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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2017

Ein Highlight der Reihe

These Broken Stars. Sofia und Gideon (Band 3)
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Nun endlich der dritte Teil der These Broken Stars Triologie. Auch wenn wie bei den vorhergehenden Bänden immer ein anderes Liebespaar im Mittelpunkt steht, sind die Bände nicht abgeschlossen und sie ...

Nun endlich der dritte Teil der These Broken Stars Triologie. Auch wenn wie bei den vorhergehenden Bänden immer ein anderes Liebespaar im Mittelpunkt steht, sind die Bände nicht abgeschlossen und sie sind schlecht voneinander unabhängig zu lesen.
Dieser Teil spielt auf dem Planeten Corinth, ein Planet, der praktisch aus einer einzigen Großstadt mit Wolkenkratzern besteht. Sofia ist aus einem einzigen Grund auf diesen Planeten gekommen, Rache zu üben für den Tod ihres Vaters. In einer brenzligen Situation trifft sie auf Gideon, der auch seine Pläne verfolgt. Sie misstrauen sich, sind aber aufeinander angewiesen.
Das Buch beginnt mit einer rasenden Geschwindigkeit, was die Spannung und die Handlung angeht. Erst in der Mitte des Buches gibt es eine kleine Ruhephase, die aber am Ende wieder richtig zu nimmt. Dadurch, dass wie bei den vorhergehenden Bänden, abwechselnd aus beiden Perspektiven die Geschichte beschrieben ist, wird der Spannungsbogen weiter erhöht. Durch die Ich-Erzählweise war ich schnell mit den Charakteren vertraut.
Es liest sich sehr gut, was auch am lockeren Schreibstil liegt. Vor den einzelnen Kapiteln gibt es immer die Gedanken der Stimmen, die bereits im ersten Teil eine wichtige Rolle spielten. Für mich positiv bei diesem Teil ist unter anderem, dass die Liebesgeschichte zwar wichtig ist, aber sich nicht so in den Vordergrund drängt. Das liegt auch sicher daran, dass schon relativ früh die Charaktere aus den anderen Teilen auftauchen und sie sich dem Kampf gegen LaRoux Industrie stellen. Die Autoren haben ein gutes Gleichgewicht zwischen diesen Charakteren erreicht. Sofia und Gideon bleiben die entscheidenden Protagonisten in diesem Teil, aber auch die anderen finden ihre Rollen.
Insgesamt gefällt mir dieser letzte Teil am besten der Reihe. Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich. Die verschiedenen Fäden, die in den ersten Teilen gesponnen wurden, werden hier gekonnt zusammengeführt. Die Liebesgeschichte ist süß, aber nicht kitschig. Ein Buch was mir wirklich Spass gemacht hat zu lesen.

Veröffentlicht am 06.09.2017

Auf der Suche nach dem Glück

Die Geschichte der getrennten Wege
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Endlich geht es weiter mit Elena und Lila. Das Leben der beiden verläuft weiterhin in sehr unterschiedlichen Bahnen. Elena ist Schriftstellerin und kommt mit Hilfe ihres Verlobten in die höheren Akademikerkreise. ...

Endlich geht es weiter mit Elena und Lila. Das Leben der beiden verläuft weiterhin in sehr unterschiedlichen Bahnen. Elena ist Schriftstellerin und kommt mit Hilfe ihres Verlobten in die höheren Akademikerkreise. Ihr privates Glück wird gekrönt von zwei Töchtern, aber beruflich geht es nach einem erfolgreichen Buch nicht so richtig weiter. Und Elena ist mit ihrem Leben überfordert. Lila dagegen versucht nach der Trennung sich und ihren Sohn über die Runden zu kommen. Sie arbeitet in Fabriken und hat die typische Arbeiterkarriere, also keine. Erst die neue Welt der Computer eröffnet ihr neue Möglichkeiten, Karriere zu machen.

Die beiden Freundinnen sehen sich nur noch selten, aber dennoch bleibt ihre Freundschaft bestehen und zerreißt auch in den wilden 70ern nicht. Aber es ist keine lockere gleichwertige Freundschaft. Elena hat immer ein schlechtes Gewissen gegenüber Lila und Lila nutzt Elena aus. Die Leben der beiden Frauen in dieser Zeit zeigen die Veränderungen und Zerrissenheit der jungen Menschen sehr gut. Während Elena es geschafft hat in die besseren Kreise aufzusteigen und mit Job, Mann, Kinder glaubt, ihr Glück gefunden zu haben, ist Lila mit ihrem täglichen (Über-)Leben beschäftigt.

Wie auch in den letzten Teilen besticht der Roman vor allem durch seine Vielschichtigkeit seiner zwei Protagonistinnen. Ihre Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen hat die Autorin wieder großartig beschrieben. Daneben geht die Autorin viel auf die politischen Verstrickungen dieser Zeit ein, dass muss man mögen, ansonsten könnte es etwas langatmig sein.

Es ist wirklich wieder ein sehr guter Roman, wenn für mich auch nicht unbedingt der beste der bisherigen Teile. Seine Besonderheit entfaltet er in der Reihe. Die Vorgängerbände und den Nachfolger sollte man lesen, um die Entwicklungen der beiden Frauen wirklich nachzuvollziehen und das grandiose im Gesamtwerk zu sehen.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Eine Überraschung

Eine allgemeine Theorie des Vergessens
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Dieses Buch hat mich weder vom Cover noch vom Titel angesprochen, denn weder Cover noch Titel sagen mir nicht viel. Im Buchladen wäre ich vielleicht vorbei gelaufen. Aber zum Glück entdeckte ich das Buch ...

Dieses Buch hat mich weder vom Cover noch vom Titel angesprochen, denn weder Cover noch Titel sagen mir nicht viel. Im Buchladen wäre ich vielleicht vorbei gelaufen. Aber zum Glück entdeckte ich das Buch in einer Leserunde und der Inhalt klang so kurios, dass ich es unbedingt lesen wollte.
Der Ort der Handlung ist Angola in der Zeit des Befreiungskampfes. Ludovicas Leben ist überschaubar, sie lebt in der großzügigen Wohnung ihrer Schwester und deren Ehemann. Aus Angst verlässt sie die Wohnung nicht, wirkt aber nicht unglücklich in ihrem eigen gewählten Exil. Als ihre Schwester und Schwager eines Tages von einer Party nicht mehr zurück kehren, ist sie auf sich allein gestellt. Nach einem missglückten Einbruch in die Wohnung, kapselt sich Ludovica, genannt Ludo, vollkommen von der Außenwelt ab, indem sie die Wohnungstür mit einer Mauer verschließt.
Nun könnte man denken, dass das Buch sich nun hauptsächlich mit der Gefühlswelt von Ludo befasst, denn was soll in einer zugemauerten Wohnung viel passieren. Aber ich wurde überrascht. Der Autor erschafft virtuos um Ludo herum verschiedenste Charaktere, mit denen er die Situation im Land zu dieser turbulenten Zeit, sehr gut darstellt. Diese Schicksale sind miteinander, aber auch auf ungewöhnlichste Weise mit Ludo verbunden. Das war manchmal für mich als Leserin verwirrend und erforderte konzentriertes Lesen, aber ich bin tief beeindruckt, wie der Autor die Schicksale verbunden hat, bis zum großen Finale. Die Stimmung im zerrissenen Land, die Angst, die Verlorenheit, die Enttäuschung, aber auch die Hoffnung werden ohne plakativ zu wirken, werden grandios wiedergegeben.
Durch die vielen Wechsel der Schicksale, wurde mir nie langweilig. Der Spannungsbogen wurde immer gehalten. Es gibt keine weitschweifenden Beschreibungen, der Autor konzentriert sich auf das wichtige. Kurze Sequenzen sind grausam, sind aber wichtig, um diese Zeit und die Auswirkungen zu verstehen. Manchmal hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht, aber das hätte nicht zu diesem Roman gepasst.
Für mich insgesamt wirklich ein überraschender Roman, der sich ganz anders entwickelt hat als erwartet. Ein Roman, den ich sicher bald nochmal lesen werde, denn ich bin sicher er wird sich beim nochmaligen Lesen noch weiter entfalten. Denn viele kleine Verästelungen in der Geschichte habe ich überlesen. Zu komplex ist das Geflecht. Ein Afrikaroman, der das Ende der Kolonialzeit in einem Land, hier Angola, mal aus einer ganz anderen Sicht beleuchtet.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Fantastische Unterhaltung

Engelsschlaf: Thriller
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Dies ist mein zweiter Roman der Autorin und ich muss sagen, ich bin wieder begeistert. Catherine Shepherd weiß wie man unterhaltsame, spannende Krimis schreibt.
Der Roman gehört zur Reihe der Ermittler ...

Dies ist mein zweiter Roman der Autorin und ich muss sagen, ich bin wieder begeistert. Catherine Shepherd weiß wie man unterhaltsame, spannende Krimis schreibt.
Der Roman gehört zur Reihe der Ermittler Laura und Max. Dazu muss ich sagen, dass ich trotz, dass ich den Vorgängerband nicht kenne, keine Probleme hatte in die Geschichte oder Charaktere einzusteigen. Beide Ermittler waren mir sofort sympathisch. Max, der überforderte Familienvater, Laura, die toughe Singlefrau, die durch ihre Vergangenheit gezeichnet ist. Der Fall, den die beiden bearbeiten, ist ungewöhnlich. Keine Leiche, eine geheimnisvolle Entführung, aber das Motiv und der Täter bleiben im Dunkeln.
Der Aufbau des Romans und der Schreibstil sorgen für eine durchgängige Spannung. Es gibt zwei unterschiedliche Handlungsstränge. Einmal die Handlung im Jetzt und der zweite Handlungsstrang spielt in der Vergangenheit und es wird schnell klar, dass es sich um den Täter handelt und seine Motivation langsam erklärt wird. Dadurch fühlt man sich dem Täter richtig nah und versteht ihn auch. Denn es gibt kein einfaches Schwarz/Weiß. Der Wechsel der Handlungsstränge sorgt für eine Erhöhung des Spannungsbogens. Auch stilistisch zeigt die Autorin ihr Können. Es gibt keine verschachtelten Sätze oder Patzer in der Logik. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und ihr Handeln für mich logisch und realistisch. Sie haben Ecken und Kanten, sie sind menschlich.
Für mich ein rundum gelungener Krimi, der mich gepackt und sehr gut unterhalten hat. Ich möchte jetzt auf alle Fälle die weiteren Romane der Autorin lesen und werde sie auch weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Verzaubert

Caraval
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Caraval ist ein Roman, der einen in eine andere Welt mitnimmt und mich wirklich verzaubert hat. Scarlett und ihre Schwester Donatella führen ein hartes Leben an der Seite ihres Vaters. Für jede Kleinigkeit ...

Caraval ist ein Roman, der einen in eine andere Welt mitnimmt und mich wirklich verzaubert hat. Scarlett und ihre Schwester Donatella führen ein hartes Leben an der Seite ihres Vaters. Für jede Kleinigkeit werden die Töchter von ihrem Vater geschlagen, wobei er besonders perfide ist und immer die andere Schwester schlägt und nicht die das Vergehen begangen hat. Als Kind schreibt Scarlett immer wieder dem geheimnisvollen Legend, der mit seiner Zaubertruppe durch die Lande zieht und für kurze Zeit die Menschen mit einer anderen Welt verzaubern kann. Scarlett wünscht sich so sehr, einmal diese Welt zu besuchen, aber Caraval zieht nach einem Skandal nicht mehr umher und Scarlett verliert die Hoffnung jemals ihrer grausamen Welt zu entfliehen. Nur noch die Heirat mit einem ihr unbekannten Mann erscheint Scarlett als Rettung aus ihrem Gefängnis. Kurz vor der Hochzeit wird ihre Schwester nach Caraval entführt und Scalett muss sich nun doch ihren Träumen oder besser ihren Alpträumen stellen.
In Caraval muss Scarlett am 5 tägigen Spiel teilnehmen und ihre Schwester zu retten, aber es ist kaum rauszufinden was Schein und Wirklichkeit ist. Und auch der Leser weiß nicht wem oder was er glauben soll. Das macht die Geschichte besonders spannend, denn man muss mit Scarlett mit raten und ist genauso überrascht über die Wendungen, die die Geschichte nimmt. Die Unvorhersehbarkeit und die vollgepackte Handlung machen das Buch zu einem richtigen Pageturner. Scarlett und Donatella sind auch Charaktere mit Kanten und nicht perfekt, obwohl ich manchmal Scarlett wegen ihrer Gutmütigkeit schütteln wollte. Aber ansonsten bin ich den zwei Schwestern gerne gefolgt. Es gibt Liebe, Verrat und Mord, es wird nicht langweilig. Das Beste ist aber die geschaffene Welt um Caraval. Die Autorin beschreibt, so genau ohne langatmig zu wirken, dass ich sie bildlich vor mir sah: die Brücken, Tunnel, Seen, Boote etc. Eine neue Welt, die wunderschön und grausam zugleich ist. Dieser Gegensatz ist sehr gut herausgearbeitet. Am Ende fehlten mir nur ein paar Hintergründe zur Welt und zur Person Legend, da hätte ich gerne mehr erfahren. Aber Caraval soll wohl ein wenig mysteriös bleiben.
Insgesamt ein Buch was ich wirklich verschlungen habe, es wurde nie langweilig. Und die Welt Caraval hebt sich positiv hervor unter der Vielzahl von Fantasywelten, die es derzeit auf dem Buchmarkt gibt.