Eine bemerkenswerte Frau
Peggy Guggenheim und der Traum vom GlückZugegebenermaßen wusste ich kaum etwas über die bekannte Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, als ich mit diesem Buch begann. Natürlich war mir ihr Name sehr geläufig, aber das war's auch schon. Diese Bildungslücke ...
Zugegebenermaßen wusste ich kaum etwas über die bekannte Kunstsammlerin Peggy Guggenheim, als ich mit diesem Buch begann. Natürlich war mir ihr Name sehr geläufig, aber das war's auch schon. Diese Bildungslücke könnte ich nun dank der gekonnt angelegten Romanbiographie von Sophie Villard größtenteils schließen. Die Autorin nimmt uns mit nach Paris vor dem Zweiten Weltkrieg. Peggy führt ein abwechslungsreiches Leben innerhalb der dort angesiedelten Künstlerbohème. Sie hat den großen Traum, eine eigene Galerie zu eröffnen. Sehr beeindruckend, wie sie sich von Stimmen, die dies für eine Frau zur damaligen Zeit unangemessen empfanden, nicht ins Bockshorn jagen ließ. Peggy trifft auf den Schriftsteller Samuel Beckett und verliebt sich in ihn, dass die beiden derartig verbunden waren, auch das wusste ich im Vorfeld nicht. Das Ganze steht unter dem Damoklesschwert der damaligen politischen Entwicklung in Europa. So kann Peggy ihre Träume und Pläne nicht in Paris verwirklichen, sondern muss dafür nach London. Sie verhilft vielen Menschen, die Ihr nahe standen, zur Flucht. All das wird von Sophie Villard sehr sehr anschaulich und spannend geschildert. Durch den flüssigen, angenehmen und sehr anschaulichen Schreibstil der Autorin konnte ich mir alle geschilderten Charaktere bildlich vorstellen. Ich fühlte mich großartig unterhalten und habe so ganz nebenbei noch eine Menge Wissen vermittelt bekommen. Hierbei tut sich Sophie Villard durch beeindruckende Recherche Arbeit hervor. Ein großes Dankeschön für extrem abwechslungsreiche Lesestunden und natürlich die volle Sterneanzahl. Ich hoffe, wir können recht bald mehr aus der Feder der Autorin lesen!