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Veröffentlicht am 07.03.2022

Aufschlussreich über die Modelwelt

My Body
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Ich bin ohne große Erwartungen an Emily Ratajkowskis Buch herangegangen. Ich dachte stereotypisch: Jetzt kommt schon wieder jemand aus Hollywoodkreisen, dem Hollywood nicht mehr genügt und sich daher beweisen ...

Ich bin ohne große Erwartungen an Emily Ratajkowskis Buch herangegangen. Ich dachte stereotypisch: Jetzt kommt schon wieder jemand aus Hollywoodkreisen, dem Hollywood nicht mehr genügt und sich daher beweisen muss, dass sie auch etwas im Grips hat, wobei sie sicher nur einen Ghostwriter engagiert hat.

Doch direkt die ersten Seiten haben mich schockierend überzeugt. Ihre Mutter ist Professorin für Literatur und das merkt man an ihrem Schreibstil. Dieser war ganz und gar nicht banal und rosarot. Sie schreibt ungeschönt über ihre schwierige Kindheit und dem Druck der Mutter unbedingt von jedem stets als Schönste anerkannt zu werden. Gleichzeitig schreibt sie an einer Stelle, dass ihr eigentlicher Karriereweg für ihre Mutter nicht in der Modelbranche war, sondern in der Gehirnchirurgie. Das war für mich etwas wiedersprüchlich, erwähnt wurde es nach ihrem ersten Vertrag in ihren Teenagerjahren dann aber auch nicht mehr. Auch scheint sie mir wohl nicht die Intelligenz dafür besessen zu haben, da sie später auf eine unkonventionelle Schule, die stark künstlerisch ambitioniert war, ging. Auf dieser hat sie hauptsächlich Drogen konsumiert.

Anschließend erzählt sie von ihrem langsamen Aufstieg in der Modeindustrie und all ihren Schattenseiten. Der Hauptteil gefiel mir am besten, da sie hier die ungeschminkte Wahrheit ans Licht bringt. Zwar scheint sie mir mit 19 und ihrer selbstbewussten Nacktheit extrem naiv gewesen zu sein, aber all die negativen Folgen hatte sie einfach nicht kommen sehen.

Zuletzt rechnet sie mit einigen ehemaligen Menschen ab, mit denen sie gearbeitet und ausschließlich negative Erfahrungen gesammelt hatte. Hin und wieder erzählt sie auch von anderen Kolleginnen - mal mit Namen, mal ohne und schockiert auch hier. Da scheint alles tatsächlich mehr Schein als Sein zu sein und die einzige Devise, die zählt ist der Kommerz.

Empfehlenswert für alle Fans von ihr und Menschen, die darüber nachdenken den Karriereweg ebenfalls in der Modeindustrie als Model einzuschlagen.

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Veröffentlicht am 02.02.2022

Allround-Basics-Ratgeber

Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest
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Kehl spricht in seinem Ratgeber die wichtigsten Punkte zum Thema Finanzen an.

Allerdings sollte man das meiste, was er erzählt schon aus der eigenen Schulzeit kennen: Rentensystem wird nicht allein ausreichen ...

Kehl spricht in seinem Ratgeber die wichtigsten Punkte zum Thema Finanzen an.

Allerdings sollte man das meiste, was er erzählt schon aus der eigenen Schulzeit kennen: Rentensystem wird nicht allein ausreichen für die Rente, viele Versicherungen sind Unsinn, Festgeld/Tagesgeld bringt kaum/eher Negativzinsen auf langer Sicht im Bezug zur Inflation. Gerade zu Beginn schweift er oft ab, indem er erklärt, dass in der Schule das Falsche beigebracht wird und erklärt auch den historischen Hintergrund von Finanzen... Nicht gerade explizit hilfreich, wenn es um aktuelle, persönliche Finanzen geht.

Die weitere Struktur des Buchs ist so ausgelegt, dass er erst die Punkte anspricht, die er natürlich nicht empfehlen kann (s.o. + Schulden und Eigentumswohnung/en) und schließlich, was er stattdessen empfiehlt.

Daher war ich schon enttäuscht, wie wenig er klipp und klar eigentlich sagt. Die Hälfte des Buchs habe ich überflogen. Es ist also eigentlich nur ein Einstiegsbuch für Menschen, die wirklich keine Ahnung von Finanzen haben und/oder in der Schule gar nicht aufgepasst haben. Für mehr als "Legt das Geld ausschließlich in ETFs und Aktien an." reicht das Buch nicht. Schade.

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Veröffentlicht am 23.11.2021

Ein Tick zu perfekt

Weihnachtsküsse am Leuchtturm
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Nina, frisch von der Uni, direkt den ersten Job verhauen, somit arbeitslos und die Schulden häufen sich - flieht von ihrer überteuerten Loftwohnung nach Travemünde - im November!

Dort lernt sie schnell ...

Nina, frisch von der Uni, direkt den ersten Job verhauen, somit arbeitslos und die Schulden häufen sich - flieht von ihrer überteuerten Loftwohnung nach Travemünde - im November!

Dort lernt sie schnell Mika kennen, den Museumsführer, der so gar nicht in das Lebensbild der nach erfolgheischenden Nina passt, da er kaum 8 Stunden am Tag arbeitet, sondern viel mehr seine Zeit damit verbringt alles, was er zum Leben benötigt, möglichst selbst herstellt.

Den Aspekt von Zerowaste, ökologischer Fußabdruck etc. in einem Roman zu lesen und das noch dazu von einem Mann, fand ich ganz interessant, da ich das bisher in dem Format noch nicht gelesen hatte. - Es ist schließlich aktuell eher eine Frauennische.

Das Einzige, was mich etwas gestört hat, war, dass mir nicht verständlich war, wie Nina in einem Unternehmen arbeiten konnte, das genau für weniger Ressourcen und co. arbeitete und gleichzeitig aber so wenig darüber wusste.

Außerdem war mir gegen Ende der Roman insgesamt zu perfekt.

Fazit: Wer mal einen Roman mit dem Fokus auf Ressourcenverbrauch, zerowaste etc. in mitten der herrlichen Ostseeidylle an Weihnachten lesen will, dem empfehle ich diesen sehr leicht zu lesenden Roman sehr.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Zu glatt und perfekt

Friesenwinterzauber
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Ich habe schon einen Leuchtturmträume von Janz gelesen, sodass ich mich wirklich sehr auf Friesenwinterzauber gefreut habe, da mit ersteres sehr gut gefallen hatte.

Auch hier ist mir positiv aufgefallen, ...

Ich habe schon einen Leuchtturmträume von Janz gelesen, sodass ich mich wirklich sehr auf Friesenwinterzauber gefreut habe, da mit ersteres sehr gut gefallen hatte.

Auch hier ist mir positiv aufgefallen, dass wieder durchkam, dass sich Janz wirklich ausgezeichnet in St Peter Ording auskennt und man durch das Lesen alleine das Gefühl bekam ebenfalls direkt vor Ort gerade Urlaub zu machen.

Allerdings war mir die ganze Geschichte rund um die betrogene, einsame Isabel zu perfekt insgesamt. Mit ihrer netten, älteren Nachbarin geht sie ihre Familie in besagter Insel besuchen und wird direkt herzlich in die Familie aufgenommen und findet dort auch noch eine weitere Familie, die sie ins Herz schließt...

Fazit: Wer einen perfekten Roman zur Weihnachtszeit lesen will, in dem absolut alles glatt und perfekt läuft, dem ist das Buch zu empfehlen. Mir war es etwas zuuu viel gegen Ende.

Bonus: 3 weihnachtliche Rezepte :)

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Liebe und Wein

Liebe in bester Lage
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In Liebe in bester Lage von Wiedemann geht es um Ella, die nach 25 Jahren Ehe vor einem Scherbenhaufen steht und sich erst einmal eine Auszeit in Südtirol gönnt. Dort besucht sie zwei Wochen lang ein Weinseminar ...

In Liebe in bester Lage von Wiedemann geht es um Ella, die nach 25 Jahren Ehe vor einem Scherbenhaufen steht und sich erst einmal eine Auszeit in Südtirol gönnt. Dort besucht sie zwei Wochen lang ein Weinseminar und lernt dabei ganz nebenbei direkt zwei nette Männer kennen...

Stilistisch: Der Roman ist leicht zu lesen, man ist direkt in der Geschichte drin und fühlt mit Ella. Zweimal wurden zwei Dialekte in Form von Dialogen im Boman eingestreut, die ich nicht ganz verstand, aber das tat dem Buch keinen großen Bruch. Wer aber Südtirolisch und berlinerisch versteht, der ist hier etwas im Plus.

Das ein oder andere Mal musste ich wirklich schmunzeln, Humor hat Wiedemann.

Ella persönlich war mir hin und wieder zu nett - insbesondere zu Vivien, der Affäre von ihrem Ehemann. Da hätte ich mir gewünscht, dass die starke, taffe Chefin mehr durchkommt. Außerdem ging mir auch die Liebesgeschichte etwas zu schnell vonstatten, mehr Kennenlernzeit/romantische Dates fehlten mir hier.

Dafür hat mir wirklich gut gefallen, dass man merkte, dass Wiedemann sich sehr gut in Bozen auskennt und daher ganz detailliert über die Gegend berichten konnte. So bekam ich direkt Lust mal wieder nach Italien zu reisen.

Fazit: Ein klassischer, wirklich süß gelungener Middle-Age-Love-Roman, der mir als etwas jüngere Generation gut gefallen hat.

Allerdings sollte man nebenbei definitiv ein paar Snacks bereit halten. Ich habe andauernd Hunger bekommen von all den Speisen, die Wiedemann hier gepriesen hat.

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