Ich habe leider mehr erwartet
More than WordsAls die 11 Jährige Jessie in einem heruntergekommenen, verwitterten Zugwaggong auf den 12 Jährigen Callen trifft, weiß sie zwar sofort, das er ihr Prinz sein wird, mit dem sie die nächsten Abenteuer meistert, ...
Als die 11 Jährige Jessie in einem heruntergekommenen, verwitterten Zugwaggong auf den 12 Jährigen Callen trifft, weiß sie zwar sofort, das er ihr Prinz sein wird, mit dem sie die nächsten Abenteuer meistert, aber noch nicht, welches das letzte sein wird.
Mit ihrem neuesten Werk hat Mia Sheridan es mir schwer gemacht. So richtig greifen kann ich das Problem nicht, allerdings war etwas mehr als die Hälfte des Buches ein richtiger Kampf in doppelter Hinsicht.
Jessie ist eine zarte, liebevolle Seele. Sie hat einige positive Eigenschaften an sich, aber sie verströmt öfters mal diese Aura der Naivität. Es machte mich fast schon ungehalten, weil sie trotz ihres Wissens und der Erfahrungen mit ihrer Mutter, Erlebnisse erträgt, ohne das zu hinterfragen. Jessie rennt offenen Auges in den Sturm und auch wenn ich sie für ihren Mut bewundere um Callen und für ihre Gefühle zu kämpfen, kam ich nicht umhin ein wenig die Nase über sie zu kräuseln.
Bei Callen ist es leider das Gleiche. Vom Prinzen zum Playboy hat er sich nicht gerade in die beste Richtung entwickelt und doch bringt die erneute Begegnung mit Jessie ihn auf andere Wege. Das Problem bei ihm ist seine zweigeteilte Form. Seine charmante, liebevolle Seite ist niedlich und ich mag sie. Es zeigt den Jungen von damals in den Tiefen seiner Seele. Die selbstzerstörerische Seite aber macht ihn mehr als unsympathisch und sie überwiegt leider auch noch die meiste Zeit.
Auf der einen Seite verstehe ich das Handeln der Charaktere durch ihre Vergangenheit und ich finde es toll, das Jessie über sich hinaus wächst. Auf der anderen Seite ist der Teil des Buches, der nur diese fast schon dunkle Zeit beschreibt, sehr lang gezogen und konnte mich emotional leider nicht so ganz mitreißen. Es war schwer sich in die Personen rein zu versetzen und ich blieb irgendwie oft der äußere Betrachter. Das war schade.
Interessant fand ich hingegen die eingeflochtene Geschichte der jungen Frau an Jeanne D’Arc’s Seite vor ein paar Jahrhunderten. Es gab dem Buch eine andere Note und begleitet uns bis in den Epilog. Davon war ich schwer beeindruckt und auch sehr im Herzen berührt.
Das Buch war in 3 Teile aufgeteilt und leider konnte nur der 3. mitnehmen und vor allem emotional berühren, was mir dann doch zu wenig war. Mia Sheridan hat einen tollen Schreibstil, aber bei “More than Words” fehlte mir einfach etwas, das ich nicht richtig erklären kann.
Ich würde das Buch daher nur bedingt empfehlen.