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Veröffentlicht am 22.07.2021

Die Provence hat auch dunkle Seiten

Verhängnisvolles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 7)
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Verbindet man auf den ersten Blick mit Lavandou den Duft der Provence, Sommer, Sonne, Urlaub und die französische Lebensleichtigkeit, so wird man durch die Romane von Remy Eyssen sehr schnell mit Verbrechen, ...

Verbindet man auf den ersten Blick mit Lavandou den Duft der Provence, Sommer, Sonne, Urlaub und die französische Lebensleichtigkeit, so wird man durch die Romane von Remy Eyssen sehr schnell mit Verbrechen, die selten ohne eine Leiche bleiben, mit einer zum Teil äußerst brutalen Welt konfrontiert.
So auch im vorliegenden siebten Fall, den das kompetente Ermittlerduo bestehend aus dem Rechtsmediziner Leon Ritter und Capitaine Isabelle Morell, beide neben ihrer dienstlichen Verbindung auch außerhalb des Dienstes ein Paar, wieder lösen wird.
Allerdings ein Fall, der auch beim Lesen Betroffenheit auslöst, gilt es doch zunächst nur den Mord an einem kleinen Jungen aufzuklären. Auch wenn erste Ermittlungsergebnisse recht schnell zu einem katholischen Internat und es folgen weitere Todesfälle, allerdings von Erwachsenen.
Wie gewohnt, wechseln sich auch in diesem Roman die Erzählperspektiven ab, da auch die späteren Opfer hin und wieder zu Wort kommen und aus ihrer Sicht Wichtiges für den weiteren Fortgang der Geschichte beitragen
Und – ein weiteres Markenzeichen der Lavandou-Krimis: das Privatleben und die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten entwickelt sich – wie im realen Leben – weiter und erfährt in diesem Roman einen besonders wichtigen Aspekt: Lilou, Tochter von Isabelle und Adoptivtochter von Leon, ist zum ersten mal unsterblich verliebt. Und da Liebe oftmals blind macht, ist für ausreichend Zündstoff gesorgt, da Lilous Freund von Leon und Isabelle alles andere als "passend" angesehen wird.
Ein seitenstarker Roman mit mehr als 500 Seiten, der sich allerdings sehr gut lesen lässt. Dies vor allem auf den angenehmen und flüssigen Schreibstil aber auch die verschiedenen Erzählstränge und auch die lesetechnischen Ausflüge in die ganz private Welt von Leon und Isabelle nebst pubertierender und verliebter Tochter. Auch ohne Vorkenntnisse der sechs Vorgängerbände gelingt der Einstieg sehr gut und man folgt sehr gerne der Klärung eines abscheulichen Verbrechens.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Biblische Geschichten – neu erzählt und mit Berücksichtigung aktueller Entwicklungen, Erkenntnisse und Ergebnisse

Lass das Land erzählen
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Der in Deutschland lebende jüdische Reiseleiter Assaf Zeevi, stellt sein Heimatland auf eine ungemein interessante Weise vor und folgt dabei den Spuren seines Volkes, deren Herkunft und Werdegang in der ...

Der in Deutschland lebende jüdische Reiseleiter Assaf Zeevi, stellt sein Heimatland auf eine ungemein interessante Weise vor und folgt dabei den Spuren seines Volkes, deren Herkunft und Werdegang in der Bibel festgehalten sind.

Beginnend im Alten Testament und den Erzvätern Abraham, Isaak und Jakob findet auch die jahrzehntelange Wanderung des Volkes Israel mit Mose eine umfassende Betrachtung. Dies gilt ebenso für den bekanntesten biblischen König und seine Zeit: König David.

Das Neue Testament ist ausschließlich dem Leben und Wirken Jesu gewidmet und verhältnismäßig kurz im Vergleich zum vorhergehenden Bereich. Dabei wird die Kreuzigungsgeschichte in Form einer taggenauen Beschreibung der letzten Woche Jesu auf Erden beschrieben und man erhält Einblicke in den Ablauf der einzelnen Tage, die in dieser Form das Leiden und Sterben Jesu auf eine ganz besondere und eindringliche Art deutlich machen.

Das Buch hält, was es in einer Unterschrift beschreibt: "Eine Reise durch das biblische Israel". Über viele Seiten fühlte ich mich erinnert an meine Kinderbibel, in der viele biblische Geschichten kindgemäß erzählt wurden. Und so auch in diesem Buch: Assaf Zeevi gelingt es mit einem sehr ansprechenden Schreibstil fesselnd und überaus interessant zu erzählen. Darüber hinaus mit einem hoch interessanten Hintergrundwissen zu Land, Leuten und Alltagssituationen damals und heute zu einem deutlicheren und besseren Verständnis der überlieferten biblischen Geschichten beizutragen. Dazu trägt auch die teilweise Verknüpfung mit der heutigen Zeit bei. Wenn zum Beispiel die Kosten für das Grab von Sarah auf der Grundlage der biblischen Angaben nun in Euro umgerechnet werden.

Aufgelockert das Ganze durch Bilder und kleine Landkarten, die ich mir persönlich jedoch etwas anders vorgestellt hatte. Bilder ohne Unterschrift und deren Bedeutung sich aus dem vorhergehenden Sätzen ergeben oder nur grobe Skizzen von Orten und Gegenden, die ich mir deutlich detaillierter erhofft hatte. Beides gerade dann, wenn man Israel nicht persönlich kennt.

Besonders erwähnenswert die Hervorhebung der Erläuterung einzelner Begriffe wie z.B. "Gebetsriemen, Haussegen und Quasten" durch eine farbliche Untermalung, etwa im Farbton von Sand. Dadurch wird der geschriebene Text deutlich aufgelockert und die Bedeutung des so markierten Textes bereits auf den ersten Blick deutlich dargestellt.

Auch wenn ich das Land Israel nie persönlich kennenlernen werde, so hat mir dieser "Reisebericht der etwas anderen Art" das mir aus der Bibel bekannte Israel und auch das Israel, wie ich es jetzt durch Presse und Funk kenne, nähergebracht. Vor allem sind mir die biblischen Geschichten wieder neu ins Gedächtnis gerufen worden und das Interesse geweckt worden, mich wieder einmal neu damit zu beschäftigen. Mit dem nun neu erworbenen Hintergrundwissen eröffnen sich vielleicht ganz neue Blickwinkel.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Mut zum Ende, Zeit für einen Neubeginn

Liebe auch an Regentagen
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Ein Roman, der sich mit dem Ende einer langjährigen Beziehung von zwei Menschen auseinandersetzt: Lauren, die an ihrem 24. Hochzeitstag endlich den Mut aufbringe, das Ende ihrer Ehe mit dem beruflich überaus ...

Ein Roman, der sich mit dem Ende einer langjährigen Beziehung von zwei Menschen auseinandersetzt: Lauren, die an ihrem 24. Hochzeitstag endlich den Mut aufbringe, das Ende ihrer Ehe mit dem beruflich überaus erfolgreichen Herzchirurgen aber im Privatleben äußerst kontrollsüchtigen Brad in die Wege zu leiten. Dass Lauren dies so viele Jahre akzeptiert und verdrängt hat, ist ausschließlich auf ihre Liebe zu den gemeinsamen Töchtern zurückzuführen. Doch das Maß ist voll und Lauren emanzipiert sich. Verlässt ihren Ehemann und wagt einen Neuanfang.
Und auch für Beau, der "wieder einmal" von seiner Ehefrau verlassen wurde und sie "nun doch wieder" zu ihm zurückwill, ist das Maß nun voll und er leitet die endgültige Trennung ein.
Beide, Lauren und Beau, die sich in einer vergleichbaren Situation aber mit unterschiedlichen Ausgangssituationen befinden, lernen sich durch die gemeinsame Liebe zum "gärtnern" kennen. Sie sind sich bereits nach kurzer Zeit sympathisch, was durchaus auch darauf zurückzuführen ist, dass sie sich mehr oder weniger in der gleichen Situation befinden.
Eine interessante Romanidee, gleiche und doch unterschiedliche persönliche Lebenswendezeitpunkte miteinander zu verknüpfen. Sowohl die beiden Hauptakteure, Lauren und Beau, wirken in ihrem Denken, mit Ihren Gefühlen, aber auch mit ihren Zweifeln und ihrem Hinterfragen sehr überzeugend, realistisch und authentisch. Man leidet, freut sich aber auch gleichzeitig mit ihnen mit und nimmt mit großer Anteilnahme und Begeisterung an diesem teils schmerzlichen Entwicklungsprozess teil.
Der Roman lässt sich gut lesen, ein flüssiger Schreibstil sorgt für ungetrübten Lesegenuss. Eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte und neben den beiden (Noch-)Ehepaaren weitere Charaktere, die mit einem nicht unerheblichen Anteil zu einer abwechslungsreichen und zum Teil auch berührenden Entwicklung beitragen.

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Veröffentlicht am 21.07.2021

Bekannte und neue Rezepte - gesund zubereitet

Medical Cuisine
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Ein sehr interessanter Titel für ein Kochbuch von einem Autorenduo (Ernährungsmediziner und Sternekoch), das sich mit Nahrung, Ernährung, Gesundheit und gesundem Essen auskennt – so mein erster Gedanke, ...

Ein sehr interessanter Titel für ein Kochbuch von einem Autorenduo (Ernährungsmediziner und Sternekoch), das sich mit Nahrung, Ernährung, Gesundheit und gesundem Essen auskennt – so mein erster Gedanke, nachdem ich mir das Buch etwas näher (zumindest das Äußere) angeschaut hatte.
Vom Inhalt hat es mich dann durchaus angesprochen und auch überzeugt. Wenn auch nicht gleich mit konkreten Rezepten gestartet wurde, so erwarteten mich zunächst auf einigen Seiten viel Theorie, die aber überaus interessant gestaltet ist und mir so manche Neuigkeit und auch bisher unbekannte Zusammenhänge aufzeigten.
Anschließend entfaltet sich das übliche Kochbuch mit Rezepten zu Salaten, Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichten und Süßspeisen.
Die Rezepte sind allesamt alltagstauglich und laden zum Nachkochen ein. Dabei gibt es zu vielen Rezepten dann auch noch gleich eine Alternative. Beide Rezepte zeichnen sich durch eine überschaubare Zutatenliste aus, die Anleitung ist kurz und verständlich formuliert und von jedem Gericht findet sich eine Fotografie. Zudem wird mit Hilfe von Symbolen die gesundheitlich positive Wirkung eines Rezeptes markiert.
Für mich besonders interessant die fleischlosen Varianten, wobei es sich um sehr kreative und mir bisher zum Teil völlig unbekannte aber hochinteressante Vorschläge handelt, die auch für die Alltagsküche taugen.

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Veröffentlicht am 16.07.2021

Ein gelungener Sommerurlaubsbegleiter

Wie Träume im Sommerwind
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Beworben auf der Rückseite des Romans mit den Worten "ein leichter Roman" kann ich mich dieser Einschätzung nur anschließen. Fühlte ich mich während des Lesens doch an die Verfilmungen der Romane von Rosamunde ...

Beworben auf der Rückseite des Romans mit den Worten "ein leichter Roman" kann ich mich dieser Einschätzung nur anschließen. Fühlte ich mich während des Lesens doch an die Verfilmungen der Romane von Rosamunde Pilcher oder Inga Lindström erinnert. Dieses mal aber ein Handlungsort, der mir bekannt ist: die Insel Usedom und eine unbekannte Gegend in England nebst einem malerischen kleinen Küstenort.
Emilia und Clara, aufgewachsen auf dem s.g. Rosenhof, auf dem, wie es sich bereits vom Namen ableiten, sich alles um die wohl bekannteste Blumensorte, die Rose, dreht. Seit Generationen im Familienbesitz sind die beiden Schwestern Emilia und Clara mit dem herrlichen Duft dieser Blumen aufgewachsen. Doch nur Clara tritt in die Fußstapfen ihrer Vorfahren, wobei es Emilia dank eines hervorragend ausgeprägten Geruchssinns in eine andere Duftwelt bis hin nach Paris zieht. Doch sie macht sich sofort auf den Heimweg, als sie erfährt, dass ihre Schwester Clara nach einem schweren Autounfall im Koma liegt. Auf sie wartet jetzt nicht nur die Gärtnerei, die weitergeführt werden muss sondern auch Claras Kinder, denen sie sich widmen muss. Und über allem stellt sie fest, dass es noch einige Geheimnisse zu entdecken gibt, die nicht ohne Bedeutung und Folgen für den Rosenhof, aber auch für Clara und Emilia sind.
Ein wirklich zauberhafter, kurzweiliger Sommerroman, der sich auch auf Grund der leichten und flüssigen Schreibweise zügig lesen lässt. Und zum Träumen und Verweilen in den beiden Handlungsorten einlädt. Glaubwürdige, überzeugende, aber auch unterschiedliche Charaktere, mit denen man sich gleich identifizieren kann und die man sehr gerne auf ihrem Weg begleitet. Und glücklicherweise durch die beiden Erzählstränge auch viel über das erfährt, was sich gut 15 Jahre früher ereignet hat und zum Verständnis und zur Lösung der gegenwärtigen Probleme beiträgt. Ein unterhaltsamer Roman, teilweise mit vorhersehbaren Entwicklungen, die ich allerdings nicht als störend empfunden habe. Einmal angefangen, entfaltet der Roman schon nach wenigen Seiten seine Anziehungskraft, der man sich nur schwer entziehen kann. Eine unterhaltsame Lesereise auch mit einer gehörigen Portion Herz-Schmerz und einem Titel, der hält, was er verspricht.

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