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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2021

Toll erzählt

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher
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Auf dieses Buch war ich schon sehr gespannt, denn ich wollte gerne mehr zu dem Verlag und seine Betreiber wissen, von dem viele meiner Bücher stammen.

In einem unkomplizierten Schreibstil beschreibt Beate ...

Auf dieses Buch war ich schon sehr gespannt, denn ich wollte gerne mehr zu dem Verlag und seine Betreiber wissen, von dem viele meiner Bücher stammen.

In einem unkomplizierten Schreibstil beschreibt Beate Rygiert sehr anschaulich wie kompliziert die Führung des Verlages Ender der 20er und Anfang der 30er Jahre war, da es familiär bedingt sehr viele Personen im Direktorium gab und diese untereinander auch noch ziemlich zerstritten waren.

Eigentlich geht es hier hauptsächlich um Dr. Rosalie Gräfenberg, die zweite Frau von Franz Ullstein. Im Gegensatz zu den anderen Ehegattinnen bleibt sie nicht im Hintergrund. Sie ist eine Schönheit und zudem intelligent, selbständig und freiheitsliebend. Der restlichen Ullstein-Familie ist sie ein Dorn im Auge und man wäre sie gerne wieder los.

Um die vielen historischen Personen und Fakten hat die Autorin in einem Nebenstrang noch die Geschichte von dem Tippfräulein Lily und ihrem Verlobten Emil gerankt, die beide im Ullsteinhaus angestellt sind. Dieser Strang lockert die Geschichte insgesamt auf und gibt zudem einen Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Angestellten und Arbeiter zu der damaligen Zeit.

Beate Rygiert hat es wunderbar verstanden historische Persönlichkeiten und Fakten mit einem fiktiven Rahmen zu einem interessanten und unterhaltsamen Werk zu verbinden. Mich hat dieser Roman sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Das Zuhause des Abenteuers ist die Fremde

Tante Emma und der Schnee-Express
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Zu diesem Buch fällt mir folgendes Sprichwort ein: Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. So geht es auch der sechsjährigen Lia, die mit ihrer Tante eine Zugreise von Wuppertal in die Arktis ...

Zu diesem Buch fällt mir folgendes Sprichwort ein: Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. So geht es auch der sechsjährigen Lia, die mit ihrer Tante eine Zugreise von Wuppertal in die Arktis unternimmt. Auslöser war ein Buch mit Felix dem Hasen und Lia wollte gerne wissen, ob es irgendwo wirklich so viel Schnee gibt und man dort auch mit dem Zug hinfahren kann.

Mir hat sehr gut gefallen, dass Emma ihrer Nichte nicht nur bestätigt, dass es irgendwo so viel Schnee gibt, sondern ihr die eigene Erfahrung ermöglicht. Sie bindet Lia schon in die Vorbereitungen der Reise mit ein und auch unterwegs werden dem Kind Aufgaben zuteil. Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Nichte in dem Alter zu einer 6.000 Kilometer langen Reise alleine aufgebrochen wäre. Aber Emma ist eine Weltenbummlerin und geübt mit ungewohnten Situationen umzugehen, hatte aber keine Vorstellung was eine Sechsjährige so alles „anstellt“.

Es ist schön zu lesen, wie sehr beide dieses gemeinsame Abenteuer genießen und Emma nun manche Dinge durch Kinderaugen betrachtet. Und Lia hat wahrscheinlich gar nicht gemerkt wie sie immer mehr an Selbständigkeit und besonders an Selbstbewusstsein in der kurzen Zeit gewonnen hat. Und ihr Wissen wurde durch Emmas stetige Bemühungen kindgerechte Erklärungen zu Bauwerken, Land, Leuten und deren Gepflogenheiten abzugeben auch erweitert.

Immer mal wieder schiebt Emma in ihre Erzählung Auszüge ihrer Erlebnisse aus vorherigen Reisen, die sie unternommen hat ein. Interessant fand ich auch ihre sozialkritischen und teilweise psychologischen Gedanken.

Diese gemeinsame Reise hat sowohl bei Emma als auch bei Lia mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Beide werden sich immer gerne an dieses gemeinsame Abenteuer erinnern. Mir hat es gefallen, die zwei auf der Reise begleiten zu dürfen.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Wenn MIttelalter auf Neuzeit trifft

Merdyns magische Missgeschicke – Zaubern will gelernt sein!
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Bei den ersten Seiten des Buches dachte ich „oh nein, soll ich das Buch wirklich lesen?“. Aber je weiter ich in die Geschichte vorgedrungen bin, desto besser gefiel sie mir.

Der große Hexenmeister Merdyn ...

Bei den ersten Seiten des Buches dachte ich „oh nein, soll ich das Buch wirklich lesen?“. Aber je weiter ich in die Geschichte vorgedrungen bin, desto besser gefiel sie mir.

Der große Hexenmeister Merdyn lebt eigentlich im Mittelalter. Aufgrund einer perfiden List landet er im 21ten Jahrhundert. Da prallen zwei Welten aufeinander und es ist verständlich, dass sich der Hexenmeister da nicht zurechtfinden kann und es zu allerlei Missverständnissen und Katastrophen kommt.

An seiner Seite steht die junge Außenseiterin Rosie. Sie versucht ihm zu helfen, damit er wieder in seine Zeit zurückkehren kann. Aber sein Gegner versucht dies zu verhindern.

Eine flüssig erzählte Geschichte mit Spannung, Magie, viel Wortwitz und Situationskomik. Aufgelockert wird die Geschichte durch unterschiedliche Schriftarten und -größen. Die Reime am Anfang und Ende jeden Kapitels erschienen mir teilweise wie Schüttelreime (weil man sich dabei schütteln muss). Schön sind die wenigen, aber herrlichen Illustrationen von Claire Powell.

Gefallen hat mir, dass man als Leser von dem Erzähler zwischendurch direkt angesprochen und so in die Geschichte mit einbezogen wurde. Erwähnenswert finde ich den am Ende angefügten Gräser-Leitfaden. Wer kennt denn heute noch Taumel-Lolch und Knaulgras. Den Seitenhieb des Autors, dass wir heutzutage nicht mehr in und mit der Macht der Natur leben, müssen wir uns wohl gefallen lassen.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Weitere Fälle für die jungen Detektive

Club der frechen Möwen (Band 2) - Die Suche nach dem verschwundenen Schatz
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Nach ihrem Erfolg im ersten Band bekommen die Mitglieder des Clubs der frechen Möwen viele neue Aufträge, aber es sind leider langweilige und unspektakuläre Aufträge. Als es endlich einen aufregenden Fall ...

Nach ihrem Erfolg im ersten Band bekommen die Mitglieder des Clubs der frechen Möwen viele neue Aufträge, aber es sind leider langweilige und unspektakuläre Aufträge. Als es endlich einen aufregenden Fall zu lösen gilt, ist die Bande bereits gespalten.

Sehr realistisch dargestellt wird wie eine eingeschworene Gruppe schnell durch eine hinzukommende Person gespalten werden kann. Hier ist es Ennos alter Freund Sten, der inzwischen auf dem Festland wohnt. Der „Neue“ versucht gegenüber den anderen zu trumpfen und befördert sich damit aber ins Abseits. Und der arme Enno sitzt zwischen den Stühlen. Zum Glück wird hier auch aufgezeigt, dass wenn beide Seiten auf einander zugehen, man feststellt, dass die jeweils anderen doch gar nicht so schlimm sind und man dann miteinander viel erfolgreicher ist und auch Spaß haben kann.

Der Schreibstil ist unkompliziert und gut zu lesen. Usch Luhn hat mit diesem zweiten Band wieder ein spannendes Ferienabenteuer geschildert, in dem sie wichtige Botschaften gekonnt und unterhaltsam untergebracht hat.

Wie auch schon bei dem ersten Band finde ich es gut, dass bereits auf dem Cover die Diversität der Protagonisten ersichtlich ist.

Mir hat auch Band zwei der Reihe gut gefallen und ich verteile gerne vier glänzende Sterne.

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Veröffentlicht am 18.09.2021

Wer sagt, dass Familie einfach ist?

Endlich wieder Meer
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Aufgrund des schönen Covers und des Titels hatte ich mit einem seichten Wohlfühlroman gerechnet. Aber da lag ich falsch, denn der Roman hat mehr Tiefgang als vermutet.

Katharina an der Küste geboren und ...

Aufgrund des schönen Covers und des Titels hatte ich mit einem seichten Wohlfühlroman gerechnet. Aber da lag ich falsch, denn der Roman hat mehr Tiefgang als vermutet.

Katharina an der Küste geboren und als Nachfolgerin der väterlichen Werft im Gespräch ist mit ihrem Mann in dessen Heimat in der Steiermark sesshaft geworden. Diese Entscheidung hat ihren Vater tief getroffen und seitdem herrscht jahrzehntelanges Stillschweigen zwischen Vater und Tochter … bis eines Tages das Telefon klingelt. Seit diesem Tag gerät Katharinas Leben völlig aus der Spur und sie versucht ihre beiden Heimatorte – Nordseeküste und Steiermark – unter einen Hut zu bekommen. Es brennt überall: Vater im Koma, Werft in Schieflage, Tochter mit Beziehungsproblemen und wie steht es mit ihrer Ehe?

Christiane Franke hat einen sehr lebendigen Schreibstil, der sich zügig lesen lässt. Die bildhaften Beschreibungen insbesondere von der Nordseeküste ließen mich den Wind bei einem Marsch über den Deich spüren und meine Sehnsucht nach Nordsee wurde fast übermächtig. Ihre Charaktere sind sehr menschlich dargestellt. Mit ihren Reaktionen und Fehlern erschienen sie mir wie aus dem Leben gegriffen.

Eigentlich mag ich keine offenen Enden, aber bei diesem Buch passt es, denn ich kann mir ein für mich passendes Ende ausmalen. Dieses hat so lange Bestand bis es von einer eventuellen Fortsetzung widerlegt wird.

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