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Veröffentlicht am 30.01.2022

Die Frauen von Principal

Die Frauen von La Principal
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Das Buch beginnt im Jahr 1940, kurz nach dem der Bürgerkrieg überstanden ist und Franco in Spanien die Macht übernommen hat. Vor vier Jahren wurde vor der Tür von La Principal in einem Sack der ermordete ...

Das Buch beginnt im Jahr 1940, kurz nach dem der Bürgerkrieg überstanden ist und Franco in Spanien die Macht übernommen hat. Vor vier Jahren wurde vor der Tür von La Principal in einem Sack der ermordete Vorarbeiter des Weingutes gefunden. Durch die Kriegswirren wurde dieser Fall nicht weiter untersucht, doch nun hat sich Inspektor Lluis Recader, ein Liebhaber der Bücher von Agatha Christie, dieses Falles angenommen. Er stattet dem Weingut La Principal einen Besuch ab und drängt die alte Hausbedienstete Ursula ihm Informationen zur Familie zu geben. Nach dem die Reblaus die Weinstöcke im Jahr 1893 befallen hat, zieht Vater Roderich mit seinen vier Söhnen nach Barcelona und lässt seine Tochter Maria auf dem Weingut zurück. Sie hadert mit ihrem Schicksal. Doch als der Vater stirbt und sie La Principal erhält, findet sie einen Weg mit viel Mut das Weingut wieder aufzubauen. Maria steigt zu einer mächtigen Frau auf und wird von allen nur die Alte genannt. Ihre Nachfolge tritt ihre Tochter Maria an, die Senyora, die auch eine schwere Bürde zu tragen hat.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist ein vielschichtiger Roman, der eine historische Handlung mit dem damaligen Zeitgeschehen verknüpft, eine Mordtat aufklärt und eine Familiensaga, die bis in die heutige Zeit reicht, in der Maria Costa die Leitung des Weingutes hat. Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan, da die Hauptprotagonisten alle Maria heißen und bei Rückblenden war nicht immer gleich erkennbar, um welche Maria es sich handelt, obwohl in den Kapitelüberschriften immer Jahreszahlen angegeben waren.

Der katalanische Schriftsteller Lluis Llach hat einen klaren Erzählstil, den ich als sehr anspruchsvoll empfinde, der aber auch an einigen Stellen mit feinem Humor durchsetzt ist. Erstaunlich finde ich, dass ein männlicher Schriftsteller ein Gefühl für starke Frauen empfinden kann, die ihrer Zeit weit voraus waren. Es dürfte nicht leicht gewesen sein, sich als Frau in einem männlichen Umfeld zu behaupten, um das Weingut La Principal zu retten. Am Ende bleibt für mich aber noch eine Frage offen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Weshalb wurden im Jahr 1940 alle Weinstöcke herausgerissen?

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Veröffentlicht am 23.01.2022

Ein Stück Zeitgeschichte

Unser kostbares Leben
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Gemeinsam mit den Freundinnen Minka und Caro, sowie ihrer vietnamesischen Adoptivschwester Claire, begeben wir uns ins Jahr 1972 in eine hessische Kleinstadt. Der Ort ist geprägt durch einen Pharmabetrieb ...

Gemeinsam mit den Freundinnen Minka und Caro, sowie ihrer vietnamesischen Adoptivschwester Claire, begeben wir uns ins Jahr 1972 in eine hessische Kleinstadt. Der Ort ist geprägt durch einen Pharmabetrieb und einer Schokoladenfabrik. Als ihr Klassenkamerad Guy vom gesperrten Sprungturm springt, sich schwer verletzt und Minka über das stark federnde Brett spricht, ahnt noch keiner, welche Lawine sie mit dieser Äußerung losgetreten hat. Die Mädchen entdecken immer mehr Dinge, die sie nicht akzeptieren können und versuchen dagegen anzugehen.

Katharina Fuchs hat einen sehr bildhaften und lebendigen Schreibstil. Die Zeit in den 70er und 80er Jahren wurde sehr gut eingefangen. Immer mehr Umweltsünden kommen ans Licht, sei es die Wasserverschmutzung, Tierversuche und Giftwolken. Es wird versucht alles unter den Teppich zu kehren, doch die Freundinnen wollen dieses nicht mehr akzeptieren.

Ich muss gestehen, dass mir die vorhergehenden Bücher der Autorin besser gefallen haben. Der Fokus in diesem Buch liegt sehr auf Umweltprobleme und Tierversuche. Hier wurde ich mit den Protagonisten nicht richtig warm und konnte mich nicht mit ihnen identifizieren. Gleichzeitig gab es langatmige Informationen, die die Geschichte nicht weiterbrachten. Ein paar Seiten weniger hätten dem Ganzen gut getan. Das Ende hat mich dann aber doch etwas versöhnt mit einer Reise in meine Jugend.

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Veröffentlicht am 04.12.2021

Eine Geschichte für zwischendurch

Leuchtturmträume
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Anneke arbeitete als Hoteltesterin und war dadurch ständig auf Achse. Beim letzten Treffen der Geschäftsführung hatte man beschlossen, verstärkt auf den deutschen Markt zu setzen. Zu Anfang sollen Hotels ...

Anneke arbeitete als Hoteltesterin und war dadurch ständig auf Achse. Beim letzten Treffen der Geschäftsführung hatte man beschlossen, verstärkt auf den deutschen Markt zu setzen. Zu Anfang sollen Hotels an der Nordsee im Programm aufgenommen werden, die neben einer Wohlfühlatmosphäre auch noch Romantik verbreiten. Ihre erste Station führt sie nach St. Peter-Ording. Hier trifft sie überraschend auf Raik, den Mann, den sie nie wiedersehen wollte. Plötzlich war die Vergangenheit wieder so präsent, als wäre alles gestern gewesen. Wird Anneke die Vergangenheit hinter sich lassen können und der Liebe eine zweite Chance geben?

Auch in diesem Sommerroman entführt Tanja Janz mich wieder nach St. Peter-Ording. Die Atmosphäre an der Nordsee ist sehr treffend beschrieben. An der Seite von Anneke bummelt man durch den Ort, verweilt an romantischen Plätzen, läuft den Strand entlang und lässt sich kulinarisch verwöhnen. Das Buch ist nicht nur eine angenehme Strandlektüre, sondern auch gleichzeitig ein idealer Reiseführer für St. Peter-Ording.

Ich mag Bücher, die eine angenehme Wohlfühlstimmung verbreiten, aber für mich gab es teilweise zu viele Zufälle. Als Unterhaltung für unbeschwerte Lesestunden war dieser Roman passend, es ist eine nette Geschichte für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Eine kleine Auszeit

Das kleine Café am Meer
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Hannah Blumberg, arbeitet als Assistentin in der Modebranche. Ihr Job lässt ihr kaum Zeit für ihr Privatleben. Ihr Arbeitsvertrag wird nicht mehr verlängert und ihr Freund macht per Mail mit ihr Schluss. ...

Hannah Blumberg, arbeitet als Assistentin in der Modebranche. Ihr Job lässt ihr kaum Zeit für ihr Privatleben. Ihr Arbeitsvertrag wird nicht mehr verlängert und ihr Freund macht per Mail mit ihr Schluss. Als sie dann auch noch eine Panikattacke bekommt, wird ihr klar, dass sie etwas ändern muss. Eine langjährige Freundin von Mallorca schickt ihr Fotos von ihrem neuen Café am Meer. Hannah entschließt sich auf die Insel zu reisen, die sie seit ihrer Kindheit liebt.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört. Es war angenehm den zwei Sprecherinnen und dem Sprecher zu zuhören. Die Geschichte wird locker und leicht erzählt, so dass man regelrecht durch das Geschehen fliegt. Die Handlung entwickelt sich zwar vorhersehbar, doch beim Hören konnte man die Zeit leicht vergessen. Abgerundet wird das Buch am Ende noch mit einigen Rezepten, so dass man auch noch kulinarisch auf Reisen gehen kann.
Es ist ein schöner Sommerroman, der Lust auf eine kleine Auszeit auf Mallorca bereitet.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Unterhaltsamer Nachkriegskrimi

Der weiße Panther (Lemke-von Stain-Serie 2)
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Berlin – 1958 Nach dem Fred Lemke seinen ersten Fall gelöst hat, wartet schon der nächste Mord auf ihn. Ein Toter befand sich vor Harry’s Ballroom, den angesagtesten erfolgreichsten Nachtclub von ganz ...

Berlin – 1958 Nach dem Fred Lemke seinen ersten Fall gelöst hat, wartet schon der nächste Mord auf ihn. Ein Toter befand sich vor Harry’s Ballroom, den angesagtesten erfolgreichsten Nachtclub von ganz Berlin. Offensichtlich handelt es sich bei dem Opfer um den Besitzer Harry Renner. Doch schnell stellt sich heraus, dass dies ein Irrtum ist. Der Ermordete ist der Barmixer Gottfried, der durch eine Armbrust erschossen wurde. Gottfried trug das Markenzeichen von Harry Renner, einen weißen Mantel. Wurde das Opfer verwechselt und irrtümlich erschossen? Der Kriminalassistent Fred Lemke und seine Kollegin die Sonderermittlerin Ellen von Stain nehmen die Ermittlungen auf. Die Nachforschungen gehen in viele Richtungen. Manche Verdächtige müssen sie verstärkt auf den Zahn fühlen und stoßen bei ihren Recherchen in ein Wespennest.

Fred Lemke ist immer noch unerfahren und hat keine Probleme auch mal anzuecken. Sein großes Plus ist seine Spürnase, die ihn auf die richtige Spur führt. Ellen von Stain versucht ihn bei seinen Sondertouren zu unterstützen. Im ersten Band dieser Reihe wirkte Ellen noch sehr geheimnisvoll und unnahbar, aber nun konnte man ein wenig hinter ihre privaten Kulissen sehen.

Auch in diesem Band hat mir wieder ausgezeichnet gefallen, dass die fünfziger Jahre sehr gut eingefangen wurden. Nicht nur das Alltagsleben der Menschen wurde skizziert, sondern auch der Einfluss der Alliierten war erkennbar.

Der Kriminalfall entwickelte sich eher langsam, hier hätte ich mir mehr Tempo gewünscht. Trotzdem hat mir dieser Nachkriegskrimi unterhaltsame Lesestunden bereitet.

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