Ich hatte nicht erwartet, dass mir dieses Buch so gut gefallen würde.
Königsschwur hat mich wirklich positiv überrascht. Man findet zu Beginn schnell in die Geschichte hinein, auch wenn der Schreibstil zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist – besonders, wenn man nicht oft ...
Königsschwur hat mich wirklich positiv überrascht. Man findet zu Beginn schnell in die Geschichte hinein, auch wenn der Schreibstil zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist – besonders, wenn man nicht oft Bücher dieses Genres liest. Gerade dieser Stil ist jedoch sehr bildlich, wodurch man sich die Szenen, von den Schiffspassagen bis hin zu den Wanderungen, hervorragend vorstellen kann.
Die Geschichte enthält einen Plottwist rund um einen Charakter an Yarvis Seite, den ich zwar von Anfang an vermutet hatte, dennoch gab es viele unerwartete Wendungen – besonders gegen Ende.
Yarvi ist ein außergewöhnlich gut geschriebener Hauptcharakter. Vom einfachen Jungen in der Ausbildung zum Gelehrten wird er plötzlich König von Gettland, und als Leser*in ist man erstaunlich stolz auf ihn, wenn er Hindernisse überwindet und eigene Lösungen findet. Auch die Nebenfiguren sind sehr gelungen, insbesondere Yarvis Gefährten, die gemeinsam eine ungewöhnliche, aber spannende Gruppe bilden.
Das Buch hatte für mich deutliche Game-of-Thrones-Vibes, was mir sehr gefallen hat, da ich sonst nicht oft zu solchen Geschichten greife.
Ein kleiner Makel sind meiner Meinung nach jedoch die Namen und Konstellationen der Charaktere. Die Orts- und Personennamen sind recht ungewöhnlich, wodurch man anfangs leicht durcheinanderkommt. Auch die Rollenverteilungen rund um Mutter, Vater und Gelehrte hätten zu Beginn etwas klarer erklärt werden können.
Trotzdem hat mir das Buch rückblickend sehr gut gefallen. Wer einen mittelalterlichen Fantasyroman mit wenig Romantik, dafür aber starker Charakterentwicklung sucht, dem kann ich Königsschwur definitiv empfehlen.