Gelungener Abschluss einer lieb gewonnenen Saga
Gut Greifenau - SternenwendeMit „Gut Greifenau -Sternenwende“, dem 6. Band der Saga, beendet Hanna Caspian die Geschichte rund um das Gut Greifenau und seine Bewohner.
Katharina erleidet einen schweren Schicksalsschlag, steht plötzlich ...
Mit „Gut Greifenau -Sternenwende“, dem 6. Band der Saga, beendet Hanna Caspian die Geschichte rund um das Gut Greifenau und seine Bewohner.
Katharina erleidet einen schweren Schicksalsschlag, steht plötzlich allein mit 2 Kindern da und muss ihr Leben neu ordnen.
Auch für Gut Greifenau und seine Bewohner wird es durch die weltweite Wirtschaftskrise schwierig. Graf Konstantin ändert aufgrund der finanziellen Probleme und der bedrohlichen Lage immer mehr seine politische Gesinnung, was Probleme mit seiner Ehefrau Rebecca nach sich zieht.
Auch die Gutsangestellten, allen voran Albert, der immer noch sein Geheimnis hütet, müssen sich durchkämpfen und sehen, auf welcher Seite sie stehen.
Die Schreibweise von Hanna Caspian ist wie immer emotional, spannend und mitreißend.
Bereits ab der ersten Seite ist man wieder mittendrin im Geschehen und fiebert mit lieb gewonnenen Charakteren mit.
Storylines, die in den vorangegangenen Bänden begonnen wurden, finden nun ein Ende und der Leser kann abschließen.
Wie in jedem Band ist es gelungen, die Balance zwischen den Herrschaften und den Gutsmitarbeitern zu finden.
Gerade das Schicksal von Wiebke und Eugen zieht sich durch die Reihe durch und findet hier nun seinen Ausklang.
Aufgrund der Zeit von 1929 – 1932 kommt das Buch nicht umhin, sehr politisch zu sein. Dies unterscheidet den Band meines Erachtens von den anderen 5 Teilen. Mir war es an manchen Stellen zu politisch und hat daher ein bisschen an Emotionalität eingebüßt. Jedoch findet man hierzu die Erläuterung im Nachwort, welche ich gut nachempfinden kann.
Es wurde sehr gut dargestellt, wie sich die Lage und die Stimmung in Deutschland zur damaligen Zeit verändert hat und wie maßgeblich der Adel daran mitgewirkt hat, dass Hitler die Macht ergreifen konnte.
An manchen Stellen kann man nur den Kopf schütteln, wie naiv die Menschen damals waren, aber es konnte wohl keiner wirklich ahnen, wie schrecklich die Herrschaft der Nazis tatsächlich werden würde.
Hanna Caspian gelingt es vortrefflich, geschichtliche Ereignisse mit den fiktiven Schicksalen der Charaktere zu verbinden.
Alles in allem bin ich sehr traurig, dass ich Gut Greifenau und seine Bewohner nun verlassen muss. Ich hätte mir gut vorstellen können, die Protagonisten noch weitere Jahre zu begleiten, aber auch hier kann ich die Beweggründe, warum die Geschichte nur bis 1932 ausgeführt wird, gut verstehen.
So kann sich jeder selber seinen Teil denken, wie es wohl mit dem Gut und seinen zahlreichen Bewohnern in der Zeit des Nationalsozialismus weitergegangen wäre.
Ich bedanke mich bei Hanna Caspian für zahlreiche emotionale Lesestunden, die mir viel Freude bereitet haben.
Ich kann diese wundervolle Familiensaga nur jedem ans Herz legen. Es lohnt sich! Um die gesamte Geschichte zu verstehen und die Charaktere richtig kennen zu lernen, empfehle ich jedoch auf jeden Fall ab Band 1 zu beginnen.