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Veröffentlicht am 11.07.2021

Noch Luft nach oben

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Das Buch ist wohl das erste in einer Reihe von Büchern über den Profiler Tom Bachmann, denn am Ende bleibt ein Cliffhanger.

Der vielgerühmte Profiler Tom Bachmann ist aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt ...

Das Buch ist wohl das erste in einer Reihe von Büchern über den Profiler Tom Bachmann, denn am Ende bleibt ein Cliffhanger.

Der vielgerühmte Profiler Tom Bachmann ist aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt und bekommt den Fall es "Blutkünstlers" auf den Tisch. Er foltert seine weiblichen Opfer lange und erschafft aus ihnen bizarre Kunstwerke, die er in der Öffentlichkeit präsentiert. Gemeinsam mit seinem frisch zusammengestellten Team versucht Bachmann den Mann zu stellen, aber immer wieder taucht der ab. Doch dann bekommt Tom einen Tipp.

Meyer macht in seinem Buch den Fehler, den viele Autoren bei ihrem Erstling machen: er packt zu viel in das Buch hinein. Die Geschichte von Tom, die Geschichte des Blutkünstlers, eine Nebengeschichte mit einem Mann, der Pädophile jagd, zahlreiche private und berufliche Probleme, das alles auf 360 Seiten. Da wäre weniger mehr gewesen, zumal die einzelnen Figuren blass bleiben und eher oberflächlich gezeichnet sind.

Tom Bergmann wird mit großen Vorschusslorbeeren ins Geschehen eingeführt, er ist der "Seelenleser", aber außer einigen psychologischen Plattitüden hat er nicht viel zu bieten. Da hätte der Autor mehr in die Tiefe gehen können.

Auch fand ich viele Schilderungen sehr grausam und unnötig brutal. Das ist nichts für schwache Nerven! Mich erinnerte das Buch an einige Fitzek-Krimis, die auch ähnlich brutal waren. Dabei erreicht Meyer aber (noch) nicht die gekonnte Routine wie Fitzek.

Insgesamt bin ich mit dem Buch nicht richtig warm geworden, Ob ich weitere Bücher des Autors lesen werde, muss ich mir gründlich überlegen.

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Veröffentlicht am 26.03.2021

Noch Luft nach oben

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
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Ina Drews und Jörg Appel sind neu in der Flensburger Mordkommission und bekommen gleich einen Fall auf ihre Schreibtische: ein Mann wurde auf der Halbinsel Holnis tot aufgefunden. Er arbeitete auf einem ...

Ina Drews und Jörg Appel sind neu in der Flensburger Mordkommission und bekommen gleich einen Fall auf ihre Schreibtische: ein Mann wurde auf der Halbinsel Holnis tot aufgefunden. Er arbeitete auf einem Fischerboot, das wahrscheinlich nicht nur Fische transportierte.
Die Zusammenarbeit von Appel und Drews gestaltet sich von Beginn an schwierig, denn Appel war einmal mit Drews Schwester verheiratet und hat sie betrogen. Drews dagegen hatte ein Verhältnis mit dem jetzigen Polizeidirektor. Keine einfachen Verhältnisse!
Das Buch ist sehr konventionell geschrieben und das Privatleben der Ermittler steht (zu) oft im Vordergrund. Das geht auf Kosten der Spannung. Leider ist auch der Schreibstil etwas betulich und auf größere Überraschungen wartet man vergeblich.
Das Ermittlerduo hat noch viele Entwicklungsmöglichkeiten, da ist noch Luft nach oben!

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Langatmig

Zeiten des Sturms (Sheridan-Grant-Serie 3)
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Die Taunuskrimis von Nele Neuhaus habe ich immer gern gelesen, sie waren spannend und die Figuren waren interessant. Mit diesem Buch kam ich allerdings nicht klar.
Lag es daran, dass ich die beiden Vorgängerbände ...

Die Taunuskrimis von Nele Neuhaus habe ich immer gern gelesen, sie waren spannend und die Figuren waren interessant. Mit diesem Buch kam ich allerdings nicht klar.
Lag es daran, dass ich die beiden Vorgängerbände nicht gelesen habe? Die Figur der Sheridan Grant, die ein wirklich schweres Schicksal erlitten hat, blieb mir fremd. Mich nervten die ständigen Rückblicke, obwohl sie teilweise ja auch hilfreich waren, um das geschehen zu verstehen. Sie machen das Buch aber auch langatmig. Dass Sheridan sich am Ende ihren großen Traum erfüllen kann, ist für mich so ein typisch amerikanisches Happyend...
Nele Neuhaus kann in diesem Buch zwar ihre große Stärke - Spannung und unerwartete Wendungen - ausspielen, aber für mich blieb das Buch trotzdem blass. Schade, ich hatte mehr erwartet!

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Läckberg lässt nach

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)
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Nachdem ich vor einiger Zeit "Golden cage" gelesen hatte und begeistert war, wollte ich natürlich auch unbedingt den nächsten Band der Geschichte von Faye lesen. Leider wurde ich von dieser Fortsetzung ...

Nachdem ich vor einiger Zeit "Golden cage" gelesen hatte und begeistert war, wollte ich natürlich auch unbedingt den nächsten Band der Geschichte von Faye lesen. Leider wurde ich von dieser Fortsetzung enttäuscht.
Faye hat ihre Tochter, die angeblich von ihrem Vater Jack ermordet worden war, zusammen mit ihrer Mutter nach Italien gebracht. Dort leben sie im Luxus. Denn Fayes Firma Revenge ist erfolgreich und plant den Sprung in die USA. Doch dann geht vieles schief...
Das Buch liest sich wie ein Drehbuch, schnell, viel passiert, aber trotzdem ist es nicht wirklich rund. Nach dem Erfolg des ersten Bandes musste wohl schnell ein weiteres Buch her, ein echter Schnellschuss.
Die Figuren sind oberflächlich gezeichnet, Faye entwickelt sich immer mehr zur Narzisstin und geht im wahrsten Sinne über Leichen, so wie sie es ihr ganzes Leben lang schon getan hat.
Das Buch hinterlässt ein schales Gefühl und den wahrscheinlich geplanten dritten Band werde ich wohl nicht mehr kaufen. Mit viel gutem Willen gebe ich drei Sterne.

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Veröffentlicht am 25.07.2023

Wenig Nordseeflair

Leichenblass im Fass
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Ich lese gern Nordseekrimis aus Ostfriesland, weil ich die Gegend sehr gut kenne und so interessierte mich auch dieser Krimi sehr. Leider wurde ich enttäuscht, denn wirkliches Ostfrieslandflair will hier ...

Ich lese gern Nordseekrimis aus Ostfriesland, weil ich die Gegend sehr gut kenne und so interessierte mich auch dieser Krimi sehr. Leider wurde ich enttäuscht, denn wirkliches Ostfrieslandflair will hier nicht aufkommen.
Es geht um die Bierbrauerin Gesine Felber, die mit ihrem Tüdelbräu den norddeutschen Brauwettbewerb gewinnt. Statt die Auszeichnung genießen zu können, wird ihre kleine Kneipe von auswärtigen Sauftouristen überrannt und ihr Konkurrent von der Dünenhopfen-Brauerei will ihr ein Kooperationsangebot machen. Doch dann liegt der Mann tot in einem Bierfass auf Gesines Hof und sie gerät unter Mordverdacht.
Schon die Lokalität ist falsch, denn es gibt in Ostfriesland keine Dreiseithöfe, sondern langgestreckte Gulfhöfe. Und die sind nur in Ausnahmefällen mit Reet gedeckt, meist einfach mit roten Ziegeln. Die "echten" Orte wie Großheide oder Norden scheinen mir einfach aus dem Straßenatlas herausgepickt zu sein, da kommt nichts von den Orten wirklich rüber. Die Polizeistation liegt z.B. in einem wunderschönen alten Haus am Marktpatz von Norden, aber es wird davon nichts erwähnt. Auch die Rolle der Touristen wird vollkommen falsch dargestellt. Sauftouristen findet man vielleicht an den langen Wochenenden auf Norderney oder sonst am Ballermann, Ostfriesland ist eher ein Feriengebiet für Familien. Und die sind um 20 Uhr von den Straßen verschwunden.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass da jemand auf der Ostfrieslandkrimiwelle mit schwimmen will, doch er geht ganz schnell unter. Um die nächsten Bände werde ich einen großen Bogen machen.

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