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la_sagne

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Veröffentlicht am 04.11.2022

Drei Frauen im Krieg

Elektra, die hell Leuchtende
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Die griechische Mythologie aus weiblicher Sicht zu erzählen, scheint in etzter Zeit en vogue zu sein. Jennifer Saint nimmt sich nach Ariadne nun Elektra vor. Bzw. deren Umfeld, denn die titelgebende Person ...

Die griechische Mythologie aus weiblicher Sicht zu erzählen, scheint in etzter Zeit en vogue zu sein. Jennifer Saint nimmt sich nach Ariadne nun Elektra vor. Bzw. deren Umfeld, denn die titelgebende Person kommt erstaunlich wenig vor. Ebenso Kassandra und Klytämnestra kommen zu Wort und sie stehlen Elektra recht schnell die Show. Kassandra als Seherin, der niemand glaubt, ist ja hinlänglich bekannt. Klytämnestra wiederum ist Elektras Mutter und die Frau des Kriegshelden Agamemnons und den meisten dürfte sie eher weniger ein Begriff sein, als die beiden anderen Frauen.

Es geht um den trojanischen Krieg, um vermeintliche Helden, Mord und Verrat, Schicksal und Verderben. Es wird sich recht eng an die literarische Vorlage gehalten, hier hätte ich mir mehr neue Wege und überraschende Einblicke gewünscht. Durchaus nett für Fans der griechischen Mythologie und auch ganz ansprechend geschrieben, zu dem Thema gibt es aber auch bessere Bücher.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Hochzeit

Freundin bleibst du immer
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da man selten einmal Bücher über Nigeria findet. Das Cover ist auch gut gestaltet, auffällig und passend. Es geht um eine Frauenfreundschaft und die unterschiedlichen ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da man selten einmal Bücher über Nigeria findet. Das Cover ist auch gut gestaltet, auffällig und passend. Es geht um eine Frauenfreundschaft und die unterschiedlichen Lebenswege der Freundinnen, die sich nach Jahren erst anlässlich der Hochzeit der Tochter einer der Frauen wiedersehen. Funmi lebt ein Luxusleben mit einem Geschäftsmann, Zainab pflegt ihren kranken Mann und Enitan ist alleinerziehende Mutter.
Schön sind die verschiedenen Perspektiven und der Vergleich wie sich die Frauen im Laufe der Jahre entwickelt haben und es liest sich auch flüssig, wenn man sich erstmal eingelesen hat. Die Handlung kam mir nicht ganz so gut ausgearbeitet vor, vielleicht liegt das daran, dass es sich um einen Debütroman handelt. Die Hochzeit wurde mir etwas zu ermüdend detailreich beschrieben, während bei politischen/gesellschaftlichen Themen eher weggeblendet wird. Die Frauen bleiben in ihrem familiären und eher begrenztem Umfeld. Das ist ein bisschen schade für den Einblick in die Kultur, aber sicherlich eher realistisch als philosophische Gespräche.
Insgesamt ein interessantes Buch, das aber nicht unbedingt für politisch und historisch Interessierte taugt.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Miträtseln in angenehmer Atmosphäre

Die Passage nach Maskat
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Der Fotoreporter Theodor Jung begleitet seine Frau Dora und ihre Familie auf einer Schiffsreise von Marseille nach Maskat. Doras Familie verachtet den aus dem 1. Weltkrieg traumatisiert zurückgekehrten ...

Der Fotoreporter Theodor Jung begleitet seine Frau Dora und ihre Familie auf einer Schiffsreise von Marseille nach Maskat. Doras Familie verachtet den aus dem 1. Weltkrieg traumatisiert zurückgekehrten Jungs als Schwächling und auch sein Konkurrent Lüttgen schmiedet Intrigen. Als plötzlich Dora verschwindet, muss Jung schnell herausfinden, was auf dem Schiff vorgeht.

Der Autor schildert sehr schön die Atmosphäre auf dem Luxusliner und die verschiedenen Stationen der Reiseroute. Natürlich gibt es reichlich skurille Charaktere an Deck, die zu verschiedenen Verdächtigungen einladen, was passiert sein könnte. Jedoch nimmt sich der Autor hier für meinen Geschmack zu viel Zeit. Es dauert 100 Seiten bis überhaupt das passiert, was im Klappentext angekündigt wird. Und auch dann verläuft Jungs Ermittlung sehr gemächlich und vieles wiederholt sich. Er muss mehrmals mit verschiedenen Personen sprechen, bis sich dann immer wieder willkommene Zufälle am richtigen Ort ereignen und er Verbündete gewinnt.
Man kann ganz gut miträtseln und zumindest ich habe erst gegen Ende mit Jung herausgefunden, was passiert ist. Das führt natürlich dazu, dass es ziemlich viele und teilweise auch etwas überkonstruierte Verwicklungen gibt. Nun ja.
Schön atmosphärisch geschrieben mit deutlichen Längen. Kein Kriminalroman der einen gebannt Nächte durchlesen lässt. Es wird eher Miträtseln in angenehmer Atmosphäre geboten.

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Veröffentlicht am 18.06.2022

Viele Übungen, gut für Einsteiger

Du bist mehr als genug
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Die Podcasterin Sara Desai stellt in ihrem Buch Übungen, Meditationen, Visualisierungen, Atemübungen, Affirmationen und Mantras zu Achtsamkeit/Selbstliebe vor. Damit liegt sie voll im Trend. Viele Menschen ...

Die Podcasterin Sara Desai stellt in ihrem Buch Übungen, Meditationen, Visualisierungen, Atemübungen, Affirmationen und Mantras zu Achtsamkeit/Selbstliebe vor. Damit liegt sie voll im Trend. Viele Menschen wünschen sich mehr Selbstbewusstsein und eine optimistischere Stimmung.
Es geht im Buch darum, sich so zu akzeptieren wie man ist, seine Stärken zu erkennen und Selbstbewusstsein und Vertrauen zu entwickeln. Der Weg dahin ist laut diesem Bild ein positives Selbstbild und viel Übung.
Schön fand ich, dass das Buch sehr praxisorientiert ist und viele Anregungen und Übungen enthält. Es ist ansprechend gestaltet und bietet auch Bilder.
Ich würde es für Menschen empfehlen, die sich noch gar nicht mit dem Thema befasst haben und keine wirklich schweren Probleme haben. So ganz alles kann man dann doch nicht mit positivem Denken lösen. Für den normalen Alltag ist es aber sicherlich ganz hilfreich, wenn man mit dem Ansatz der Autorin etwas anfangen kann.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Barbara bleibt liegen

Barbara stirbt nicht
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Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er ...

Herr Schmidt ist ein Mann mit einem sehr traditionellen Rollenverständnis. Um Haushalt und Kinder hat sich seine Frau Barbara gekümmert. Doch als Barbara eines Tages nicht mehr aufstehen kann, muss er sich plötzlich um Barbara kümmern.


Herr Schmidt ist sehr eingefahren in seinen Ansichten und steht Neuerungen und den meisten anderen Menschen geradezu feindselig gegenüber. Es wird aus seiner Sicht erzählt und man erfährt als Leser nur langsam was überhaupt mit Barbara los ist und welche Hintergrundgeschichte Herr Schmidt hat.

Er lernt zwar langsam, aber mühsam besonders über das Kochen, das war für mich als Leserin auch anstrengend zu lesen.

Ich mochte andere Bücher von Bronsky lieber. Allgemein finde ich aber, dass Herr Schmidt ein interessanter Antiheld ist. Allgemein ist immer ein so etwas surrealer Witz drinne. Der kommt aber, anders als in Bronskys anderen Büchern, nicht so sehr zum Tragen.

Kann man lesen, aber für mich als Person, die Bronskys andere Bücher sehr mochte, war es doch etwas enttäuschend.

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