzieht. Jedoch finde ich, dass es sich zu langsam aufbaut und schlussendlich zu abrupt und schnell zu einem Ende kommt. Von einem Horrorroman hätte ich mehr "Grusel" erwartet...
Die Sprache ist sehr flüssig und gut zu lesen... Die Gedanken- und Gefühlswelt der Personen kann der Leser gut nachempfinden. Für mich fehlt jedoch der letzte Schliff...
Das offene Ende des Buches lässt den Leser mit einem großen Fragezeichen zurück, was meiner Meinung nach recht gut gelungen ist... Jeder kann sich so selbst überlegen, wie er die Geschichte weiterdenken würde...

Veröffentlicht am 26.03.2026

Cozy Fantasy mit Luft nach oben!

The House Witch 1
0

Mit „The Housewitch“ ist Band 1 einer neuen Fantasy-Reihe aus der Feder von Emilie Nikota Delemhach erschienen.
Fin Ashowan wird neuer Koch am Hof des Königs von Daxaria. Er hat großes Talent, aber auch ...

Mit „The Housewitch“ ist Band 1 einer neuen Fantasy-Reihe aus der Feder von Emilie Nikota Delemhach erschienen.
Fin Ashowan wird neuer Koch am Hof des Königs von Daxaria. Er hat großes Talent, aber auch eine genauso große Klappe. Seine unkonventionelle Art im Umgang mit den Bediensteten verschafft ihm nicht nur Freunde. Doch niemand soll hinter sein Geheimnis kommen – er ist eine Hexe. Er setzt sich für die Dienstmädchen ein, zaubert leckere Gerichte und wünscht sich einfach nur ein ruhiges Leben.
Das Cover des Romans ist wunderschön gestaltet. Es gibt einem das Gefühl von Heimeligkeit und lässt auf eine cozy Fantasygeschichte hoffen.
Fin als Protagonist war mir in seiner direkten Art sofort sympathisch. Er versucht zu helfen, möchte aber sein Geheimnis für sich behalten – und das aus gutem Grund.
Ich mochte es zu beobachten, wie er trotz seiner Schroffheit Stück für Stück Freunde auf dem Schloss für sich gewinnt und wahrscheinlich zum ersten Mal erlebt, wie es ist, sich auf andere stützen zu können.
Annika Jenoure als adlige Lady war sehr erfrischend, da sie nicht den Konventionen entspricht und ebenfalls ihre Geheimnisse hat.
Das Dienstmädchen Hannah wird immer wieder von den Rittern auf dem Schloss belästigt. Hier greift Fin ein und die Verhältnisse ändern sich. Oft mit einigem Humor besetzt.
Die Charaktere haben mir alle recht gut gefallen. Jedoch werden in diesem 1. Band sehr viele Gesichter eingeführt; es wird über einen drohenden Krieg mit dem Nachbarreich und die Angst des Königspaares berichtet, erneut ein ungeborenes Kind zu verlieren.
Insgesamt fand ich die Geschichte leider zu wenig magisch. Man erfährt zwar einiges von Fins Kräften, durch Rückblenden auch viel über seine Kindheit, aber das Worldbuilding an sich fand ich eher unausgereift.
So hatte ich Probleme, mich in diese Welt, den bevorstehenden Krieg etc. hineinzuversetzen.
Leider fand ich auch den Spannungsbogen mehr als mau. Zwischendurch wurde mir das Lesen sogar etwas zu langatmig. Das über 600 Seiten dicke Buch hätte in meinen Augen etwas kürzer sein dürfen.
Die angeschnittenen Themen wie Freundschaft, Liebe, Standesunterschiede, Magie, Homosexualität, aber auch die Gemütlichkeit in der Küche haben mich erreicht, mich aber nicht wirklich berühren können.
Insgesamt habe ich diese Geschichte gern gelesen. Ich habe jedoch das Gefühl, dass in diesem Einstiegsband zunächst in die Geschehnisse hineingeführt wird und Charaktere vorgestellt werden. Daher wurde es für mich zwischenzeitlich leider zu langweilig und ich hatte kein Bedürfnis zügig weiterzulesen.
Trotzdem bin ich auf den zweiten Band gespannt, da ich das Leben von Fin, Lady Jenoure und den anderen sehr gern weiterverfolgen möchte.
Für mich war dieses Buch somit ein Auftakt, der auf mehr hoffen lässt und ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2026

Brisanter Kriminalfall mit leider zähem Spannungsbogen

Waldmann
0

„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der neue Kriminalroman von Thomas Ziebula.
Kommissar Johannes Waldmann befindet sich in einem psychischen Ausnahmezustand seit seine Frau Maria vor 7 Jahren auf einem ...

„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der neue Kriminalroman von Thomas Ziebula.
Kommissar Johannes Waldmann befindet sich in einem psychischen Ausnahmezustand seit seine Frau Maria vor 7 Jahren auf einem Basar in Lagos spurlos verschwunden ist. Nach vorübergehendem Aus kehrt er in den Polizeidienst zurück und wird leitender Ermittler in einem Mord- und Entführungsfall.
Die Ermittlungen bringen tiefgehende Verwicklungen im Bereich Menschenhandel, Ausbeutung und Zwangsprostitution ans Licht. Die Hintermänner sind schwerer zu fassen als gedacht und die Jagd auf die Verantwortlichen wird schnell zur tödlichen Gefahr.
Das Cover des Romans lässt eine düstere Geschichte vermuten und fällt mit seiner türkisen Schrift sofort ins Auge.
Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen.
Die Geschichte springt zwischen den handelnden Personen hin und her. Dabei hatte ich öfters das Problem, direkt zu wissen, bei welcher Person ich mich mit dem Gelesenen befinde. Diese Verwirrung wurde im Laufe des Lesens jedoch immer besser.
Waldmann war mir sympathisch in seiner Menschlichkeit. Jedoch habe ich viele spontane und definitiv nicht rechtskonforme Handlungen als zu heftig empfunden, sodass er in meinen Augen kein Vorbild im Polizeidienst darstellt.
Die Journalistin Pia Luninger, die für ihre Titelstory Licht ins Dunkel bringen will, begibt sich in sehr große Gefahr und muss die Konsequenzen tragen.
Insgesamt konnte ich leider zu den handelnden Personen keinen tieferen Bezug herstellen. Ob das an den häufigen Perspektivwechseln oder am Schreibstil lag, kann ich dabei gar nicht genau beantworten.
Die Thematik rund um modernen Sklavenhandel und Zwangsprostitution war sehr gut umgesetzt und hat mich immer wieder entsetzt. Zumal es mit Sicherheit oft der Realität entspricht.
Allerdings gab es für mich in diesem Roman leider große Lücken in der Ermittlungsarbeit und der Spannungsbogen baute sich nur sehr zäh auf. Zwischenzeitlich zog sich das Lesen für mich leider auch in die Länge.
Die Lösung des Falls lag auch schon relativ zeitig auf der Hand und überraschende Wendungen blieben aus.
Was meinen Lesefluss leider auch massiv beeinträchtigt hat, waren gehäufte Rechtschreibfehler. Da sollte das Lektorat definitiv sauberer arbeiten.
Fazit:
Thomas Ziebula widmet sich in diesem Roman sehr schweren und bewegenden Themen – Kriegsflüchtlinge, deren Hoffnungen auf ein besseres Leben und sogar die große Liebe ausgenutzt werden, um sie in Zwangsprostitution und vollkommene Abhängigkeit zu drängen.
Insgesamt empfand ich diesen Roman als angenehm zu lesen. Aufgrund der genannten Punkte war es jedoch eine Lektüre, die mir wohl nicht länger im Gedächtnis bleiben wird. Von mir gibt es daher 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere