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Veröffentlicht am 21.04.2017

Die Tatorte Wien und Leipzig als Spur auf ein Schiff

Rachesommer
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Rezension zum Hörbuch vom Audiobuch-Verlag, Sprecher Hubertus Gertzen

In Wien ertrinkt ein renommierter Kinderarzt in einem offenen Kanalschacht. Die Anwältin Evelyn Meyers will beweisen, dass der Schacht ...

Rezension zum Hörbuch vom Audiobuch-Verlag, Sprecher Hubertus Gertzen

In Wien ertrinkt ein renommierter Kinderarzt in einem offenen Kanalschacht. Die Anwältin Evelyn Meyers will beweisen, dass der Schacht gut abgesichert war. Damit will sie die Firma ihres Onkels vor der Insolvenz schützen. Bei ihren Recherchen stößt sie auf erstaunliche Beweise …

In Leipzig ermittelt Walter Pulaski in einer psychiatrischen Klinik im Fall des vermeintlichen Selbstmord eines jungen Mädchens. Er ist jedoch schnell davon überzeugt, dass es sich um Mord handelt. Als er auf immer mehr ähnliche Fälle stößt, ahnt er, dass er einer großen Sache auf der Spur ist …

Evelyn und Walter treffen in Norddeutschland aufeinander und entdecken, dass beide eine Reihe Puzzleteilchen besitzen, die beim anderen zur Lösung beitragen. So tun sie sich zusammen und ermitteln gemeinsam. Das ist eine gute Idee und ein toller Plot, doch hatte ich sehr große Mühe, den Geschehnissen zu folgen. Die beiden Hauptpersonen sind zwar gut gezeichnet, haben Ecken und Kanten und sind somit interessante Personen, aber die vielen Perspektiv- und Zeitenwechsel haben mich hier sehr gestört.

Leider kann ich auch Hubertus Gertzen als Sprecher hier absolut nicht gut finden. Seine Stimme passt weder zu den Figuren, noch zur Story. Ihn kann ich mir eher bei Fantasy oder humorigen Büchern vorstellen. Das hat mich auf weiten Strecken sehr angestrengt und abgelenkt. Vermutlich wäre meine Bewertung etwas besser ausgefallen, hätte ein anderer Sprecher das Buch eingelesen.

Die eigentlichen Taten sind brutal und auffällig, dennoch ermitteln die beiden Protagonisten privat und ohne Auftrag – und kommen dabei sehr weit. Das ist für mich nicht wirklich logisch oder nachvollziehbar und ich frage mich, wieso die Polizei sich das gefallen lässt und warum sie nicht eingreift und selbst das eine oder andere herausfindet.

Das Ende kommt heftig und mit Knalleffekt, kann das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Der Gedanke, wieso wer wann warum wurde, wie er/sie wurde, ist erschreckend. Die Story geht, trotz allem, an die Substanz.

Insgesamt fehlen mir eine klare Struktur und vor allem die passende Stimme. Deshalb kann ich für das Hörbuch leider nur drei Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 12.04.2017

Für mich zu viel Selbstdarstellung der Autorin

Happy Healthy Food – Histaminfrei, glutenfrei, laktosefrei kochen
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Natalie Geitman hat aufgrund gesundheitlicher Beschwerden Rezepte entwickelt, mit denen diversen Intoleranzen entgegengewirkt werden kann. Das Buch eignet sich, um per Selbsttest Lebensmittelunverträglichkeiten ...

Natalie Geitman hat aufgrund gesundheitlicher Beschwerden Rezepte entwickelt, mit denen diversen Intoleranzen entgegengewirkt werden kann. Das Buch eignet sich, um per Selbsttest Lebensmittelunverträglichkeiten herauszufinden. Allerdings muss man dabei auf sehr viel Gewohntes verzichten und bereit sein, die Ernährung wirklich radikal und komplett umzustellen.

Die Rezepte sind zumeist unkompliziert, die Zutaten sind es allerdings selten. Hier hat man wohl in den seltensten Fällen die Ingredienzen sowieso im Küchenschrank stehen. Noch dazu sind viele benötigte Lebensmittel nicht gerade günstig und wirklich schwer zu bekommen.

Was mich aber am meisten an diesem Buch stört ist, dass die Autorin selbst am meisten Platz darin einnimmt, nicht ihre Rezepte. Es finden sich jede Menge Fotos von ihr, frisch und fröhlich, gesund und munter und hübsch knapp bekleidet. Alles recht und schön, aber die Leidensgeschichte hätte man kürzer fassen können und die meisten Fotos sich sparen können – das hätte dann Platz für weitere Rezepte gelassen.

So ist das Buch ein schwerer, dicker Wälzer. Mehr als 250 Seiten, dabei 100 Rezepte, ein Lebensmittelregister, ein Rezepteregister und jede Menge Nathalie Gleitman. Selbst bei mehrfacher Suche fand ich ein einziges Rezept, das man als „alltagstauglich“ bezeichnen könnte: Lachs auf Gemüsebett. Alles andere ist für meine Verhältnisse einfach zu schwer umsetzbar, um wirklich eine Woche (die ich für zu kurz gefasst erachte) durchgehend so zu essen, um sich selbst auf Histaminunverträglichkeit, Glutenallergie und Laktoseintoleranz zu testen.

Die Idee an sich finde ich gut, die Umsetzung nicht. Vielleicht wäre es einfacher, die drei Bereiche zu trennen und lieber nacheinander auszuloten. So schön ich die Aufmachung des Buches finde, so wenig tauglich finde ich es. Das ist schade. Deshalb kann ich leider auch nur drei Sterne geben.

Veröffentlicht am 17.03.2017

Lässt mich ein wenig ratlos zurück

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
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Feyre ist eine junge Jägerin. Ihre Familie ist arm. Es ist Winter und die Nahrung mehr als knapp. Deshalb riskiert sie es, einen Wolf zu erlegen. Sie hat es fast geahnt, es ist ein Fae – und das hat weitreichende ...

Feyre ist eine junge Jägerin. Ihre Familie ist arm. Es ist Winter und die Nahrung mehr als knapp. Deshalb riskiert sie es, einen Wolf zu erlegen. Sie hat es fast geahnt, es ist ein Fae – und das hat weitreichende Folgen für sie. Feyre wird ins Reich der Fae, Prythian, entführt. Das ist der Handel zwischen den Fae und den Menschen: ein genommenes Leben zu ersetzen.

Der Ansatz ist richtig gut, doch gibt es eine Reihe Längen, die die Story leider stark abwerten. Feyre ist mir nicht wirklich sympathisch, da sie wie ein bockiges kleines Kind macht, was sie will und sich nicht an Regeln halten mag. Leider hat sie ansonsten auch wenig zu tun bei Tamlin in Prythian, obwohl ja gerade hier das große Potenzial liegen würde.

Im zweiten Teil des Buches schlägt plötzlich alles um. Es wird actionreich und teils auch brutal. Doch die Liebesgeschichte bleibt weiter blass, was ich sehr schade finde.

Eine Parallele zu „Die Schöne und das Biest“ sehe ich hier nicht wo wirklich. Im Buch sind alle irgendwie viel zu gutaussehend und gerade Tamlin ist mit „dem Biest“ keineswegs vergleichbar. Und Feyre ist mir als Schöne ein wenig zu naiv. Vielleicht wäre es besser gewesen, diese Werbetrommel nicht so laut zu schlagen, denn dadurch bin ich mit einer vorgefassten Stimmung ans Lesen gegangen und wurde mehr enttäuscht, als nötig gewesen wäre.

Die Welt, die die Autorin hat entstehen lassen, ist sehr gut aufgebaut und stimmig in sich. Zwar sind hier einige Längen entstanden, doch kommt insgesamt einiges an Spannung auf. Dass der Leser lange im Dunkeln tappt, wozu die strikte Trennung der Reiche und wieso Tamlin und das Reich so sind, wie sie sind, mag Spannung aufbauen, hat mich streckenweise aber auch ein wenig genervt.

Einerseits passt der Aufbau der Story zur Tatsache, dass dies der Auftakt einer Reihe ist. Andererseits ist die Story in sich aber auch abgeschlossen und wer mag, kann einfach aufhören zu lesen. Dennoch gibt es eine Art Cliffhanger zum zweiten Band.

Die Figuren sind relativ stereotyp, aber gar nicht so schlecht aufgebaut. Das klingt paradox, passt aber ganz genau zu dem, wie dieses Buch bei mir ankommt. Es reißt mich hin und her. Gute Stellen, öde Längen, brutale Szenen, blasse Liebesgeschichte, es ist ein Mix, der es mir schwer macht, das Buch richtig einzustufen. Irgendetwas fehlt mir hier, um den Zeiger in eine Richtung ausschlagen zu lassen. So ist die fairste Lösung für mich, drei Sterne zu vergeben. Möglicherweise steigert sich die Story in den Folgebänden, doch ob ich sie lesen möchte, weiß ich noch immer nicht mit Sicherheit zu sagen.

Veröffentlicht am 12.03.2017

Anders als erwartet

Made at Home Vol. 2 - Frühjahr & Sommer
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Tina Devaux und Laura Kirschbacher haben hier eine Reihe witziger, schöner, praktischer und hilfreicher, teils aber auch zu sehr auf die Vorlagen bezogene Basteltipps zusammengestellt, die von Anna Schneider ...

Tina Devaux und Laura Kirschbacher haben hier eine Reihe witziger, schöner, praktischer und hilfreicher, teils aber auch zu sehr auf die Vorlagen bezogene Basteltipps zusammengestellt, die von Anna Schneider genial in Bildern festgehalten worden sind.

Das Buch hat eine stabile Ringbindung. So kann man es aufgeschlagen vor sich liegen haben, ohne dass der Buchrücken dabei Schaden nimmt. Außerdem erleichtert das das Kopieren der Vorlagen enorm.

Einige der Tipps sind komplett einfach, andere doch schwieriger. Manche davon regen wieder zu neuen, eigenen Ideen an – die gefallen mir am besten. Die einzelnen Seiten sind aus stabilem Papier, das auch mal eine kleine Attacke verträgt (beim Basteln geht es ja auch gern mal drunter und drüber). Die benötigten Bastelmaterialien sind meist sehr einfach zu bekommen und teils sogar „Abfallprodukte“ aus dem täglichen Leben. Hin und wieder geht der Materialbedarf aber auch etwas ins Geld (ich denke da besonders an das Riesen-Eis-am-Stil als Dekoobjekt).

Die Ideen sind mit kleinen Weckern gekennzeichnet, die angeben, wie lange man für das jeweilige Projekt benötigt. Dabei bezeichnen die „15-Minuten-Abschnitte“ nicht exakt die Zeit, sondern von „sehr schnell“ bis „nachmittagfüllend“ den Zeitaufwand.

Die Ideen sind alle auf Frühjahr und Sommer ausgelegt. Besonders viel findet sich für Gartenpartys – zumindest, wenn man sich die Zeit dafür nehmen möchte, all die wirklich hübschen „Kleinigkeiten“ dafür zu basteln. Ein wenig bin ich enttäuscht, denn ich dachte, es finden sich Projekte, die mehr freies Basteln ermöglichen. Hier sind sehr viele Ideen, für die man die Vorlagen (die teils auf der Verlagsseite auch zum Download bereitstehen – wozu man dann online sein muss und einen guten Drucker braucht) verwenden soll/muss. Mir nimmt dann das Wissen, dass hunderte andere eben genau dies auch gebastelt haben, die Freude daran. Das ist dann eher ein „Bastelsatz“ und nichts für mich. Im Grunde sind viele der vorgestellten Ideen gar nicht näher erklärt. Man guck sich ab, was man sieht, und arbeitet es nach.

Ob aber Rezepte in ein Workbook dieser Art gehören, weiß ich nicht so genau. Für mich hat das mit Basteln wenig bis gar nichts zu tun. Ein Eis am Stiel haben wir schon als Kinder gemacht, ganz ohne solch eine Anleitung.

Insgesamt ist das Buch nett gemacht, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe. Dennoch sind gute Ansätze dabei. Deshalb gebe ich drei Sterne und werde mir das „Made at Home für die dunkle Jahreszeit“ leider nicht zulegen. Ich möchte das Buch nicht zerschnippeln und auch nichts darin eintragen. Schön wäre gewesen, wenn man die Seiten entnehmen könnte, wie bei einem Ordner. Für den Preis der Bücher müsste da sehr viel mehr drin stecken, das mich richtig und komplett anspricht.

Veröffentlicht am 08.03.2017

Verkorkste Eltern oder verkorkster Luis?

Wie man seine voll verkorksten Eltern erzieht (Eltern 1)
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Luis ist mit seinen Eltern umgezogen und landet auf einer Schule, die völlig anders ist, als seine alte. Dann verändern sich seine Eltern plötzlich und verlangen von ihm Bestnoten und Sonderaktivitäten. ...

Luis ist mit seinen Eltern umgezogen und landet auf einer Schule, die völlig anders ist, als seine alte. Dann verändern sich seine Eltern plötzlich und verlangen von ihm Bestnoten und Sonderaktivitäten. Luis möchte aber Comedy-Star werden und geht heimlich zum Casting …

So wirklich lustig fand ich das Buch nicht und ich bin auch nicht wirklich davon überzeugt, ob man 10-12 Jährigen sagen soll, wie man seine Eltern blockiert, heimlich zu Castings geht und es als lustig und witzig hinstellt, keinerlei Interesse für die Schule zu haben. Luis ist ein sehr eigensinniger Junge, der mir wenig sympathisch ist und der keinerlei Argumenten zugänglich ist. Auch am Ende des Buches ist nicht wirklich klargestellt, wozu Lernen gut ist und wie man ein gutes Verhältnis zu Lehrern und Eltern bekommen kann. Das gefällt mir ganz und gar nicht.

Es gibt sehr viel lustigere Bücher für diese Zielgruppe, die Verständnis für die Kids aufbringen und diesen helfen, mit ihrem Schulalltag, den Eltern, der einsetzenden Pubertät und allem Chaos klarzukommen – auf positive Weise. Hier ist die Aussage für mich eigentlich nur: es gibt nur zu lasche oder zu strenge Eltern, bei Schulproblemen wechselt man einfach die Schule und als Junge ist man am besten so rotzig wie möglich zu allen Erwachsenen. Keine gute Idee.

Deshalb kann ich dem Buch auch nur drei Sterne geben, mit Tendenz zu zwei …!