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Veröffentlicht am 02.01.2022

Tiefe Abgründe

Die falsche Zeugin
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Karen Slaughter ist für mich ein Garant für perfekt inszenierte und genial ausgeklügelte Thriller. Vorallem ihre Grant-County-Reihe rund um Gerichtsmedizinerin Sara Linton habe ich vor einigen ...

Karen Slaughter ist für mich ein Garant für perfekt inszenierte und genial ausgeklügelte Thriller. Vorallem ihre Grant-County-Reihe rund um Gerichtsmedizinerin Sara Linton habe ich vor einigen Jahren verschlungen. Umso gespannter war ich auf das neueste Werk der Autorin und natürlich auch neugierig, ob Karen Slaughter mich auch mit einen Einzelband überzeugen kann.

Die falsche Zeugin handelt von Leigh, einer Anwältin, die beauftragt wird die Verteidigung eines mutmaßlichen Vergewaltigers zu übernehmen. Was Leigh nicht ahnt: sie wurde nicht zufällig ausgewählt. Die beiden kennen sich aus der Vergangenheit. Einer Vergangenheit die von Gewalt und Missbrauch geprägt ist. Und der Fall könnte Leighs komplettes privates und berufliches Leben für immer zerstören. Denn ihr Mandant weiß, welche Geister Leigh seit ihrer Kindheit verfolgen.

Karen Slaughter hat einen hochspannenden, die meiste Zeit über extrem fesselnden Pageturner zu Papier gebracht. Aber Achtung: Das Buch ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Die Autorin ist bekannt für ihre sehr bildhaften und ins Detail gehenden Beschreibungen und auch hier macht sie davon Gebrauch. Man sollte sich beim Lesen auf explizite Beschreibungen der Tatorte und Hergänge einstellen; brutale und schockierende (Vergewaltigungs)Szenen, die nichts für schwache Nerven sind.

Die Handlung selbst umfasst zwei Zeitebenen - Leighs und Callies (Leighs Schwester) Vergangenheit und die Gegenwart, in welcher der Prozess und die Vorbereitungen für diesen stattfinden. Nebenbei lässt sie auch die aktuelle Corona-Politik in den USA mit in die Handlung einfließen. So erfahren wir Häppchenweise was sich damals zugetragen hat und welches Geheimnis Leigh so vehement zu schützen versucht.
Karen Slaughter lässt uns dabei tief in die Psyche ihrer Protagonisten blicken - in dunkle Abgründe und zerstörte Seelen. Dabei dreht sich alles um Schuld und Gerechtigkeit, um richtig und falsch. Und der Grat dazwischen ist schmal. Ich liebe einfach die Vielschichtigkeit, die Karen Slaughter ihren Charakteren verleiht. Diese sind größtenteils nicht einfach nur gut oder nur böse, sondern sie bewegen sich auf Pfaden dazwischen.
Und so habe ich gespannt verfolgt welche Entscheidungen Leigh trifft, habe mir ihr gezittert und gelitten.
Karten Slaughter hat mich auch eine packende, emotionale und intensive Fahrt mitgenommen, die gerade zum Ende hin mit einigen Schockmomenten und überraschenden Wendungen gepunktet hat.

Wie gesagt, ich fand den Plot genial und ich feiere den bildgewaltigen Stil von Karen Slaughter. Allerdings gab es eine Sache, die mir dann doch zu ausschweifend war. Leighs Schwester Callie ist drogenabhängig. Und als würde dieses Wissen nicht ausreichen, verliert sich die Autorin immer wieder in Callies Drogenproblem. Sie schildert sehr detailliert und langwierig was die Drogen mit Callies Körper und Geist machen....und das nicht nur einmal. Immer wieder tauchen wir in Callies von den Drogen gezeichnete Gedankenwelt ab. Mir war das dann doch zuviel des Guten, sodass ich diese Passagen irgendwann nur mehr überflogen habe.

Abgesehen davon hat mich Karen Slaughter mit ihrem Stand Alone absolut überzeugt. Klare Leseempfehlung!

Fazit

Wie weit würdest du gehen, um deine Lieben zu beschützen? Diese Frage habe ich mir mehrmals gestellt.

Intensiv, aufwühlend, schockierend und packend! Die falsche Zeugin ist ein Einzelband, der uns in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Karen Slaughter schreibt authentisch, bildhaft und und ungeschönt, was Brutalität und Gewalt betrifft. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, aber absolut lesenswert.








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Veröffentlicht am 16.12.2021

Dunkle Geheimnisse

Der Sucher
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Die Presse spricht von einem "Meisterwerk literarischer Erzählkunst", einer "soghaften Geschichte" und einer "Klasse für sich". Bei so vielen Lobeshymnen musste ich Der Sucher von Tana French ...

Die Presse spricht von einem "Meisterwerk literarischer Erzählkunst", einer "soghaften Geschichte" und einer "Klasse für sich". Bei so vielen Lobeshymnen musste ich Der Sucher von Tana French einfach lesen, habe mich allerdings für das Hörbuch, welches leicht gekürzt bei Bookbeat erhältlich ist, entschieden.

Tana French entführt uns in ihrem neuesten Thriller in ein idyllisches und abgelegenens Dorf im Westen Irlands. Protagonist Cal Hooper, ein ehemaliger Cop aus Chicago, hofft in der wildschönen Natur, die sich ihm dort bietet, nach der Scheidung von seiner Frau Frieden und Ruhe zu finden. Die Dorfgemeinschaft ist eingeschworen, regelt ihre Dinge zumeist selber ohne großes Aufsehen. Man trifft sich im Pub, geht zum Angeln und hält sich aus den Angelegenheiten der anderen möglichst raus. Cal wird gut in der Gemeinschaft aufgenommen. Eines Tages bekommt Cal Besuch von Trey Reddy, einem Kind, dass ihm ersucht den vermissten Bruder Brendan zu finden. Cal lässt sich überreden und beginnt privat zu ermitteln. Dabei öffnet er Türen, welche die Dorfgemeinschaft lieber geschlossen gehalten hätte.

Tana French hat einen wirklich wunderbar malerischen und einnehmenden Schreibstil und ich bin beim Hören regelrecht Teil der Geschichte geworden. Ein Thriller, als welcher Der Sucher beworben wird, war es in meinen Augen aber keiner. Das Buch war eine fast schon poetische, ruhige Erzählung. Man spürt zwar irgendwie, dass eine Gefahr in der Luft liegt, bekommt diese aber nicht auf dem Servierteller präsentiert. Die Spannung ist eher unterschwellig vorhanden.
Der Sucher ist vielmehr ein Gesellschaftsportrait mit viel Lokalcholorit, bemerkenswerten, zum Teil schrulligen Charakteren, die im übrigen durch Hörbuchsprecher Wolfgang Wagner herrlich zur Geltung kommen. Als Cal beginnt Fragen zu stellen, wird dies im Dorf nicht gerade begrüßt. Im Gegenteil, es wird im unmissverständlich klar gemacht, dass manche Dinge besser im Dunkeln bleiben. Und auch Trey und Treys Mutter werden bedroht, als Cal seine Nachforschungen betreibt.

Mich konnte Der Sucher mit seinen authentischen Charakteren, dunklen Geheimnissen, der unterschwelligen Spannung, den poetischen Beschreibungen der Natur und der irischen Landschaft richtig begeistern. Einzig das Ende fand ich irgendwie unbefriedigend. Damit meine ich nicht den Ausgang an sich, sondern die Auflösung was mit Brendan passiert ist. Irgendwie fand ich den Ausgang fast eine Spur zu plump.

Dass das Hörbuch nur in gekürzter Fassung verfügbar ist, hat mich im übrigen überhaupt nicht gestört. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben oder den Eindruck, dass manche Übergänge nicht flüssig waren.

Große Empfehlung von meiner Seite!

Fazit:

Der Sucher ist ein literarischer, ruhig erzählter Thriller. Tana French hat ein beeindruckendes Portrait einer eingeschworenen, irischen Dorfgemeinschaft gezeichnet, die ihre dunklen Geheimnisse bewahrt. Teilweise war mir die Geschichte trotz unterschwelliger Spannung etwas zu gemächlich und die Auflösung fand ich persönlich etwas plump.

Der Sucher, speziell das Hörbuch gesprochen von Wolfgang Wagner, bekommt dennoch eine große Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 11.12.2021

Was die Puppen erzählen

Das Flüstern der Puppen (Thriller)
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Das schaurige Cover hat es mir angetan und mich zu Das Flüstern der Puppen aus der Feder von Gunnar Schwarz greifen lassen. Mein Gespür hat mich mich getäuscht. Das Buch hat sich als absoluter ...

Das schaurige Cover hat es mir angetan und mich zu Das Flüstern der Puppen aus der Feder von Gunnar Schwarz greifen lassen. Mein Gespür hat mich mich getäuscht. Das Buch hat sich als absoluter Pageturner entpuppt - im wahrsten Sinne des Wortes. 

Gleich nachdem Lena Freyenberg ihren neuen Job bei der Mordkommission an der Seite von Hennning Gerlach antritt, wird die junge Ermittlerin mit einem besonders grausamen Mordfall konfrontiert, der alsbald eine ganze Mordserie nach sich zieht. Das Unheimliche ist, dass der Mörder an jedem Tatort eine bizarr entstellte Puppe hinterlässt. Welche Botschaft steckt hinter dem Wahnsinn und in welcher Verbindung stehen die Opfer? Das müsst ihr selber herausfinden. 

Gunnar Schwarz hat bei mir mit seinem Puppenmörder-Fall den richtigen Nerv getroffen. Eine unheimliche, leicht gruselige Atmosphäre, unvorhersehbare Wendungen, die den Spannungsgrad konstant auf hohem Level halten und ein Ermittlerduo, das im Laufe der Mörderjagd auch mit seinen eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat - so mag ich das. Schnell war ich im Sog der Ermittlungen gefangen und habe begonnen eigene Theorien aufzustellen. Einmal mit dem Buch angefangen,  war es mir kaum mehr möglich es aus der Hand zu legen. 

Während der Druck von oben, endlich einen Mörder zu präsentieren, immer mehr steigt, sehen sich Lena und Henning auch mir einem Maulwurf in den eigenen Reihen konfrontiert, der die Ermittlungen zu behindern scheint. Bald ist nicht mehr klar, wem man überhaupt noch vertrauen kann. Wer ist der Verräter, der Lenas und Hennings Karrieren und die Ermittlungen bedroht? Der cholerische Chef des Dezernates, der eigenbrötlerische IT-Spezialist oder doch der grantelnde und alle Theorien zu nichte machende Kollege von Lena und Henning? Jeder scheint irgendwie verdächtig. Gunnar Schwarz versteht es wirklich meisterhaft falsche Fährten zu legen und uns an der Nase herum zu führen.

Das Rezept ist zwar nicht neu, aber die Zutaten waren rundum stimmig und ich habe mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten gefühlt. Am Ende hat der ohnehin schon rasante Thriller nochmals ordentlich an Tempo zugelegt und mein Nervenkostüm ziemlich beansprucht.  

Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass mir etwas die Emotionen in Bezug auf Lena und Henning gefehlt haben. Ich mochte beide zwar von Anfang an sehr gerne, allerdings war da - zumindest bis zur Hälfte des Buches - so eine gewisse Distanz und Nüchternheit, mit der mir die beiden begegnet sind. Im großen Finale war diese Barriere aber dann wie weg gefegt. 

Ich freue mich jedenfalls schon wenn es wieder heißt "Lenna und Henning ermitteln". Und natürlich gibt's auch eine Empfehlung für alle die gerne "deutsche" Thriller im Stil von Catherine Shepherd lesen.


Fazit

Eine grausame Mordserie, entstellte Puppen, ein einnehmendes Ermittlerduo mit Ecken und Kanten und ein Verräter in den eigenen Reihen - brisante Zutaten für einen mitreißenden Thriller, den ich unglaublich gerne gelesen habe.

Gunnar Schwarz hat seinem temporeichen Thriller eine schaurige Atmosphäre verpasst und mich mehrmals an der Nase herum geführt. Pageturner-Garantie!

Absolute Empfehlung für Fans deutscher Thriller im Stil von Catherine Shepherd! 


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Veröffentlicht am 24.11.2021

Fantastisch, anspruchsvoll, lesenswert!

Die 24 Elemente der Magie
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Eine Geschichte wie Die 24 Elemente der Magie habe ich definitiv noch nicht gelesen. Rahuls Ruf bildet den Auftakt einer magischen Reihe mit dystopischen Setting. Gleichzeitig fühlte ich mich in der Zeit ...

Eine Geschichte wie Die 24 Elemente der Magie habe ich definitiv noch nicht gelesen. Rahuls Ruf bildet den Auftakt einer magischen Reihe mit dystopischen Setting. Gleichzeitig fühlte ich mich in der Zeit zurück versetzt. Wirklich interessant ist auch die Thematik der Ein-Kind-Politik, durch die ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden bin. Und ich finde Danielle Weidig hat das Thema ziemlich genial umgesetzt.

Die Autorin setzt uns mitten im Geschehen in der überbevölkerten Stadt La Metrópolis aus. Um der Bevölkerungswachstum entgegen zu wirken, gelten extreme Gesetze. Für jedes neue Leben muss ein altes enden. Kommt ein Baby auf die Welt, muss sich jemand freiwillig opfern - im besten Fall. Andernfalls wird die Jagd eröffnet und es kommt zu einer Hinrichtung. In dieser unwirtlichen Welt, in der die Kluft zwischen Elend und der privilegierten Oberschicht groß ist, treffen unsere drei Protagonisten aufeinander. Rahul, der gemeinsam mit seiner Mutter im Armenviertel La Metrópolis lebt und der Königinmutter dient. Yara, die freiheitsliebende Waise, welche auf der Straße ihr zu Hause gefunden hat und sich als Diebin verdient. Und zuletzt Lady Meiming, die Kronerbin des Reiches. Die drei jungen Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und doch sind sie durch das Schicksal eng miteinander verbunden.

Was nach einer relativ langen Einführung beginnt, ist fantastisch und eröffnet unglaubliche Welten. Es ist eine Reise durch Raum und Zeit zur Rettung der Welt. Nach und nach entwirrt sich der Knoten, die Spannung steigt und Puzzlestückchen finden ihren Platz. Man merkt allerdings auch, dass es ein Reihenauftakt ist, der einleitet und auf die Geschichte vorbereitet. Trotz aller Faszination, konnte mich das Buch erst gegen Ende richtig fesseln.



Mit dem Schreibstil von Danielle Weidig bin ich auch nicht ganz so gut zurecht gekommen. Einerseits mochte ich das Bildhafte und Ausschweifende. Die französischen Begrifflichkeiten haben der Geschichte eine gewisse Eleganz verliehen. Anderseits wurde mein Lesefluss immer wieder unterbrochen. Es sind lange Sätze, die sehr verschachtelt sind. Die zwar eine gewisse Poesie in sich bergen, mir das Lesen aber nicht ganz so leicht gemacht haben. Rahuls Ruf ist kein Buch, dass sich schnell nebenher lesen lässt. Ich musste mich teilweise sehr konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. All jenen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit dystopischen Charakter und einer Prise Sience Fiction lieben sei dieser außergewöhnliche Reihenauftakt wärmstens empfohlen!



Fazit:

"24 magische Welten, 3 Schicksale und ein magisches Puzzlespiel durch Raum und Zeit."

Die 24 Elemente der Magie - Rahuls Ruf lässt sich in keine Schublade stecken. Es ist ein magischer Reihenauftakt, der Elemente der Fantasy, Dystopie und Sience Fiction vereint. Ein komplexer Weltenbau, vielschichtige Protagonisten und eine geniale und außergewöhnliche Grundidee sind die großen Stärken. Von mir gibt's 3,5 Herzchen. Auf den gängigen

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Veröffentlicht am 20.11.2021

Die Macht des Kreuzes

Das Kreuz des Pilgers
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Für mich war es nach langer Pause wieder einmal Zeit ins Mittelalter abzutauchen. Die Wahl fiel auf Das Kreuz des Pilgers, für mich ein Debüt, da ich Petra Schier bislang noch nicht kannte. Tatsächlich ...

Für mich war es nach langer Pause wieder einmal Zeit ins Mittelalter abzutauchen. Die Wahl fiel auf Das Kreuz des Pilgers, für mich ein Debüt, da ich Petra Schier bislang noch nicht kannte. Tatsächlich ist dieser Reihenauftakt die Fortsetzung ihrer Kreuz-Trilogie. Kann ich das Buch Quereinsteigern und Neulingen empfehlen? Ganz eindeutig ja! Petra Schier nimmt dich an die Hand und zeigt dir ein gar nicht so dunkles Bild des Mittelalters. Und mit Augenzwinkern ist auch ein klitzekleiner Hauch Fantasy dabei.

Petra Schier hat es geschafft mich bereits nach wenigen Seiten ins 14. Jahrhundert zu holen. Sehr bildgewaltig und authentisch ist das Bild, welches die Autorin vor meinen Augen hat entstehen lassen. Und ziemlich dramatisch sind die Ereignisse, die sich gleich zu Beginn abspielen. Es ist das Jahr 1379 in welchem die junge Grafentochter Reinhild und ihr Mann Gottfried von Wegelagerern überfallen werden. Reinhild wird in letzter Minuten von den beiden Pilgern Palmiro und Conlin gerettet. Für Gottfried kommt die Hilfe jedoch zu spät. Und das sind sie, die drei Protagonisten, um die sich die Haupthandlung dreht. Reinhild, die plötzlich auf sich alleine gestellt ist, die den Verlust ihres Mannes betrauert; Ihre Gefühle und ihr Herz aber für Conlin öffnet. Eine unmögliche Verbindung,  zumindest wenn es nach Reinhilds Vater geht.  Und dann ist da noch Palmiro, welcher einen großen und mächtigen Schatz von seiner Pilgerreise mitbringt und der ein Geheimnis hütet, dass ihn ernsthaft in Gefahr bringen könnte. 

Petra Schier spielt in ihrem historischen Roman mit dem Aberglauben der Menschen. Sie verdeutlicht eindrucksvoll die mächtige Wirkung von Reliquien. Die Geschichte wirkt in diesen Punkten fast schon fantastisch. 

Das Kreuz des Pilgers ist aber sich ein Buch über Familienbanden, Freundschaft und Liebe. Die Autorin erweckt mit ihrem detailreichen Beschreibungen Koblenz und seine Bewohner zum Leben. Ein Leben, welches zur damaligen Zeit mit allerlei Bürden und Gefahren verbunden ist. Und sie spricht auch das Thema Homosexualität an. 

Die Handlung ist vielschichtig und eröffnet mehrere Handlungsstränge . Trotz aller Komplexität und der Vielzahl an Personen und Namen, die im Laufe der Geschichte auftauchen,  kann man der Geschichte aber recht gut folgen - dem Personenregister sei Dank. 

Mir hat es Spaß gemacht Reinhild, Conlin und Palmiro ein Stück weit zu begleiten. Teilweise war es mir ein bisschen zu ausschweifend, wodurch einige Längen entstanden sind. Nichts desto trotz bin ich sehr auf die Fortsetzung gespannt, denn das Buch lässt am Ende fast alles offen. 

Für Liebhaber gut recherchierter historischer Romane mit einem Hauch Mystik ein Must Read. Aber ich kann Das Kreuz des Pilgers auch guten Gewissens Einsteigern empfehlen.


Fazit:

Bildgewaltig, ausschweifend, authentisch,  dramatisch, wendungsreich und sehr vielschichtig mit einem Hauch Magie! Mit Das Kreuz des Pilgers entführt uns Petra Schier ins 14. Jahrhundert, in eine Zeit, in der Reliquien große Macht zugeschrieben wurden. Neben dem weit verbreiteten Aberglauben geht es aber auch um die Gefahren der Zeit, Geheimnisse, Familienbanden und Freundschaft. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Klare Leseempfehlung!

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