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Veröffentlicht am 13.12.2021

Glaube an deine Träume

Still With You
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Morgane Moncomble hat mit „Still with you” ein weiteres Buch im LYX Verlag veröffentlicht. Es ist am 21. November 2021 erschienen. In ihrer jüngsten New Adult Geschichte kämpft Lara mit allen Mitteln um ...

Morgane Moncomble hat mit „Still with you” ein weiteres Buch im LYX Verlag veröffentlicht. Es ist am 21. November 2021 erschienen. In ihrer jüngsten New Adult Geschichte kämpft Lara mit allen Mitteln um die Verwirklichung ihrer Träume. Schon seit ihrer Kindheit teilte sie mit ihrer Zwillingsschwester vor allem ihre Begeisterung für die Akrobatik. Doch Amelia möchte im letzten Schuljahr nicht mehr mit ihr trainieren. Um dennoch an einer prestigeträchtigen Akrobatikschule aufgenommen zu werden, ist Lara gezwungen, sich einen neuen Partner für das Training zu suchen. Die Wahl fällt auf Casey, ihr Klassenkamerad, mit dem sie sich in einem Wettstreit als Jahrgangsbester befindet.
Der Klappentext ließ mich vermuten, dass es in dem Buch primär um das Thema Bodyshaming geht. Lara hat mit Vorurteilen gegenüber ihrem Gewicht zu kämpfen – besonders vor ihrer Mutter. Jedoch ist das Thema Gewicht nicht das einzige, womit Lara sich auseinandersetzten muss. Ich möchte hier jedoch nicht vorweggreifen, deswegen werde ich auch nicht weiter darauf eingehen. Mir hat die Wahl der Inhalte sehr gut gefallen.
Auch das Setting mit Akrobatik, Zirkus, Burlesque und Varieté fand ich äußert gelungen. Eine großartige Kombination! Und bisher habe ich noch kein Buch in diese Richtung gelesen. Beide Hauptprotagonisten waren mir von Anfang an sympathisch. Ich habe bei jeder ihrer Handlungen mitgefiebert. Besonders hat mir die zarte Liebesgeschichte zwischen Lara und Casey gefallen.
Etwas schade fand ich, dass man sehr wenig von den Nebenprotagonisten mitbekommen hat. Hier hätte ich gerne mehr erfahren! Grundsätzlich finde ich Diversität bei den Protagonisten wichtig, vor allem wenn damit zu natürlich umgegangen wird, wie in Moncombles Buch. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es hier etwas zu viel des Guten ist.
Die Geschichte hat mir insgesamt gutgefallen. Hierfür war vor allem auch der angenehme Schreibstil der Autorin verantwortlich, der mich das Buch fast in einem Rutsch hat durchlesen lassen. Die Erzählung bietet mehr als der Klappentext vermuten lässt. Das finde ich an sich gut, wenn es jedoch in so eine andere Richtung geht, könnten einige Leser enttäuscht sein. Einfach, weil etwas anderes erwartet wurde. Das tut dem Buch jedoch keinen Abbruch! Ich würde es auf jeden Fall empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Ein richtig witziger Wohlfühlroman

Say yes - Perfekter wird‘s nicht
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„Say yes – Perfekter wird’s nicht“ von Laura Jane Williams erschien am 02. November 2021 bei Knaur. Hauptprotagonistin ist Annie, die von ihrem Verlobten Alexander an ihrem Hochzeitstag sitzengelassen ...

„Say yes – Perfekter wird’s nicht“ von Laura Jane Williams erschien am 02. November 2021 bei Knaur. Hauptprotagonistin ist Annie, die von ihrem Verlobten Alexander an ihrem Hochzeitstag sitzengelassen wird. Kurz darauf trifft sie auf Patrick, einen Freund aus Jugendtagen. Mit ihm tritt sie die von den beinahe Schwiegereltern bezahlten Flitterwochen an. Bei der romantischen Luxusreise ist es nur eine Frage der Zeit, bis zwischen den beiden Funken fliegen. Doch hat ihre Urlaubsromanze auch zurück im Londoner Alltag eine Zukunft? Denn nicht nur Annie’s Herz wurde verletzt, Patrick’s trägt ebenso Narben.
Zu Beginn hatte ich etwas mit den eher ungewöhnlichen Namen bzw. Spitznamen der Protagonisten zu kämpfen. Und auch in den sehr lockeren Schreibstil musste ich erst einmal hineinfinden. Nach den ersten Kapiteln hat man sich jedoch daran gewöhnt und es ist insgesamt sehr angenehm zu lesen.
Ich konnte mich vor allem mit Annie sehr gut identifizieren. Sie hatte ihr eigenes Glück bisher immer hintenangestellt. Erst Patrick hilft ihr dabei, wieder zu sich selbst zu finden und im Hier und Jetzt zu leben. Ich denke davon können sich die meisten eine Scheibe abschneiden. Zumindest für mich war das Buch eine Inspirationsquelle.
Auch die detaillierten Beschreibungen der unfassbar großartigen Flitterwochen haben mitunter dazu beigetragen, dass mir das Buch so gut gefallen hat. Egal welche Aktivität die beiden Protagonisten erlebt haben, ich konnte mir als Leser alles ganz genau vorstellen. Hier wurde definitiv Fernweh geweckt!
Eine locker leichte englische RomCom. Das Buch hat mich gut unterhalten und ist eine schön leichte Lektüre für zwischendurch. Insgesamt ein tolles Wohlfühlbuch - genau das, was ich erwartet hatte!

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Ein Roman über eine mutige Frau, die ihrer Zeit voraus war

Die Frau, die den Himmel eroberte
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Am 12. September 2021 ist „Die Frau, die den Himmel eroberte“ im Insel Verlag erschienen. Vanessa Giese nimmt uns mit nach Frankfurt Ende des 19. Jahrhunderts. Hier lebt die zunächst unscheinbare Näherin ...

Am 12. September 2021 ist „Die Frau, die den Himmel eroberte“ im Insel Verlag erschienen. Vanessa Giese nimmt uns mit nach Frankfurt Ende des 19. Jahrhunderts. Hier lebt die zunächst unscheinbare Näherin Katharina Paulus. Wir dürfen sie bei ihrer Entwicklung zur Luftfahrtpionierin, Erfinderin und Unternehmerin begleiten. Ihre Reise ist jedoch alles andere als unbeschwert und war geprägt von Verlusten, Hindernissen und dem Krieg. Ein fiktiver Roman, der, wie die Autorin im Nachwort sagt „so geschehen sein könnte“.
Käte erzählt in diesem Buch ihre Geschichte. Sie beginnt ihre Erzählung im Jahr 1889 in Frankfurt. Dort lernt sie den Ballonfahrer Hermann Lattemann kennen, für den sie anschließend arbeitet. Sie verlieben sich und bald darf auch Käte gemeinsam mit ihm in die Lüfte aufsteigen – und mit einem Fallschirm abspringen. Doch leider hält das Glück nicht lange, denn schon bald verunglückt ihr Lebensgefährte. Sie setzt alles daran, als Frau in der Luftfahrt Fuß zu fassen und entwickelt den Fallschirm, der Hermanns Leben hätte retten können, beständig weiter.
Der angenehme Schreibstil der Autorin hat mir den Einstieg in das Buch sehr leicht gemacht. Auch die Idee des Buches hat mir gut gefallen. Eine fiktive Geschichte, die rund um wahre Begebenheiten gesponnen wurde. Und das, trotz der wenigen Informationen, die über das Leben der Käte Paulus bekannt sind. Sie war eine beeindruckende Frau, die sich nicht mit dem klassischen Rollenbild ihrer Zeit zufriedengab. Hiermit dient sie auch heute noch als Vorbild für alle Frauen! Schön fand ich auch, wie Giese ganz nebenbei historische Details mit einfließen lässt.
Ich habe lediglich zwei kleine Kritikpunkte. Zum einen verwirren mich die Zeitsprünge teilweise. Die Autorin lässt Käte manchmal seitenlang von einem oder zwei Tagen erzählen und plötzlich sind zwei Jahre vergangen und ein großes Ereignis findet statt. Zum anderen hat sich mir der Mehrwert, dass das Buch sowohl in der Gegenwart als auch in der Erzählung der Vergangenheit geschrieben wurde.
Insgesamt hat mir das Buch über die Luftschifferin gut gefallen. Es war ein netter Zeitvertreib und eine schöne Lektüre für zwischendurch. Die Umsetzung der Autorin ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen. Und wurde durch den ansprechenden Schreibstil gekonnt abgerundet. Ein Roman über eine mutige Frau, die ihrer Zeit voraus war!

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Veröffentlicht am 12.10.2021

Ein "leichter" historischer Roman

Der Pfeiler der Gerechtigkeit
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„Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ von Johanna von Wild ist am 07. Juli 2021 im Gmeiner Verlag erschienen. Der historische Roman spielt im Verlauf des 16. Jahrhunderts sowohl in Würzburg als auch in Venedig. ...

„Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ von Johanna von Wild ist am 07. Juli 2021 im Gmeiner Verlag erschienen. Der historische Roman spielt im Verlauf des 16. Jahrhunderts sowohl in Würzburg als auch in Venedig. Hauptperson ist der Bäckerlehrling Simon, den man auf seiner Reise vom Bäckerlehrling zum angesehenen Zuckerbäckermeister begleitet.
Meine Vorfreude war riesig! Ein Buch über Würzburg, meine Heimatstadt. Ich liebe es immer noch ein bisschen mehr über die Vergangenheit bzw. Entstehung „meiner“ Stadt zu erfahren. Ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn ich über einen Straßennamen oder Nachbarort gelesen habe.
Ich musste mich zunächst ein wenig an den Schreibstil gewöhnen. Nach den ersten Kapiteln habe ich dann jedoch gut in die Geschichte hineingefunden. Zu Beginn des Buches sind die Kapitel/Abschnitte relativ kurz, was eher unüblich für historische Romane ist. Einerseits finde ich es recht angenehm, dass nicht alles super ausschweifend erzählt wird. Andererseits ging es mir dann doch manchmal etwas zu schnell. Etwas schade finde ich, dass die Zeitspannen so unterschiedlich gewählt sind. Bzw. wie viel über die einzelnen Jahre geschrieben wird. Zu Beginn waren es teilweise nur wenige Seiten für ein Jahr. Im Laufe des Buches werden die Kapitel immer länger, sodass ein Kapitel mit über 100 Seiten ausschließlich in einem einzigen Jahr stattgefunden hat.
Die Aufteilung der Kapitel hat mich teilweise etwas verwirrt. Manche Kapitel werden mit einer Zeitspanne von mehreren Jahren angegeben, andere nur mit einem Jahr. Im Anschluss folgt dann ein Jahr, das innerhalb dieser Zeitspanne liegt. Und manchmal wird während der Kapitel zwischen Venedig und Würzburg gewechselt, obwohl jedes Kapitel nach einer Stadt benannt ist. Vor allem in der ersten Hälfte des Buches wird viel über die Entstehung Würzburgs und Erzbischof Echter berichtet. Das lässt dann jedoch stark nach. Ich hätte mich gefreut, hier noch weitere Informationen zu bekommen.
Mir sind die Protagonisten sehr schnell ans Herz gewachsen. Zumindest Simon und Julia. Sein Stiefbruder und -vater natürlich nicht! Die Entwicklung des Buches gefällt mir auch. Es wird nicht langweilig, da immer wieder etwas Unvorhergesehenes passiert. Die Verstrickung der Protagonisten ist geschickt eingefädelt und durchdacht. Gegen Ende wurden manche Stellen etwas schnell abgehandelt, das hat jedoch dem spannenden Schluss keinen Abbruch getan.
Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Einen großen Pluspunkt bekommt es vor allem deshalb, weil es von Würzburg handelt und ich so noch einiges über meine Heimatstadt lernen konnte. Die Geschichte und vor allem die Verstrickung der Figuren untereinander war interessant und durchdacht gestaltet. Hierdurch wurde die Spannung fast durchgehend hochgehalten. Insgesamt handelt es sich bei „Der Pfeiler der Gerechtigkeit“ um einen eher leichten historischen Roman, der sich nicht zu sehr in Details und Beschreibungen verliert.

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Veröffentlicht am 02.06.2021

Der Mann hinter den Hauskonzerten

Hauskonzert
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In der Konzertsaison 2019/20 wird Igor Levit vom Journalisten Florian Zinnecker begleitet. Er möchte mehr über den so genannten Jahrhundertpianisten erfahren, der sich auch noch gegen Rassismus, Antisemitismus ...

In der Konzertsaison 2019/20 wird Igor Levit vom Journalisten Florian Zinnecker begleitet. Er möchte mehr über den so genannten Jahrhundertpianisten erfahren, der sich auch noch gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenhass jeglicher Art einsetzt. Ich möchte das hier bewusst so provokant formulieren, da das anscheinend die vorherrschende Meinung der Allgemeinheit darstellt. Das Buch lädt jedoch dazu ein hinter die Fassade des Musikers zu blicken und beschreibt den Menschen, der hinter den Konzerten, Preisen und Twitter Posts steht.

Florian Zinnecker hat es durch seinen Schreibstil geschafft, mich bereits ab dem ersten Satz von „Hauskonzert“, das am 19.04.2021 bei Hanser erschienen ist, mitzureißen. Es ist so angenehm zu lesen. Es fühlt sich an als würde man mit den beiden Männern am Tisch in diesem Café sitzen. Die Kombination aus langen, beschreibenden Sätzen und sehr kurzen. Manchmal nur ein oder zwei Worte. Grandios! Er erzählt sachlich und dennoch mit Witz. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Obwohl ich noch nie etwas von Levit und Zinnecker gehört habe, sind mir die beiden so sympathisch und ich habe bereits nach den ersten Seiten das Gefühl, sie lange zu kennen.

Die Art wie der Autor die Musik beschreibt ist atemberaubend. Ich hatte Gänsehaut. Und das, obwohl ich, im Normalfall wenig mit klassischer Musik anfangen kann. Während dem Lesen saß ich mit im Großen Saal der Elbphilharmonie und konnte die Musik förmlich hören! Lediglich mit den häufigen Zeitsprünge, bei denen mir manchmal nicht klar war, wo man sich gerade befindet, und den vielen Personen, die oft nur beiläufig vorgestellt werden, habe ich mir manchmal etwas schwergetan.

Igor Levits Reise ist natürlich beeindruckend. Das wird einem vor allem auf den ersten Seiten gezeigt. Und dennoch wird auch hier schon angedeutet, dass mehr dahintersteckt. Dass auch das Leben eines Weltklassepianisten nicht nur aus Höhen besteht. Dass auch er sich Gedanken darüber macht, wer er eigentlich ist und was er tun soll. Er ist sehr selbstkritisch, nie mit sich zufrieden und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Mir hat besonders die gelungene Komposition von Igor dem Pianisten und Igor dem Aktivisten gefallen. Denn auch als Jahrhundertpianist ist er einfach nur ein Mensch. Eben dies hebt er auch immer wieder hervor. Er ist weder ein Pianist, der sich für Politik interessiert, noch ein Aktivist, der zufällig auch sehr gut Klavier spielen kann. Beides ist tief in ihm verankert, es macht ihn aus.

Mit Begeisterung habe ich “Hauskonzert” gelesen. Florian Zinnecker schafft es, auf zugleich ernste und dennoch humorvolle Art und Weise, den Leser einen Blick hinter die Fassade von Igor Levit werfen zu lassen. Wenn es bis dahin noch nicht geschehen ist, möchte man sich unverzüglich seine Musik und vor allem seine Hauskonzerte anhören. Das Buch erzählt die Geschichte eines Jungen, der sich nie hat unterkriegen lassen, der nie mit sich zufrieden war und es auch noch nicht ist. Ich bin gespannt darauf, wie es weiter geht!

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